
Transkript: Folge 34
KOFA auf dem Sofa: In Deutschland angekommen – und dann? Gast: Annette Widmann-Mauz
Jens:
KOFA auf dem Sofa – der Podcast mit Sibylle Stippler und Jens Breuer.
Ein herzliches Willkommen zu KOFA auf dem Sofa, Folge Nummer 34.
Sibylle:
Hi Jens und schön, dass Sie da sind.
Jens:
Am Sonntag ist Weltflüchtlingstag mit einem kleinen Jubiläum. Den gibt es dieses Jahr nämlich schon zum 20. Mal. Ins Leben gerufen wurde er übrigens vom UN-Flüchtlingskommissariat, also vom UNHCR. Und was würde da besser passen, als nach 20 Jahren einfach mal zu sehen, wie erfolgreich sie denn eigentlich wirklich war, diese Integration von Geflüchteten in die Gesellschaft und in deutsche Unternehmen?
Bei uns ist Annette Widmann-Mauz. Sie ist Beauftragte der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration. Hallo und herzlich willkommen.
Annette:
Ich grüße Sie, freue mich sehr.
Jens:
Frau Widmann-Mauz, Sie sind seit etwas mehr als drei Jahren die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung. Die Legislaturperiode, das wissen wir alle, ist jetzt demnächst irgendwann vorbei. Wollen Sie vielleicht trotzdem schon ein bisschen Bilanz ziehen? Was hatten Sie sich vor Ihrer Amtszeit vor dreieinhalb Jahren vorgenommen und wo stehen wir heute?
Annette:
Ich wollte, dass wir von Anfang an viel stärker auf Integration setzen. Für alle im Land, aber auch für die Eingewanderten oder Flüchtlinge. Und zwar mit bester frühkindlicher Bildung. Also Deutsch lernen für alle, nicht nur in der Schule, sondern auch an außerschulischen Bildungsstätten und für Menschen, die im Berufsleben stehen oder eine Ausbildung machen. Vor allen Dingen aber mit guten Wegen in Ausbildung und Arbeitsmarkt.
Das erste und wichtigste Ziel muss doch sein, dass Menschen in unserem Land ein selbstbestimmtes Leben führen können, dass sie auf eigenen Beinen stehen. Das sorgt am Ende auch für ein gutes Zusammenleben in unserem Land. Ich denke, dass uns das durchaus gut gelungen ist, diesen Ansatz – also Integration von Anfang an – in der Gesellschaft und auch in der Politik zu verankern.
Wir konnten dabei durchaus auch von kleinen und mittleren Unternehmen lernen. Denn auch dort geht es darum, in Mitarbeitende und ihre Fähigkeiten zu investieren. Das soll sich auszahlen. Und genauso ist es bei der Integration. Es geht darum, dass jeder seine Fähigkeiten entwickeln und einbringen kann.
Für jeden Einzelnen ist das enorm wichtig, auch im Hinblick auf die persönliche Selbstverwirklichung. Aber es ist ebenso für unsere Wirtschaft und die Unternehmen wichtig. Denn wir wissen: Der demografische Wandel erfordert, dass wir mehr Fachkräfte in unserem Land mobilisieren. Die Potenziale im Land selbst, aber auch im Rahmen der Fachkräfteeinwanderung.
Dass die Zuwanderung während der Pandemie etwas zurückgegangen ist, ist kein Befund für die Zukunft. Schon jetzt spüren wir mit den Öffnungen, dass die Zahl der unbesetzten Stellen wieder ansteigt. Diese Investition lohnt sich, aber wir müssen sie auch tätigen.
Sibylle:
Wow, Sie haben jetzt schon ganz viele wichtige Aspekte angesprochen. Man kann ja sagen, dass wir in Deutschland einen Wandel durchmachen. Wenn man sich an die Asylpolitik der 1990er Jahre erinnert, ging es eher darum, Geflüchtete möglichst lange vom Bildungssystem und Arbeitsmarkt fernzuhalten.
Da ist uns, glaube ich, ein Wandel gelungen. Zumindest, wenn wir auf die Zahlen schauen. In unserer KOFA-Studie „Kulturelle Vielfalt in Unternehmen“ vom letzten Jahr sehen wir, dass inzwischen jedes zweite deutsche Unternehmen Menschen mit Migrationshintergrund beschäftigt. Und auch die kleinen Unternehmen sind dabei ganz vorne.
Wenn man die Betriebe fragt, warum sie das tun, stehen Antworten wie gesellschaftliche Verantwortung übernehmen, sich als attraktiver Arbeitgeber positionieren und natürlich auch dem Fachkräftemangel begegnen ganz oben auf der Liste.
Wenn Sie auf die vergangenen drei Jahre zurückblicken: Worauf sind Sie besonders stolz?
Annette:
Richtig stolz bin ich auf den Nationalen Aktionsplan Integration der Bundesregierung. Mit diesem Instrument sind wir die Integrationspolitik strategischer und systematischer angegangen.
Was den Nationalen Aktionsplan auszeichnet, ist, dass die gesamte Integrationsexpertise unseres Landes in die Entwicklung von Maßnahmen und Kernvorhaben eingebunden wurde. Das ist eigentlich ein echtes Alleinstellungsmerkmal. Politik wird dabei nicht nur von Bundesregierung, Bundestag, Ländern und Kommunen gestaltet. Auch Migrantenorganisationen, die Zivilgesellschaft, die Wirtschaft und Gewerkschaften sitzen mit am Tisch und entwickeln die Maßnahmen gemeinsam.
So können wir Integration vom ersten Tag an systematisch gestalten. Und wir haben dabei nicht nur Geflüchtete im Blick, sondern Menschen mit Einwanderungsgeschichte über ihren gesamten Integrationsprozess hinweg.
Dieser Prozess beginnt nicht erst mit der Ankunft in Deutschland, sondern bereits bei der Entscheidung, sich auf den Weg zu machen. Deshalb haben wir Integrationsangebote auch schon in den Herkunftsländern etabliert.
Natürlich geht es anschließend auch um Fragen wie: Wie können wir Vielfalt in Unternehmen fördern? Wie bringen wir Diversität in all ihren Facetten voran?
Und wenn ich noch einen zweiten Punkt nennen darf: Ich bin auch für Flüchtlinge und Migration zuständig. Ich glaube, wir haben bei allen Verbesserungen in der Ordnung und Steuerung von Migration gleichzeitig unsere humanitäre Verantwortung wahrgenommen.
Gerade in den letzten Monaten haben wir vielen Menschen geholfen, insbesondere Familien und kranken Personen, von Griechenland nach Deutschland zu kommen. Wir haben besonders schutzbedürftige Flüchtlinge aufgenommen und zeigen unser Engagement auch über das Asylrecht hinaus, etwa durch Resettlement-Maßnahmen.
Wir bringen uns ein. Aber wir wissen auch, dass es eine europäische Gesamtstrategie und Lösung braucht. Wir sind noch nicht dort, wo wir hinwollen, aber wir haben viel erreicht.
Sibylle:
Ich durfte auch am Nationalen Aktionsplan Integration mitarbeiten und kann nur sagen: Ich habe dort viele engagierte Menschen kennengelernt. Das macht mich sehr hoffnungsvoll für die weitere Integration in Deutschland.
Da kann ich Ihnen nur zustimmen. Das ist wirklich ein großer Wurf gelungen. „Ein Land, viele Chancen“ lautet ja das Motto.
Wenn ich jetzt Unternehmerin wäre und vom Nationalen Aktionsplan Integration höre, würde ich mich fragen: Wie kann ich davon konkret profitieren? Wo finde ich Informationen? Was kann ich tun?
Annette:
Ganz wichtig ist zunächst einmal, dass dieser Aktionsplan viele konkrete Maßnahmen beinhaltet. Am einfachsten schaut man auf die Website der Integrationsbeauftragten. Dort findet man Informationen zu den Maßnahmen und Ansprechpartnern.
Wenn man Unterstützung braucht oder vor einem konkreten Problem steht, kann man dort passende Angebote finden. Beispielsweise, wenn es darum geht, Fachkräfte aus dem Ausland anzusprechen und zu gewinnen oder Erleichterungen bei Visa- und Einreiseverfahren zu nutzen.
Auch beim Thema Anerkennung ausländischer Bildungsabschlüsse bieten wir konkrete Hilfestellungen.
Darüber hinaus gibt es Projekte und Kernvorhaben, die gemeinsam mit der Wirtschaft entwickelt wurden. Ein Beispiel sind die Unternehmenswerkstätten Vielfalt. Dort können sich Unternehmen schnell informieren und austauschen.
Wir werden am 21. Juni beispielsweise eine Veranstaltung zur Arbeitsmarktintegration von Frauen mit Flucht- und Zuwanderungsgeschichte durchführen.
Oder die gemeinsame Veranstaltung mit KOFA im Mai, bei der wir mit Personalverantwortlichen und Geschäftsführungen darüber gesprochen haben, wie Vielfalt geplant und umgesetzt werden kann.
Besonders motivierend finde ich außerdem das Format Business Meets Diversity. Dort können interessierte Unternehmen voneinander lernen, etwa wie vielfältige Nachwuchsgewinnung gelingt oder wie Jugendliche mit Einwanderungsgeschichte erfolgreich für eine Ausbildung angesprochen werden können.
Es gibt also viele praktische Formate für Mittelständler, Unternehmen und Personalverantwortliche. Am besten schaut man bei KOFA oder direkt auf der Website der Integrationsbeauftragten vorbei.
Sibylle:
Zum Beispiel, ganz genau.
Vielleicht noch einmal zu Corona. Wir haben gerade über Fachkräfte und die Chancen gesprochen. Die Pandemie hat uns über ein Jahr lang beschäftigt und für viele Menschen war das eine sehr schwierige Zeit. Besonders betroffen waren oft Migrantinnen und Migranten, die in vielen Fällen gar nicht im Homeoffice arbeiten konnten, weniger Beschäftigungsalternativen hatten oder sogar ihren Arbeitsplatz verloren haben.
Was bedeutet das für den Integrationserfolg der vergangenen Monate?
Annette:
Zum einen sehen wir, dass wir enorme Fortschritte bei der beruflichen Integration von Geflüchteten gemacht haben. Gerade in Bereichen, die wir inzwischen als systemrelevant bezeichnen.
Viele Menschen mit Flucht- oder Einwanderungsgeschichte arbeiten in Krankenhäusern, Altenpflegeeinrichtungen, im Handel sowie in Transport und Logistik. Wir wissen heute: Wir sind auf sie angewiesen.
Das sind gute Nachrichten, die wir auch stärker verbreiten sollten. Denn bei manchen Menschen besteht noch immer die Frage, ob die Arbeitsmarktintegration wirklich gelungen ist.
Wir wissen, dass sich die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten mit Fluchtgeschichte in den vergangenen fünf Jahren verfünffacht hat. Diese Menschen sind angekommen – und das ist gut.
Gleichzeitig müssen wir darauf achten, dass die Krise diese Erfolge nicht wieder gefährdet. Viele Menschen arbeiten beispielsweise in der Gastronomie oder im Tourismus. Das sind Branchen, die besonders stark betroffen waren.
Deshalb sind Unterstützungsmaßnahmen wie Überbrückungshilfen, Wirtschaftshilfen und Kurzarbeitergeld so wichtig. Unternehmen müssen stabilisiert werden, damit sie nach den Öffnungen schnell wieder wirtschaftlich erfolgreich sein können und Arbeitsplätze erhalten bleiben.
Mit Blick auf den Ausbildungsmarkt habe ich ebenfalls Sorgen. Gerade die besonders betroffenen Branchen haben sich bei der Bereitstellung von Ausbildungsplätzen zurückgehalten.
Gleichzeitig gibt es manchmal Unsicherheiten: Passt die Bewerberin oder der Bewerber fachlich und menschlich ins Team?
Deshalb spielen Praktika eine so wichtige Rolle. Ich bin allen Unternehmen dankbar, die gerade in der Krise und jetzt wieder verstärkt Möglichkeiten schaffen, erste Kontakte zu knüpfen und sich gegenseitig kennenzulernen.
Das ist besonders wichtig für Menschen, die Sprachbarrieren überwinden müssen oder aus Ländern kommen, in denen Ausbildungssysteme anders organisiert sind. Praktika helfen dabei, Ausbildungsberufe kennenzulernen und schließlich den Schritt in einen Ausbildungsvertrag zu schaffen.
Jens:
Was vielen Unternehmen zumindest Unsicherheit bereitet, ist die rechtliche Situation. Wer als Geflüchteter nach Deutschland kommt, hat nicht immer einen dauerhaft gesicherten Aufenthalt. Manche Unternehmen fragen sich deshalb, ob eine Person möglicherweise schon in absehbarer Zeit wieder ausreisen muss.
Wie können Sie die Betriebe hier beruhigen? Regional wird das ja zum Teil noch sehr unterschiedlich gehandhabt.
Annette:
Ja, ich muss ganz offen sagen: Zunächst einmal haben unheimlich viele Unternehmen diese Hürden genommen, weil sie wussten, dass Integration bereits während des Asylverfahrens beginnt und eine Ausbildung möglich ist – im Übrigen auch für gut integrierte Geduldete.
Sie haben die rechtlichen Möglichkeiten, die wir geschaffen haben, etwa mit der Ausbildungsduldung und der Beschäftigungsduldung, entsprechend genutzt. Deshalb kommt es jetzt sehr darauf an, dass wir erstens die vorhandenen Möglichkeiten ausschöpfen, zweitens dafür sorgen, dass diese Regelungen auch künftig bestehen bleiben und drittens eine möglichst bundeseinheitliche Anwendung gewährleisten.
Ich höre durchaus immer wieder, dass das nicht überall der Fall ist. Dafür setze ich mich sehr stark ein. Gemeinsam mit Bundesminister Altmaier kämpfe ich beispielsweise dafür, dass die Einstiegsqualifizierung ein fester Bestandteil dieser Duldungsperspektive sein kann.
Denn es sind diejenigen, die leistungswillig und leistungsfähig sind. Es sind diejenigen, die sich nichts zuschulden kommen lassen, die sich anstrengen und die Sprache lernen. In einer Gesellschaft, die Aufstieg ermöglichen will, muss Leistung auch etwas zählen.
In diesem Sinne werde ich mich weiterhin dafür einsetzen, dass Unternehmen, die diesen Weg gehen, so viel Verlässlichkeit wie möglich von politischer Seite erfahren.
Ich will allerdings nicht verhehlen, dass es auch Zielkonflikte im Bereich Asyl gibt. Nicht jeder, der gerne hierbleiben möchte, aber die Voraussetzungen nicht erfüllt, wird dauerhaft bleiben können. Das ist ein Spannungsverhältnis.
Ich glaube aber, dass wir dieses im Interesse unserer Wirtschaft, der Gesellschaft insgesamt und der betroffenen Menschen auflösen können, indem wir diese Instrumente sichern und möglichst einheitlich anwenden. So bleibt auf Seiten der Unternehmen das notwendige Vertrauen erhalten.
Was insbesondere das Handwerk, der Mittelstand und die Industrie hier geleistet haben, ist unendlich wertvoll. Und es geht weit über die Vermittlung beruflicher Kompetenzen hinaus. Denn wir alle wissen, was es bedeutet, einen jungen Menschen, der erst kurze Zeit in Deutschland ist, bei vielen Themen zu begleiten.
Oft bieten der Meister und seine Familie oder die Meisterin und ihre Familie ein Stück Heimat. Häufig wird dort sogar eine Art Elternersatz geleistet.
Sibylle:
Genau. Das zeigt, wie komplex und vielfältig Integration tatsächlich ist.
Man sieht auch, wie motiviert viele Menschen sind, die nach Deutschland kommen und in den Arbeitsmarkt einsteigen möchten. Auf Ihrem Instagram-Kanal zeigen Sie regelmäßig Beispiele gelungener Integration. Während der Corona-Pandemie haben Sie beispielsweise Özlem Türeci und Ugur Şahin, die Gründer von BioNTech, besonders hervorgehoben.
Nichtsdestotrotz findet Integration vor allem an den Werkbänken, in Vereinen und in Nachbarschaften statt – also im Alltag.
Wenn Sie abschließend noch einen Wunsch oder Appell an uns als Gesellschaft richten könnten: Wie kann die Integration Geflüchteter künftig genauso gut oder sogar noch besser gelingen?
Annette:
Wenn mein Appell an die gesamte Gesellschaft geht, dann lautet er: Seid neugierig, seid gesprächsbereit und lasst euch auf andere Menschen ein.
Denn man wird immer wieder überrascht und beeindruckt feststellen, dass einem nicht irgendein Klischee gegenübersteht, sondern Menschen mit Hoffnungen, Fähigkeiten und großem Engagement.
Vorurteile lassen sich am besten im Dialog und durch persönliches Kennenlernen überwinden. Das kann uns niemand abnehmen. Das müssen wir selbst tun.
Und wenn ich einen Wunsch an Unternehmen und die Wirtschaft richten darf, dann sage ich ganz klar: Bitte machen Sie beherzt weiter.
Was ich in den vergangenen Jahren in persönlichen Gesprächen in den unterschiedlichsten Unternehmen und Betrieben erlebt habe, ist unglaublich ermutigend. Dafür bin ich sehr dankbar.
Ich bin fest davon überzeugt, dass wir die Erfolge, die wir bereits erreicht haben, weiter ausbauen können. Wir müssen beharrlich bleiben und im wahrsten Sinne des Wortes dranbleiben.
Dieses Engagement von beiden Seiten verdient die Unterstützung der Politik – auf Bundes-, Landes- und kommunaler Ebene. Diese Unterstützung leisten wir auch finanziell. Aber Geld allein reicht nicht aus.
Es braucht Menschen, die Maßnahmen und Angebote bereitstellen. Und es braucht Menschen, die diese Angebote mit Motivation annehmen, teilnehmen und teilhaben wollen.
Im besten Sinne müssen wir fordern und fördern. Beide Aspekte sind wichtig. Dann können wir gemeinsam noch viel erreichen.
Jens:
Frau Widmann-Mauz, vielen Dank, dass Sie heute unser Gast waren. Es war ein sehr spannendes Thema und wir haben uns sehr gefreut, dass Sie bei uns waren.
Annette:
Ich bedanke mich ebenfalls.
KOFA to go – Wissen zum Mitnehmen
Jens:
Wie können Geflüchtete noch besser integriert werden und wie können Sie als Unternehmerin oder Unternehmer davon profitieren?
Wir haben drei Tipps für Sie zusammengestellt, die konkrete Hilfestellung bieten.
Hier kommt der erste Tipp:
Sie finden keine Fachkräfte? Erweitern Sie Ihren Blick und suchen Sie gezielt nach Geflüchteten. Bei der Anerkennung ausländischer Berufsabschlüsse hilft Ihnen beispielsweise das BQ-Portal.
Sibylle:
Mein zweiter Tipp: Integrieren Sie umfassend.
Der Start in Deutschland ist nicht immer einfach. Geflüchtete Menschen benötigen neben fachlicher Unterstützung häufig auch Hilfe im Alltag. Fördern Sie die Integration in Ihrem Unternehmen beispielsweise durch ein Mentoring-Programm.
Jens:
Und hier kommt der dritte Tipp:
Fördern Sie den Spracherwerb. Die größte Hürde ist häufig die Sprache. Nutzen Sie Angebote zur Sprachförderung und unterstützen Sie die Teilnahme an Deutschkursen.
Nehmen Sie Arbeitsschritte beispielsweise per Video auf, damit sich Geflüchtete diese wiederholt und in Ruhe ansehen können. Für viele Berufe gibt es außerdem spezielle Wörterbücher, die Fachbegriffe einfach erklären.
KOFA to go – Wissen zum Mitnehmen
Jens:
Die dritte Welle ist gebrochen und die Chancen stehen gut, dass der größte Corona-Schreck nun tatsächlich hinter uns liegt.
Trotzdem hat uns die Krise vieles gebracht – vor allem Erkenntnisse. Erkenntnisse, die uns weitergebracht haben und dazu geführt haben, dass wir heute manche Dinge anders sehen als vor der Krise.
Vor Kurzem war Anna-Lena Müller bei uns zu Gast. Sie ist strategische Kommunikatorin bei Siemens. Auch für sie hat Corona einiges verändert.
Anna-Lena:
Mein Learning aus der Krise:
Ich habe insbesondere in der Corona-Zeit noch einmal gelernt, meine vorhandenen Privilegien zu schätzen und daraus abzuleiten, wie ich mich für andere und gemeinsam mit anderen engagieren kann.
Jens:
In zwei Wochen gibt es die nächste Folge von KOFA auf dem Sofa. Dann wird Gero Hesse bei uns zu Gast sein. Er ist Experte für Employer Branding und gibt uns Tipps, wie Unternehmen potenzielle Auszubildende gezielt ansprechen können.
Wir sagen für heute: Danke fürs Zuhören.
Am 30. Juni sind wir wieder für Sie da. Bis dann.
Sibylle:
Tschüss und bis dann. Eine gute Zeit.
Jens:
Fachleute für Fachkräfte.
Beide:
KOFA auf dem Sofa – der Podcast.