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Onboarding von Auszubildenden: So gelingt der Einstieg für Azubis

Onboarding von Auszubildenden: So gelingt der Einstieg für Azubis

Ein strukturiertes Onboarding für Auszubildende hilft KMU, neue Mitarbeitende vom ersten Tag an gezielt einzuarbeiten, im Team zu integrieren und erfolgreich durch die Probezeit zu führen. Erfahren Sie, welche Maßnahmen beim Preboarding, am ersten Ausbildungstag und in den ersten Monaten entscheidend sind.

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Das Wichtigste in Kürze

  • Das Onboarding von Azubis beginnt mit dem Preboarding. Diese Phase startet mit der Vertragsunterschrift und endet mit dem ersten Arbeitstag. 
  • Der gesamte Onboarding-Prozess dauert bis zum Ende der Probezeit.
  • Ziel eines gelungenen Onboardings von Azubis ist es, Auszubildende fachlich einzuarbeiten, sozial zu integrieren und so Ausbildungsabbrüche zu vermeiden. 

Definition: Onboarding von Azubis

Das Onboarding von Auszubildenden ist ein strukturierter Einarbeitungsprozess, der darauf abzielt, neue Azubis fachlich einzuarbeiten und erfolgreich in das Unternehmen zu integrieren. Der Prozess des Onboardings beginnt mit dem Vertragsabschluss bereits vor dem ersten Arbeitstag und endet nach Abschluss der Probezeit. Das Onboarding soll Azubis den Einstieg zu erleichtern, eine frühzeitige Mitarbeiterbindung aufbauen, die Motivation steigern und Ausbildungsabbrüche verhindern.

Preboarding und Onboarding von Auszubildenden: Phasen und Maßnahmen

Ein gelungenes Pre- und Onboarding bildet die Basis für einen erfolgreichen Ausbildungsstart und gehört zu einer durchdachten Ausbildungsvorbereitung dazu. Sie als Arbeitgeber gestalten den Übergang in die Arbeitswelt und begleiten Azubis vor und während des Einstieges in das Unternehmen.

Ziel des Preboardings und Onboardings von Azubis ist es, neue Mitarbeitende frühzeitig zu binden, ihnen Orientierung zu geben und sie fachlich wie sozial erfolgreich in den Betrieb zu integrieren.

Der gesamte Onboarding-Prozess lässt sich in drei Phasen gliedern:
 

  1. Phase 1: Preboarding (vor dem ersten Ausbildungstag)
  2. Phase 2: Start des Onboarding (die ersten Tage im Betrieb)
  3. Phase 3: Vertiefung des Onboardings (die Zeit bis zum Ende der Probezeit)
Phasen im Onboarding-Prozess
Phasen im Onboarding-Prozess

Phase 1: Preboarding – Azubis vor dem Ausbildungsstart binden und vorbereiten

Zwischen Vertragsunterschrift und Ausbildungsstart besteht das Risiko, dass Auszubildende abspringen oder sich umorientieren. Ein frühzeitiges Preboarding hilft, Azubis an das Unternehmen zu binden und optimal auf den Ausbildungsbeginn vorzubereiten.

Ziel des Preboardings von Azubis:

Das Ziel des Preboardings ist es, Azubis zu binden, Vertrauen aufzubauen und so eine gute Basis für den Ausbildungsstart zu schaffen.

Maßnahmen für das Preboarding:

  • Halten Sie Kontakt: Schicken Sie Firmen-Newsletter oder die Mitarbeiterzeitung auch an Ihre zukünftigen Azubis. Wenn Sie ein Mitarbeiterportal haben, schalten Sie dieses frühzeitig frei. Zeigen Sie Wertschätzung mit persönlichen Grüßen (z. B. zu Weihnachten oder Geburtstag).
  • Binden Sie Azubis ein: Laden Sie die neuen Mitarbeitenden schon vor dem ersten Arbeitstag zu Events ein (z. B. zu Azubi-Events, Teamtagen oder Firmenfeiern).
  • Benennen Sie Ansprechpartner: Stellen Sie frühzeitig Kontaktpersonen im Betrieb vor.
  • Stellen Sie Informationen bereit: Geben Sie alle wichtigen Informationen zum Ausbildungsstart gebündelt weiter, z. B. über eine digitale Willkommensmappe.
  • Bieten Sie organisatorische Unterstützung an: Helfen Sie zukünftigen Azubis bei Fragen zu Krankenkasse, Versicherungen oder auch bei der Wohnungssuche – etwa durch gezielte Maßnahmen zum Azubi-Wohnen
  • Berücksichtigen Sie Förderbedarf: Wenn Sie Azubis mit Förderbedarf eingestellt haben, kann die Förderung (z. B. Sprachförderung) schon vor dem Ausbildungsbeginn starten. Ein Beispiel dafür ist die "Assistierte Ausbildung" der Agentur für Arbeit.
  • Erleichtern Sie die Integration ins Team: Setzen Sie frühzeitig Mentoren oder Paten ein.
  • Richten Sie den Arbeitsplatz ein: Legen Sie Materialien bereit und fordern Zugänge an.

Phase 2: Onboarding von Azubis – die ersten Tage im Betrieb

Die ersten Tage im Unternehmen tragen maßgeblich dazu bei, ob Auszubildende sich im Unternehmen willkommen fühlen und sich in das bestehende Team integrieren. Ein strukturiertes Onboarding der Azubis hilft, mögliche Unsicherheiten abzubauen.

Ziel des Onboardings von Azubis 

Ziel des Azubi-Onboardings in den ersten Tagen ist es, den neuen Mitarbeitenden Sicherheit zu geben, sie in das Team zu integrieren und sie schrittweise an Aufgaben im Betrieb heranzuführen. 

Maßnahmen für das Onboarding:

Die folgenden Maßnahmen können dabei helfen, Azubis den Einstieg zu erleichtern:

Am ersten Arbeitstag

  • Begrüßen Sie Azubis persönlich
  • Stellen Sie das neue Teammitglied Kolleginnen und Kollegen vor
  • Stellen Sie Mentor/Mentorin vor
  • Zeigen Sie den Betrieb und den zukünftigen Arbeitsplatz des Azubis
  • Übergeben Sie Arbeitskleidung, -materialien oder Werkzeug
  • Sprechen Sie die Willkommensmappe durch

In der ersten Arbeitswoche

  • Führen Sie die Sicherheitsunterweisung durch
  • Mentor/Mentorin erklären organisatorische Abläufe (z. B. bei Urlaub, Krankmeldung)
  • Stellen Sie Abteilungen und Arbeitsabläufe vor 
  • Laden Sie den Azubi zu einer gemeinsamen Mittagspause mit Teammitgliedern ein
  • Laden Sie sie/ihn zu Azubi-Netzwerken im Unternehmen ein
  • Sorgen Sie dafür, dass neue Azubis erste konkrete Aufgaben bekommen
  • Planen Sie ein Feedbackgespräch am Ende der ersten Arbeitswoche ein
Miriam Schöpp, KOFA-Expertin

„On- & Preboarding, also der Einstieg direkt nach Vertragsunterschrift bis hinein in die ersten Wochen, sind der Schlüssel, damit neue Auszubildende sich schnell willkommen fühlen, Orientierung gewinnen und langfristig im Betrieb bleiben.“

Phase 3: Die erste Zeit im Betrieb bis zum Ende der Probezeit

Der Onboardingprozess von Azubis endet mit der Probezeit. Und gerade in dieser Phase kommt es am häufigsten zu Ausbildungsabbrüchen. Im Jahr 2024 wurde laut KOFA Kompakt (02/2026) fast jedes dritte Ausbildungsverhältnis vorzeitig aufgelöst. Die Gründe dafür sind vielfältig: Unsicherheiten bei der Berufswahl, andere Erwartungen, Konflikte in der Ausbildung oder persönliche Herausforderungen. Umso wichtiger ist es, in dieser Zeit die Bindung Ihrer Azubis an das Unternehmen zu stärken.

Ziel des Onboardings in der Probezeit

Das Ziel in dieser Phase des Onboardings von Azubis ist es, die Auszubildenden fachlich und sozial zu integrieren, Erwartungen mit der betrieblichen Realität abzugleichen und so Ausbildungsabbrüche zu vermeiden.

Maßnahmen des Onboardings in der Probezeit
 

Die folgenden Maßnahmen können KMU dabei helfen, Azubis in der Probezeit an das Unternehmen zu binden

  • Führen Sie regelmäßige Feedbackgespräche: Tauschen Sie sich kontinuierlich mit Ihren Auszubildenden aus und erkennen Sie frühzeitig Unsicherheiten oder Probleme.
  • Gleichen Sie Erwartungen und Realität ab: Klären Sie im Austausch, ob sich die Vorstellungen der Auszubildenden mit den tatsächlichen Ausbildungsinhalten decken.
  • Bleiben Sie mit Mentorinnen und Mentoren im Austausch: Die Perspektive und Motivation des Ausbildungspersonals hat großen Einfluss auf den Onboarding-Erfolg.
  • Achten Sie auf möglichen Förderbedarf: Unterstützen Sie Auszubildende bei sprachlichen, fachlichen oder sozialen Herausforderungen und ziehen Sie bei Bedarf externe Angebote wie Fördermaßnahmen in der Ausbildung hinzu. 

Probezeit im Überblick: Die Probezeit kann nach §20 des BBiG zwischen einem und vier Monaten dauern. Sie dient dazu, dass beide Seiten, Auszubildende/r und ausbildender Betrieb, sich darüber klar werden können, ob sie sich richtig entschieden haben. Unter bestimmten Bedingungen kann die Probezeit verkürzt oder auch verlängert (z. B. bei Krankheit) werden. 

Fazit: So gelingt das Azubi-Onboarding

Ein strukturiertes Azubi-Onboarding ist entscheidend, damit Auszubildende sich schnell im Unternehmen zurechtfinden, motiviert bleiben und ihre Ausbildung erfolgreich abschließen. KMU profitieren davon, weil sie Ausbildungsabbrüche reduzieren, die Einarbeitung effizienter gestalten und neue Fachkräfte frühzeitig an den Betrieb binden.

Sie möchten direkt starten?:
Nehmen Sie bereits vor Ausbildungsbeginn persönlich Kontakt zu Ihren neuen Azubis auf, zum Beispiel mit einer kurzen Willkommensnachricht oder mit einer Einladung zu einem Teamtermin.

Mitarbeiterin: Miriam Schöpp

Über die KOFA-Expertin Miriam Schöpp

Miriam Schöpp

Miriam Schöpp ist Senior Referentin für berufliche Bildung im KOFA. Ihre Themenschwerpunkte liegen in der Aus- und Weiterbildung sowie im betrieblichen Gesundheitsmanagement in kleinen und mittleren Unternehmen (KMU).

Durch ihre langjährige Erfahrung als Ausbilderin kennt sie die Chancen und Herausforderungen der betrieblichen Praxis aus erster Hand. Beim KOFA entwickelt sie Inhalte, die Unternehmen dabei unterstützen, Ausbildung und Weiterbildung erfolgreich zu gestalten und die Gesundheit Ihrer Mitarbeitenden zu fördern.

Neben ihrer inhaltlichen Arbeit hält Miriam Schöpp regelmäßig Vorträge vor unterschiedlichen Zielgruppen und bringt ihre Expertise in praxisnahe Handlungsempfehlungen und Publikationen des KOFA ein.

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