Neue Auszubildende finden

Mit aktiver Ansprache zum neuen Lehrling

  • Sprechen Sie junge Leute aktiv an, anstatt passiv auf Bewerbungen zu warten.
  • Präsentieren Sie Ihr Unternehmen möglichst früh in Schulen und laden Sie zum Kennenlernen ein.
  • Suchen Sie auch in anderen Regionen und bieten Sie den jungen Leuten Perspektiven, die diese in ihrer Heimat nicht haben.

Sie erhalten nicht genügend Bewerbungen für Ihre Ausbildungsstellen? Einzelne Ausbildungsplätze bleiben trotz attraktiver Tätigkeitsfelder unbesetzt? Mit einer aktiven Rekrutierungsstrategie können Sie dem Bewerbermangel entgegenwirken. Begeistern Sie junge Leute schon in der Schule für Ihr Unternehmen. Vernetzen Sie sich dafür mit den Schulen in Ihrer Region und bieten Sie Einblick in Ihre Lehrberufe. Wie genau Sie vorgehen können, erfahren Sie in unserer Handlungsempfehlung "Schulkooperationen". Mit einer Schulkooperation bauen Sie ein Netzwerk vor Ort zur Rekrutierung von Auszubildenden auf. Auch junge Menschen aus anderen Regionen können Sie für sich begeistern. Dazu müssen Sie diesen Perspektiven bieten, die sie in ihrer Heimat nicht haben. Überregionale Rekrutierung hilft somit ebenfalls gegen den Azubi-Mangel. Detaillierte Informationen erhalten Sie in unserer Handlungsempfehlung "Überregionale Rekrutierung von Auszubildenden". Im Folgenden erhalten Sie einen schnellen Überblick über beide Strategien, den Sie mit unseren Handlungsempfehlungen vertiefen können. Unsere Checklisten helfen zudem bei der praktischen Umsetzung.

Download Checkliste Schulkooperationen

Download Checkliste Überregionale Rekrutierung

Was sind die Vorteile einer aktiven Ansprache?

  • Höhere Passgenauigkeit und motivierte Bewerber: Durch eine aktive Ansprache erhalten Sie mehr Bewerbungen und können Ihre Ausbildungsstellen passgenauer besetzen. Bewerberinnen und Bewerber, die Sie schon früh für Ihr Unternehmen und Ihre Lehrberufe begeistert haben, kommen zudem mit einer höheren Motivation und Entschlossenheit zu Ihnen.
  • Erhöhen Sie Ihre Sichtbarkeit: Gerade wenn Sie als kleines oder mittleres Unternehmen bislang nicht im Fokus der Öffentlichkeit stehen, können Sie durch eine direkte Ansprache von Jugendlichen innerhalb und außerhalb Ihrer Region punkten: Denn ein persönlicher Eindruck zählt häufig mehr als die große Marke eines Wettbewerbers.
  • Regionale Nachwuchssicherung: Halten Sie den Nachwuchs in der Region und werben Sie junge Leute von außerhalb an, indem Sie diesen früh Perspektiven aufzeigen. Wer sich ein gutes Leben in Ihrer Region vorstellen kann, der bleibt auch gerne bei Ihnen, anstatt z. B. für ein Studium in die nächste Großstadt zu ziehen.

Wie finde ich eine Schule für eine Schulkooperation?

  • Direkte Kontaktaufnahme zu Schulen: Haben Sie noch Kontakt zu den Schulen, die Sie einst selbst besucht haben? Haben Sie Lehrerinnen und Lehrer im Bekanntenkreis? Haben Sie Kinder im Schulalter? Und falls das nicht auf Sie selbst zutrifft, wie sieht es mit Ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern aus? Auch der formlose Plausch am Telefon oder abends in der Kneipe kann ein Türöffner sein.
  • Kontaktaufnahme über Fördervereine: Fördervereine sind an vielen Schulen eine feste Institution. Sie verbinden nicht nur die ehemaligen Schülerinnen und Schüler miteinander, sondern geben auch Unternehmen die Möglichkeit, sich als Sponsor einzubringen und bekannt zu machen. Zugleich können sie eine gute Anlaufstelle sein, um das Interesse an Kooperationen, z. B. in Form von Informationsveranstaltungen, abzufragen.
  • Kontaktaufnahme über Institutionen: Eine förmlichere Möglichkeit, Ihre Angebote bekannt zu machen, ist die Kontaktaufnahme zu übergeordneten Institutionen wie Schulämtern, Lehrerverbänden und -gewerkschaften oder den örtlichen Kammern. Diese Organisationen sind häufig gut über die Situation der einzelnen Schulen in ihrem Zuständigkeitsbereich informiert und können Ihnen dabei behilflich sein, eine interessierte Schule zu finden. Dieses Vorgehen ist vor allem in dicht besiedelten Regionen mit einer großen Auswahl an örtlichen Schulen empfehlenswert. Auch eine Kontaktaufnahme zur Initiative SchuleWirtschaft, die von den örtlichen Unternehmerverbänden getragen wird, kann sich anbieten.
  • Anzeigen und Gastartikel in Schülerzeitungen: Anzeigen in Schülerzeitungen (gegebenenfalls auch Jahrgangs- oder Abschlusszeitungen) eignen sich besonders, um Stellen für Praktikantinnen und Praktikanten anzubieten, da Sie damit die Zielgruppe direkt erreichen. Auch können Sie darüber auf von Ihnen geplante Informationsveranstaltungen in und außerhalb der Schule hinweisen. Ein Vorteil solcher Anzeigen sind die geringen Kosten für die Erstellung und Veröffentlichung. Das Schalten von Anzeigen dient zudem der Finanzierung einer Schülerzeitung und hebt das Engagement Ihres Unternehmens weiter hervor.

Wie gestalte ich eine Schulkooperation?

  • Angebot von Praktika: Sei es ein Pflichtpraktikum, das in vielen Bundesländern Teil des Lehrplans ist, oder freiwillige Praktika: Wenn Sie Schülerinnen und Schüler die Gelegenheit geben, Ihren Betriebsalltag kennenzulernen und sich an der ein oder anderen Stelle auch schon mal selbst einzubringen, können Sie einen positiven ersten Eindruck hinterlassen und geeignete Kandidaten für eine spätere Ausbildung kennenlernen.Zahlreiche Tipps wie Sie Schülerbetriebspraktika individuell und erfolgreich gestalten können, finden Sie in der Sammlung Checklisten für ein erfolgreiches Schülerbetriebspraktikum von der Bundesagentur für Arbeit und SCHULEWIRTSCHAFT.
  • Betriebsbesichtigungen: Eine Gemeinschaft junger Leute einen Tag durch den Betrieb zu führen und diesen die wichtigsten Abteilungen zu zeigen ist eine gute Möglichkeit, Ihr Unternehmen und Ihre Lehrberufe einem größeren Kreis bekannt zu machen. Stehen Sie am Ende für Nachfragen bereit und geben Sie Kontaktmöglichkeiten aus. Auch die jungen Menschen, die kein Interesse an einer Ausbildungsstelle haben, werden den Eindruck an diesem Tage weitererzählen und können zu Ihren Botschaftern werden. Lesen Sie auch unser Praxisbeispiel bei der Veltum GmbH.
  • Berufsorientierungstage: Nehmen Sie an bestehenden Formaten wie den Projektwochen Girls‘ Day oder Boys‘ Day teil, um Ihre Zielgruppe auf eine breitere Basis zu stellen. Sie können auch Ihr eigenes Format ins Leben rufen, um Ihre Ausbildungsberufe den jungen Menschen näherzubringen – gerne auch in Kooperation mit anderen Unternehmen aus der Region. Lesen Sie dazu auch unser Praxisbeispiel der Data One GmbH.
  • Einbindung der eigenen Auszubildenden: Sei es bei der Gestaltung kleiner Unterrichtseinheiten oder auf Informationstagen oder Berufsmessen: Die eigenen Auszubildenden haben häufig schnell einen Draht zu den Jugendlichen vor Ort. Nicht zuletzt, weil sie glaubhaft antworten können wie die Ausbildung im Unternehmen denn tatsächlich aussieht. Zugleich kann ein solches Engagement auch die soziale Kompetenz der Auszubildenden fördern, wenn sie sich frühzeitig in die Rolle des Erklärenden begeben.
  • Schülerfirma: Werden Sie Wirtschaftspate einer Schülerfirma. In der Schule werden Betriebsprozesse simuliert und unternehmerisches Denken geschult. Sie können die Schülerfirmen als Paten begleiten. Vertreterinnen und Vertreter der Schülerfirmen sind häufig auf Juniorenmessen, in der öffentlichen Berichterstattung oder mit eigenen Internetauftritten präsent und können sich positiv auf Ihre Bekanntheit und Ihr Image auswirken. Mehr erfahren Sie beim Programm JUNIOR.

Download Handlungsempfehlung Schulkooperationen

Wie gelingt die Rekrutierung aus anderen Regionen?

  • Erfolgsfaktoren: Bei der überregionalen Rekrutierung von Auszubildenden sind eine gute Regionen- und Zielgruppenanalyse, die individuelle Ansprache und eine fortlaufende Unterstützung der jungen Leute zentral für den Erfolg – am besten durch ein Netzwerk aus verschiedenen Unternehmen und Partnern.
  • Bieten Sie neue Möglichkeiten: In der Heimatregion der Jugendlichen sollte es für Ihre Ausbildungsberufe nicht genügend Lehrstellen geben, damit die jungen Leute einen Grund haben, in die Ferne zu gehen. Wenn in Ihrer Unternehmensregion ein allgemeiner Mangel an Ausbildungsbewerberinnen und -bewerbern herrscht, sollten Sie zudem Partner für die überregionale Rekrutierung finden.
  • Die richtigen Kandidatinnen und Kandidaten: Es gilt, diejenigen Jugendlichen und jungen Erwachsenen zu finden, die wirklich bereit sind, für die Ausbildung umzuziehen. In der Tendenz sind diese meistens volljährig und schon relativ selbstständig. Trotzdem sollten die Eltern immer einbezogen werden. Mittelgute Schülerinnen und Schüler, die Ihre Anforderungen zwar erfüllen, aber wegen Lehrstellenmangel Schwierigkeiten haben, in ihrer Heimat einen Ausbildungsplatz zu finden, sind die beste Zielgruppe. Verlassen Sie sich dennoch nicht bloß auf Schulnoten, sondern testen Sie die für Sie relevanten Kompetenzen.
  • Aktive Ansprache: Junge Leute suchen selten von sich aus in einer anderen Region nach einem Ausbildungsplatz. Deswegen müssen Sie diese gezielt ansprechen. Gehen Sie dafür an Orte, wo Jugendliche sich um Ausbildungsplätze bemühen und werben Sie dort für Ihr Angebot. Ziel ist es, ernsthaft Interessierte zu finden, denen Sie bei einem Ortsbesuch in Ihrer Unternehmensregion Ihr Unternehmen und Ihre Ausbildungsberufe schmackhaft machen können. Wenn sich danach Jemand bei Ihnen ein besseres Leben vorstellen kann, als in seiner Heimat, wird er geneigt sein, die Ausbildung bei Ihnen zu beginnen.
  • Unterstützung in der Fremde: Nach der Entscheidung für die Ausbildung bei Ihnen benötigen junge Leute häufig noch einige Unterstützung, um sich fernab des Vertrauten und der Eltern in der neuen Region einzufinden. Dazu sollten Sie bei Umzug und Wohnungssuche helfen, bei Behördengängen sowie der sozialen Integration. Zudem sollten Sie als Ansprechpartner auch für Themen jenseits der Arbeit zur Verfügung stehen, damit aus dem anfänglichen Heimweh ein neues Heimatgefühl wird.

Detaillierte Informationen finden Sie außerdem in unserem Text Überregionale Rekrutierung von Auszubildenden.

Wie baue ich ein erfolgreiches Netzwerk zur überregionalen Rekrutierung auf?

  • Suchen Sie Partner in Ihrer Region: Wenn es in Ihrer Unternehmensregion nicht genügend Ausbildungsbewerber gibt, betrifft das meist viele Unternehmen. Sprechen Sie diese an und verbünden Sie sich. Häufig sind auch andere Akteure bereit sich einzubringen, z. B. die Kommunen, Arbeitsämter, Kammern oder Wirtschaftsförderungen. Zusammen haben Sie mehr Mittel und Möglichkeiten als alleine und können vielleicht sogar ein eigenes Projektteam zusammenstellen.
  • Suchen Sie Partner in der Ferne: In der Heimatregion der Zielgruppe, die Sie gerne für Ihre Unternehmensregion gewinnen würden, sollten Sie ebenfalls Partner suchen und sich den politischen Rückhalt sichern.
  • Langfristig planen: Betrachten Sie das Vorhaben als eine strategische Investition. Zunächst müssen Sie ein Netzwerk bilden und sich eine Reputation erarbeiten, bevor Sie und Ihre Region langfristig profitieren.
  • Austausch und Reflexion: Tauschen Sie sich mit ähnlichen Projekten und Initiativen aus, die es bereits erfolgreich vorgemacht haben. Reflektieren Sie laufend Ihre Herangehensweise.

Mehr zu diesem Thema auf KOFA.de:

Überregionale Rekrutierung von Auszubildenden

Sie finden keine Auszubildenden? Sprechen Sie potenzielle Bewerber in anderen Regionen an. Wir zeigen, wie es funktionieren kann. mehr

Duale Berufsausbildung

Die gleichzeitige Ausbildung in Betrieb und Berufsschule verbindet Theorie und Praxis. Für Betriebe ist das eine effektive Methode, junge Fachkräfte für sich zu gewinnen. mehr

Berufsvorbereitung im Betrieb

Sie wollen Jugendliche bereits vor der Ausbildung kennenlernen? Das ist möglich mit den Modellen der Berufsausbildungsvorbereitung. mehr

Schulkooperationen im Maschinenbau

Über Schulkooperationen sucht die Albert Koch Maschinen- und Vorrichtungsbau GmbH den Kontakt zu möglichen Auszubildenden. Auch Jugendliche mit Förderbedarf spricht das Unternehmen an. mehr

Ausbildung ist keine Frage der Nationalität

Selbstständige mit Migrationshintergrund beschäftigen in Deutschland weit über zwei Millionen Menschen. Doch vor der dualen Berufsausbildung schrecken viele zurück. Das Juweliergeschäft Savran wurde von KAUSA beraten und bildet jetzt aus. mehr

Auszubildende als Unternehmensbotschafter

Die Auszubildenden der Kopfmann Elektrotechnik GmbH stellen sich selbst ans Lehrerpult, um Jugendlichen ihre Ausbildung näherzubringen. mehr

Fachkräfteengpässe in Unternehmen 2/2014

KOFA-Studie Fachkräfteengpässe in Unternehmen 2/2014: Zahlreichen Unternehmen fällt es schwer, geeignete Auszubildende für ihre vakanten Stellen zu finden. mehr

Fachkräfteengpässe in Unternehmen 3/2015

KOFA-Studie Fachkräfteengpäss ein Unternehmen 3/2015: Der Ausbildungsmarkt für Engpassberufe. Erfahren Sie, wie der Ausbildungsmarkt in Ihrer Region und Ihren Ausbildungsberufen aussieht. mehr

Preisträger ICUnet.AG

ICUnet.AG wurde mit dem Unternehmenspreis für mehr Willkommenskultur ausgezeichnet. mehr

Preisträger InnoGames GmbH

InnoGames GmbH setzt auf Mitarbeiter aus der ganzen Welt und wurde dafür mit dem Unternehmenspreis für seine Willkommenskultur ausgezeichnet. mehr

Preisträger KS ATAG TRIMET Guss GmbH

Die KS ATAG TRIMET Guss GmbH wurde mit dem Unternehmenspreis für Willkommenskultur des BMWi ausgezeichnet und stellt sich in einem kurzen Video vor. mehr

Juni 2015 - Berufsvorbereitung im Betrieb

Thema des Monats: Die Nutzen Sie betriebliche Berufsvorbereitung als Rekrutierungsweg. mehr

Inklusiv ausbilden

Sie suchen einen Partner bei der Ausbildung von Jugendlichen mit Behinderung? – Der Kontakt über ein Berufsbildungswerk ist eine gute Möglichkeit, meint Joachim Trabold. mehr

Feedback geben