Azubi-Rekrutierung über Social Media

Ausbildungsmarketing und Social Media für Unternehmen

Azubi-Rekrutierung über soziale Netzwerke

Nutzt Ihr Unternehmen Social Media, um Jugendliche als Auszubildende zu gewinnen? Werben Sie um Auszubildende auf Facebook, Instagram oder YouTube? Tatsächlich sind nur 45 Prozent aller deutschen Betriebe in sozialen Netzwerken vertreten (Statista 2020). Im Bereich des Ausbildungsmarketings gibt es vor allem bei kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) große Unsicherheiten, wie sie die sozialen Netzwerke nutzen können. Das KOFA möchte Ihnen Schritt für Schritt aufzeigen, wie Sie z. B. auf Instagram oder Facebook potenzielle Auszubildende erreichen. 

Schritt 1: Beschäftigen Sie sich mit Ausbildungsmarketing auf Social Media

Die Bundeswehr leidet unter Nachwuchsmangel. Seit mehreren Jahren führt dieser spezielle Arbeitgeber eine der öffentlichkeitswirksamsten Kampagnen zur Nachwuchswerbung in Deutschland durch. Die 2015 eigens produzierte YouTube-Serie „Die Rekruten“ hat pro Folge bis zu 1,8 Millionen Zuschauer erreicht. Auch über Instagram und Facebook erhalten Jugendliche intensiven, in der Öffentlichkeit teilweise kontrovers diskutierten, Einblick in die Ausbildung als Soldat. Hinter der Kampagne stehen ein millionenschweres Budget und ein ganzer Stab an Kommunikationsexperten.

Was lässt sich aus solchen Kampagnen ableiten?

Aus dem Beispiel lässt sich ableiten, wie man potenzielle Auszubildende erreicht:

  • Setzen Sie auf kreative Texte, Bild- und Videoideen, die Jugendliche emotional ansprechen
  • Gewähren Sie authentische Einblicke in den Ausbildungsalltag, ohne die jugendliche Zielgruppe zu langweilen (Außeneinsätze sind immer spannender als Büroalltag)
  • Nutzen Sie die eigenen Auszubildenden als Werbebotschafter für Ihren Betrieb.

Social-Media-Beispiele: Wie Unternehmen für ihre Ausbildungsplätze werben

Bevor Sie Social Media für Ihr Unternehmen nutzen, empfehlen wir Ihnen: Recherchieren Sie, wie sich andere Ausbildungsbetriebe aus Ihrer Branche in den sozialen Netzwerken präsentieren. Können Sie sich vorstellen, einen Ausbildungsplatz ähnlich zu bewerben, wie die Witt-Gruppe in diesem Instagram-Post?

Einen „viralen Hit“ hat die Glaserei Sterz 2018 mit einem Video auf dem eigenen Facebook-Kanal gelandet. Meister-Glaser Sven Sterz lässt lässig eine Glasscheibe zersplittern – und ruft Jugendliche dann auf, sich als Lehrling zu bewerben. Passt so ein Auftritt auch zu Ihrem Unternehmen?

Schritt 2: Gehen Sie in die Analyse: Stärken, Zielgruppen, Ziele

Im Idealfall hat Ihr Unternehmen bereits einen Employer Branding Prozess durchlaufen und kennt die eigenen Stärken als Ausbildungsbetrieb. Andernfalls empfehlen wir: Befragen Sie Ihre aktuellen Azubis. Nur wer seine Stärken kennt, kann diese glaubhaft nach Außen kommunizieren.

Analysieren Sie außerdem Ihre Zielgruppe, also die Jugendlichen, die Sie als potenzielle Azubis gewinnen möchten. Methodisch empfehlen wir Ihnen, mit „Personas“ zu arbeiten: Sie entwerfen auf dem Papier fiktive Personen, die für „typische Nutzergruppen“ stehen: Z. B. Paul, 17 Jahre, Oberstufenschüler, ehemaliger Praktikant. Die Personas helfen Ihnen, sich Ihre Zielgruppe vor Augen zu führen und die Kommunikationsmaßnahmen auf die Bedürfnisse dieser Gruppe abzustimmen. Auf welchem Social Media Kanal ist Ihre Zielgruppe schwerpunktmäßig unterwegs? Diese Information hilft, den richtigen Kanal auszuwählen. Welche Themen interessieren die Zielgruppe? Nur wenn Ihre Inhalte darauf abgestimmt sind, wird Ihr Social-Media-Auftritt erfolgreich sein.

Letztlich sollten Sie klare und messbare Ziele für Ihren Social-Media-Einsatz definieren. So ein Ziel könnte z. B. lauten: Wir möchten die Link-Klicks auf unsere Karriere-Seite um 5 Prozent erhöhen.

Halten Sie die Ergebnisse Ihrer Analysen in einem Social-Media-Konzept fest. Auf diese Weise entstehe Leitlinien für Ihre weitere Arbeit.

Schritt 3: Legen Sie die Ressourcen fest, die das Unternehmen für Social Media bereitstellt

Klären Sie, welche personellen, zeitlichen und finanziellen Ressourcen Ihrem Unternehmen für Social Media zur Verfügung stehen. Ihnen muss klar sein: Nur wer mehrmals in der Woche Content produziert und mit den Usern interagiert, kann in der Social-Media-Kommunikation erfolgreich sein.

Sie möchten eine Social Media Agentur beauftragen? Eine gute Agentur erkennen Sie u. a. daran, dass sie sich intensiv mit Ihrer Unternehmensidentität beschäftigt. Auch für die Steuerung einer Agentur müssen Sie zeitliche Ressourcen einplanen.

Einige Firmen haben bereits gute Erfahrung damit gesammelt, die eigenen Auszubildenden bei der Erstellung von Social-Media-Content einzubinden. Voraussetzungen dafür sind, dass die Jugendlichen eine hohe Affinität im Umgang mit Social Media haben, freiwillig diese Aufgabe übernehmen und nicht allein gelassen werden. Ihr Social-Media-Konzept (siehe Schritt 2) sollte den Auszubildenden erläutert worden sein. Es muss einen Ansprechpartner im Unternehmen geben, der die Auszubildenden anleitet, ihnen Feedback gibt und Verantwortung übernimmt.

Schritt 4: Entscheiden Sie sich als Unternehmen für einen Social-Media-Kanal

WhatsApp, Instagram, YouTube, Snapchat, Facebook, Twitter und TikTok – das sind unter Jugendlichen die beliebtesten Netzwerke. Informationen über Ausbildungsbetriebe suchen die 12- bis 18-Jährigen vor allem über Instagram und Facebook. Entscheiden Sie, ob Ihr Unternehmen Ausbildungsmarketing auf beiden Kanälen betreibt oder sich für einen entscheidet. Für den Hinterkopf: Es ist besser, einen Kanal richtig zu pflegen, als mehrere Kanäle halbherzig. In dieser Tabelle finden Sie einige Informationen zu Instagram und Facebook, die Ihnen möglicherweise bei der Entscheidungsfindung des richtigen Kanals helfen.

InstagramFacebook

70% der 14-15-Jährigen,

73% der 16-18-Jährigen nutzen Instagram

23% der 14-15-Jährigen,

39% der 16-18-Jährigen nutzen Facebook

Ansprechende, hochwertige Bilder und Videos sind die wichtigsten Inhalte dieses Kanals. Kreative Bildideen sind Voraussetzungen, um den Kanal dauerhaft attraktiv zu machen. Die Instagram-Videoanwendung IGTV, durch die längere Videos integriert werden können, nimmt einen immer wichtigeren Stellenwert ein.Facebook verzeiht auch weniger visuell beeindruckende, dafür aber authentische Bilder. Wichtiger als das allgemeine Design des Kanals sind zuverlässige Informationen.

Eigener, hochwertiger Content ist ein Muss. Auf andere Beiträge kann nur durch die Nennung des Accounts („taggen“) hingewiesen werden.

Die „Story-Funktion“ bietet die Möglichkeit, schnell produzierten Content mit der Community zu teilen. Storys bleiben nur 24 Stunden sichtbar.

Beiträge Dritter können auf Facebook einfach geteilt werden. Dadurch erscheint mit wenig Aufwand mehr Content im eigenen Account.
Verlinkungen (z. B. mit der eigenen Karriere-Seite) sind nur über einen Umweg möglich.Verlinkungen (z. B. auf die Karriere-Seite) sind leicht möglich.
Instagram ist „der“ Kanal für Lifetyle-Trends (Mode, Reisen, etc.). User lassen sich von packenden Bildern inspirieren.User nutzen Facebook, um sich mit anderen Usern zu vernetzen und zur Informationsbeschaffung. Veranstaltungsankündigungen spielen eine wichtige Rolle.  

Schritt 5: Erstellen Sie Social-Media-Content für ein erfolgreiches Ausbildungsmarketing

Sie fragen sich, welche Inhalte potenzielle Auszubildende ansprechen? Hier einige Anregungen:

Lassen Sie sich inspirieren, aber finden Sie bei der Content-Erstellung Ihren eigenen Stil! Legen Sie einen Redaktionsplan an, in dem Sie Content-Ideen speichern. Wiederkehrende Formate schaffen auf Social Media übrigens einen Wiedererkennungswert und binden Interessierte an einen Kanal. Mit einem Redaktionsplan stellen Sie sicher, dass Ihnen die Ideen nicht ausgehen. Und dass Sie Ihre Zielgruppe mindestens zwei Mal pro Woche mit einschlägigen Postings erreichen.

Weitere Informationen zu Ausbildungsmarketing und Social Media in Unternehmen:

Mehr zu diesem Thema auf KOFA.de:

Auszubildende

Sie suchen Auszubildende? Wir geben Ihnen zehn Tipps, für die Rekrutierung neuer Azubis. Schulkooperationen, Social Media oder die Unterstützung Ihrer Mitarbeiter. mehr

Überregionale Rekrutierung von Auszubildenden

Sie finden keine Auszubildenden? Sprechen Sie potenzielle Bewerber in anderen Regionen an. Wir zeigen, wie es funktionieren kann. mehr

Duale Berufsausbildung

Die gleichzeitige Ausbildung in Betrieb und Berufsschule verbindet Theorie und Praxis. Für Betriebe ist das eine effektive Methode, junge Fachkräfte für sich zu gewinnen. mehr

Schulkooperationen im Maschinenbau

Über Schulkooperationen sucht die Albert Koch Maschinen- und Vorrichtungsbau GmbH den Kontakt zu möglichen Auszubildenden. Auch Jugendliche mit Förderbedarf spricht das Unternehmen an. mehr

Ausbildung ist keine Frage der Nationalität

Selbstständige mit Migrationshintergrund beschäftigen in Deutschland weit über zwei Millionen Menschen. Doch vor der dualen Berufsausbildung schrecken viele zurück. Das Juweliergeschäft Savran wurde von KAUSA beraten und bildet jetzt aus. mehr

Auszubildende als Unternehmensbotschafter

Die Auszubildenden der Kopfmann Elektrotechnik GmbH stellen sich selbst ans Lehrerpult, um Jugendlichen ihre Ausbildung näherzubringen. mehr

KOFA-Studie 2/2014: Fachkräfteengpässe in Unternehmen

KOFA-Studie Fachkräfteengpässe in Unternehmen 2/2014: Zahlreichen Unternehmen fällt es schwer, geeignete Auszubildende für ihre vakanten Stellen zu finden. mehr

KOFA-Studie 3/2015: Fachkräfteengpässe in Unternehmen

KOFA-Studie Fachkräfteengpäss ein Unternehmen 3/2015: Der Ausbildungsmarkt für Engpassberufe. Erfahren Sie, wie der Ausbildungsmarkt in Ihrer Region und Ihren Ausbildungsberufen aussieht. mehr

Webinar: Was Azubis wollen

Sie suchen Auszubildende? Gezieltes Ausbildungsmarketing und Azubi-Recruiting können helfen. Tipps dazu erfahren Sie in diesem Webinar-Mitschnitt! mehr

Interview zur Integration in den Arbeitsmarkt

Die Zahl der Asylanträge in Deutschland ist im Jahr 2017 deutlich zurückgegangen. Für eine erfolgreiche Integration in Unternehmen müssen die Sprachangebote ausgeweitet und betriebliche Integrationshilfen gestärkt werden. Näheres dazu erklärt Svenja Jambo im Interview bei Phoenix. mehr

Interview: Wie Unternehmen trotz Fachkräftemangel Mitarbeiter finden

Wie finden Unternehmen Personal? –Sibylle Stippler präsentiert im Video-Interview die wichtigsten Ergebnisse der Studie „Wie Unternehmen trotz Fachkräftemangel Mitarbeiter finden“. mehr

Inklusiv ausbilden

Sie suchen einen Partner bei der Ausbildung von Jugendlichen mit Behinderung? – Der Kontakt über ein Berufsbildungswerk ist eine gute Möglichkeit, meint Joachim Trabold. mehr

Februar 2018 Früh übt sich - Mit Juniorfirmen zur Nachwuchssicherung

In diesem Beitrag erfahren Sie, welche Arten von Unternehmensnetzwerken es gibt, wie Sie Mitglied eines Netzwerks werden können und was Sie tun müssen, um davon zu profitieren. mehr

Feedback geben