
Transkript: Folge 13
KOFA auf dem Sofa: Mehr Inklusion durch Digitalisierung
Jürgen:
KOFA auf dem Sofa, der Podcast des Kompetenzzentrums Fachkräftesicherung. Personalerwissen zum Hören auf dem Sofa, unterwegs, im Büro, wo immer Sie mögen.
Willkommen zu einer neuen Folge von KOFA auf dem Sofa, dem Podcast des Kompetenzzentrums Fachkräftesicherung, kurz KOFA. Wir, das KOFA, sind Ansprechpartner für kleine und mittelständische Unternehmen bei Fragen zur Fachkräftesicherung und Personalarbeit. Mehr dazu finden Sie im Netz unter www.kofa.de.
In unserem Podcast reden wir mit unseren Sofagästen darüber, wie KMU am besten Fachkräfte finden, binden und weiterentwickeln.
Ich bin Jürgen Gehr.
Nicolas:
Und mein Name ist Nicolas Schöneich.
Heute unterhalten wir uns im KOFA-Podcast über die Möglichkeiten und Herausforderungen für die Teilhabe behinderter Menschen in der Arbeitswelt und darüber, wie die Digitalisierung hier vielleicht unterstützen kann.
Wir haben den Arbeitsvisionär Frank Eilers zu seiner Einschätzung befragt. Eilers setzt sich in Vorträgen und Podcasts seit Jahren mit den Entwicklungen der neuen Arbeitswelt auseinander.
Frank:
Seit einigen Jahren beschäftige ich mich mit dem Thema Zukunft der Arbeit. Am Anfang war alles technologisch geprägt. Dann kam irgendwann das Thema Kultur hinzu und hat immer mehr Gewicht bekommen.
Man hat sich die Frage gestellt: Wie gehen wir mit unseren Mitarbeitenden um? Wie arbeiten wir zusammen? Was ist eigentlich Arbeit? Wie definieren wir das?
Das macht man, weil es den klassischen Karriereweg immer seltener gibt. Menschen definieren sich heute anders. Sie nehmen plötzlich Abzweigungen, die vorher nicht vorgesehen waren. Man denkt: „Hups, wo sind die denn jetzt hin?“ Manche erfinden sich sogar mehrfach neu.
Und das wird noch mehr werden. Die Arbeitswelt ist heute sehr stark durch Vielfalt geprägt. Diese Entwicklung hat sich in den letzten Jahren verstärkt und bildet gleichzeitig das Fundament für mehr Teilhabe.
Ich bin fest davon überzeugt – und nehme das auch im Kleinen wahr –, dass wir durch die Digitalisierung immer mehr Inklusion erleben werden. Und wenn wir jetzt noch eine Vision entwickeln, wo wir mit der Künstlichen Intelligenz hinwollen, dann wird das richtig, richtig gut.
Nicolas:
Einhergehend mit der technologischen Entwicklung zeichnet sich also auch eine Kultur der Teilhabe im Berufsleben ab und wird die Arbeitswelt vielfältiger gestalten.
Daneben gibt es in den letzten Jahren eine Entwicklung, die es auch arbeitsrechtlich erforderlich macht, mehr Menschen mit Behinderung zu integrieren. Durch den Einstellungsboom der vergangenen Jahre haben mehr Unternehmen die Schwelle von 20 Mitarbeitenden überschritten, ab der sie gesetzlich verpflichtet sind, Menschen mit Behinderung einzustellen. Damit nimmt automatisch die Zahl der Pflichtarbeitsplätze zu, die zu besetzen sind.
Welche Möglichkeiten gerade kleine und mittlere Unternehmen haben, diese Vorgaben zu erfüllen, vor welchen Hindernissen sie stehen, welche Unterstützung sie nutzen können und wie der Megatrend Digitalisierung dazu beitragen kann, die Situation zu verbessern, darüber wollen wir heute mit unserem Studiogast sprechen.
Mareike Decker ist Expertin für berufliche Teilhabe und Inklusion im Projekt REHADAT und neben vielem anderen auch Spezialistin für technische Hilfsmittel.
Mareike, herzlich willkommen auf dem KOFA-Sofa.
Mareike:
Ja, vielen Dank. Ich freue mich sehr, hier zu sein.
Jürgen:
Ja, Mareike, ich freue mich auch, habe aber direkt eine Frage. REHADAT hört sich zunächst einmal unheimlich technisch an. Was verbirgt sich dahinter eigentlich genau?
Mareike:
REHADAT ist das zentrale Online-Informationsangebot zum Thema berufliche Teilhabe in Deutschland. Das ist ein vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales gefördertes Projekt.
Wir informieren bei REHADAT mit verschiedenen Internetportalen und weiteren Informationsangeboten wie Broschüren oder Apps rund um das Thema Inklusion in Arbeit.
Themen sind zum einen Praxiswissen zur Beschäftigung oder Ausbildung von Menschen mit Behinderung, beispielsweise Fördermöglichkeiten bei der Einstellung oder Beschäftigung von Menschen mit Behinderung. Zum anderen informieren wir über aktuelle rechtliche Entwicklungen, etwa Gesetze oder Gerichtsurteile, beispielsweise bei Fragen zur Kostenübernahme.
Wir zeigen außerdem Best-Practice-Beispiele aus Unternehmen, in denen Arbeitsplätze für Beschäftigte mit Behinderung gestaltet wurden. Diese Beispiele können anderen Unternehmen helfen, eigene Lösungen zu finden und Arbeitsplätze bedarfsgerecht zu gestalten.
Dabei spielen Hilfsmittel und technische Arbeitshilfen häufig eine große Rolle. Deshalb geben wir einen umfassenden Überblick über verfügbare Produkte und technische Lösungen zur Arbeitsgestaltung.
Jürgen:
Was genau ist denn die Zielsetzung des Projekts REHADAT?
Mareike:
Zusammengefasst kann man sagen, dass es unser Auftrag ist, umfassend und vor allem neutral über die Landschaft der beruflichen Teilhabe in Deutschland zu informieren. Unser Ziel ist es also, Transparenz zu schaffen.
Jürgen:
Ich kann bei REHADAT aber keine Hilfsmittel bestellen. Das heißt, Sie sind eine Informationsplattform, auf der man sich informieren kann und Ansprechpartner genannt bekommt. Sie sind kein Onlineshop.
Mareike:
Ganz genau. Wir sind kein Onlineshop und bei uns kann man keine Produkte beziehen.
Wir verweisen dann an Hersteller und Vertreiber oder darauf, dass bestimmte Produkte beispielsweise im Sanitätshaus erhältlich sind. Je nach Produkt unterscheiden sich die Bezugsquellen natürlich.
Jürgen:
Das ist ja schon ein unheimlich breites Themenspektrum. Mich würde interessieren: Welche Anfragen bekommen Sie am häufigsten? Wir haben gerade über technische Hilfsmittel gesprochen. Könnte es sein, dass dieser Bereich besonders häufig nachgefragt wird?
Mareike:
Ja, genau. Das ist tatsächlich der Bereich, der bei uns am häufigsten angefragt wird.
Zum einen geht es um die Produkte selbst, zum anderen um deren Einsatz und die barrierefreie Gestaltung von Arbeitsplätzen.
Jürgen:
Gibt es für Unternehmen eine Art zentralen Ansprechpartner? Also wenn ich jetzt als Unternehmer diesen Podcast höre und entscheide: „Da sollte ich mich einmal näher mit beschäftigen.“
Mareike:
Ja. Bei Fragen rund um die behinderungsgerechte und barrierefreie Gestaltung von Arbeitsplätzen oder Arbeitsumgebungen sowie zum Einsatz technischer Arbeitshilfen und Hilfsmittel beraten beispielsweise die betrieblichen Integrationsteams und verschiedene externe Unterstützungsstellen.
Dazu gehören technische Beratungsdienste, Integrationsfachdienste, Inklusionsämter, die Inklusionsberatungen der Industrie- und Handelskammern oder der Handwerkskammern sowie die Reha-Beratungen der einzelnen Rehabilitationsträger, also etwa der Arbeitsagentur, Rentenversicherung oder Unfallversicherung.
Es gibt also viele Möglichkeiten, sich beraten zu lassen.
Jürgen:
Und diese Ansprechpartner findet man auch bei REHADAT?
Mareike:
Genau, die findet man auch bei uns.
Jürgen:
Was sollte ein Unternehmen denn überhaupt motivieren, Menschen mit Behinderung im Betrieb zu halten oder neu einzustellen?
Mareike:
Ganz einfach: Es sind Fachkräfte.
Die meisten Menschen mit Behinderung sind sehr gut ausgebildet und bringen ein großes Potenzial mit. Der Anteil gut qualifizierter Fachkräfte ist unter arbeitslosen Menschen mit Schwerbehinderung sogar höher als unter arbeitslosen Menschen ohne Behinderung.
Tatsächlich sind Menschen mit Behinderung also häufig sehr gut qualifiziert.
Nicolas:
Wir lesen und hören viele Nachrichten, Spekulationen und auch Horrorszenarien über die Auswirkungen der Digitalisierung auf die Arbeitswelt.
Kommt das bei Ihnen ebenfalls an? Spiegelt sich das in den Themen wider, zu denen sich Menschen informieren wollen? Gibt es auch eine Digitalisierungsskepsis?
Mareike:
Eine Digitalisierungsskepsis nehmen wir eigentlich eher nicht wahr.
Im Gegenteil: Digitalisierung wird überwiegend positiv gesehen und als Chance für Menschen mit Behinderung betrachtet. Das entspricht auch unserer Sichtweise.
Es gibt dazu Befragungen, beispielsweise von Aktion Mensch. Dort wurde deutlich, dass rund 70 Prozent der befragten Menschen mit Behinderung eher Chancen als Risiken in der Digitalisierung sehen.
Nicolas:
Also Chancen für sich persönlich?
Mareike:
Ja, genau.
Nicolas:
Welche Chancen sind das?
Mareike:
Den größten Vorteil sehen viele in der Entwicklung neuer Technologien.
Ebenso wichtig ist für viele, dass körperlich anstrengende Tätigkeiten durch Maschinen oder technische Hilfsmittel übernommen werden können.
Auch die Entstehung neuer Berufsfelder durch die Digitalisierung wird als Chance für mehr Inklusion betrachtet. Hinzu kommen eine bessere Nutzung externen Wissens und weitere positive Entwicklungen.
Jürgen:
Das ist jetzt viel Kopfarbeit, von der Sie sprechen. Wie sieht es denn mit körperlich belastenden Tätigkeiten aus? Können Maschinen dort unterstützen, wenn jemand körperliche Einschränkungen hat?
Mareike:
Auf jeden Fall. Das ist sogar ein sehr wichtiger Aspekt.
Es gibt bereits zahlreiche Beispiele aus Unternehmen, in denen beispielsweise sogenannte kollaborierende Roboter eingesetzt werden. Diese unterstützen etwa bei Überkopfarbeiten und entlasten dadurch die Beschäftigten.
Oder Exoskelette. Das sind gewissermaßen Roboteranzüge, die beim Heben und Tragen schwerer Lasten unterstützen. Dadurch werden Beschäftigte entlastet und das Risiko von Muskel-Skelett-Erkrankungen reduziert.
Nicolas:
Sind das Hilfsmittel, bei denen Unternehmen bereits gezielt das Potenzial für Menschen mit Behinderung erkannt haben? Oder steht eher die Entlastung älterer Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer im Vordergrund?
Diese Technologien werden ja nicht speziell für Menschen mit Behinderung entwickelt, sondern haben eher den Nebeneffekt, dass dadurch Arbeitsplätze entstehen, die vorher vielleicht nicht möglich gewesen wären.
Mareike:
Genau, das kann man so sagen.
Die Systeme werden in der Regel nicht speziell für Menschen mit Behinderung entwickelt. Sie dienen vor allem dazu, Mitarbeitende zu entlasten und gesund zu halten.
Man hat zunächst eher präventiv gedacht. Gleichzeitig eignen sich diese Technologien aber natürlich auch sehr gut für Menschen mit Behinderung.
Jürgen:
Wie ist denn die Akzeptanz in den Unternehmen? Werden diese technischen Hilfsmittel bereits breit genutzt? Oder gibt es Schwierigkeiten, die den Einsatz erschweren?
Mareike:
Ich glaube, viele Unternehmen kennen die Vielfalt der technischen Möglichkeiten gar nicht. Man hat vielleicht schon einmal von einzelnen Produkten gehört, aber was tatsächlich alles möglich ist und wie Arbeitsplätze gestaltet werden können, das ist oft nicht bis ins Detail bekannt.
Hinzu kommt, dass häufig unklar ist, wie die Finanzierung aussieht. Die Förderlandschaft in Deutschland ist sehr komplex. Viele Unternehmen wissen nicht, dass sie finanzielle Zuschüsse oder Förderungen erhalten können, wenn sie Arbeitsplätze mit technischen Hilfsmitteln ausstatten oder anpassen.
Unternehmen können sich dabei beraten lassen. Sie sind in diesem Prozess nicht allein. Es gibt zahlreiche Institutionen, die beraten und bei der Umsetzung begleiten.
Außerdem gibt es vielfältige Fördermöglichkeiten. Wenn neue Arbeitsplätze geschaffen werden, gibt es beispielsweise Zuschüsse für die Arbeitsplatzausstattung, Lohnkostenzuschüsse oder auch die Begleitung durch ein Jobcoaching. Es gibt also viele Möglichkeiten, sich Unterstützung zu holen.
Jürgen:
Grundsätzlich sollte Geld also kein Hindernis sein, wenn es um Inklusion im Betrieb geht.
Mareike:
Nein, ganz genau. Geld sollte auf keinen Fall das Hindernis sein.
Man muss immer individuell schauen, was benötigt wird. Das ist ein sehr großes Themenfeld. Deshalb ist es wichtig, im Einzelfall zu prüfen: Was braucht mein Mitarbeiter oder meine Mitarbeiterin? Welche Beratungsstelle ist dafür die richtige? Wer sind die Expertinnen und Experten, die unterstützen können?
So kann man die passende Unterstützung finden und den Arbeitsplatz entsprechend gestalten.
Nicolas:
Kann das auch dabei helfen, Vorbehalte abzubauen? Es gibt ja nach wie vor viele Unternehmen, die trotz gesetzlicher Verpflichtung lieber die Ausgleichsabgabe zahlen, anstatt Menschen mit Behinderung einzustellen.
Ist das eher eine Folge von fehlender Information oder mangelnder Bereitschaft? Und entstehen durch die Digitalisierung tatsächlich neue, vergleichsweise einfache Möglichkeiten, mehr Menschen mit Behinderung in Unternehmen zu beschäftigen?
Mareike:
Ich glaube tatsächlich, dass fehlende Informationen ein ganz wesentlicher Aspekt sind. Häufig fehlt das Wissen darüber, was alles möglich ist und welche Fördermöglichkeiten bestehen.
Durch die Digitalisierung entstehen auf jeden Fall zusätzliche Möglichkeiten, Arbeitsplätze niedrigschwellig anzupassen. Oft braucht es gar keine große technische Umgestaltung. Häufig reichen kleinere Hilfsmittel oder bestimmte Softwarelösungen aus, um den Arbeitsalltag deutlich zu erleichtern.
Nicolas:
Gibt es dafür Beispiele?
Mareike:
Ein ganz einfaches Beispiel ist die Möglichkeit der Telearbeit beziehungsweise des Homeoffice. Gerade für Menschen mit körperlichen Einschränkungen kann das sehr hilfreich sein.
Wobei ich Homeoffice nicht als Allheilmittel sehe. Es ist eine Möglichkeit, aber nicht die einzige Lösung.
Auch die Flexibilisierung von Arbeitszeiten oder eine flexiblere Pausengestaltung können helfen. Das sind Maßnahmen, die oft gar keine größeren technischen Investitionen erfordern und in vielen Unternehmen ohnehin bereits umgesetzt werden.
Jürgen:
Das sind genau die Themen, die aktuell überall diskutiert werden – Homeoffice, mobiles Arbeiten und flexible Arbeitszeiten. Nur wird dabei häufig gar nicht an Inklusion gedacht.
Mareike:
Ja, genau.
Ein weiterer wichtiger Punkt ist, dass man über den eigentlichen Hilfsmitteleinsatz hinausdenken muss. Die Software im Unternehmen muss beispielsweise ebenfalls barrierefrei sein.
Wenn ein blinder Mitarbeiter oder eine blinde Mitarbeiterin eine Sprachausgabe nutzt, die visuelle Inhalte vorliest, muss diese mit der Unternehmenssoftware kompatibel sein.
Es gibt also immer noch weitere Aspekte zu berücksichtigen.
Und wir haben eben über Homeoffice gesprochen. Auch das ist nicht automatisch die perfekte Lösung. Es kann durchaus ein Exklusionsrisiko bergen, wenn Menschen mit Behinderung nicht mehr direkt in die betrieblichen Abläufe eingebunden sind und weniger soziale Kontakte im Unternehmen haben.
Ich möchte das nicht negativ darstellen, aber es zeigt, dass man immer den gesamten Prozess betrachten muss. Entscheidend ist, individuell zu prüfen, welche Lösung für die jeweilige Person sinnvoll ist.
Jürgen:
Das erfordert vermutlich auch Anpassungen bei den Mitarbeitenden ohne Behinderung.
Die IT-Abteilung muss beispielsweise sicherstellen, dass Software und Hardware bestimmte Voraussetzungen erfüllen. Das technische Hilfsmittel ist ja nicht einfach installiert und damit ist die Sache erledigt.
Mareike:
Genau. Je nachdem, worum es geht.
Es gibt natürlich auch sehr niedrigschwellige Möglichkeiten. Gleichzeitig entstehen durch die Digitalisierung aber auch neue Barrieren.
Ein wichtiger Punkt ist beispielsweise, dass heute sehr viel stärker visualisiert wird und viele Informationen über Bilder vermittelt werden. Für blinde Menschen kann das die Teilhabe erschweren.
Deshalb müssen Inhalte zusätzlich beschrieben oder über Sprachausgaben zugänglich gemacht werden.
Auch höhere Anforderungen an Reaktionsgeschwindigkeit, komplexere Arbeitsprozesse oder steigender Zeitdruck können neue Herausforderungen mit sich bringen.
Nicolas:
Es gibt aber auch die technisch sehr anspruchsvollen Lösungen. Ich habe auf Ihrem Portal gesehen, dass es sogar Augensteuerungen für Computer gibt. Ist das sozusagen das High-End der technischen Möglichkeiten?
Mareike:
Es gibt viele Produkte und Technologien, die berufliche Teilhabe ermöglichen oder erleichtern können.
Dazu gehören beispielsweise Sprachausgaben, Augensteuerungen für Menschen mit motorischen Einschränkungen, Videotelefonie oder Software für ortsunabhängiges Arbeiten.
Interessant ist dabei, dass viele dieser Technologien gar nicht neu sind. Sie existieren bereits seit vielen Jahren.
Im Zusammenhang mit Digitalisierung werden heute jedoch verstärkt Technologien wie kollaborierende Roboter oder Exoskelette diskutiert. Hinzu kommen Apps, Sprachassistenten wie Alexa, Siri oder Cortana und viele weitere digitale Werkzeuge.
Diese Technologien wurden ursprünglich nicht speziell für Menschen mit Behinderung entwickelt, können aber deren Alltag erheblich erleichtern.
Dazu gehören beispielsweise Navigationsdienste wie Google Maps für Dienstreisen oder Kalender- und Erinnerungs-Apps.
Jürgen:
Man betrachtet solche Anwendungen zunächst gar nicht unter dem Aspekt der Inklusion.
Mareike:
Genau.
Oder denken Sie an Assistenzsysteme, die Menschen mit kognitiven Beeinträchtigungen bei bestimmten Arbeitsabläufen unterstützen. Sie führen Schritt für Schritt durch einzelne Prozesse und erleichtern so die Durchführung von Aufgaben.
Auch Datenbrillen oder Anwendungen aus dem Bereich der virtuellen Realität werden häufig im Zusammenhang mit Digitalisierung und Inklusion genannt.
Nicolas:
Bei dieser Vielzahl an Hilfsmitteln und Technologien könnte das langfristig ja auch bedeuten, dass völlig neue Beschäftigungsmöglichkeiten für Menschen mit Behinderung entstehen.
Mareike:
Ja, auf jeden Fall.
Nicolas:
Also nicht nur für Beschäftigte, die bereits im Unternehmen arbeiten und vielleicht durch einen Arbeitsunfall eine Behinderung erworben haben, sondern auch für Menschen, die neu in den Arbeitsmarkt integriert werden können.
Mareike:
Ganz genau.
Dadurch entstehen neue Möglichkeiten und letztlich auch neue Arbeitsplätze.
Jürgen:
Fantastisch. Das klingt nach einer technologischen Vision, die uns allen viel bringen kann.
Mareike, es hat mich sehr gefreut. Vielen Dank für das Gespräch.
Mareike:
Ja, vielen Dank.
Nicolas:
Sie möchten mehr über die Chancen erfahren, die die Digitalisierung für die Inklusion von Menschen mit Behinderung bietet?
Besuchen Sie unsere Website www.kofa.de, wo wir in unserem Dossier „Inklusion gestalten“ viele weitere Tipps zum Thema geben.
Und auf www.rehadat.de finden Betroffene und Interessierte fundierte Informationen zu allen wichtigen Aspekten beruflicher Teilhabe – von Hilfsmitteln über Praxisbeispiele und rechtliche Informationen bis hin zu Kontaktdaten, Literatur, Forschung, Statistik, Werkstätten und Weiterbildung.
Jürgen:
Das war es wieder von uns bei KOFA auf dem Sofa. Wir hoffen, Sie haben gerne zugehört und den einen oder anderen Tipp mitnehmen können.
Nicolas:
Seien Sie auch beim nächsten Mal wieder dabei, wenn wir mit Personalexpertinnen und Personalexperten Fragen und Empfehlungen zur Fachkräftesicherung diskutieren.
Bis dahin finden Sie uns natürlich im Netz.
Auf www.kofa.de finden Sie nicht nur unseren Podcast. In zahlreichen Studien und Handlungsempfehlungen erhalten Sie wichtige Informationsgrundlagen. Praxisbeispiele laden zum Nachmachen ein – für den Mittelstand aus dem Mittelstand.
Jürgen:
Bei Fragen, Anregungen oder Kritik erreichen Sie uns unter fachkraefte@iwkoeln.de.
Nicolas:
Gefällt Ihnen KOFA auf dem Sofa? Dann erzählen Sie es gerne weiter.