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Jahresrückblick 2025: Schwacher Arbeitsmarkt - erste Impulse durch Sondervermögen?

KOFA Kompakt 03/2026

Das Wichtigste in Kürze

  • Im Vergleich zum Vorjahr ist die Fachkräftelücke 2025 um 24,1 Prozent auf 369.516 rechnerisch nicht besetzbare offene Stellen gesunken.  

  • Die Stellenbesetzung ist somit für viele Unternehmen weiterhin sehr angespannt. Ein Drittel aller offenen Stellen für qualifizierte Arbeitskräfte konnte im Jahr 2025 rechnerisch nicht besetzt werden. 

  • Kleine und mittlere Unternehmen waren besonders vom Fachkräftemangel betroffen. In vielen Berufen mit den größten Fachkräftelücken entfiel ein überproportionaler Anteil der offenen Stellen auf diese Unternehmen. 

  • Trotz des deutlichen Rückgangs der Fachkräftelücke gab es auch 2025 einige wenige Berufe, in denen der Fachkräftemangel zugenommen hat. Dazu zählen Berufe, die für den Bau öffentlicher Infrastruktur relevant sind. Die steigenden Engpässe in diesen Berufen könnten Vorboten des Sondervermögens für Infrastruktur und Klimaneutralität sein. In Berufen des Verarbeitenden Gewerbes sank die Fachkräftelücke hingegen aufgrund der schwachen wirtschaftlichen Entwicklung weiter. Unternehmen schrieben weniger Stellen aus und die Arbeitslosigkeit stieg an. 

  • Auch der demografische Wandel und anhaltende Nachwuchsprobleme verschärften die Fachkräftesituation zuletzt in einigen Berufen. Dies ist beispielsweise in Berufen wie Altenpflege, Gesundheits- und Krankenpflege sowie in Therapieberufen der Fall, in denen die Nachfrage stark durch die Alterung der Bevölkerung getrieben sein dürfte. 

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Mehr Arbeitslose als offene Stellen

Auch im Jahr 2025 hat sich der Trend der Vorjahre auf dem Arbeitsmarkt fortgesetzt. Die durchschnittliche Zahl offener Stellen für qualifizierte Arbeitskräfte sank im Vergleich zum Jahr 2023 um 10,7 Prozent auf 1.110.201. Gleichzeitig stieg die der qualifizierten Arbeitslosen um 9,1 Prozent auf 1.245.944. Damit überstieg die Zahl der Arbeitslosen erstmals seit der Corona-Pandemie die Zahl der offenen Stellen. Dennoch gab es auch im Jahr 2025 mehr als 369.500 rechnerisch nicht besetzbare offene Stellen, da nicht ausreichend passend qualifizierte Arbeitskräfte zur Verfügung standen.  

Fachkräftelücke sinkt auf allen Niveaus

Trotz eines deutlichen Rückgangs der Fachkräftelücke um 24,1 Prozent im Vergleich zum Jahr 2025 ist die Stellenbesetzung für viele Unternehmen weiterhin herausfordernd. Denn rechnerisch kann jede dritte (33,3 Prozent) offene Stelle für qualifizierte Arbeitskräfte nicht besetzt werden. Besonders groß ist der Mangel weiterhin an Fachkräften mit abgeschlossener Ausbildung. Im Jahresdurchschnitt 2025 konnten mehr als 225.000 offene Stellen für ausgebildete Fachkräfte rechnerisch nicht besetzt werden. Auf allen Anforderungsniveaus ist die Fachkräftelücke deutlich gesunken, besonders deutlich für Expertinnen und Experten. Für sie sank die Fachkräftelücke zwischen 2024 und 2025 um 31,9 Prozent auf 68.883. 

Junger Mann lächelt in Kamera

Trotz der schwachen Arbeitsmarktentwicklung und des Rückgangs der Fachkräftelücke gab es 2025 auch Berufe, in denen der Fachkräftemangel zugenommen hat. Dazu zählen insbesondere Berufe, die für den Ausbau der öffentlichen Infrastruktur wichtig sind. Die steigenden Engpässe könnten ein Vorbote dafür sein, dass die geplanten Investitionen des Sondervermögens für Infrastruktur und Klimaneutralität bereits Wirkung zeigen. Damit die geplanten Projekte umgesetzt werden können und das Sondervermögen seine volle Wirkung entfalten kann, ist eine vorausschauende und aktive Fachkräftesicherung besonders wichtig.

Jurek TiedemannStudienautor

Steigende Fachkräfteengpässe in nur wenigen Berufen

Obwohl die Fachkräftelücke insgesamt deutlich gesunken ist, gab es im Jahr 2025 auch einige wenige Berufe, in denen die Fachkräftelücke angestiegen ist. Dazu zählen verschiedene Berufe, die für den Ausbau öffentlicher Infrastruktur sowie die ökologische Transformation relevant sind. So stieg die Zahl rechnerisch nicht besetzbarer Stellen für Fachkräfte mit abgeschlossener Berufsausbildung im Bereich Führung von Erdbewegungs- und verwandten Maschinen im vergangenen Jahr um gut ein Drittel (plus 38,0 Prozent) gegenüber dem Vorjahr auf bundesweit zuletzt 1.540. Auch für ausgebildete Fachkräfte im Straßen- und Asphaltbau sowie der Schweiß- und Verbindungstechnik steig die Fachkräftelücke 2025 im Vergleich zum Vorjahr an. Der erhöhte Fachkräftebedarf in diesen Berufen könnte ein erster Vorbote des im vergangenen Jahr beschlossenen Sondervermögens Infrastruktur und Klimaneutralität sein.  

Trotz Rückgang der Fachkräftelücke weiterhin aktiv Fachkräftesicherung betreiben

Obwohl die Fachkräftelücke das dritte Jahr infolge zurückgegangen ist, bleibt die Sicherung qualifizierter Arbeitskräfte eine wichtige Aufgabe für Unternehmen. In vielen Berufen fehlen weiterhin viele passend qualifizierte Arbeitskräfte. Der demografische Wandel wird die Fachkräftesituation perspektivisch weiter verschärfen, da mehr ältere Beschäftigte mit viel Erfahrung den Arbeitsmarkt verlassen als junge nachkommen. Daher ist es wichtig, bereits heute alle Potenziale zu aktivieren und gezielt Maßnahmen zur Fachkräftesicherung zu ergreifen.  

  • Die bedarfsgerechte Nachwuchsqualifizierung ist das Fundament einer nachhaltigen Fachkräftesicherung. Wie Unternehmen ihre betriebliche Ausbildung gestalten können, stellt das KOFA auf der Themenseite: Betriebliche Ausbildung  vor. 

  • Es gibt viele An- und Ungelernte, die rechnerisch keine passende offene Stelle in ihrem gewünschten Zielberuf finden können. Durch gezielte Maßnahmen können sie zu Fachkräften qualifiziert werden und so zur Fachkräftesicherung beitragen. Wie Unternehmen An- und Ungelernte zu Fachkräften ausbilden können, stellt das KOFA auf der Themenseite: Menschen ohne (passenden) Berufsabschluss qualifizieren vor. 

  • Quereinstiege bieten sowohl für Beschäftigte als auch Unternehmen eine große Chance. Wie Unternehmen diese Chance nutzen können, stellt das KOFA auf der Seite: Quereinsteiger einstellen – Chancen für Unternehmen vor. 

  • Das Finden und Binden internationaler Fachkräfte stellt ein weiteres großes Potenzial in der Fachkräftesicherung dar. Es kann jedoch auch herausfordernd sein. Wie Unternehmen internationale Fachkräfte finden und langfristig an sich binden können, stellt das KOFA auf der Themenseite zu Beschäftigen aus dem Ausland vor. 

  • Auch ältere Beschäftigte länger im Unternehmen zu halten, kann ein wichtiger Bestandteil der Personalstrategie sein. Durch passende Arbeitsbedingungen und gezielte Anreize lässt sich ihre wertvolle Erfahrung weiterhin einsetzen. Wie Unternehmen ältere Mitarbeitende und deren Expertise langfristig sichern können, stellt das KOFA auf der Seite Ältere Mitarbeitende dar.