Neue Auszubildende finden

Azubi-Suche mit Schulkooperationen, Social Media und überregionaler Rekrutierung

  • Sprechen Sie junge Leute aktiv an, anstatt passiv auf Bewerbungen zu warten.
  • Präsentieren Sie Ihr Unternehmen möglichst früh in Schulen und laden Sie zum Kennenlernen ein.
  • Suchen Sie auch in anderen Regionen und bieten Sie den jungen Leuten Perspektiven, die diese in ihrer Heimat nicht haben.

Was Azubis wollen

Welche Berufswünsche haben Azubis? Wie wichtig sind Betriebsklima und Sicherheit für die Wahl des Ausbildungsbetriebes? Was für Auszubildende ein toller Ausbildungsbetrieb ist und wie wichtig dabei z. B. die Ausbildungsvergütung ist, erfahren Sie in der folgenden Grafikstrecke:

10 Tipps für die Azubi-Suche

Tipp 1: Starten Sie eine Schulkooperation

Egal, ob Sie sich an einer Projektwoche beteiligen oder Schülerinnen und Schüler zu einer Betriebsführung einladen. Eine Schulkooperation kann Nachwuchssorgen von Unternehmen langfristig und nachhaltig mildern. Nehmen Sie Kontakt mit Schulen in Ihrer Nähe auf und prüfen Sie, welche Möglichkeiten es für Kooperationen gibt. Durch eine Schulkooperation kommen Sie frühzeitig mit Jugendlichen in Kontakt und können so für eine Ausbildung in Ihrem Unternehmen werben. Wie Sie eine Schulkooperation angehen, erfahren Sie in unserer Handlungsempfehlung: 

Download Handlungsempfehlung (PDF)

Tipp 2: Informieren Sie sich über Berufsvorbereitungskurse in Ihrer Region

Viele Berufsbildungswerke, aber auch Berufskollegs und allgemeinbildende Schulen, bieten berufsvorbereitende Kurse für Jugendliche an, die eigentlich einen Ausbildungsplatz suchen. Versuchen Sie zu Beginn des neuen Schuljahrs mit den Lehrkräften dieser Kurse in Kontakt zu treten. Vielleicht dürfen Sie als Gast im Unterricht erscheinen und Ihr Unternehmen vorstellen? – Hier haben Sie gute Chancen, ausbildungsinteressierte Jugendliche direkt kennenzulernen.

Tipp 3: Rekrutieren Sie Auszubildende überregional

In Ihrer Region und Ihrer Branche ist der Wettkampf um Nachwuchskräfte besonders groß? – Dann kann es sinnvoll sein, auch überregional Auszubildende zu suchen. Hierfür ist es wichtig, Jugendliche und junge Erwachsene anzusprechen, die bereit sind, für eine Ausbildung umzuziehen. Wie Ihnen dies gelingen kann, erfahren Sie in der Handlungsempfehlung Überregionale Rekrutierung.

Tipp 4: Bitten Sie Ihre Belegschaft bei der Azubi-Suche um Hilfe!

Ist Ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern bewusst, wie dringend der Nachwuchs fehlt? – Nein? Dann ist jetzt der Zeitpunkt über die schleppende Rekrutierung zu sprechen und Ihr Team um Hilfe zu bitten.

  • Fordern Sie Ihre Belegschaft auf, sich aktiv im Freundes- und Bekanntenkreis umzuhören.
  • Formulieren Sie E-Mails und gestalten Sie „Steckbriefe“ zur Azubi-Suche, die von Ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern leicht weitergeleitet oder verteilt werden können.
  • Schreiben Sie eine Belohnung für das Team-Mitglied aus, das zur Beseitigung des Azubi-Mangels beiträgt

Tipp 5: Fragen Sie bei Vereinen nach potenziellen Auszubildenden

Sind bereits alle elf Stammspieler aus der B-Jugend des örtlichen Fußballvereins bei attraktiven Arbeitgebern untergekommen? Und was macht eigentlich die Solo-Sängerin aus dem Kirchenchor nach ihrem Schulabschluss? – Familienunternehmen und KMU sind in Ihrer Region häufig gut vernetzt. Nutzen Sie diese Kontakte und gehen Sie gezielt auf Trainer, Vereinspräsidenten oder Jugendleiter zu.

Tipp 6: Nutzen Sie Facebook, Instagram und Co.

Sie wissen nicht, wie und wo Sie Jugendliche ansprechen sollen – probieren Sie es online. Gerade über die sozialen Medien wie Facebook oder Instagram aber auch über YouTube haben Sie gute Chancen, Jugendliche oder deren Eltern zu erreichen.

Nehmen Sie sich ein Beispiel an der Glaserei Sterz: Der Aufruf bei Facebook brachte dem Handwerksbetrieb viel Öffentlichkeit ein – und sorgte letztlich auch zu einer erfolgreichen Stellen-Besetzung.

Tipp 7: Melden Sie offene Ausbildungsplätze

Es gehört zur Aufgabe der Agentur für Arbeit, Sie bei der Besetzung offener Stellen zu unterstützen. Auch Jugendliche aus der Region melden sich hier, die einen Ausbildungsplatz suchen, so dass Angebot und Nachfrage gematcht werden können.   

Die Jobbörse der Bundesagentur für Arbeit gilt als eine der reichweitenstärksten Rekrutierungsportale in Deutschland. Gute Adressen für eine erfolgreiche Online-Rekrutierung sind auch die Lehrstellenbörse der IHKs oder die Lehrstellenbörse des Handwerks.

Tipp 8: Versuchen Sie, Studienabbrecher zu rekrutieren

Viele Studienabbrecher suchen nach ihrer Uni-Zeit ganz gezielt einen Ausbildungsplatz. Das könnte Ihre Chance sein! Wer die Sommermonate frustriert in der Uni-Bibliothek verbringt, begreift Ihre Stellenanzeige am Schwarzen Brett möglicherweise als Wink des Schicksals.

Wenden Sie sich an das Career Center der nächstgelegenen Universität – oftmals gibt es auch von dieser Seite eine große Bereitschaft, Studienzweifler und Unternehmen passgenau zusammenzuführen.

Tipp 9: Bieten Sie eine betriebliche Einstiegsqualifizierung an

Wenn kein Azubi in Sicht ist, kann eine Einstiegsqualifizierung (EQ) ein guter Weg sein, um Jugendliche mit Startschwierigkeiten an eine Ausbildung in Ihrem Unternehmen heranzuführen.

  • Die EQ steht Jugendlichen offen, die bis zum 1. Oktober keinen Ausbildungsplatz gefunden haben.
  • Sie bietet Unternehmen die Chance, Schulabgänger 6 bis 12 Monate in einem Praktikum kennenzulernen und sie auf eine Ausbildung im eigenen Unternehmen vorzubereiten. Der hohe betriebliche Anteil sichert dabei die Sozialisation in Ihrem Unternehmen.
  • Bei Übernahme kann die Zeit der Einstiegsqualifizierung auf die anschließende Berufsausbildung angerechnet werden.

Ausführliche Informationen zur Einstiegsqualifizierung finden Sie in dem Flyer der Arbeitsagentur.

Tipp 10: Seien Sie als Ausbilderin oder Ausbilder präsent in Tageszeitungen, Funk und Fernsehen

Schalten Sie eine Anzeige in der regionalen Tageszeitung. Diese wird zwar nicht immer von der Zielgruppe gelesen, häufig aber von den Eltern, die sich an der Suche nach einem Ausbildungsplatz beteiligen. Auch lokale Rundfunk- und Fernsehsender bieten kurz vor dem neuen Ausbildungsjahr häufig Aktionen an, in denen Unternehmen offene Ausbildungsplätze bewerben können. Scheuen Sie nicht das Rampenlicht und präsentieren Sie sich selbstbewusst als attraktiver Arbeitgeber. Viele Jugendliche ahnen gar nicht, was kleine und mittlere Unternehmen als Ausbilder zu bieten haben.

Während der Corona-Pandemie waren durch die Kontaktbeschränkungen viele Rekrutierungsaktivitäten nur eingeschränkt möglich. Eine „digitale Alternative“ sind digitale Messen. Das KOFA und SCHULEWIRTSCHAFT haben für Sie 5 Tipps zum Thema „Azubis finden auf digitalen Messen“ zusammengestellt.

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