Resilienz in der Arbeitswelt

Resiliente Mitarbeiter – Gesunde Unternehmen

Das Wort „Resilienz“ ist derzeit in aller Munde. Doch warum sollten sich auch Unternehmen mit Resilienz auseinandersetzen, geht es hier nicht um ein ureigenes privates Thema?

Dreh- und Angelpunkt in Unternehmen sind die Menschen, die im optimalen Fall das Unternehmen innovativ und erfolgreich machen. Sie befinden sich heute allerdings in einer Arbeitswelt, die sie mit häufigen Veränderungen und Zeitdruck konfrontiert. Digitalisierung, Technologisierung und ständige Erreichbarkeit stellen Mitarbeitende vor Herausforderungen, mit denen nicht jeder gleich gut umgehen kann. Belastungen und Krisen im Arbeitskontext können große Auswirkungen auf das menschliche Wohlergehen haben. Das hat dann nicht nur Folgen für die Leistungsfähigkeit des Mitarbeiters, sondern letztlich auch für die Stimmung im Team sowie für die Innovations- und Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens.

Ein für Unternehmen wichtiger Fakt: Resilienz ist trainierbar! Sie können die Handlungskompetenz und innere Widerstandskraft Ihrer Beschäftigten zum Beispiel mit Resilienzworkshops entwickeln und stärken, um gemeinsam die Unternehmensziele zu erreichen und Herausforderungen wie Stresssituationen zielorientierter zu bewältigen.

Was ist Resilienz eigentlich genau?

Resilienz bezeichnet die Fähigkeit, mit Belastungen und Krisen wirkungsvoll umzugehen, die innere Widerstandskraft, um aus kritischen Lebensphasen das Beste zu machen. Resiliente Personen sind in der Lage, sich von einer schwierigen Situation erst zu distanzieren, indem sie quasi einen Schritt zurück machen und das Ganze mit etwas Abstand analysieren und sie dann positiv für sich zu nutzen. Dies gelingt ihnen, indem sie auf ihre inneren Ressourcen zurückgreifen – wie beispielsweise auf ihre Beziehungsfähigkeit, Selbstakzeptanz, Kreativität, ihren Mut, ihr Vertrauen oder ihren Humor. Man kann sagen, wer resilient ist, kann situationselastisch reagieren.

So machen Sie Ihre Belegschaft resilienter

Zwei Tipps vorab:

  1. Resilienztrainings setzen das „Wollen“ der Teilnehmerinnen und Teilnehmer voraus, denn nur dann funktioniert es, eigene Verhaltensmuster zu reflektieren und gegebenenfalls zu ändern.
  2. Geschäftsführung und Führungskräfte, die sich ihrer Vorbildrolle bewusst sind, setzen ein wichtiges Signal indem sie selbst an Resilienztrainings teilnehmen - Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu Schulungen zu „schicken“ wird mit Sicherheit nicht den gewünschten Erfolg bringen.

Resilienztrainings können sehr unterschiedlich ausgestaltet sein. Im Kern geht es darum zu reflektieren wie der eigene Umgang mit Belastungen ist und sich seiner eigenen Glaubenssätze bewusst zu werden. Welche Glaubenssätze wirken negativ und welche Glaubenssätze könnten helfen eine schwierige Situation leichter zu meistern und sich zu stabilisieren?

Im Rahmen solcher Trainings lernen die Teilnehmerinnen und Teilnehmern sich selbst und ihre Reaktionen besser kennen, sie schulen ihre Wahrnehmung und stärken ihre Achtsamkeit. Dadurch lernen sie ihren Fokus anders zu legen und somit Belastungen und Veränderungen als weniger problemreich wahrzunehmen. Mit Resilienzkursen können Sie Ihre Mitarbeiter zum Beispiel darin unterstützen, sensibler dafür zu werden, wann das Arbeitspensum zu hoch ist und Gefordert-Sein in Überfordert-Sein umschlägt. Dazu gehört es auch zu lernen, dieser Überforderung dann entgegensteuern zu können.

In Resilienztrainings werden Techniken und Methoden vermittelt, mit der Menschen ihre Resilienz stärken und trainieren können. Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Trainings lernen ihre vorhandene Ressourcen zu erkennen und zu aktivieren, entwickeln innere Stärke und den Umgang mit Unerwartetem – sie stärken sozusagen den eigenen Schutzschild gegen Stress.

Wie man konkret an seiner Resilienz arbeiten kann und wie Unternehmen Resilienztrainings nutzen, erfahren Sie von der Expertin und Buchautorin Prof. Dr. Jutta Heller in unserem spannenden Podcast.

Resilienter Mensch, resilientes Team, resiliente Organisation

Neben der individuellen Resilienz jedes einzelnen Menschen kann auch die Team- und organisationale Resilienz gestärkt werden.

In Unternehmen treffen verschiedene Charaktere aufeinander, die mit Stress unterschiedlich umgehen, das kann gerade in Drucksituationen durchaus zu Spannungen im Team führen. Hier kommt die Teamresilienz ins Spiel. Sie ist sozusagen die Schnittmenge zwischen individueller und organisationaler Resilienz. Es geht hierbei vor allem um Themen wie: Wie arbeiten wir zusammen? Wie gehen wir mit Arbeitsverteilung um? Fördern lässt sich die Teamresilienz durch gegenseitige Wertschätzung, eine positive Fehlerkultur und eine gemeinsame Wertebasis.  

Und dann ist da noch die organisationale Resilienz. Sie fragt danach, wie das Unternehmen z.B. mit Kernprozessen und Informationen umgeht. Gibt es eine offene Fehlerkultur, mit der man Fehler von Mitarbeitern transparent behandelt und daraus lernt? Oder herrscht eine Kritikkultur, sodass sich Mitarbeitende nicht trauen Fehler zuzugeben und dadurch eine Arbeitsumgebung des Misstrauens entsteht? Auch wie Abteilungen in Krisensituationen zusammenarbeiten muss im Zuge der organisationalen Resilienz beobachtet werden. Förderlich für die Entwicklung organisationaler Resilienz sind gemeinsame Visionen und Ziele, eine positive, wertschätzende Kultur und offen kommunizierte Informationen und Wissen.

Investition in Resilienz = Investition in die Unternehmenszukunft

Ihr Unternehmen soll auch in belastenden und unvorhersehbaren Situationen funktions- und leistungsfähig und somit wettbewerbsfähig bleiben? Dann sind Sie gut beraten, das Thema „Resilienz“ mit an Bord zu nehmen. So kann die Crew Ihres Unternehmens auch in stürmischer See einen kühlen Kopf behalten und das gemeinsame Ziel erreichen.

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