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Studie 4/2021: KOFA-Personalarbeitsindex

Der repräsentative Personalarbeitsindex 2021 des Kompetenzzentrums Fachkräftesicherung (KOFA) analysiert den Stand der strategischen Personalarbeit in deutschen Unternehmen.

Nur drei von zehn Unternehmen betreiben eine ausgeprägt strategische Personalarbeit

Nur jedes Dritte Unternehmen setzt auf eine strategische Personalarbeit und ist in den Bereichen Analyse, Positionierung als Arbeitgeber, Rekrutierung, Mitarbeiterbindung und Qualifizierung überdurchschnittlich gut aufgestellt. Ausgeprägt strategisch aufgestellt sind per Definition in dieser Studie Unternehmen, die in allen fünf Säulen aktiv sind und mindestens 16 der 32 abgefragten Maßnahmen umsetzen. Diese Unternehmen nutzen die gesamte Maßnahmenvielfalt der betrieblichen Personalarbeit in der Breite und in der Tiefe.

Immerhin 32,4 Prozent der Unternehmen betreiben grundlegende strategische Personalarbeit, in dem sie mindestens eine Maßnahme in jeder Säule umsetzen. 37,2 Prozent der befragten Unternehmen verfügen über kein strategisches Personalmanagement, das heißt, sie setzen nicht in jeder der fünf Säulen eine Maßnahme um. Am häufigsten vernachlässigen sie die Bereiche Qualifizierung, Analyse des eigenen Unternehmens sowie die Positionierung als attraktiver Arbeitgeber.

Sehr viele Unternehmen haben Probleme bei der Gewinnung von Beschäftigten

Dies überrascht, da sieben von zehn Unternehmen angeben, Probleme bei der Gewinnung von Beschäftigten zu haben und strategische Personalarbeit einen Beitrag zur betrieblichen Fachkräftesicherung leisten kann. So verfügen insgesamt nur fünf Prozent der Unternehmen über eine Employer Brand. Nur 14,2 Prozent der Unternehmen haben eine eigene Karrierewebsite. Und nur jedes zehnte Unternehmen beschäftigt sich mit dem Feedback auf Bewertungsportalen wie Kununu oder Glassdoor, die für Bewerber/-innen zunehmend an Bedeutung gewinnen.

Kleine Unternehmen mit weniger als 50 Mitarbeitenden sollten den demografischen Wandel noch aktiver angehen und die Nachfolgeplanung intensivieren

Es ist an der Zeit zu handeln, denn in denkommenden Jahren werden altersbedingt immer mehr Arbeitnehmer/-innen in den Ruhestand gehen. Trotzdem analysieren nur vier von zehn kleinen Unternehmen systematisch die Altersstruktur ihrer Beschäftigten. Dies kann zu Schwierigkeiten bei der Nachbesetzung führen. Mittelgroße und große Unternehmen haben die Altersstruktur ihrer Belegschaft stärker im Blick: Sechs von zehn der mittelgroßen und gut sieben von zehn der größeren Unternehmen mit mehr als 250 Mitarbeitenden analysieren regelmäßig die Altersstruktur der Belegschaft. Eine systematische Nachfolgeplanung für freiwerdende Stellen betreiben 44 Prozent aller Unternehmen.

Mehr personelle Ressourcen und Fachwissen könnten der Personalarbeit einen Schub verleihen

Viele Unternehmen erleben Hindernisse, wenn sie ihre Personalarbeit weiterentwickeln möchten. Knapp sechs von zehn Unternehmen geben an, dass ihnen personelle Ressourcen fehlen. Hierbei spielt eine Rolle, dass kleine Unternehmen häufiger keine eigene Personalabteilung haben und keine Personalexpert/-innen beschäftigen. In 91,0 Prozent der kleinen (bis 49 Mitarbeitende) und 61,9 Prozent der mittleren (bis 249 Mitarbeitende) Unternehmen ist die Geschäftsführung neben vielem anderen auch für das Personalwesen zuständig. So geben KMU häufiger an, dass es ihnen an Fachwissen im betrieblichen Personalmanagement fehlt. Dies erweist sich für kleine Unternehmen als Nachteil bei der Fachkräftesicherung.

Kleine Unternehmen haben noch Potenzial beim Personalmanagement, aber auch eine gute Startposition und eine persönlichere Unternehmenskultur

Viele kleine Unternehmen engagieren sich sehr für ihr Personal. Über die Hälfte von ihnen hat verstanden, wie wichtig eine strategische Personalarbeit ist. So decken bereits sechs von zehn der kleinen Unternehmen die wichtigen Bereiche Unternehmensanalyse, Rekrutierung, Bindung von Mitarbeitenden, Qualifizierung und Positionierung als Arbeitgeber ab. Kleine Unternehmen können durch den engeren persönlichen Kontakt und die flachen Hierarchien punkten, ebenso wie durch schnelle Bewerbungsverfahren. 74,5 Prozent der kleinen Unternehmen gelingt es, innerhalb von vier Wochen einen Bewerbungsprozess abzuschließen; bei Großunternehmen trifft dies nur zu 66,9 Prozent zu.

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