In Produktion und Handwerk steht häufig die körperliche Entlastung im Vordergrund. Im Büro sind Sitz- und Bildschirmarbeitsplätze sowie regelmäßige Tätigkeitswechsel besonders wichtig.
Mögliche Angebote sind:
- ergonomische Arbeitsplatzberatungen,
- Rückenschulungen,
- Bewegungspausen,
- Betriebssportgruppen,
- Hebe- und Tragehilfen,
- Fahrrad-Leasing oder
- Zuschüsse zu Präventionsangeboten.
Gesunde Ernährung bedeutet eine ausgewogene Versorgung mit Nährstoffen, Vitaminen und Flüssigkeit – angepasst an die körperlichen Anforderungen des Arbeitstages. Wer körperlich schwer arbeitet, benötigt andere Energie als jemand, der viele Stunden am Bildschirm sitzt. Beides hat gemeinsam: Wer gut versorgt ist, bleibt länger konzentriert, ist weniger anfällig für Erkrankungen und erholt sich schneller. Niedrigschwellige Angebote sind zum Beispiel:
- gesunde und ausreichende Getränke,
- eine „Müsli-Ecke“ oder einen Obstkorb im Pausenraum,
- ausgewogene Verpflegung bei Besprechungen oder
- ein gemeinsames Frühstück.
Schichtteams benötigen andere Lösungen als Beschäftigte mit festen Büroarbeitszeiten. Dazu gehört, dass Pausen auch gemacht werden und die Beschäftigten sich Zeit nehmen, um zu essen.
Gesunde Führung zeigt sich im täglichen Umgang und sie beginnt bei der Führungskraft selbst: Wer Pausen macht, Urlaub nimmt und offen über Belastungen spricht, schafft ein Klima, in dem Beschäftigte das auch können. Vorbild wirkt, aber reicht nicht aus. Um zu wissen, ob gesunde Führung im Betrieb wirklich gelebt wird, braucht es einen regelmäßigen, ehrlichen Blick auf den Alltag – mit konkreten Fragen statt allgemeinen Eindrücken:
- Sind Aufgaben und Prioritäten im Team klar? Wie werden sie kommuniziert?
- Gibt es regelmäßige kurze Gespräche im Team und mit einzelnen Beschäftigten über Arbeitsmengen und Entlastungsmöglichkeiten?
- Können Beschäftigte Belastungen ansprechen, ohne Nachteile befürchten zu müssen?
- Wie wird mit angesprochenen Belastungen umgegangen?
- Werden Pausen, Urlaub und Arbeitszeitgrenzen respektiert?
- Wie wird Wertschätzung gelebt? Wird auch das Positive hervorgehoben oder nur über Herausforderungen gesprochen?
Die AOK bietet dazu ein kostenloses interaktives Online-Programm zum Thema „Gesund führen“ an. Es enthält konkrete Tipps zu Kommunikation, Stressmanagement und Führungsverhalten im Alltag.
Workshops zu Stressbewältigung, Entspannung oder Zeitmanagement können Beschäftigte unterstützen. Ebenso wichtig sind:
- leicht zugängliche Informationen zu Beratungsstellen,
- eine vertrauensvolle Ansprechperson und
- ein früher Austausch über Überlastung.
Ein Kurs ersetzt jedoch keine Lösung für dauerhaft zu hohe Arbeitsbelastung.
Trainings zur Selbstfürsorge, kollegiale Beratung und der Austausch über Bewältigungsstrategien können den Umgang mit Veränderungen stärken. Die Verantwortung darf dabei nicht allein bei den Beschäftigten liegen. Resilienzförderung muss mit einer gesundheitsgerechten Arbeitsgestaltung verbunden sein.
Gesundheit beginnt nicht beim Kurs oder beim Obstkorb, sondern bei der täglichen Arbeit selbst.
Das gilt besonders für Beschäftigte, die körperlich belastende Tätigkeiten ausüben, dauerhaft unter hohem Arbeitsdruck stehen oder neben der Arbeit Angehörige unterstützen. Ziel ist nicht, ältere Beschäftigte pauschal zu schonen. Entscheidend ist vielmehr, Arbeitsplätze, Arbeitszeiten und Aufgaben so zu gestalten, dass unterschiedliche gesundheitliche Voraussetzungen und Lebenssituationen berücksichtigt werden.
Fragen Sie die Beschäftigten:
- Sind Arbeitsmengen und Ziele realistisch – auch in Stoßzeiten?
- Haben Beschäftigte ausreichend Einfluss auf die Gestaltung ihrer Arbeit?
- Gibt es klare Aufgabenverteilungen und Zuständigkeiten?
- Werden Pausen tatsächlich ermöglicht – nicht nur auf dem Papier?
- Sind Arbeitszeiten verlässlich planbar, auch für Schicht- und Teilzeitkräfte?
- Sind Arbeitsplätze und Abläufe so gestaltet, dass Beschäftigte ihre Tätigkeit auch langfristig ausüben können?
- Können Arbeitszeit, Arbeitsumfang oder Aufgaben angepasst werden, wenn sich gesundheitliche oder familiäre Belastungen verändern?
Maßnahmen in diesem Bereich sind häufig keine zusätzliche Investition, sondern eine Entscheidung für bessere Abläufe: Prozesse überdenken, Aufgaben neu verteilen und Entscheidungsspielräume schaffen.
Schon kleine Veränderungen können die tägliche Belastung spürbar senken, zum Beispiel:
- ein fester Übergabetermin bei Schichtarbeit,
- eine klare Prioritätenliste oder
- ein vereinbartes Signal für ungestörtes Arbeiten.
Digitale Nachrichten erleichtern die Zusammenarbeit. Sie können aber auch dazu führen, dass Beschäftigte ständig zwischen Aufgaben wechseln und außerhalb der Arbeitszeit erreichbar bleiben.
Einfache Teamregeln können helfen:
- Dringende Anliegen werden telefonisch oder mit einem klaren Betreff gekennzeichnet.
- E-Mails und Chatnachrichten müssen nicht sofort beantwortet werden.
- Für Besprechungen und konzentriertes Arbeiten gibt es feste Zeiten.
- Abwesenheiten werden mit einer eindeutigen Vertretung geregelt.
- Führungskräfte halten die vereinbarten Grenzen selbst ein.
Die Regeln müssen zur Branche passen, gemeinsam vereinbart und regelmäßig überprüft werden.
Frauengesundheit wird in der betrieblichen Gesundheitsförderung häufig zu wenig berücksichtigt. Unternehmen können Gesprächsmöglichkeiten und Informationen zu folgenden Themen anbieten:
- Menstruationsbeschwerden,
- Schwangerschaft,
- Rückkehr nach der Elternzeit,
- Wechseljahre und
- geschlechtsspezifische Belastungen.
Ergänzend kommen flexible Arbeitszeiten, geeignete Rückzugs- und Sanitärräume oder ergonomische Anpassungen infrage.
Nicht alle Frauen haben dieselben Bedürfnisse. Die Angebote sollten freiwillig, vertraulich und für alle Beschäftigten zugänglich sein. Eine anonyme Bedarfsabfrage kann helfen, passende Schwerpunkte zu bestimmen.
Mehr Informationen dazu liefert das DAK Whitepaper Wechseljahre 2025.
- Suchtprävention und klare, wertschätzende Unterstützung bei problematischem Konsum,
- gesundheitsgerechte Pausen- und Schichtgestaltung sowie Informationen zu Schlaf und Erholung,
- Beratungs- oder Coachingangebote, etwa psychologische oder soziale Beratung,
- ein Gesundheitsbudget oder Zuschüsse zu Präventionskursen und Sportangeboten,
- Gesundheitstage, Impulsvorträge und Kooperationen mit regionalen Anbietern,
- ein Dienstrad, ein Jobticket oder Unterstützung für aktive Wege zur Arbeit,
- Impfangebote und
- Informationsangebote in Zusammenarbeit mit medizinischen Partnern.




