
Größte Besetzungsprobleme in ostdeutschen Flächenländern
KOFA Aktuell 01/2026In Mecklenburg-Vorpommern gab es zuletzt für 45,7 Prozent der offenen Stellen für qualifizierte Arbeitskräfte rechnerisch keine passend qualifizierten Arbeitslosen. Damit führt das Land das bundesweite Ranking an. Auch die übrigen ostdeutschen Flächenländer lagen über dem Bundesdurchschnitt.
Die aktuelle Fachkräftesituation in Deutschland
Für Unternehmen in den ostdeutschen Flächenländern ist es besonders schwierig, offene Stellen für qualifizierte Arbeitskräfte zu besetzen. Bundesweit konnte zwischen Juli 2025 und Juni 2026 knapp jede dritte offene Stelle (32,0 Prozent) für qualifizierte Arbeitskräfte nicht mit passend qualifizierten Arbeitslosen besetzt werden (Stellenüberhangsquote). Je nach Beruf und Region fallen die Besetzungsschwierigkeiten sehr unterschiedlich aus.
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In Mecklenburg-Vorpommern fehlen passende Arbeitskräfte besonders häufig
Bundesweit fehlten zwischen Juli 2025 und Juni 2026 durchschnittlich mehr als 340.000 qualifizierte Arbeitskräfte. Für knapp jede dritte offene Stelle für qualifizierte Arbeitskräfte gab es rechnerisch keine passend qualifizierten Arbeitslosen. Die regionalen Unterschiede sind jedoch beträchtlich: Während die Stellenüberhangsquote in Mecklenburg-Vorpommern 45,7 Prozent betrug, lag sie in Berlin bei 24,2 Prozent. In Mecklenburg-Vorpommern gab es damit für fast jede zweite offene Stelle rechnerisch keine passend qualifizierten Arbeitslosen. Auch Brandenburg, Sachsen-Anhalt, Thüringen und Sachsen lagen über dem Bundesdurchschnitt von 32,0 Prozent. In Brandenburg waren 41,4 Prozent der offenen Stellen für qualifizierte Arbeitskräfte rechnerisch nicht mit passend qualifizierten Arbeitslosen besetzbar. Es folgten Sachsen-Anhalt mit 39,8 Prozent, Thüringen mit 39,0 Prozent und Sachsen mit 37,2 Prozent.
Gesundheits- und technische Berufe besonders betroffen
Die größten Engpässe weisen insbesondere klassische Ausbildungsberufe auf. Unter den zehn Berufen mit den größten Fachkräfteengpässen erfordern acht eine berufliche Ausbildung und nur zwei eine Fortbildung oder ein Studium. In den ostdeutschen Flächenländern fehlen qualifizierte Arbeitskräfte besonders in Gesundheitsberufen wie der Altenpflege, der Physiotherapie und der Gesundheits- und Krankenpflege. Aber auch in vielen technischen Berufen wie der Bauelektrik, der elektrischen Betriebstechnik oder der Kraftfahrzeugtechnik fehlen passend qualifizierte Arbeitslose für die Stellenbesetzung. Alles Berufe, die auch bundesweit von Engpässen betroffen sind, was eine zusätzliche Herausforderung für die Stellenbesetzung ist.
Demografischer Wandel und geringe Zuwanderung verschärfen Engpässe
Ein Grund für die verschärfte Fachkräftesituation in den ostdeutschen Flächenländern ist der demografische Wandel. In den ostdeutschen Flächenländern sind bereits viele qualifizierte Arbeitskräfte aus den geburtenstarken Jahrgängen in den letzten Jahren in Rente gegangen. Die Zuwanderung, die in ostdeutschen Flächenländern vergleichsweise gering ausfiel, konnte diesen Beschäftigungsrückgang abmildern, aber nicht auffangen (Semsarha et al., 2026). Die Fachkräftesicherung bleibt damit eine zentrale Herausforderung in ostdeutschen Bundesländern, der sich auch die neuen Landesregierungen in Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt stellen müssen.
Detaillierte Informationen zur Fachkräftesituation in den einzelnen Bundesländern, finden Sie in den Ländersteckbriefen.