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Transkript: Folge 52

KOFA auf dem Sofa: Generationskonflikt im Betrieb – Das hätte es früher nicht gegeben

Jens: 
Liebe Zuhörerinnen und Zuhörer, schön, dass Sie wieder eingeschaltet haben zu einer neuen Ausgabe von KOFA auf dem Sofa. Machen Sie es sich bequem und, wenn ich das heute mal empfehlen darf, nehmen Sie sich am besten ein erfrischendes Kaltgetränk zur Hand, denn wir beschäftigen uns heute mit einem Thema, bei dem die Diskussion etwas hitziger werden könnte. 

Sibylle: 
Hallo Jens, ja, das klingt aufregend, was wir heute vorhaben. Ich habe noch eben hier, jetzt habe ich ihn am Mann, der Eistee ist am Mann, es kann losgehen. Dann lass uns doch mal hören, was heute für Dampf sorgen wird. 

Jens: 
Also, die Jugend von heute liebt ja den Luxus. Sie hat schlechte Manieren, verachtet die Autorität, hat keinen Respekt mehr vor älteren Leuten und diskutiert, wo sie arbeiten sollte. Die Jugend steht nicht mehr auf, wenn Ältere das Zimmer betreten. 

Sibylle: 
Ja gut, das sind jetzt so die gängigen Vorurteile, die man so kennt. Alt gegen jung sozusagen, die hört man in letzter Zeit ja auch öfter. 

Jens: 
Genau, in letzter Zeit ist gut. Dieses Zitat, was ich gerade vorgelesen habe, das war vom guten alten Sokrates. Der soll das vor über 2400 Jahren gesagt haben. Ob das so stimmt, weiß man zwar nicht, aber ich glaube, was stimmt, ist, dass es wahrscheinlich wirklich schon so lange, wie es Menschen gibt, so ist, dass die ältere Generation pauschale Annahmen über die jüngere trifft – und die sind eben nicht immer positiv. 

Sibylle: 
Das zeigt, dass das Problem offensichtlich nicht neu ist. Eine Generation hat die andere schon immer ein bisschen auf dem Kicker gehabt. Ganz beliebt sind ja auch so Sprüche wie: „Das hätte es bei uns früher nicht gegeben“ oder „Damals, als hier noch richtig gearbeitet wurde“. Solche Sprüche kommen heute gerne aus der Babyboomer-Generation, also quasi von unseren Eltern. Und da gibt es ja auch diese Redewendung im Netz: „OK Boomer“. 

Jens: 
Eigentlich kann man sich ja wundern, dass es zwischen den Generationen immer wieder Reibungspunkte gibt. Denn alle Älteren waren ja mal jung und die Jungen werden ja auch älter. Aber offenbar vergisst man das gerne. 

Sibylle: 
Genau, und diese Unterschiede zeigen sich nicht nur privat, sondern auch im Job. Wenn ich durch meinen Social-Media-Feed scrolle, taucht das Thema Generationenkonflikte am Arbeitsplatz immer wieder auf. Vor allem wird jungen Menschen oft eine hohe Anspruchshaltung zugeschrieben. Und wir wollen heute darüber sprechen: Was passiert eigentlich, wenn mehrere Generationen am Arbeitsplatz aufeinandertreffen? Und wie lassen sich Konflikte vermeiden? 
 
Jens: 
Dann lass uns doch mal schauen, was Generationen überhaupt sind. 

Sibylle: 
Wir meinen damit Menschen, die im selben Zeitraum geboren wurden und durch ähnliche gesellschaftliche Ereignisse geprägt sind. Ganz kurz die wichtigsten Generationen: Die Babyboomer, geboren zwischen 1946 und 1964, geprägt vom Wirtschaftswunder. Arbeit hat für sie einen hohen Stellenwert. 

Jens: 
Die klassische Machergeneration. 

Sibylle: 
Genau. Danach kommt die Generation X, geboren zwischen 1965 und 1980. Diese Generation hat eher Krisen erlebt und legt mehr Wert auf Work-Life-Balance. 

Jens: 
Dann kommen wir. 

Sibylle: 
Genau, die Generation Y, auch Millennials genannt. Uns wird nachgesagt, dass wir viel hinterfragen und Wert auf Selbstbestimmung legen. 

Jens: 
Ich stelle nur gerne Dinge infrage. 

Sibylle: 
Genau so. Und dann die Generation Z: digital aufgewachsen, selbstbewusst, sinnorientiert und gleichzeitig sicherheitsorientiert. 
 
Jens: 
Wenn man das so hört, merkt man schon, wie unterschiedlich die Ansprüche sind. Da sind Konflikte fast vorprogrammiert. 

Sibylle: 
Ja, aber es ist auch menschlich. Wichtig ist, neugierig zu bleiben statt zu bewerten. 

Jens: 
Wir haben dazu mit Ursula Kilburg von der Metallgießerei Luck gesprochen. Dort arbeiten mehrere Generationen zusammen. 

(Einspieler sinngemäß integriert) 

Sibylle: 
Was ich daran schön finde: Der Austausch passiert ganz automatisch im Alltag. 

Jens: 
Und sie haben das Wissen sogar dokumentiert, in einer sogenannten Gießereifibel. 

Sibylle: 
Das ist super wichtig, damit Wissen nicht verloren geht. 

Jens: 
Und auch andersrum können Ältere von Jüngeren lernen, zum Beispiel im Umgang mit digitalen Tools. 

Sibylle: 
Genau, und dazu haben wir auch mit Magdalena Münstermann gesprochen. 

(Einspieler sinngemäß integriert) 

Jens: 
Das zeigt: Teamarbeit ist entscheidend. 

Sibylle: 
Und Kommunikation ist der Schlüssel. Nicht übereinander reden, sondern miteinander. 

Jens: 
Aber es gibt ja auch diese Haltung: Lehrjahre sind keine Herrenjahre. 

Sibylle: 
Ja, und gleichzeitig ist die Generation Z sehr selbstbewusst. Sie kennt ihren Wert und fordert Rahmenbedingungen ein. Und ich finde, davon können wir alle lernen. 

Jens: 
Und gleichzeitig ist es wichtig, auch die Bedürfnisse der älteren Generationen im Blick zu behalten. 

Sibylle: 
Genau. Angebote sollten für alle da sein: flexible Arbeitszeiten, Weiterbildung, Entwicklungsmöglichkeiten. 
 
Jens: 
Denn die Zahlen sind klar: In den nächsten zehn Jahren gehen sieben Millionen Fachkräfte in Rente. 

Sibylle: 
Und deshalb ist Wissenstransfer so wichtig. Zum Beispiel durch Lerntandems. 

Jens: 
Und wenn Konflikte eskalieren? 

Sibylle: 
Dann kann externe Mediation helfen, zum Beispiel über die IHK. 

Jens: 
KOFA to go, Wissen zum Mitnehmen. Sibylle, deine drei Tipps. 

Sibylle: 
Erstens: Kommunikation. 
Zweitens: Angebote für alle Generationen. 
Drittens: Lernen voneinander ermöglichen, zum Beispiel durch Tandems 

Jens: 
Die Bitte geht also an alle: Offen bleiben. 

Sibylle: 
Und nicht alles ist „OK Boomer“. 

Jens: 
In zwei Wochen hören wir uns wieder. 

Sibylle: 
Dann sprechen wir über den Wert einer guten Trennung. 

Jens: 
Bis dahin, tschüss. 

Sibylle: 
Machen Sie es gut. 

Abmoderation: 
Fachleute für Fachkräfte – KOFA auf dem Sofa, der Podcast.