E-Learning-Methoden – Ein Überblick

Lernvideos, Webinare, Podcasts & Co.

E-Learning in der betrieblichen Weiterbildung kann viele Formen annehmen. Jede Online-Lernmethode hat ihre Vor- und Nachteile. Dies hängt auch damit zusammen, welche Lernziele verfolgt werden und wie die betrieblichen Rahmenbedingungen sind. Im Folgenden stellen wir Ihnen die bekanntesten E-Learning-Methoden vor und zeigen mögliche Einsatzbereiche auf. Zudem können Sie sich Steckbriefe zu den einzelnen E-Learning-Methoden herunterladen, auf denen die wichtigsten Informationen sowie Beispiele für den betrieblichen Einsatz zusammengefasst sind.  

Falls Sie sich zunächst einen grundsätzlichen Überblick über betriebliche Weiterbildung und zusätzliche Informationen zu klassischen Lernformaten wünschen, nutzen Sie die KOFA-Handlungsempfehlung „Betriebliche Weiterbildung“. Weitere Informationen zum Thema E-Learning in der betrieblichen Aus- und Weiterbildung finden Sie in der KOFA-Handlungsempfehlung „E-Learning Lernen mit digitalen Medien im Betrieb“.

1. E-Learning-Methode: Lernvideos

Jedes Video mit dem Ziel, Lerninhalte an die Zuschauer zu vermitteln, ist ein Lernvideo. Dabei gibt es verschiedene Formen von Lernvideos. Die drei bekanntesten Lernvideo-Arten stellen wir Ihnen hier vor: 

  • Tutorials sind quasi verfilmte Gebrauchsanleitungen und erklären den Lernenden beispielsweise die Funktionsweise eines Produktes oder einer Software.
  • Erklärvideos sind kurze Videos (sie dauern in der Regel nicht länger als fünf Minuten), die einen komplexen Sachverhalt mit Hilfe von Zeichnungen oder Grafiken einfach darstellen.  
  • Auch Video-Interviews mit Fachexpertinnen und -experten können dem Lernen dienen und zählen damit zu den Lernvideos.  

Lernvideos sind gut dazu geeignet, theoretische Inhalte zu vermitteln oder Beispiele lebhaft darzustellen. Dabei können die Lernenden durch Vor- und Zurückspulen ihr eigenes Lerntempo bestimmen. Beim Einsatz von Lernvideos sollten Lehrende darauf achten, diese nicht zu lang zu gestalten, da die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter durch die geringe Interaktivität der E-Learning-Methode sonst unkonzentriert werden können. Wichtig ist auch, dass die Lernenden eine Ansprechpartnerin oder einen Ansprechpartner haben, falls Fragen zum Lernstoff aufkommen.

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2. E-Learning-Methode: Webinare

Was ist ein Webinar? Das Wort Webinar ist eine Verbindung der Worte World Wide Web und Seminar. Bei Webinaren handelt es sich also um Online-Seminare. In diesen hält eine Lehrperson meist einen Vortrag. Währenddessen oder im Anschluss haben die Teilnehmerinnen und Teilnehmer die Möglichkeit, Fragen zu stellen und über den Lernstoff zu diskutieren. Die Kommunikation findet entweder per Mikrofon oder Chat statt. Dadurch, dass die Webinare „live“ sind, ist ein direkter Austausch möglich, was ein großer Vorteil dieser E-Learning-Methode ist. Webinare finden an einem festgelegten Termin statt. In der Regel ist eine Anmeldung der Teilnehmenden notwendig, sodass die zeitliche Flexibilität bei dieser Lernform begrenzt ist. Häufig werden den Lernenden im Nachgang aber Aufzeichnungen des Webinars zur Verfügung gestellt. 

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3. E-Learning-Methode: Podcasts

Ein Podcast ist ein Audio- oder Videobeitrag, der über das Internet angesehen bzw. angehört und auch abonniert werden kann. Ein Podcast hat häufig ein übergeordnetes Thema, wobei es nicht nur Sach-, sondern auch Unterhaltungspodcasts gibt. In einem Podcast können beispielsweise die aktuellen Entwicklungen in der Finanzbranche diskutiert werden, wohingegen ein anderer Podcast sich mit der Vorstellung verschiedener Landmaschinen beschäftigt. Zum Abonnement von Podcasts benötigt man einen sogenannten Podcatcher, eine meist kostenlose Software, über die die Podcast-Folgen abgerufen werden können. Man kann sich die meisten Podcasts aber auch einfach über den Browser direkt im Internet anhören. Im Gegensatz zu einem Radio- oder Fernsehbeitrag gibt es hierbei keine festen Sendezeiten. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter können Podcasts flexibel anhören. Viele Podcasts sind kostenlos.

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4. E-Learning-Methode: Digitale Trainings

Computer Based Trainings
Computer Based Trainings (CBT) sind digitale Lernprogramme, die ohne das Internet funktionieren. Die Trainings werden über ein Speichermedium (CD, USB-Stick) distribuiert oder können aus dem Internet heruntergeladen werden. CBTs sind häufig multimedial gestaltet und enthalten Videos, Bilder und Audioelemente. Ein Kontakt zwischen den Lernenden und den Lehrenden ist nicht möglich. Dafür bietet diese digitale Lernmethode eine hohe zeitliche Flexibilität und eine starke Selbstbestimmung der Lernenden. Diese können bestimmen, wann, wo und in welchem Tempo sie sich den Lernstoff aneignen. Diese Form der digitalen Trainings tritt in den letzten Jahren seltener auf und wird von den Web Based Trainings abgelöst. 

Web Based Trainings
Unter Web Based Trainings (WBT) versteht man alle Trainings, die über das Internet oder Intranet bereitgestellt werden. Deshalb werden WBTs auch häufig Online-Trainings genannt. Auch bei dieser Trainingsform werden meist verschiedene Medien zur Vermittlung des Lernstoffes eingesetzt. Im Gegensatz zum Computer Based Training ist es bei diesen Online-Trainings prinzipiell möglich, dass die Lernenden untereinander oder mit den Lehrenden kommunizieren. Dadurch, dass die Trainings internet-basiert sind, können die Trainingsinhalte zudem leicht und schnell aktualisiert werden.

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5. E-Learning-Methode: MOOCs

MOOCs steht für Massive Open Online Courses. Ein klassischer MOOC ist also ein kostenloser und offener Online-Kurs. MOOCs finden sich im Internet auf verschiedenen MOOC-Plattformen. Es gibt MOOCs, die jederzeit begonnen werden können, und MOOCs mit festen Startdatum. Die meisten MOOCs erstrecken sich über mehrere Wochen. Die Teilnehmenden hören in dieser Zeit Online-Vorträge, tauschen sich mit anderen Lernenden aus, bearbeiten Aufgaben und absolvieren Tests. Der Lernaufwand pro Woche variiert hierbei zwischen den einzelnen MOOCs stark und kann zwischen einer bis zehn Stunden betragen. Diese Zeit können Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aber frei einteilen, was neben der tiefen Behandlung eines Themas ein großer Vorteil von MOOCs ist.  

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6. E-Learning-Methode: Digitale Wissensabfragen

Genau wie bei analogen Lernformaten ist es auch beim E-Learning für den Lernprozess nützlich, wenn die Lernenden ihren bisherigen Wissensstand prüfen können. Bei digitalen Wissensabfragen sind dabei Aufgaben im Multiple-Choice-Stil, Lückentexte oder auch Fragen und Aufgaben mit freien Antwortalternativen möglich. In den meisten Computer oder Web Based Trainings sind solche Wissensabfragen schon automatisch integriert. Wissensabfragen können dabei spielerisch in Form von Online-Quiz erfolgen oder auch formell als „richtige“ Prüfung. Letzteres ist insbesondere für digitale Weiterbildungsformate relevant, die mit einem Zertifikat abgeschlossen werden können. 

Download Steckbrief "Digitale Wissensabfragen"

Tipp: Falls Sie E-Learning gerne in Ihrem Betrieb einsetzen würden, aber nicht wissen, wie Sie gute E-Learning-Angebote finden können, lesen Sie unsere Artikel „Der Weg zum passenden E-Learning-Angebot" und „Woran erkennt man ein gutes E-Learning-Format?"

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