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Transkript: Folge 40

Jens: 
KOFA auf dem Sofa, der Podcast mit Sibylle Stippler und Jens Breuer.

Herzlich willkommen zu einer neuen Folge.

Links auf dem Sofa sitzt Sibylle. Hallo Sibylle.

Sibylle: 
Hallo Jens, ich freue mich.

Jens: 
Und rechts sitzt unser heutiger Gast, Sascha Klein von der Agentur HYPR in Berlin.

Sascha, schön, dass du da bist.

Sascha: 
Hallo, moin und schöne Grüße ins restliche Deutschland.

Jens: 
Heute sprechen wir über das Thema Social Media und kleine und mittlere Unternehmen.

Wie bringt man beides erfolgreich zusammen, gerade auch mit Blick auf Nachwuchsgewinnung?

Sibylle: 
Unsere Studien zeigen, dass Social Media für Jugendliche eine wichtige Rolle spielt.

Jeder vierte nutzt Social Media zur Berufsorientierung.

Das heißt, junge Menschen sind offen dafür, dort auch Arbeitgeber kennenzulernen.

Viele Unternehmen haben hier aber noch Berührungsängste.

Jens: 
Sascha, du schreibst in deiner Bio, dass du mit Kommunikation eine „Delle ins Universum schlagen“ willst.

Was meinst du damit?

Sascha: 
Das ist ein Zitat von Steve Jobs.

Ich selbst hatte lange das Gefühl, eher durchschnittlich zu sein.

Erst durch meine Arbeit im Journalismus und später in der PR habe ich gemerkt, dass ich etwas gut kann.

Das hat meinen Ehrgeiz geweckt.

Wenn wir Zeit in Arbeit investieren, sollten wir versuchen, sie so gut wie möglich zu machen.

Deshalb arbeiten wir gern mit ambitionierten Unternehmen zusammen.

Jens: 
Was rätst du kleinen und mittleren Unternehmen? Social Media machen oder lieber lassen?

Sascha: 
Auf jeden Fall machen.

Gerade für kleinere Unternehmen ist Social Media besonders wertvoll.

Große Unternehmen sind ohnehin sichtbar. Kleine Unternehmen müssen sich diese Sichtbarkeit erst aufbauen.

Social Media bietet dafür eine offene Plattform. Jeder kann teilnehmen.

Jens: 
Aber wie wird man überhaupt wahrgenommen?

Sascha: 
Die wichtigste Frage ist zuerst: Wer bist du und was ist dein Ziel?

Unternehmen wissen in der Regel, wen sie erreichen wollen, also Kunden oder zukünftige Mitarbeitende.

Darauf aufbauend wählt man den richtigen Kanal.

Das kann Instagram sein, aber auch LinkedIn, TikTok oder sogar Xing.

Wichtig ist, die eigenen wirtschaftlichen Ziele zu kennen und daraus die Kommunikation abzuleiten.

Sascha: 
Dann geht es um Inhalte.

Reine Werbung funktioniert nicht.

Man muss überlegen, was die Zielgruppe interessiert.

Wenn man diese Schnittmenge findet, kann Social Media sehr erfolgreich sein.

Jens: 
Wie hebt man sich von anderen Unternehmen ab, wenn viele ähnliche Angebote haben?

Sascha: 
Ich würde widersprechen, dass Angebote wirklich gleich sind.

Eine Pizzeria ist nicht gleich eine Pizzeria.

Es geht um Atmosphäre, Menschen und persönliche Beziehungen.

Diese Aspekte kann man über Social Media sichtbar machen.

Zum Beispiel, indem man Mitarbeitende vorstellt oder Einblicke in den Alltag gibt.

Sibylle: 
Das passt sehr gut zu unseren Studien.

Viele Unternehmen zeigen zu wenig Einblicke in ihr Team oder ihre Arbeitsweise.

Nur etwa 15 Prozent machen das bisher aktiv.

Social Media wäre hier eine große Chance.

Sibylle: 
Wer übernimmt denn Social Media in kleinen Unternehmen?

Sascha: 
Das Problem ist, dass „kleine und mittelständische Unternehmen“ eine sehr große Bandbreite abdecken.

Das kann ein Zwei-Personen-Betrieb sein oder ein Unternehmen mit mehreren tausend Mitarbeitenden.

Grundsätzlich finde ich es wichtig, Kommunikation nah an der Geschäftsführung zu verorten.

Die Geschäftsführung weiß, wohin sich das Unternehmen entwickeln soll und welche Ziele verfolgt werden.

Diese Ziele sind entscheidend für die Kommunikation.

Sascha: 
Wenn zum Beispiel eine neue Filiale eröffnet wird oder das Angebot erweitert wird, dann steckt dahinter immer ein wirtschaftliches Ziel.

Und genau darauf sollte Kommunikation einzahlen.

Geht es darum, mehr Kundinnen und Kunden zu gewinnen, dann steht das Produkt stärker im Fokus.

Geht es darum, neue Mitarbeitende zu finden, dann sollte man das Team und die Arbeitsatmosphäre zeigen.

Sascha: 
Die Geschäftsführung sollte deshalb Teil der Kommunikationsstrategie sein.

Ob sie auch die operative Umsetzung übernimmt, hängt von Zeit und Ressourcen ab.

Gerade in kleineren Unternehmen kann es aber sinnvoll sein, dass sie zumindest am Anfang eng eingebunden ist.

Jens: 
Ihr arbeitet ja stark mit personenzentrierter Kommunikation.

Auf eurer Website steht, dass Menschen spannender sind als Unternehmen und Haltung überzeugender ist als ein Produkt.

Heißt das im Umkehrschluss, dass Produkte weniger wichtig sind?

Sascha: 
Nein, das eine schließt das andere nicht aus.

Es kommt immer auf das Ziel an.

Wenn ich zum Beispiel mehr Produkte verkaufen möchte, dann muss ich auch mein Produkt zeigen.

Wenn ich aber etwas Besonderes anbiete, sollte das klar sichtbar sein.

Sascha: 
Bleiben wir beim Beispiel Pizzeria.

Wenn ich die einzige vegane Pizzeria in meiner Stadt bin, dann ist das mein Alleinstellungsmerkmal.

Dann sollte ich genau das in den Mittelpunkt stellen.

Gleichzeitig ist es wichtig, die eigene Haltung zu zeigen.

Warum mache ich das? Was ist meine Überzeugung?

Sascha: 
Kommunikation funktioniert besonders gut, wenn sie Geschichten erzählt.

Menschen erzählen sich seit jeher Geschichten.

Und genau das kann man auch auf Social Media nutzen, um Aufmerksamkeit zu erzeugen und Beziehungen aufzubauen.

Jens: 
Also geht es am Ende darum, die richtige Mischung zu finden?

Sascha: 
Geschichten wurden schon immer erzählt, lange bevor es Social Media gab.

Wir erzählen uns aber selten Geschichten über Produkte oder Unternehmenszahlen, sondern über Menschen.

Über das, was sie tun oder nicht tun.

Und genau dieser menschliche Fokus ist entscheidend, wenn man auf Social Media Aufmerksamkeit erzeugen möchte.

Sascha: 
Social Media heißt nicht ohne Grund so.

Es wurde ursprünglich für Menschen entwickelt, nicht für Unternehmen.

Facebook zum Beispiel entstand als Plattform für Studierende, Instagram als Netzwerk für das Teilen von Bildern.

Erst später kamen die Unternehmen dazu.

Sascha: 
Viele glauben, dass bestimmte Netzwerke immer nur privat oder nur beruflich genutzt werden.

Aber die Realität zeigt, dass sich diese Grenzen zunehmend auflösen.

Persönliche Inhalte finden ihren Weg in berufliche Netzwerke und umgekehrt.

Sibylle: 
Ich erlebe oft, dass Unternehmen viele spannende Geschichten haben, diese aber nicht nach außen tragen.

Es fällt ihnen schwer, sich öffentlich zu zeigen.

Dabei gibt es heute viel mehr Möglichkeiten als früher, sichtbar zu werden.

Sibylle: 
Eine häufige Hürde ist der Aufwand.

Viele Unternehmen sagen, Social Media sei zu zeitintensiv.

Wie viel Zeit muss man denn tatsächlich investieren?

Sascha: 
Das hängt stark davon ab, was man erreichen möchte.

Wenn es nur darum geht, präsent zu sein und grundlegende Informationen bereitzustellen, ist der Aufwand gering.

Wenn man mehr erreichen möchte, muss man entsprechend mehr Zeit investieren.

Sascha: 
Die Frage ist auch, wer die Aufgabe übernimmt.

Wenn jemand ohne Interesse daran zuständig ist, wird es schwierig.

Social Media braucht Motivation und Verständnis für Inhalte.

Sascha: 
Ein großes Problem ist, dass viele Menschen nicht daran gewöhnt sind, Geschichten zu erzählen.

Das wird in der Schule kaum vermittelt.

Dabei ist genau das der Kern von Social Media.

Sascha: 
Außerdem ist das Bild von Social Media oft negativ geprägt.

Dabei passiert dort auch sehr viel Positives.

Menschen helfen sich gegenseitig, teilen Wissen und unterstützen sich.

Sascha: 
Ein gutes Beispiel dafür ist Wikipedia.

Das größte Wissensnetzwerk der Welt basiert auf Zusammenarbeit von Menschen.

Und ähnlich funktioniert auch Social Media.

Sascha: 
Mein Rat ist: Nicht blind jedem Trend folgen.

Nur weil ein Kanal gerade gehypt wird, heißt das nicht, dass er für jedes Unternehmen sinnvoll ist.

Probieren Sie Dinge aus, beobachten Sie andere und lassen Sie sich inspirieren.

Sascha: 
Und vor allem: Nutzen Sie Social Media, wenn Sie mit Menschen kommunizieren möchten.

Wenn das nicht Ihr Ziel ist, dann ist Social Media wahrscheinlich nicht der richtige Kanal.

Jens: 
Und ansonsten einfach Mut haben, es auszuprobieren, mit allen Chancen, die sich bieten, auch als kleines und mittleres Unternehmen.

Sascha, danke, dass du heute bei uns auf dem KOFA-Sofa warst.

Sascha: 
Danke für die Einladung, es hat mir großen Spaß gemacht.

Jens: 
KOFA to go, Wissen zum Mitnehmen.

Social Media in kleinen und mittleren Unternehmen ergibt Sinn, gerade auch bei der Suche nach Nachwuchs und Fachkräften.

Sibylle hat auch diesmal wieder drei praktische Tipps für Sie.

Sibylle: 
Tipp Nummer 1: Bevor Sie mit Social Media starten, sollten Sie eine Karriere-Webseite aufgebaut haben.

Auf Social Media können Inhalte oft nur verkürzt dargestellt werden. Auf Ihrer Webseite können Sie weiterführende Informationen bereitstellen.

Sibylle: 
Tipp Nummer 2: Für einen erfolgreichen Social-Media-Auftritt ist eine strategische Herangehensweise wichtig.

Definieren Sie Ihre Ziele und Zielgruppen und wählen Sie die passenden Kanäle aus.

Sie müssen nicht auf allen Plattformen aktiv sein.

Sibylle: 
Tipp Nummer 3: Nutzen Sie die Kompetenzen Ihrer Mitarbeitenden.

Wenn Sie Azubis haben, die sich mit Social Media auskennen und gern vor der Kamera stehen, binden Sie sie ein.

Erarbeiten Sie gemeinsam eine Strategie und passende Inhalte.

Jens: 
KOFA to go, Wissen zum Mitnehmen.

Freuen Sie sich schon jetzt auf die nächste Folge.

Dann ist Magdalena Rogel bei uns zu Gast und wir sprechen über Karrierewege per Quereinstieg.

Sie ist selbst ein Beispiel dafür: ursprünglich Kindergärtnerin, heute verantwortlich für Diversität und Inklusion bei Microsoft Deutschland.

Jens: 
Vielen Dank fürs Zuhören.

Wir hören uns am 1. Dezember wieder.

Sibylle: 
Tschüss, machen Sie es gut.

Jens: 
Fachleute für Fachkräfte. KOFA auf dem Sofa, der Podcast.