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KOFA-Kompakt: Fachkräftesituation in Deutschlands Kohleregionen

© KOFA

Der Ausstieg aus der Kohleverstromung bis zum Jahr 2038 bedeutet für die Braunkohleregionen in Deutschland einen starken Strukturwandel. Es ist zu erwarten, dass sich der Bedarf an Berufen, welche direkt und indirekt mit der Kohle (-strom) -Produktion zusammenhängen, stark verändern wird. In dieser Studie wird dabei die Arbeits- und Ausbildungsmarktsituation in den drei Kohleregionen Lausitzer Revier, Mitteldeutsches Revier und Rheinisches Revier untersucht.

Die stärksten Engpässe finden sich im Lausitzer Revier

Insgesamt nahmen zwischen 2015 und 2019 in allen drei Braunkohleregionen und auch in Deutschland die Fachkräfteengpässe insgesamt stark zu. Derzeit ist das Lausitzer Revier dabei am stärksten von Fachkräfteengpässen betroffen. Acht von zehn Stellen sind dort in Engpassberufen ausgeschrieben. Im Mitteldeutschen Revier stagnieren die Zahlen und im Rheinischen Revier gehen die Engpässe sogar leicht zurück. Insgesamt gibt es derzeit laut der Statistik der Kohleindustrie 20.336 Beschäftigte in der Braunkohleindustrie. Mit 9.785 Beschäftigten arbeiten die meisten davon im Rheinischen Revier, 8.116 Beschäftigte arbeiten im Lausitzer Revier und nur rund 2.300 im Mitteldeutschen Revier. Im Lausitzer Revier machen die Beschäftigten der Kohleindustrie dabei 2,0 Prozent aller sozialversicherungspflichtig Beschäftigten aus, im Rheinischen 1,2 Prozent und im Mitteldeutschen Revier lediglich 0,3 Prozent.

Fachkräfteengpässe in der Pflege und der Öffentlichen Verwaltung

In den verschiedenen Revieren sind dabei unterschiedliche Berufe von Fachkräfteengpässen betroffen. Im Lausitzer Revier sind beispielsweiße Fachkräfte in der Augenoptik und der Altenpflege sowie Spezialisten in der Sprachtherapie besonders nachgefragt und offene Stellen sind nur schwer zu besetzen. Im Mitteldeutschen Revier sind unter anderem Fachkräfte der Kältetechnik, Spezialisten im Bereich Fachkrankenpflege und Experten der Öffentlichen Verwaltung dünn gesät. Auch im Rheinischen Revier fehlen Spezialisten und Experten in der Pflege und der Öffentlichen Verwaltung. Darüber hinaus werden Fachkräfte der Forstwirtschaft und der Hörgeräteakustik dort stark nachgefragt.

Zahl der unbesetzten Ausbildungsstellen steigt im Rheinischen und Lausitzer Revier

Auch am Ausbildungsmarkt unterscheiden sich die drei Reviere Während im Lausitzer und im Mitteldeutschen Revier die Anzahl an neu abgeschlossen Ausbildungsverträgen zugenommen hat, ist im Rheinischen Revier die Zahl der neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge im Vergleich zu 2013 gesunken. Im Rheinischen und im Lausitzer Revier haben Unternehmen zunehmend Probleme ihre Ausbildungsplätze zu besetzen. Dort steigt die Anzahl der unbesetzten Ausbildungsplätze. Im Mitteldeutschen Revier ist die Zahl erstmals seit 2018 rückläufig. 

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