Studienabbrecherinnen und Studienabbrecher rekrutieren

  • Studienabbrecher sind häufig sehr gut für eine Ausbildung oder ein duales Studium geeignet.
  • Versuchen Sie die Zielgruppe in Ihrem Alltag zu erreichen, d.h. über die Präsenz an der Universität oder über die sozialen Netzwerke im Internet.
  • Betonen Sie bereits in der Stellenanzeige Ihre Offenheit für Lebensläufe mit Umwegen.

Manche Studierende beenden ihr Studium ohne Abschluss und suchen einen anderen Einstieg in ihr Berufsleben. Im Jahr 2014 sind 43 Prozent aller Studienabbrecher (siehe Grafik unten) den Weg in die Ausbildung gegangen. Damit ist der Anteil deutlich gestiegen, denn 2008 waren es noch 22 Prozent. Unternehmen, die in dieser Zielgruppe ihren Fachkräftenachwuchs rekrutieren, haben gleich mehrere Vorteile.

Download Handlungsempfehlung

Studienabbrecher rekrutieren

Die zielgruppengerechte Ausschreibung von Stellenangeboten sowie die genutzten Rekrutierungswege sind für die Besetzung einer offenen Stelle elementar. Wenn Sie eine Stelle ausschreiben, für die Studienabbrecherinnen oder Studienabbrecher in Frage kommen, liefern Sie am besten konkrete Hinweise, dass die Stelle auch für diese Zielgruppe gedacht ist. Alternativ hilft es aufzuzeigen, dass Sie als Unternehmen an Bewerberinnen und Bewerbern mit „Umwegen im Lebenslauf“ interessiert sind. So ermutigen Sie die Personen zu einer Bewerbung.

Rekrutierungsweg Online-Rekrutierung

  • Social-Media-Kanäle: Junge Erwachsene verbringen viel Zeit auf Online-Plattformen und in sozialen Netzwerken. Insbesondere Karrierewebseiten sind ein erfolgversprechender und kostengünstiger Weg, um die Zielgruppe anzusprechen und von Ihrem Unternehmen zu überzeugen.
  • Stellenangebote in Internetbörsen: Es existiert eine Vielzahl an Internet-Jobbörsen. Mit Hilfe von Suchmaschinen werden Sie schnell fündig, wie und wo Sie entsprechende Stellen platzieren können.
  • Stellenagebote auf der Unternehmenshomepage: Falls Sie eine eigene Homepage besitzen, stellt dieser Weg eine günstige Alternative zur Veröffentlichung Ihrer Stellenangebote dar.

Rekrutierungsweg „Präsenz an Hochschulen“

  • Career Center: Viele Hochschulen besitzen eine Einrichtung mit diesem Namen, die Studierende und potenzielle Arbeitgeber zusammenführt.
  • Online-Jobportale: Dort können Sie Jobangebote kostengünstig schalten.
  • Schwarze Bretter: Nach wie vor sind Schwarze Bretter an Hochschulen verbreitet. Neben Veranstaltungshinweisen und Wohnungsanzeigen sind häufig auch Stellenangebote zu finden. Die Vielzahl an unterschiedlichen Geboten und Gesuchen macht ein Blick auf die Schwarzen Bretter für Studierende so interessant. Nutzen Sie die Alternative, um auf Ihre offene Stelle aufmerksam zu machen.

Beruflicher Einstieg

Der berufliche Einstieg in Ihr Unternehmen kann auf vielerlei Weise erfolgen. Hierzu gehören:

  • Duale Berufsausbildung: Häufig kann die Ausbildungsdauer verkürzt werden, da Studienabbrecherinnen und Studienabbrecher bereits Fachqualifikationen aus dem Studium besitzen beziehungsweise die (Fach-)Hochschulreife mitbringen. Mehr Informationen zur verkürzten Berufsausbildung erhalten Sie in unserem zugehörigen Download der Handlungsempfehlung "Rekrutierung von Studienabbrecherinnen und Studienabbrechern".
  • Duales Studium: Die Theorielastigkeit vieler Studiengänge ist oft ursächlich für einen Studienabbruch. Das duale Studium mit seinem hohen Praxisbezug kann daher eine gute Alternative sein. Mehr zum Thema finden Sie in der Handlungsempfehlung "Duales Studium".
  • Praktikum: Ein Praktikum bietet sich an, wenn beispielsweise die Zeit bis zum Beginn des Ausbildungsjahres zu überbrücken ist. Es dient aber auch dazu, sich besser kennenzulernen. So kann die Eignung einer oder eines ehemaligen Studierenden für die vorgesehene Tätigkeit mit einem Praktikum getestet werden. Gleichzeitig ist es für Studienabbrecherinnen und Studienabbrecher eine Möglichkeit der beruflichen Orientierung. Mehr zum Thema finden Sie in der Handlungsempfehlung "Studierende rekrutieren".
  • (Feste) Anstellung: Einerseits gibt es Studienabbrecherinnen und Studienabbrecher, die bereits über einen Berufsabschluss verfügen. Diese können Sie direkt als Fachkräfte einstellen. Andererseits gibt es Bereiche, in denen formale Qualifikationen eine untergeordnete Rolle spielen und eine Qualifizierung eher im „Training on the Job“ erfolgt.

 

Grafik: Vom Hörsaal in die Ausbildung

Weiterführende Informationen

Links

  • Mit dem Projekt „Jobstarter plus“ fördert das Bundesministerium für Bildung und Forschung seit Januar 2015 insgesamt 18 regionale Projekte, mit denen Studienabbrecherinnen und Studienabbrecher sowie Betriebe für eine duale Berufsausbildung zusammengebracht werden (zur Webseite)
  • Darüber hinaus bietet das Bundesministerium für Bildung und Forschung eine Landkarte mit Beratungsstellen für Studienzweiflerinnen und Studienzweifler. Einige dieser Beratungsstellen, die überwiegend bei Kammern angesiedelt sind, vermitteln für Studienabbrecherinnen und Studienabbrecher Ausbildungsplätze und Betriebsbesuche. Eine Kontaktaufnahme mit einer Beratungsstelle vor Ort kann sich also für Sie als suchendes Unternehmen lohnen, wenn Sie sich für die Zielgruppe interessieren (zur Landkarte).

Literatur

  • Heublein, U. / Richter, J. / Schmelzer, R. / Sommer, D., 2014, Die Entwicklung der Studienabbruchquoten an den deutschen Hochschulen. Statistische Berechnungen auf der Basis des Absolventenjahrgangs 2012, DZHW, Forum Hochschule 4/2014, Hannover [25.03.2015] (zum PDF)
  • Becker, C. / Grebe, T. / Bleikertz, Torben, 2010, Berufliche Integration von Studienabbrechern vor dem Hintergrund des Fachkräftebedarfs in Deutschland, Gutachten im Auftrag des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie, Berlin [25.03.2015]

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