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Transkript: Folge 17

KOFA auf dem Sofa: Internationale Fachkräfte

Jürgen: 
KOFA auf dem Sofa, der Podcast des Kompetenzzentrums Fachkräftesicherung. Personalerwissen zum Hören auf dem Sofa, unterwegs, im Büro, wo immer Sie mögen. 

Willkommen, liebe Hörerinnen und Hörer, zur neuen Folge von KOFA auf dem Sofa. Das KOFA, kurz für Kompetenzzentrum Fachkräftesicherung, ist Ansprechpartner für KMU bei Fragen rund um die Personalarbeit. Mehr dazu finden Sie auf www.kofa.de und in den Shownotes, wo auch alle weiteren Links auftauchen, von denen im Folgenden die Rede sein wird. 

Die Suche nach qualifizierten Fachkräften ist für kleine und mittlere Unternehmen oft schwierig, denn Fachkräfte mit den gewünschten Qualifikationen bewerben sich häufig eher bei großen, bekannten Unternehmen. Hinzu kommt, dass der demografische Wandel in Deutschland den Mangel an passenden Bewerbungen verstärkt. KMU müssen deshalb andere Wege gehen und zu ungewöhnlichen Maßnahmen greifen, um qualifiziertes Personal zu werben und langfristig zu halten. 

In unserem heutigen Podcast interessieren wir uns dafür, wie Schwierigkeiten bei der Besetzung von Stellen durch die Suche nach Fachkräften aus dem Ausland begegnet werden kann. 

Sarah: 
Ich bin Sarah Hahner. 

Jürgen: 
Und ich bin Jürgen Gehr. 

Sarah: 
Der Gedanke liegt in der Tat nahe: Wenn sich hierzulande keine Fachkräfte mehr finden lassen, dann lohnt sich vielleicht der Blick über die deutschen Grenzen hinaus. Aber wie geht man das als kleineres Unternehmen erfolgversprechend an und wie geht es danach weiter, wenn die Fachkraft im Ausland gefunden worden ist? 

Jemand, der sich damit auskennt, ist Sarah Pierenkemper. Die Ökonomin ist Spezialistin für berufliche Qualifizierung und Fachkräfte am Institut der deutschen Wirtschaft in Köln. 

Frau Pierenkemper, herzlich willkommen auf unserem KOFA-Sofa. 

Sarah Pierenkemper: 
Herzlichen Dank für die Einladung. 

Jürgen: 
Herzlich willkommen auch von mir, Frau Pierenkemper. Auch wenn wir in globalisierten Zeiten leben, so selbstverständlich ist es ja doch noch nicht, dass ein kleineres Unternehmen im Ausland nach Fachkräften sucht. Woher kommt denn da in der Regel so der Anstoß? 

Sarah Pierenkemper: 
Die Anstöße dafür, die Personalsuche auch ins Ausland zu verlegen, können vielfältig sein. Hauptursache ist allerdings oftmals schlicht und einfach die Tatsache, dass man auf dem heimischen Markt keine geeigneten Kandidaten mehr findet. Denn gerade kleine und mittlere Unternehmen müssen oftmals ihre Personalsuche erfolglos abbrechen, weil sie keine geeigneten Mitarbeiter mehr finden. 

Jürgen: 
Die Stelle bleibt unbesetzt. 

Sarah Pierenkemper: 
Die Stelle bleibt unbesetzt. Aufträge können nicht angenommen werden, was sich natürlich negativ auf die wirtschaftliche Situation auswirkt. 

Sarah: 
Die Unternehmen brauchen dringend Arbeitskräfte. Aber gibt es denn auch weitere Vorteile für Teams dadurch, dass ausländische Fachkräfte ein Teil von ihnen werden? 

Sarah Pierenkemper: 
Absolut. Diversität kann immer ein Vorteil für ein Unternehmen sein, indem zum Beispiel neue Perspektiven oder neue Denkweisen eröffnet werden. Aber insbesondere für Unternehmen, die auch auf dem ausländischen Markt aktiv sind, können internationale Fachkräfte viele Vorteile bringen. So können zum Beispiel Sprachkompetenz oder auch Kenntnisse über nationale Besonderheiten Vorteile bringen, etwa in der Kundenansprache. 

Jürgen: 
Und was ist bei der Suche genau zu beachten? 

Sarah Pierenkemper: 
Als Erstes sollten Sie sich überlegen, wen Sie suchen. Da die Bildungssysteme der einzelnen Länder sich teilweise enorm unterscheiden, kann es vorkommen, dass Ihnen Kandidatinnen und Kandidaten begegnen, die Qualifikationen haben, die nicht unmittelbar mit deutschen Abschlüssen vergleichbar sind. Daher empfiehlt es sich, bei der Suche und der Auswahl eher auf vorhandene Fähigkeiten und Fertigkeiten zu konzentrieren, die für die konkrete Tätigkeit erforderlich sind, als auf Abschlüsse. 

Jürgen: 
Also mehr aufgabenorientiert. 

Sarah Pierenkemper: 
Es ist natürlich gerade in Ballungszentren eine große Herausforderung und nicht jedes Unternehmen kann auch eigene Werkskindergärten anbieten. Aber zum Beispiel besteht die Möglichkeit, sich in örtlichen Kindergärten Plätze anzumieten, die durch Mitarbeiter besetzt werden können. Oder oftmals hilft es ja einfach auch, durch private Kontakte Informationen zusammenzutragen, wo gegebenenfalls noch freie Stellen sind. 

Jürgen: 
Also, Frau Pierenkemper, wenn ich mal zusammenfasse, würde ich sagen: Das sind ganz positive Aussichten, gerade für kleine und mittlere Unternehmen. Es entwickelt sich in Zukunft so, dass es einfacher wird, ausländische Arbeitskräfte zu finden. Aber es gehört auch dazu, dass wir uns als Unternehmen um diese Arbeitskräfte dann auch kümmern sollten. 

Sarah Pierenkemper: 
Genau. Gerade für internationale Mitarbeiter ist eine engmaschige Begleitung, insbesondere in den ersten Monaten und den ersten Wochen auf dem deutschen Arbeitsmarkt, ein ganz wichtiges Kriterium, um die Integration langfristig und nachhaltig erfolgreich zu gestalten. 

Jürgen: 
Das muss ich sagen, finde ich ein ganz hervorragendes Endstatement, Frau Pierenkemper. Ich bedanke mich für das interessante Gespräch. 

Sarah Pierenkemper: 
Ja, herzlichen Dank. Ich habe mich gefreut, Gast auf dem Sofa zu sein. 

Sarah: 
Sie möchten noch mehr über die Rekrutierung internationaler Fachkräfte erfahren? Dann besuchen Sie unsere Webseite www.kofa.de

Jürgen: 
Und wir geben jetzt noch einmal einen Überblick über die Tipps zum Thema. 

Bildungssysteme unterscheiden sich von Land zu Land. Konzentrieren Sie sich daher bei der Suche eher auf die vorhandenen Fähigkeiten und Fertigkeiten als auf formale Bildungsabschlüsse. 

Seien Sie offen auch für Bewerbungsunterlagen, die auf den ersten Blick nicht den deutschen Standards entsprechen. Bewerbungsstandards unterscheiden sich nun einmal von Land zu Land. 

Informieren Sie sich frühzeitig über die rechtlichen Rahmenbedingungen. 

Bieten Sie Ihren neuen Mitarbeitern Unterstützung an, zum Beispiel bei der Wohnungssuche oder bei Behördenangelegenheiten. Kommunizieren Sie diese Unterstützungsleistungen auch vorab in der Stellenausschreibung. 

Und hören Sie nicht mit der Unterstützung auf, wenn Sie einen Mitarbeiter erfolgreich rekrutiert haben. Eine erfolgreiche Integration in den Betrieb ist entscheidend für seinen oder ihren längerfristigen Verbleib. 

Binden Sie auch mitreisende Partner in den Rekrutierungsprozess mit ein. Wichtig ist, dass sich alle Beteiligten in der neuen Heimat wohlfühlen. 

Sarah: 
Das war es für heute bei KOFA auf dem Sofa. Wir hoffen, es hat Ihnen Spaß gemacht und den einen oder anderen Tipp gebracht. 

Jürgen: 
Seien Sie wieder dabei, wenn wir das nächste Mal Fragen und Empfehlungen zur Fachkräftesicherung diskutieren. Solange finden Sie uns im Netz. 

Sarah: 
Auf www.kofa.de gibt es nicht nur unseren Podcast. In zahlreichen Studien und Handlungsempfehlungen finden Sie wichtige Informationsgrundlagen sowie Praxisbeispiele zum Nachmachen – für den Mittelstand, aus dem Mittelstand. 

Jürgen: 
Bleiben Sie uns gewogen. Bei Fragen, Anregungen und Kritik sind wir unter fachkraefte@iwkoeln.de für Sie erreichbar. 

Sarah: 
Ihnen gefällt KOFA auf dem Sofa? Dann sagen Sie es gerne weiter. 

Jürgen: 
Tschüss. 

Sarah: 
Tschüss. 

Jürgen: 
Wir hören uns. 

Sarah: 
Bis zum nächsten Mal.