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Transkript: Folge 33

KOFA auf dem Sofa: Jetzt auf die Arbeitswelt nach Corona vorbereiten!

Jens: 
KOFA auf dem Sofa – der Podcast mit Sibylle Stippler und Jens Breuer. 

Ein herzliches Willkommen und vielen Dank fürs Reinhören. Schön, dass Sie wieder da sind. 

Sibylle: 
Da sind wir wieder. 

Jens: 
Die Sibylle und ich bin auch da. 

Sibylle: 
Hi, hallo. 

Jens: 
Ein ganz großer Dank an dieser Stelle noch einmal an Sie. Es gab ganz viel Feedback auf die letzte Folge von KOFA auf dem Sofa mit Anna-Lena Müller. Es wurde sogar in den sozialen Netzwerken diskutiert. Darüber haben wir uns natürlich sehr gefreut. 

Sibylle: 
Genau. Zum Beispiel hat Valerie Lux geschrieben, dass Diversity nicht nur bedeutet, dass das erste Kind aus einer Arbeiterfamilie studieren geht, sondern auch, dass ein Kind von Akademikern eine Ausbildung macht. Und da stehen wir natürlich voll dahinter. 

Jens: 
Da bin ich ihr direkt zur Seite gesprungen. Das fand ich richtig gut, weil das ein Gedankengang ist, den viele vielleicht gar nicht auf dem Schirm haben. Man denkt oft: Wer aus einer Familie kommt, in der viele eine Ausbildung gemacht haben, der muss dann Akademiker oder Akademikerin werden. Aber auch der umgekehrte Weg sollte Diversität abbilden. Das fand ich einen richtig guten Ansatz. 

Außerdem gab es ein sehr nettes Kompliment von Gerda Marie Adams von der Siemens Coaching Initiative for Women „Grow to Glow“. Auch dafür möchten wir uns ganz herzlich bedanken. 

Sibylle: 
Dankeschön. 

Jens: 
Mit den Impfungen geht es immer weiter voran. Ich bin tatsächlich heute geimpft worden. Die erste Impfung ist geschafft, die zweite folgt Mitte des Monats. 

Je mehr Menschen geimpft sind, desto größer werden die Schritte zurück in die Normalität. Aber wie genau wird diese neue Normalität eigentlich aussehen? 

Wir sprechen heute bei KOFA auf dem Sofa über die Arbeitswelt von morgen, über das betriebliche Leben nach Corona. Dazu hören wir uns auch an, was die Betriebe selbst dazu zu sagen haben. 

Viele Unternehmen haben unter der Krise gelitten, aber nur wenige so stark wie die Hotellerie und das Gastgewerbe. Wir haben mit dem Hoteldirektor des Hotels Bayerwaldhof in Bad Kötzting gesprochen und ihn gefragt, wie er und sein Team sich auf den großen Ansturm nach Corona vorbereiten. 

Alfons Weiß: 
Ich bin mir sicher, dass der Leisure-Bereich der Hotellerie nach Corona einen massiven Boom erleben wird. 

Für uns als Unternehmen stellt sich die Frage, ob unsere aktuellen Bemühungen, mit Top-Personal höchste Qualität anzubieten, auch künftig ausreichen werden, um dieser enormen Nachfrage gerecht zu werden. 

Sibylle: 
Alfons Weiß spricht hier vom Leisure-Bereich. Für alle, die mit dem Begriff nicht so vertraut sind: Gemeint sind Hotels, die sich an Familien und Erholungssuchende richten. 

Und ich gebe ihm recht: In diesem Jahr werden sicherlich viele Menschen Urlaub machen wollen. 

Jens: 
Gerade in der Hotellerie war die Situation besonders schwierig. Die Beschäftigten waren in Kurzarbeit, die Hotels teilweise komplett geschlossen. 

Mit denselben Menschen jetzt wieder Freude, Offenheit und Gastfreundschaft zu vermitteln – dafür ist man gut beraten, wenn man sich während der Krise um seine Mitarbeitenden gekümmert hat. 

Sibylle: 
Absolut. Denn jetzt braucht man diese Menschen schnell wieder. 

Wenn die Beschränkungen fallen – und vieles deutet darauf hin –, muss der Betrieb möglichst sofort wieder anlaufen. Interessant ist dabei, dass nach dieser langen Zeit nicht Personalabbau, sondern eher Personalaufbau notwendig sein könnte. So klang es zumindest bei Alfons Weiß. 

Jens: 
Ja, es gibt bereits Prognosen, die davon ausgehen, dass Urlaubsziele innerhalb Deutschlands für viele Menschen attraktiver werden. 

Vielleicht wird weniger ins Ausland gereist und weniger geflogen. Gerade solange Unsicherheit darüber besteht, welche Corona-Regelungen in Österreich, Italien oder Frankreich gelten, bleiben viele vermutlich lieber in der Nähe. 

Sibylle: 
Und machen wir uns nichts vor: Auch Deutschland hat viele wunderschöne Reiseziele zu bieten. 

Vielleicht muss es nicht immer Dubai oder Mallorca sein. Viele Menschen haben entdeckt, dass es auch vor der eigenen Haustür attraktive Regionen gibt. 

Jens: 
Ganz genau. Warum in die Ferne schweifen, wenn das Gute so nah liegt? 

Sibylle: 
Und es gibt nicht nur tolle Reiseziele, sondern auch tolle Führungskräfte. Alfons Weiß ist dafür wirklich ein Paradebeispiel. 

Er hat gezeigt, welche Kraft darin liegt, gemeinsam durch eine Krise zu gehen. Er hat sich intensiv um seine Mitarbeitenden gekümmert, das Gespräch gesucht, gefragt, was sie brauchen, und Angebote geschaffen – beispielsweise ein Sorgentelefon. 

Damit hat er deutlich gemacht: Wir gehen gemeinsam durch diese Krise. Und genau das schafft Loyalität, auch über die Krise hinaus. 

Jens: 
Außerdem haben wir mit Franziska Richter gesprochen. Sie arbeitet im Personalbereich der SSC Services GmbH und damit in einem ganz anderen Umfeld, nämlich der IT-Branche. 

Wir wollten von ihr wissen, welchen Herausforderungen sich Führungskräfte nach Corona stellen müssen. 

Franziska Richter: 
Meine These ist, dass sich viele Unternehmen und damit auch Führungskräfte durch die Pandemie auf ungewohntes Terrain wagen mussten, das sie ohne diesen äußeren Druck vermutlich lange nicht betreten hätten. 

Gleichzeitig hat sich gezeigt, wie wertvoll es ist, Mitarbeitenden mehr Freiräume zu geben und auf Vertrauen zu setzen. 

Wer das als Chance erkennt und diese Entwicklung fortführt, kann die Führungskultur in deutschen Unternehmen einen großen Schritt voranbringen. 

Jens: 
Also mehr Freiheit, mehr Vertrauen – eigentlich eine sehr gesunde Entwicklung. 

Das Thema Führung auf Augenhöhe wird vermutlich keine kurzfristige Erscheinung bleiben, sondern langfristig Teil moderner Arbeitskultur werden. 

Sibylle: 
Das ist auf jeden Fall zu wünschen – und zwar über alle Berufsgruppen hinweg. 

Das Thema New Work war schon vor Corona präsent. Es wurde seit Jahren diskutiert. Durch die Pandemie wurden wir allerdings quasi in ein New-Work-Bootcamp geschickt. 

Plötzlich arbeiteten alle im Homeoffice. Die spannende Frage ist nun, was wir aus dieser Zeit mitnehmen. 

Ich erlebe einerseits viel Begeisterung darüber, welche Möglichkeiten entstanden sind. Gleichzeitig gibt es aber auch eine Sehnsucht nach dem Alten. 

Aus meiner Sicht wäre es eine vertane Chance, die positiven Erfahrungen einfach wieder zu verwerfen. Wir haben gesehen, dass virtuelle Zusammenarbeit in vielen Bereichen gut funktionieren kann. 

Natürlich nicht überall und nicht für jede Tätigkeit. Und natürlich brauchen wir soziale Begegnungen. Aber die Erkenntnisse dieser Zeit komplett auszublenden, wird künftig schwer zu rechtfertigen sein. 

Jens: 
Das kann ich mir auch kaum vorstellen. 

Natürlich möchten viele ihre Kolleginnen und Kollegen wiedersehen. Man möchte vielleicht auch wieder klarer zwischen Arbeits- und Privatleben trennen, weil im Homeoffice vieles miteinander verschwimmt. 

Aber gerade bei digitalen Themen haben wir enorme Fortschritte gemacht. Für viele Menschen sind sogar neue Freiheiten entstanden. 

Worin besteht denn die Sehnsucht nach dem Alten? Das fällt mir ehrlich gesagt schwer nachzuvollziehen. 

Sibylle: 
Wenn man Beschäftigte fragt, wünschen sich viele etwa zwei bis drei Homeoffice-Tage pro Woche. Das zeigen beispielsweise Befragungen des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung. 

Gleichzeitig gibt es aber auch Menschen, die diese Zeit als große Belastung erlebt haben. Sie haben ihre Kolleginnen und Kollegen vermisst, fühlten sich isoliert oder waren mit der Selbstorganisation und den technischen Anforderungen überfordert. 

Auch für Führungskräfte war das eine enorme Herausforderung. Wir mussten neue Rollen finden. 

Ich habe meinem Team schon immer viel Vertrauen entgegengebracht. Aber dieses Loslassen musste auch mit Verantwortungsübernahme auf Seiten des Teams beantwortet werden. 

Jens: 
Ich glaube, daran mussten sich viele Führungskräfte erst gewöhnen. 

Es ist schließlich eine ungewohnte Situation: Man ist Führungskraft, aber niemand sitzt mehr im Büro. Alle arbeiten von zu Hause aus. Und mit dieser Form der Führung musste man erst einmal umgehen lernen. 

Sibylle: 
Ganz genau. Ich glaube, das ist etwas, das sich am Anfang durchaus wie eine Überforderung anfühlen kann – und zwar für beide Seiten: für Führungskräfte und für Mitarbeitende gleichermaßen. 

Wir mussten das alles sehr schnell lernen und umsetzen. Aber ich glaube nicht, dass wir damit schon ausgelernt haben. Gerade in Medienkompetenz und Selbstführungskompetenz zu investieren, um diesen Übergang gut zu gestalten, ist sicherlich eine gute Idee. 

Es gibt da ein schönes Beispiel aus der Corona-Zeit. Magdalena Rogl ist Kommunikationschefin bei Microsoft und natürlich hat auch sie während der Pandemie von zu Hause aus gearbeitet. 

Man muss wissen: Magdalena Rogl sitzt dort nicht allein. Sie hat vier Kinder, die alle munter vor sich hin pubertieren. Das ist bei mir zu Hause nicht anders. Da muss man sich andere Arbeitsabläufe überlegen und das Umfeld dafür sensibilisieren, dass man nicht immer genauso erreichbar sein kann wie jemand ohne Kinder im Haushalt. 

Deshalb hat sie einen Autoresponder in ihrem E-Mail-Programm eingerichtet. Darin erklärte sie offen, dass sie nicht jederzeit sofort reagieren kann, weil sie parallel auch ihre Kinder betreut. 

Und ich glaube, dafür hat jeder Verständnis. Wenn eine Antwort nicht sofort kommt, ist das in Ordnung. Gerade solche Situationen zeigen, dass man offen und persönlich miteinander umgehen kann. Corona hat einige Spielregeln verändert und die Zusammenarbeit insgesamt menschlicher gemacht. 

Wenn ich einen Wunsch hätte, dann diesen: Wir sollten die Erfahrungen aus dieser Zeit bewusst festhalten – die positiven genauso wie die schwierigen – und sie nutzen, um die Arbeitswelt nach Corona gemeinsam zu gestalten. 

Wir haben gerade eine Chance, wie wir sie über Jahrzehnte nicht hatten. 

Deshalb möchte ich auch unsere Zuhörerinnen und Zuhörer ermutigen: Schreiben Sie sich auf, was Sie aus dieser Zeit mitnehmen möchten. Irgendwann kehrt der Alltag zurück und vieles gerät schnell in Vergessenheit. Halten Sie fest, was Ihnen wichtig ist, damit diese Erfahrungen nicht verloren gehen. 

Jens: 
Dazu fällt mir eine persönliche Erfahrung ein. 

Vor etwa drei Wochen waren wir für eine Woche auf den Kanaren. Damals waren die Inzidenzen noch deutlich höher und es war gar nicht klar, ob die Reise überhaupt stattfinden würde. 

Es war ziemlich kompliziert, überhaupt dorthin zu gelangen. Aber sobald man einen Tag vor Ort war, gewöhnte man sich erstaunlich schnell wieder an diese Normalität. Man konnte sich kaum vorstellen, dass zu Hause vieles noch ganz anders lief. 

Dort war bereits deutlich mehr möglich als bei uns. Und was mich fast ein wenig erschreckt hat: Wie schnell man sich wieder daran gewöhnt. 

Deshalb habe ich die Sorge, dass wir nach der Pandemie ebenso schnell wieder in alte Muster zurückfallen und manches vergessen, was wir gelernt haben. Die Rücksichtnahme, das Miteinander, die neue Aufmerksamkeit füreinander. 

Ich hoffe sehr, dass uns diese Erfahrungen erhalten bleiben. 

Sibylle: 
Ja, das sehe ich ähnlich. 

Es wird herausfordernd, diesen Übergang zu gestalten. Die Büros werden wieder öffnen, manche Menschen werden sich darauf freuen, andere werden vorsichtiger sein. 

Auch hybride Arbeitsformen werden uns weiterhin begleiten. Ein Teil des Teams arbeitet vor Ort, andere sind digital zugeschaltet. Meine Erfahrung aus dem vergangenen Sommer war, dass hier noch viel Potenzial liegt, die Zusammenarbeit weiter zu verbessern. 

Das bleibt spannend. 

Jens: 
Auch die Situation auf dem Ausbildungsmarkt war im vergangenen Jahr schwierig. Für viele Unternehmen sogar schwieriger als sonst. 

Auszubildende stehen nicht automatisch vor der Tür. Unternehmen müssen aktiv suchen und sichtbar sein. 

Wir haben Magdalena Münstermann vom Anlagenbauer Münstermann im Münsterland gefragt, wie sie die Entwicklung auf dem Ausbildungsmarkt erlebt hat. 

Magdalena Münstermann: 
Ich weiß von vielen Unternehmen, dass sie derzeit keine Auszubildenden aufnehmen, weil Kurzarbeit ansteht, sich die Auftragslage verändert hat oder die Zukunft aufgrund der Pandemie schwer planbar ist. 

Wir konnten glücklicherweise unsere Ausbildungszahlen halten und sogar leicht erhöhen. 

Jens: 
Viele Unternehmen bleiben vorsichtig. Gleichzeitig muss man vielleicht auch einige Jahre in die Zukunft schauen. Denn sonst könnte daraus ein ernsthaftes Problem entstehen. 

Sibylle: 
Dieses Problem zeichnet sich bereits ab. 

Schon vor Corona wurden Nachwuchskräfte händeringend gesucht. Wenn nun auf beiden Seiten Unsicherheit besteht – bei den Unternehmen hinsichtlich ihrer wirtschaftlichen Perspektiven und bei den Jugendlichen hinsichtlich ihrer beruflichen Zukunft –, dann bleiben Ausbildungsplätze möglicherweise unbesetzt. 

Und die Fachkräfte, die heute nicht ausgebildet werden, fehlen uns in zwei, drei oder vier Jahren. 

Deshalb fand ich eine Studie der Bertelsmann Stiftung vom April sehr ermutigend. Sie zeigt, dass Ausbildung für junge Menschen weiterhin attraktiv ist. 

41 Prozent der Schülerinnen und Schüler an allgemeinbildenden Schulen sagen, dass sie definitiv eine Ausbildung anstreben. Weitere 36 Prozent sind noch unentschlossen. 

Das bedeutet: Für die große Mehrheit ist Ausbildung weiterhin eine echte Option. Die Ausbildungsbetriebe sollten deshalb deutlich machen, dass sie auch in diesem Jahr ausbilden wollen. 

Jens: 
Genau diese Verlässlichkeit ist wichtig. 

Auch junge Menschen wünschen sich Planungssicherheit. Sie möchten wissen, ob sie ihren Wunschberuf erlernen können und ob jetzt der richtige Zeitpunkt für den Einstieg ist. 

Deshalb müssen Unternehmen momentan besonders sichtbar sein. 

Wir wollten heute eigentlich vor allem über die Arbeitswelt nach Corona sprechen. Wie könnte diese konkret aussehen? Hast du dazu Ideen? 

Sibylle: 
Vielleicht noch einmal kurz zum Thema Ausbildung. Häufig wird gesagt, Ausbildung müsse digitaler werden. Und tatsächlich ist dort bereits viel in Bewegung. 

Ein Beispiel ist das Projekt Netzwerk Q 4.0. Dort werden Ausbilderinnen und Ausbilder fit für die digitale Arbeitswelt gemacht, damit sie dieses Wissen an ihre Auszubildenden weitergeben können. 

Wenn ich auf die Arbeitswelt nach Corona schaue, bin ich überzeugt, dass wir mehr Homeoffice haben werden als früher. Außerdem werden wir vermutlich weniger Dienstreisen unternehmen. 

Ein Teil von mir bedauert das sogar ein wenig, denn ich reise eigentlich gerne. Ich treffe Menschen gern persönlich und genieße manchmal auch die Zeit zwischen Terminen, wenn ich in der Bahn sitze und Gedanken schweifen lassen kann. 

Jens: 
Da muss ich ehrlich sagen: Mit Kindern empfand ich Dienstreisen oft als Belastung. 

Man organisiert ständig doppelt. Man denkt daran, möglichst schnell wieder nach Hause zu kommen. Diese zusätzliche Koordination begleitet einen ständig. 

Deshalb empfinde ich es als große Erleichterung, dass heute vieles per Videokonferenz möglich ist. Ich weiß gar nicht mehr, wann meine letzte Dienstreise war – und ehrlich gesagt vermisse ich sie nicht besonders. 

Sibylle: 
Bei mir ist es ein bisschen von beidem. Ich habe das Glück, dass Oma und Opa in der Nähe wohnen und die Kinder gern übernehmen. 

Aber du hast natürlich recht: Weniger Reisen bedeutet auch mehr Nachhaltigkeit. Es ist sinnvoll, für kurze Termine nicht mehr quer durchs Land oder sogar durch Europa zu fliegen. 

Ein weiteres spannendes Thema sind die Büroflächen. 

Wenn viele Menschen dauerhaft teilweise von zu Hause arbeiten, stellt sich die Frage: Was machen wir eigentlich mit den großen Bürogebäuden? 

Ich sehe einen klaren Nutzen darin, ins Büro zu kommen, um gemeinsam kreativ zu arbeiten, sich auszutauschen oder Gäste zu empfangen. 

Weniger sinnvoll erscheint es mir, morgens ins Büro zu fahren, die Tür zum Einzelbüro zu schließen und dort allein zu arbeiten. 

Vielleicht brauchen wir künftig ganz andere Büroräume. Mehr offene Flächen, mehr Möglichkeiten für Zusammenarbeit und neue Raumkonzepte. 

Jens: 
Das erinnert mich an ein Gespräch mit dem Kommunikationschef der Lufthansa. 

Er erzählte mir, dass er in Frankfurt keinen festen Arbeitsplatz hat. Dort gibt es ein rotierendes System. Wer Ruhe braucht oder vertrauliche Gespräche führen möchte, nutzt spezielle Besprechungsboxen. 

Ansonsten arbeitet man flexibel an unterschiedlichen Orten. 

Das Ziel dahinter ist, dass Menschen miteinander ins Gespräch kommen und sich austauschen. Eine offene Kommunikationskultur also. 

Das fand ich sehr spannend. Man muss nicht unbedingt den einen festen Schreibtisch besitzen, an dem immer dieselben Stifte liegen. 

Man kann neue Wege gehen. Und oft entstehen daraus richtig gute Ideen. 

Sibylle: 
Absolut. 

Aber wie du sagst: Es handelt sich um einen Kulturwandel. Und Veränderungen verlaufen selten ohne Widerstände. 

Trotzdem bin ich überzeugt, dass es sich lohnt, diese Entwicklungen weiterzudenken. 

Jens: 
Die gute Nachricht ist: Reisen werden bald wieder in größerem Umfang möglich sein. Viele Menschen freuen sich bereits auf ihren nächsten Urlaub – ich übrigens auch. 

Wie können sich Unternehmen nun darauf vorbereiten? Und wie können sie Mitarbeitende, die vielleicht monatelang in Kurzarbeit waren, wieder stärker an sich binden und fit für die Zukunft machen? 

Sibylle: 
Ein ganz wichtiger Ansatz ist Weiterbildung. 

Darüber haben wir bei KOFA häufig geschrieben. Es geht darum, die Beschäftigungsfähigkeit der Menschen langfristig zu sichern. 

Durch digitale Formate ist Weiterbildung heute einfacher denn je. Niemand muss mehr zwingend mehrere Tage an einen anderen Ort reisen. Vieles lässt sich bequem vom eigenen Arbeitsplatz aus absolvieren. 

Das sendet auch ein starkes Signal: Wir investieren in deine Fähigkeiten, weil wir dich brauchen und langfristig mit dir planen. 

Jens: 
Und vielleicht freuen sich viele Menschen gerade nach einer langen Zeit im Homeoffice auch über neue Impulse und neue Lernmöglichkeiten. 

Wenn man dabei gleichzeitig neue Kompetenzen entwickelt, entsteht daraus ein echter Mehrwert. 

Sibylle: 
Ganz genau. 

Und zweitens sollten Unternehmen schon jetzt beginnen zu reflektieren: 

Was hat gut funktioniert? Was weniger? Was möchten wir als Team behalten? Wo benötigen wir Unterstützung? Und was wollen wir nach der Pandemie auf keinen Fall fortführen? 

Wenn wir diese Fragen jetzt beantworten, können wir den Übergang in die Arbeitswelt nach Corona bewusst gestalten. Und ich glaube, dieser Übergang wird schneller kommen, als es sich momentan vielleicht noch anfühlt. 

KOFA to go – Wissen zum Mitnehmen 

Jens: 
Wie geht es weiter nach der Krise? Wie wird er aussehen, dieser Weg zurück in die Normalität? Und wie können Sie ihn erfolgreich gestalten? 

Sibylle hat wieder drei Tipps zum Mitnehmen für Sie. Hier kommt der erste: 

Sibylle: 
Ziehen Sie Bilanz. 

Sammeln Sie systematisch die wertvollen Erfahrungen, die Sie in den vergangenen Monaten mit virtueller Zusammenarbeit gemacht haben. Beziehen Sie dabei Ihre Teams und Führungskräfte ein und entwickeln Sie schon heute ein gemeinsames Zielbild. 

Fragen Sie sich beispielsweise: 

  • Wie viel Homeoffice soll es künftig geben?  

  • Sollen Büroflächen anders genutzt werden?  

  • Brauchen wir neue Regelungen für Dienstreisen?  

Jens: 
Kommen wir zu Tipp Nummer zwei. 

Sibylle: 
Vertrauen ist die Grundlage der neuen Führung. 

Die Zusammenarbeit hat sich durch Corona verändert. Mobiles und flexibles Arbeiten wird auch nach der Pandemie bestehen bleiben. 

Setzen Sie deshalb auf eine vertrauensbasierte Führungskultur. Bieten Sie Weiterbildungen an und entwickeln Sie individuelle Lösungen, die zu den Bedürfnissen Ihrer Beschäftigten passen. 

Jens: 
Und hier kommt Tipp Nummer drei: 

Sibylle: 
Setzen Sie auf die Fachkräfte von morgen. 

Eine Ausbildung ist für viele Jugendliche weiterhin attraktiv. Gehen Sie deshalb auch digital auf die Suche nach Auszubildenden und zeigen Sie beispielsweise mit Videos, wie der Arbeitsalltag in Ihrem Unternehmen aussieht. 

Nutzen Sie Schulkooperationen und gewinnen Sie Mitarbeitende, Kundinnen und Kunden oder Lieferanten als Ausbildungsbotschafter für Ihren Betrieb. 

 

KOFA to go – Wissen zum Mitnehmen 

Jens: 
Am 20. Juni ist Weltflüchtlingstag. Passend dazu bekommen wir wieder Besuch hier bei uns im Podcast. 

Unser Gast wird Annette Widmann-Mauz sein. Sie ist Beauftragte der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration im Bundeskanzleramt. 

Gemeinsam wollen wir Bilanz ziehen: Wie erfolgreich war die Integration von Geflüchteten in deutsche Unternehmen? 

Ich glaube, das wird sehr interessant. 

Sibylle: 
Oh, ich freue mich sehr auf unseren Gast. Und ich freue mich ganz besonders, wenn Sie in zwei Wochen wieder dabei sind. 

Jens: 
Also hören Sie rein. Die nächste Folge von KOFA auf dem Sofa erscheint am 16. Juni. Am besten direkt im Kalender eintragen. 

Für heute sagen wir: Vielen Dank fürs Einschalten, fürs Abonnieren und fürs Weiterempfehlen. 

Bis zum nächsten Mal. Tschüss. 

Sibylle: 
Machen Sie es gut. 

Jens: 
Fachleute für Fachkräfte. 

Beide: 
KOFA auf dem Sofa – der Podcast.