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Ältere

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Zuletzt aktualisiert: 04. November 2021

Personalplanung strategisch angehen: Nutzen Sie die Berufserfahrung der Generation 50plus und rekrutieren Sie gezielt Ältere. Ältere Fachkräfte sind leistungsfähig und gut ausgebildet.

Sie wollen gezielt ältere Menschen ab 50Plus rekrutieren oder Ihre älteren Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter weiterbilden? Das ist klug und weitsichtig! Nutzen Sie das Fachkräftepotenzial Älterer.

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Vorteile älterer Mitarbeitender

Viele Unternehmen haben es zunehmend schwer, geeignete Fachkräfte zu finden. Daher wird es immer wichtiger auf die Generation 50Plus zu setzten. Diese Gruppe ist in den letzten Jahren stetig größer geworden und wird absehbar weiterwachsen. Im Jahr 2020 gab es rund 7 Millionen Erwerbstätige über 55 Jahren. Somit ist schon jeder vierte Beschäftigte Teil dieser Gruppe.

Während man noch vor einigen Jahren versucht hat, die älteren Beschäftigten mit Frührentenprogrammen und Ähnlichem aus den Unternehmen zu entlassen, holen viele Unternehmen sie heute wieder zurück. Daher gilt es zum einen, ältere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Unternehmen zu halten und weiterzubilden. Zum anderen aber auch, bei Neueinstellungen explizit Ältere als mögliche Zielgruppe in den Blick zu nehmen.

Dies lohnt sich: In ihrem Berufsleben haben sich Ältere viel Erfahrung und Fachwissen angeeignet und verfügen häufig über belastbare Netzwerke, von denen auch Ihr Unternehmen profitieren kann. Aufgrund ihrer Erfahrung gehen sie zudem mit mehr Besonnenheit an neue Herausforderungen heran als jüngere Kolleginnen und Kollegen. Kurze Einarbeitungszeiten und klassische Arbeitstugenden sind oft weitere Vorteile älterer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Außerdem ist unter ihnen die Fluktuation geringer, da sie häufig nicht mehr ihre Karriere durch Jobwechsel vorantreiben wollen.

5 Tipps zur Rekrutierung 

Tipp 1:  Sprechen Sie Ältere gezielt an

Wenn Sie eine Stelle neu ausschreiben, erwähnen Sie explizit, dass Erfahrung bei Ihnen wertgeschätzt wird und dass Bewerbungen von Menschen jeden Alters erwünscht sind. So fühlen sich auch Ältere angesprochen und werden sich eher bei Ihnen bewerben.

Tipp 2: Präsentieren Sie sich als altersgemischtes Unternehmen

Vielleicht haben Sie bereits eine Karrierewebseite, auf der Sie Ihr Unternehmen präsentieren? Das ist gut! Menschen zwischen 50 und 65 erkundigen sich genauso wie Jüngere im Internet über mögliche Arbeitgeber. Stellen Sie auf Ihrer Karrierewebseite Ihre Mitarbeitenden vor und lassen Sie dabei auch die Älteren zu Wort kommen. Sehen potenzielle Bewerberinnen und Bewerber, dass Sie gut ins Team passen und dass Alter keine Rolle spielt, sind Ihnen Bewerbungen fast sicher.

Tipp 3: Bieten Sie allen Mitarbeitenden Weiterbildungsmöglichkeiten an

Sie können bei älteren Bewerberinnen und Bewerbern punkten, wenn Sie selbstverständlich allen Beschäftigten – unabhängig vom Alter - Weiterbildungsangebote unterbreiten. Damit zeigen Sie, dass Sie bereit sind, in alle Ihre Mitarbeitenden zu investieren. Und das lohnt sich: Das (Berufs-) Leben ist mit 50Plus noch lange nicht vorbei! Da Ältere als weniger wechselbereit gelten als Jüngere und sich immer häufiger auch nach dem Renteneintritt noch beruflich engagieren, kann sich diese Investition für Sie richtig auszahlen.  

Tipp 4: Werben Sie mit Angeboten zu alterns- bzw. altersgerechter Arbeitsgestaltung

Angebote einer alterns- bzw. altersgerechten Arbeitsgestaltung förderndie Motivation Älterer, sich bei Ihnen zu bewerben. Dies beinhaltet unter anderem eine ergonomische Arbeits(platz)gestaltung, also Hilfsmittel, die Älteren auch bei abnehmenden körperlichen Fähigkeiten wie beispielsweise Rückenproblemen ein gutes Arbeiten ermöglichen. Aber auch Angebote der Arbeitsorganisation wie Flexibilisierungsspielräume bei der Arbeitszeit oder die Möglichkeit aus dem Homeoffice zu arbeiten sind für Ältere und Jüngere gleichermaßen interessant und fördern eine alter(n)sgerechte Gestaltung der Arbeit.

Tipp 5: Rekrutieren Sie Senior-Azubis

Egal ob mit 16 oder 60: Eine Ausbildung ist auch im Alter möglich. Ihr Unternehmen profitiert von der Lebenserfahrung und der Motivation der sogenannten Senior-Azubis.

Wenn Sie folgende Dinge beachten, steht einer Ausbildung von Älteren nichts mehr im Wege:

  • Führung: Fördern Sie den Wissens- und Erfahrungsaustauschen zwischen den Mitarbeitenden – egal ob jung oder alt. Schaffen Sie einen gemeinsamen Sinn und machen Sie dem Team deutlich, dass auch unterschiedliche Wege zum gleichen Ziel führen können.
  • Lernen: Oftmals tun sich Senior Azubis etwas schwer, wieder in die Rolle des Lernenden zu schlüpfen. Unterstützen Sie sie dabei und machen Sie deutlich, dass auch Sie Vieles von den älteren Kolleginnen und Kollegen lernen können.
  • Team: Eine offene und wertschätzende Haltung gegenüber den Kolleginnen und Kollegen ist wichtig, damit sich alle im Team wohlfühlen.

Rekrutierungstipps

Sie sind auf der Suche nach Weiteren Tipps, um Ihre Rekrutierung richtig anzugehen? 

Mehr dazu erfahren

5 Tipps zur Weiterbildung

Mit den folgenden fünf Tipps gelingt es Ihnen, ältere Mitarbeitende erfolgreich weiterzubilden:

Tipp 1: Betonen Sie die Bedeutung von älteren Beschäftigten für den Unternehmenserfolg

Viele Ältere haben das Gefühl, dass sich Weiterbildung in ihrem Alter nicht mehr lohnt. Aber das stimmt nicht! Machen Sie Ihren Beschäftigten klar, dass sie auch bzw. gerade in einem fortgeschrittenen Alter von großer Bedeutung für Ihr Unternehmen sind.

Tipp 2: Zeigen Sie die persönlichen Vorteile einer Weiterbildung auf

Haben ältere Mitarbeitende das Gefühl auch persönlich von der Weiterbildung zu profitieren, fördert das deren Motivation. Vielleicht ist es möglich, dem Mitarbeitenden nach der Weiterbildung neue, spannende Aufgaben zu übertragen? Beziehen Sie die Best Ager in die Auswahl der gewünschten Weiterbildung mit ein und lassen Sie sie mitentscheiden, welche Kompetenzen sie sich aneignen möchten.

Tipp 3: Bauen Sie Hürden ab

Haben ältere Mitarbeitende Befürchtungen, die Weiterbildung nicht zu schaffen, lehnen Sie das Weiterbildungsangebot vielleicht ab. Zum Beispiel, weil sie sich nicht mit den digitalen Technologien auskennen, die für die Durchführung der Weiterbildung benötigt werden. Oder weil sie gerade zu viel zu tun haben und sich eine Weiterbildung zeitlich nicht zutrauen. Sorgen Sie im Vorfeld der Weiterbildung dafür, dass der Teilnahme Ihrer Mitarbeitenden an der Weiterbildung nichts entgegensteht. Sie also z. B. vorher im Umgang mit den benötigten Technologien geschult oder von einigen Aufgaben freigestellt wurden.

Tipp 4: Bieten Sie inhaltlich interessant gestaltete Weiterbildungen mit Möglichkeiten zum Erfahrungsaustausch an

Zertifikate sind älteren Beschäftigten nicht mehr so wichtig wie Jüngeren. Stattdessen sind Ältere viel eher an wirklicher Lernerfahrung, einem angemessenen Lerntempo und dem Erfahrungsaustausch mit Jüngeren interessiert. Insgesamt ist Lernen keine Frage des Alters, sondern der Übung. Bilden Sie Lerntandems zwischen jüngeren und älteren Mitarbeitenden und geben Sie allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern unabhängig von Alter und Qualifikationsniveau die Chance, sich neue, auch digitale Lerntechniken anzueignen.

Tipp 5: Sprechen Sie gezielt ältere Beschäftigte mit einer eher geringen Vorbildung an

Diese Mitarbeitergruppe muss häufig weit stärker zu einer Weiterbildung motiviert werden als andere mit einer eher hohen Vorbildung. Es gilt beispielsweise im Rahmen eines Mitarbeitergesprächs gezielt zu besprechen, an welchem Punkt angesetzt werden kann. Es sollte ein gemeinsames Ziel festgelegt werden, damit der- oder diejenige sich mit der Aufgabe verbindet und für sich selbst Sinn in ihr sieht.

Tutorial: Altersgemischte Teams

Setzten Sie ältere Mitarbeitende dabei gezielt in Teams mit jüngeren zusammen ein und profitieren Sie von der Kombination aus Erfahrung und frischem Wissen. Altersgemischte Teams sind kreativer und innovativer als altershomogene Teams.

Fördermöglichkeiten

Wenn Sie ältere Menschen beschäftigen oder weiterbilden können Sie unter Umständen von öffentlichen Fördermöglichkeiten profitieren, wie dem Eingliederungszuschuss oder der Förderung nach dem Qualifizierungschancengesetz. Fragen Sie hierfür beim Arbeitgeberservice Ihrer Arbeitsagentur nach.