Thema des Monats: Duales Studium

Neue Ausbildungswege beschreiten: Wie Sie mit einem Dualen Studium Abiturienten als Bewerber finden

Kleine und mittelständische Unternehmen haben es zunehmend schwer gute Bewerber zu finden, damit ihre Lehrstellen keine Leerstellen bleiben. Erschwerend kommt hinzu, dass die berufliche Ausbildung heute weniger angesagt ist. Das heißt, dass die ohnehin immer mehr werdenden Abiturienten zunächst ein Hochschulstudium beginnen, auch wenn fast ein Drittel das Studium dann frühzeitig abbricht - unter anderem, weil ihnen der Praxisbezug fehlt. Mit dualen Studiengängen steigern Sie die Attraktivität Ihres Unternehmens für diese Zielgruppe! Denn, die Grundidee des dualen Studiums ist, eine berufspraktische Aus- oder Weiterbildung im Betrieb mit einem wissenschaftlichen Studium an einer Hochschule zu verknüpfen.

Welche Vorteile bietet das Duale Studium für Ihr Unternehmen?

Sie erhalten hochqualifizierte Nachwuchskräfte, die praxisgerecht ausgebildet und mit den Strukturen und Prozessen in Ihrem Betrieb vertraut sind. Des Weiteren können Sie zukünftige Fachkräfte frühzeitig an Ihr Unternehmen binden und sichern sich somit einen entscheidenden Wettbewerbsvorteil gegenüber anderen Arbeitgebern. Durch die theoretischen Inhalte an der Hochschule öffnet sich Ihnen zudem ein breiteres Aufgabenspektrum für Ihre Fachkraft.

Welche Dualen Studienmodelle gibt es?

Das duale Studium zeichnet sich dadurch aus, dass es an zwei Lernorten stattfindet – der Hochschule und dem Betrieb. Je nachdem wie hoch der Anteil an der Hochschule bzw. dem Betrieb ist unterscheidet man nach drei Formaten:

  • das ausbildungsintegrierende duale Studium, bei dem parallel zum Bachelor ein staatlich anerkannter Berufsabschluss erworben wird und damit der Praxisanteil am höchsten ist,
  • das praxisintegrierende duale Studium, bei dem das Hochschulstudium durch verpflichtende Praktika als fester Bestandteil der Studienleistung ergänzt wird,
  • das berufsintegrierende duale Studium, bei dem ein Voll-oder Teilzeitstudium neben einer fachlich verwandten Berufstätigkeit absolviert wird.

Für welche Berufe eignet sich ein Duales Studium?

Die meisten Angebote für duale Studiengänge finden sich in den Fachrichtungen Ingenieurwesen (600 Studiengänge), Wirtschaftswissenschaften (540 Studiengänge) und Informatik (193 Studiengänge). Wie eine aktuelle Auswertung für das Handwerk zeigt, lassen sich ausbildungsintegrierende duale Studiengänge jedoch auch mit Berufen verbinden, die im Handwerk stark nachgefragt werden. Die Abbildung zeigt die Anzahl der ausbildungsintegrierenden Studiengänge, für die jeweiligen Ausbildungsberufe. Dunkel eingefärbte Balken zeigen an, dass es sich bei dem Beruf um einen der Top-10 Ausbildungsberufe im Handwerk handelt. Demnach gibt es beispielsweise 26 duale Studiengänge bundesweit, die sich mit einer Ausbildung zum Zimmerer bzw. zur Zimmerin in Form eines ausbildungsintegrierenden dualen Studiums verknüpfen lassen.

In 5 Schritten zum dualen Studium

  1. Für welche Qualifikationen wollen Sie das duale Studium nutzen? Wie ist Ihr langfristiger Bedarf? Im Handwerk kann das duale Studium beispielsweise genutzt werden, um die Unternehmensnachfolge zu sichern. Studiengänge wie beispielsweise „Betriebswirtschaft KMU“ der Berufsakademie Hamburg vermitteln dabei begleitend zur handwerklichen oder gewerblichen Ausbildung Themen wie z.B. Marketing, Unternehmensführung und Controlling.
  2. Wie finde ich einen Kooperationspartner? Welche Hochschulen in Ihrer Region für welches Studium in Frage kommt, finden Sie in der Datenbank AusbildungPlus.
  3. Haben Sie einen geeigneten Kooperationspartner gefunden? Dann schließen Sie einen Kooperationsvertrag ab. Dieser regelt beispielsweise das Studien- und Zeitmodell, die Inhalte und die Organisation des dualen Studiums.
  4. Wie finden Sie den passenden Bewerber? Ein Vorteil des dualen Studiums ist das hohe Interesse bei Absolventinnen und Absolventen. Zudem wird Ihr Unternehmen in der Referenzliste des Kooperationspartners aufgeführt. Dennoch sollten Sie auch selbst auf sich Aufmerksam machen. Unsere Handlungsempfehlungen zu Rekrutierungsverfahren, Online-Rekrutierung, und viele mehr helfen Ihnen dabei.
  5. Den richtigen Bewerber bzw. die richtige Bewerberin gefunden – und dann? Dann schließen Sie einen Ausbildungsvertrag ab und schon kann es losgehen. In jedem Fall lohnt es sich, Ihren dualen Studenten nach Möglichkeit zu unterstützen, damit er hinterher auch gerne bei Ihnen bleibt.

Wo erhalte ich weitere Informationen?

Weitere Informationen dazu, wie Sie beim dualen Studium vorgehen, finden Sie in der KOFA-Handlungsempfehlung Duales Studium.
Was Unternehmen darüber hinaus tun können, um Abiturienten für Ihr Unternehmen zu gewinnen, lesen Sie in der aktuellen KOFA-Studie „Ausbildung oder Studium? Abiturienten als Auszubildende gewinnen.

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