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Arbeitgeberbewertungen richtig nutzen: Tipps für KMU

Arbeitgeberbewertungen richtig nutzen: Tipps für KMU

Arbeitgeberbewertungen beeinflussen, wie Bewerbende Ihr Unternehmen wahrnehmen. Für kleine und mittlere Unternehmen bieten sie zugleich wertvolle Hinweise für die Personalarbeit. Erfahren Sie, wie Sie Bewertungen professionell einordnen, auf Lob und Kritik reagieren und das Feedback für Ihre Arbeitgebermarke nutzen.

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Das Wichtigste in Kürze

  1. Arbeitgeberbewertungen beeinflussen, wie attraktiv Ihr Unternehmen für Bewerbende wirkt.

  2. Wenn Sie auf Bewertungen professionell reagieren, stärken Sie Ihre Arbeitgebermarke und zeigen Wertschätzung.

  3. Nutzen Sie Lob und Kritik aus Bewertungen, um Ihr Unternehmen als Arbeitgeber gezielt weiterzuentwickeln.

Was sind Arbeitgeberbewertungsportale?

Auf Arbeitgeberbewertungsportalen werden Sie online als Arbeitgeber bewertet. Die Bewertungen stammen meist von aktuellen und ehemaligen Mitarbeitenden, aber auch von Bewerberinnen und Bewerbern. 

Die Bewertenden vergeben meist Sterne oder Punkte von eins bis fünf. Zudem können persönliche Kommentare zu verschiedenen Kategorien veröffentlicht werden, zum Beispiel zu diesen Bereichen:

Arbeitgeberbewertungen gibt es unter anderem auf Plattformen wie kununu und Glassdoor. Auch auf Jobportalen wie Stepstone und Indeed sowie bei Google können Bewertungen und Erfahrungsberichte über Unternehmen zu finden sein.

Warum sind Arbeitgeberbewertungen für KMU wichtig?

Fast jeder zweite Berufstätige in Deutschland liest Arbeitgeberbewertungsportalen. Je jünger eine Person ist, desto wahrscheinlicher nutzt sie diese Portale. Bereits jeder vierte Internetnutzer hat bereits seinen eigenen Arbeitgeber schon einmal online bewertet. Die Bewertungen beeinflussen Wechselwillige auch bei der Entscheidung für oder gegen ein Unternehmen. Dem gegenüber steht allerdings, dass sich nur jedes zehnte Unternehmen mit dem Feedback auf Arbeitgeberbewertungsportalen beschäftigt.

Auf der Grafik ist die Nutzung von Arbeitgeberbewertungsplattformen abgebildet. 76,7 Prozent der Betriebe nutzen das Feedback nicht aktiv.

Arbeitgeberbewertungsportale ermöglichen authentische Einblicke in die Erfahrungen von Beschäftigten und Bewerbenden. Damit ergänzen sie Mitarbeiter-Testimonials, Arbeitgeberauszeichnungen oder Online-Personalwerbung. 

Als Unternehmen können Sie Ihre Mitarbeitenden aktiv dazu animieren, eine Bewertung zu schreiben. Beachten Sie aber, dass Sie keine Vorgaben dazu geben sollten, wie diese Bewertung ausfallen soll. Lassen Sie Ihre Belegschaft ehrlich und selbstständig entscheiden, wie und was sie bewerten möchte. Nur so entsteht ein authentisches Bild und Sie können die Rückmeldungen nutzen, um sich weiterzuentwickeln.

Umgang mit Arbeitgeberbewertungen

Beobachten Sie regelmäßig, wie Ihr Unternehmen auf Arbeitgeberbewertungsportalen wahrgenommen und bewertet wird. Prüfen Sie neue Bewertungen und antworten Sie individuell, sachlich und wertschätzend auf Lob und Kritik.

Gerade bei kritischem Feedback ist es wichtig, dieses nicht kommentarlos stehen zu lassen. Zeigen Sie, dass Sie die Rückmeldungen ernst nehmen und gehen Sie bei Bedarf aktiv in den Dialog. So signalisieren Sie Bewerbenden und Beschäftigten, dass Sie Feedback und Kritik ernst nehmen und offen damit umgehen. Nutzen Sie wiederkehrendes negatives Feedback zudem, um Arbeitsbedingungen und Zusammenarbeit im Unternehmen weiterzuentwickeln und eine offene Feedbackkultur zu fördern.

Tipp: Je nach Plattform können Unternehmen einen (kostenlosen) HR-Account anlegen, um die Bewertungen zu kommentieren. Wenn Sie bereits wissen, wofür Sie als Arbeitgeber stehen, fällt Ihnen die Kommentierung leichter. Ein klares Employer Branding hilft Ihnen dabei, Ihre Arbeitgebermarke nach innen und außen glaubwürdig zu repräsentieren.

Bewertungen und Kommentare müssen den Richtlinien der jeweiligen Plattform entsprechen. Enthalten sie beispielsweise Beleidigungen, diskriminierende oder rassistische Aussagen, persönliche Angriffe oder vertrauliche Unternehmensinformationen, können Sie den Beitrag melden. Je nach Plattform und Einzelfall kann anschließend eine Entfernung beantragt werden. Veröffentlichen Sie in Ihren eigenen Antworten keine personenbezogenen, vertraulichen oder firmeninternen Informationen.

Nutzen Sie Arbeitgeberbewertungen für Ihre Personalarbeit

Arbeitgeberbewertungen geben Hinweise darauf, wie Beschäftigte und Bewerbende Ihr Unternehmen wahrnehmen. Nehmen Sie wiederkehrende Verbesserungsvorschläge an und prüfen Sie, inwieweit diese in der Praxis umsetzbar sind. Das Feedback, das Sie dort erhalten, sollten Sie konstruktiv aufnehmen.

Am besten benennen Sie eine Person aus Ihrem Unternehmen, die für die Beobachtung, Pflege und Auswertung der Arbeitgeberbewertungsplattformen zuständig ist. Bieten Sie auf den Portalen auch immer eine direkte Ansprechperson an, bei denen sich die Bewerterinnen und Bewerter bei kritischen oder negativen Eindrücken melden können.

Webinar-Mitschnitt

Schauen Sie sich auch unser KOFA-Webinar zum Thema Arbeitgeberbewertungsplattformen an und erhalten Sie weitere Tipps.

Zum Video

Mitarbeiterin: Judith Lehr

Über die KOFA-Expertin

Judith Freisburger

Judith Freisburger ist Referentin für Personalarbeit im KOFA. Sie beschäftigt sich insbesondere mit den Themen Employer Branding, Fachkräftesicherung sowie moderner Personalarbeit – etwa Vereinbarkeit und digitale Zusammenarbeit. Ihr Fokus liegt darauf, kleine und mittlere Unternehmen bei einer attraktiven und zeitgemäßen Personalgewinnung und -bindung zu unterstützen.

Bundesweit hält sie Vorträge, begleitet Workshops und verfasst regelmäßig Fachbeiträge, Studien und praxisnahe Handlungsempfehlungen.

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