Internationale Fachkräfte erfolgreich rekrutieren und integrieren

  • Ein Blick ins Ausland erweitert Ihren potenziellen Bewerberkreis und erhöht Ihre Chancen einen passenden Kandidaten zu finden. 
  • Klären Sie vorab die rechtlichen Rahmenbedingungen einer Beschäftigung. Das Fachkräfteeinwanderungsgesetz verbessert die Zuwanderungsmöglichkeiten für Fachkräfte aus Staaten außerhalb der EU (Drittstaaten). Der neue Leitfaden "Möglichkeiten der Fachkräfteeinwanderung - Was Arbeitgeber wissen müssen" erklärt kompakt alle rechtlichen Bestimmungen zur Beschäftigung von Fachkräften aus Drittstaaten.
  • Sie sind unsicher bezüglich der Qualifikation eines Bewerbers? – Das Informationsportal für ausländische Berufsqualifikationen hilft Ihnen bei der Bewertung der Unterlagen.

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Internationale Fachkräfte einstellen – Warum eigentlich?

Gerade kleine und mittlere Unternehmen (KMU) haben immer größere Schwierigkeiten bei der Stellenbesetzung. Dies ist vor allem dann problematisch, wenn Ihre Auftragsbücher gut gefüllt sind. Fachkräfte aus dem Ausland helfen dabei, den Kreis potenzieller Bewerberinnen und Bewerber zu vergrößern.

Auch wenn die Rekrutierung ausländischer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter oftmals mit einem höheren Aufwand verbunden ist, profitieren Sie auf vielfältige Weise.

  • Sie können Stellen besetzen, die sonst vakant bleiben.
  • Die Arbeit in internationalen Teams eröffnet neue Perspektiven und Denkweisen.
  • Internationale Fachkräfte helfen Ihnen bei der Erschließung und Gestaltung internationaler Märkte.
  •  Sie zeigen sich weltoffen und verbessern Ihr Unternehmensimage.

Erfolgreiche Rekrutierung

Im Kern unterscheidet sich die Rekrutierung im Ausland nicht besonders von der im Inland. Allerdings gibt es insbesondere Unterschiede bei der Verbreitung Ihres Stellenangebotes sowie bei der Bewertung der Bewerbungsunterlagen oder des Verhaltens im Bewerbungsgespräch. Je nach Herkunftsland benötigt Ihre internationale Fachkraft für Deutschland einen Aufenthaltstitel, d.h. eine Berechtigung in Deutschland zu leben und zu arbeiten. Auch kann bereits zur Einreise für ein Bewerbungsgespräch, je nach Herkunftsland, ein Visum benötigt werden.

Eine ausführliche Beschreibung des Vorgehens finden Sie in der Handlungsempfehlung „Internationale Fachkräfte erfolgreich rekrutieren und integrieren".

Rechtliche Rahmenbedingungen klären

Informieren Sie sich frühzeitig, welche rechtliche Rahmenbedingungen Sie erfüllen müssen, damit Ihre Bewerberin oder Ihr Bewerber in Deutschland beschäftigt werden darf.

Der neue Leitfaden „Möglichkeiten der Fachkräfteeinwanderung - Was Arbeitgeber wissen müssen“ von „Make it in Germany“ erklärt kompakt alle rechtlichen Bestimmungen zur Beschäftigung von Fachkräften aus Drittstaaten.

Grafikstrecke: Internationale Fachkräfte

Wie entwickelt sich die Zuwanderung in Deutschland? Was ist das Erfolgsmodell "Blaue Karte EU"? Welche beruflichen Bildungsabschlüsse bringen Zugezogene mit und was ist die größte Ausländergruppe in Deutschland? Dies und mehr erfahren Sie in der Grafikstrecke "Internationale Fachkräfte". 

Bewerbungsverfahren gestalten

Bei der Rekrutierung aus dem Ausland kann es vorkommen, dass Ihnen Kandidatinnen und Kandidaten mit Qualifikationen begegnen, die nicht unmittelbar mit deutschen Abschlüssen vergleichbar sind. Ihr Stellenprofil sollte daher nicht Abschlüsse, sondern Fähigkeiten und Fertigkeiten benennen, die für die Tätigkeit erforderlich sind. Dies können zum Beispiel Erfahrungen im Umgang mit bestimmten Werkzeugen oder Produktionsverfahren sein.

Seien Sie offen, wenn die eingereichten Unterlagen nicht den deutschen Bewerbungsstandards entsprechen. Achten Sie statt auf rein formale Qualifikationen lieber auf Kompetenzen und Erfahrungen Ihrer Bewerberinnen und Bewerber.

Stellenanzeigen erstellen

Um Ihre Attraktivität als Arbeitgeber zu unterstreichen, empfiehlt es sich, vorhandene Integrations- und Unterstützungsangebote in der Stellenausschreibung zu thematisieren.  Benennen Sie hierzu konkrete Angebote in der Stellenausschreibung, wie beispielsweise Hilfe bei der Wohnungssuche oder eine Unterstützung beim Spracherwerb.

Die gängigen Bewerbungs- und Rekrutierungswege können von Land zu Land sehr unterschiedlich sein. Informieren Sie sich daher über die Suchwege ihrer Zielgruppe. Zudem können Sie auf bestehende Netzwerke Ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zurückgreifen, die sie beispielsweise aufgrund eines Migrationshintergrundes oder im Rahmen eines Auslandsaufenthaltes aufgebaut haben.

Unterstützung bei der Rekrutierung 

Bei der Rekrutierung internationaler Fachkräfte sollten Sie frühzeitig den Kontakt zu Ihrer örtlichen Agentur für Arbeit suchen und sich nach konkreten Unterstützungsmöglichkeiten erkundigen. Hierzu gehört auch das von der europäischen Kommission koordinierte EURES-Portal zur beruflichen Mobilität. Dieses bietet kostenlose Informations-, Beratungs- und Vermittlungsdienstleistungen für die Beschäftigung von internationalen Fachkräften an.

Bewerbungs- und Einstellungsverfahren gestalten

Bewerbungsunterlagen unterscheiden sich von Land zu Land teilweise erheblich, seien Sie offen für Unterlagen, die nicht den deutschen Standards entsprechen. Schätzen Sie Ihre Bewerberin oder Ihren Bewerber nicht nur anhand der formalen Qualifikationen und Zeugnisse ein, sondern ziehen Sie Lebens- und Berufserfahrung mit ein. Auch interkulturelle Kompetenzen und vorhandene Sprachkenntnisse sind ein nicht zu unterschätzender Mehrwert für Unternehmen.

Aufgrund der teilweise großen Entfernung empfiehlt es sich, das Bewerbungsgespräch über das Telefon oder das Internet, am besten als Videokonferenz, zu führen. Klären Sie vor dem Gespräch, in welcher Sprache das Gespräch ablaufen wird und sorgen Sie dafür, dass auf beiden Seiten genügend Sprachkenntnisse vorhanden sind. Es kann sinnvoll sein eine Person mir entsprechenden Sprachkenntnissen einzubeziehen. Möchten Sie den Kandidaten oder die Kandidatin persönlich vor Ort kennenlernen, klären Sie frühzeitig, ob hierfür ein Einreisevisum notwendig ist und wer die Kosten hierfür übernimmt.

Erfolgreiche Integration

Nur wenn Ihre neu eingestellte Fachkraft gut in Ihr Unternehmen integriert ist, wird sie auch lange in Deutschland und in Ihrem Unternehmen bleiben. Kündigungen und der Wunsch, wieder in die alte Heimat zurückzukehren, sind oftmals auf eine mangelnde Integration zurückzuführen.

Einstieg erleichtern

In den ersten Tagen treten insbesondere bei Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern aus dem Ausland viele Fragen auf. Erleichtern Sie den Einstieg, indem Sie alle wichtigen Informationen in Form einer Willkommensmappe zusammenstellen. Ein persönlicher Ansprechpartner oder eine persönliche Ansprechpartnerin hilft zudem dabei aufkommende Fragen und Unsicherheiten schnell zu klären und eventuelle kulturelle Stolpersteine besser zu überwinden.

Alltag unterstützen

Damit sich Ihre Mitarbeiterin oder Ihr Mitarbeiter in der neuen Heimat wohl fühlt, müssen auch die Lebensbedingungen außerhalb des Unternehmens stimmen. Die Einbindung in den Alltag ist ein wesentlicher Schritt zu einer nachhaltigen Integration. Gibt es eine Betriebssportgruppe oder treffen sich die Kollegen und Kolleginnen nach der Arbeit regelmäßig zum Sport? Binden Sie Ihre neue Fachkraft hier mit ein.

Insbesondere das Wohnumfeld hat einen großen Einfluss darauf, ob man sich in der neuen Umgebung wohl fühlt. Die Suche nach Wohnraum stellt für Personen aus dem Ausland allerdings oftmals eine Herausforderung dar. Unterstützen Sie daher bei der Suche nach passendem Wohnraum.

Ein vollständiges Ankommen kann nur gelingen, wenn sich mitziehende Familienangehörige ebenfalls wohl in der neuen Heimat fühlen. Ziehen Sie daher auch die Familie Ihrer neuen Fachkraft in Ihre Integrationsbemühungen mit ein. Das kann die Unterstützung bei der Suche nach Schul- oder Kindergartenplätzen beinhalten oder die Hilfe bei der Arbeitssuche mitziehender Partner.   

Belegschaft mitdenken

Der Geschäftsführung und den Führungskräften kommt bei der Integration als Multiplikatoren und Vorbildern eine Schlüsselrolle zu, der sie sich bewusst sein und mit der sie verantwortungsvoll umgehen müssen. Daher ist es wichtig, Führungskräfte für einen verantwortungsvollen Umgang mit Vielfalt zu sensibilisieren. Dies kann beispielsweise in Form von interkulturellen Trainings erfolgen.

Die Beschäftigung von Menschen aus fremden Kulturen kann aber auch zu Vorbehalten und Ängsten innerhalb Ihrer Belegschaft führen. Eine gute Vorbereitung und das Bereitstellen von Informationen über den kulturellen Hintergrund der neuen Mitarbeiterin oder des neuen Mitarbeiters helfen dabei, mögliche Vorurteile erfolgreich zu überwinden. Fördern Sie zudem den kulturellen Austausch Ihrer Mitarbeitenden untereinander. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die sich in Netzwerken organisieren, können so auf das Wissen der Kolleginnen und Kollegen besser zurückgreifen. Das erleichtert eine schnelle Einarbeitung und eine gelingende Integration Ihrer internationalen Mitarbeitenden und fördert gleichzeitig den Aufbau sozialer Kontakte.

Einen Überblick, was Sie bei dem Bewerbungsprozess internationaler Fachkräfte sowie bei der Integration in den Betrieb beachten müssen, erhalten Sie in unseren Checklisten:

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