Kurzfristig Lehrstellen besetzen: 8 Tipps für die Azubi-Suche

Erfahren Sie, wie Sie Auszubildende finden können

Das neue Ausbildungsjahr steht vor der Tür, ein neuer Lehrling ist aber noch nicht in Sicht? – So wie Ihnen geht es zurzeit vielen kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) in Deutschland. Das Kompetenzzentrum Fachkräftesicherung (KOFA) möchte Ihnen als Arbeitgeber helfen, Ausbildungsplätze zu besetzen. Hier sind acht Tipps, wie Sie kurzfristig Nachwuchskräfte rekrutieren können.

Tipp 1: Bitten Sie Ihre Belegschaft bei der Azubi-Suche um Hilfe!

Ist Ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern bewusst, wie dringend der Nachwuchs fehlt? – Nein? Dann ist jetzt der Zeitpunkt über die schleppende Rekrutierung zu sprechen und Ihr Team um Hilfe zu bitten.

  • Fordern Sie Ihre Belegschaft auf, sich aktiv im Freundes- und Bekanntenkreis umzuhören.
  • Formulieren Sie Emails und gestalten Sie „Steckbriefe“ zur Azubi-Suche, die von Ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern leicht weitergeleitet oder verteilt werden können.
  • Schreiben Sie eine Belohnung für das Team-Mitglied aus, das zur Beseitigung des Azubi-Mangels beiträgt.
Auch bei der Karl Müller GmbH werden Mitarbeiter um Mithilfe bei der Azubi-Suche gebeten.

Tipp 2: Fragen Sie bei Vereinen nach

Sind wirklich bereits alle elf Stammspieler aus der B-Jugend des örtlichen Fußballvereins bei attraktiven Arbeitgebern untergekommen? Und was macht eigentlich die Solo-Sängerin aus dem Kirchenchor nach den Sommerferien? – Familienunternehmen und KMU sind in Ihrer Region häufig gut vernetzt. Nutzen Sie diese Kontakte und gehen Sie gezielt auf Trainer, Vereinspräsidenten oder Jugendleiter zu. Am 10.09. sind die Sommerferien in sämtlichen Bundesländern vorbei. Dann erwacht auch wieder das Vereinsleben.

Tipp 3: Nutzen Sie Facebook, Instagram und Co.

Viele Jugendliche sind zurzeit im Urlaub? – Online sind sie trotzdem. Gerade über die sozialen Medien wie Facebook oder Instagram aber auch über YouTube haben Sie gute Chancen, Jugendliche zu erreichen und eventuell online zu rekrutieren.

Nehmen Sie sich ein Beispiel an der Glaserei Sterz:

Der Aufruf bei Facebook brachte dem Handwerksbetrieb viel Öffentlichkeit ein – und sorgte letztlich auch zu einer erfolgreichen Stellen-Besetzung.

Tipp 4: Melden Sie offene Ausbildungsplätze

Es gehört zur Aufgabe der Agentur für Arbeit, Sie bei der Besetzung offener Stellen zu unterstützen. Auch Jugendliche aus der Region melden sich hier, die einen Ausbildungsplatz suchen, so dass Angebot und Nachfrage gematcht werden können.   

Die Jobbörse der Bundesagentur für Arbeit gilt als eine der reichweitenstärksten Rekrutierungsportale in Deutschland. Gute Adressen für eine erfolgreiche Online-Rekrutierung sind auch die Lehrstellenbörse der IHKs oder die Lehrstellenbörse des Handwerks.

Tipp 5: Versuchen Sie, Studienabbrecher zu rekrutieren

Viele Studienabbrecher suchen nach ihrer Uni-Zeit ganz gezielt einen Ausbildungsplatz. Das könnte Ihre Chance sein! Wer die Sommermonate frustriert in der Uni-Bibliothek verbringt, begreift Ihre Stellenanzeige am Schwarzen Brett möglicherweise als Wink des Schicksals.

Wenden Sie sich an das Career Center der nächstgelegenen Universität – oftmals gibt es auch von dieser Seite eine große Bereitschaft, Studienzweifler und Unternehmen passgenau zusammenzuführen.

Tipp 6: Bieten Sie ab dem 1. Oktober eine betriebliche Einstiegsqualifizierung an

Wenn kein Azubi in Sicht ist, kann eine Einstiegsqualifizierung (EQ) ein guter Weg sein, um Jugendliche mit Startschwierigkeiten an eine Ausbildung in Ihrem Unternehmen heranzuführen.

  • Die EQ steht Jugendlichen offen, die bis zum 1. Oktober keinen Ausbildungsplatz gefunden haben.
  • Sie bietet Unternehmen die Chance, Schulabgänger 6 bis 12 Monate in einem Praktikum kennenzulernen und sie auf eine Ausbildung im eigenen Unternehmen vorzubereiten. Der hohe betriebliche Anteil sichert dabei die Sozialisation in Ihrem Unternehmen.
  • Bei Übernahme kann die Zeit der Einstiegsqualifizierung auf die anschließende Berufsausbildung angerechnet werden.

Ausführliche Informationen zur Einstiegsqualifizierung finden Sie in dem Flyer der Arbeitsagentur.

Tipp 7: Informieren Sie sich über Berufsvorbereitungskurse in Ihrer Region

Viele Berufsbildungswerke aber auch Berufskollegs und allgemeinbildende Schulen bieten berufsvorbereitende Kurse für Jugendliche an, die eigentlich einen Ausbildungsplatz suchen. Versuchen Sie zu Beginn des neuen Schuljahrs mit den Lehrkräften dieser Kurse in Kontakt zu treten. Vielleicht dürfen Sie ja mal als Gast im Unterricht erscheinen und Ihr Unternehmen vorstellen?

Sprechen Sie über diesen Gedanken auch mit Lehrerinnen und Lehrern in Ihrem Freundeskreis. Eine Schulkooperation kann Sie langfristig und nachhaltig von Ihren Nachwuchssorgen befreien. Das zeigt auch dieses Praxisbeispiel.

Tipp 8: Seien Sie präsent in Tageszeitungen, Funk und Fernsehen

Schalten Sie eine Anzeige in der regionalen Tageszeitung. Diese wird zwar nicht immer von der Zielgruppe gelesen, häufig aber von den Eltern, die sich an der Suche nach einem Ausbildungsplatz beteiligen.

Auch lokale Rundfunk- und Fernsehsender bieten in diesen Wochen häufig Aktionen an, in denen Unternehmen offene Ausbildungsplätze bewerben können. Scheuen Sie nicht das Rampenlicht und präsentieren Sie sich selbstbewusst als attraktiver Arbeitgeber. Viele Jugendliche ahnen gar nicht, was kleine und mittlere Unternehmen als Ausbilder zu bieten haben.

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