Skip to content
Wenn Sie hier klicken, kommen sie zur StarteiteHome Icon
Home
Future Skills für KMU: Kompetenzen für die Arbeitswelt von morgen

Future Skills für KMU: Kompetenzen für die Arbeitswelt von morgen

Die Arbeitswelt verändert sich mit großer Geschwindigkeit. Künstliche Intelligenz, Digitalisierung, Nachhaltigkeit und demografischer Wandel führen dazu, dass sich Berufsbilder und Tätigkeiten in allen Branchen wandeln. Dadurch gewinnen Future Skills (Zukunftskompetenzen) zunehmend an Bedeutung. Für kleine und mittlere Unternehmen (KMU) wird es entscheidend, frühzeitig zu erkennen, welche Kompetenzen künftig gefragt sind und wie sie diese gezielt aufbauen.

Beitrag teilen:

Das Wichtigste in Kürze

  • Future Skills werden immer wichtiger: Digitalisierung, KI und Nachhaltigkeit verändern Tätigkeiten und Anforderungen in allen Branchen. 

  • Gefragt sind vor allem digitale, technologische, soziale und überfachliche Kompetenzen: etwa Datenkompetenz, Problemlösungsfähigkeit, Innovationsfähigkeit oder Kollaboration. 

  • KMU können Kompetenzen gezielt aufbauen: vor allem durch Weiterbildung und praxisnahes Lernen im Arbeitsalltag.

Definition: Was sind Future Skills?

Future Skills (oder Zukunftskompetenzen) umfassen fachliche und überfachliche Kompetenzen, die Menschen befähigen, in einer von Unsicherheit, technologischen Innovationen und strukturellem Wandel geprägten Arbeitswelt erfolgreich zu handeln.

Dazu zählen Fähigkeiten und Haltungen, die notwendig sind, um komplexe Probleme zu lösen, neue Technologien sinnvoll zu nutzen und Veränderungen im Arbeitsalltag aktiv mitzugestalten. Dabei stehen lebenslanges Lernen und Anpassungsfähigkeit im Mittelpunkt.

Der Begriff „Future Skills“ meint keine völlig neuen Kompetenzen, sondern Fähigkeiten, die für zukünftige Anforderungen der Arbeitswelt besonders wichtig sind.

 

 

Warum sind Future Skills für KMU wichtig?

Für kleine und mittlere Unternehmen (KMU) ist der Aufbau von Future Skills besonders wichtig. Sie sind häufig stärker vom Fachkräftemangel betroffen und verfügen gleichzeitig über weniger Ressourcen, um fehlende Kompetenzen kurzfristig extern „einzukaufen“. 

Herausforderungen für KMU

Mitarbeitende übernehmen oft vielfältige Aufgaben und müssen flexibel auf Veränderungen reagieren. 

Zugleich steigen die Anforderungen an Kompetenzen: Der IW-Report „Führung in der Transformation“ (2024) zeigt, dass Kompetenzen in den Bereichen Künstliche Intelligenz, IT-Sicherheit, Cloud-Infrastruktur, Data Analytics, nachhaltige Produktion und Resilienz bis 2030 an Bedeutung gewinnen werden.

Warum Future Skills entscheidend sind

Qualifizierung und Weiterbildung der bestehenden Belegschaft werden daher zu einem zentralen Hebel, um Digitalisierung, Innovation und nachhaltige Transformation erfolgreich umzusetzen und damit wettbewerbsfähig zu bleiben.  

Darüber hinaus steigert der Aufbau von Future Skills im eigenen Unternehmen die Zufriedenheit der Beschäftigten und stärkt die Mitarbeiterbindung.

Porträt von Miriam Schöpp

„Future Skills sind die Grundlage dafür, dass Mitarbeitende auch in Zukunft handlungsfähig bleiben – sie verbinden digitale, soziale und transformative Kompetenzen zu einem echten Wettbewerbsvorteil.“

Miriam SchöppKOFA-Expertin

Welche Arten von Future Skills gibt es?

Future Skills lassen sich in fünf zentrale Kategorien einteilen: 

  • Grundlegende Zukunftskompetenzen  

  • Transformative Zukunftskompetenzen  

  • Gemeinschaftsorientierte Zukunftskompetenzen 

  • Digitale Zukunftskompetenzen  

  • Technologische Zukunftskompetenzen

Ein häufig genutzter Ansatz ist der des Stifterverbandes, der in seinem aktuellen „Framework“ eine Prognose für die relevanten Kompetenzen bis zum Jahr 2030 gibt.

In der Grafik werden die identifizierten Kompetenzen in den fünf Kategorien zusammengefasst:

Future Skills: die 5 Kategorien im Überblick

Im Folgenden wird erklärt, welche Future Skills hinter den einzelnen Kategorien stehen und welche Bedeutung sie für KMU im Arbeitsalltag haben.

1. Grundlegende Zukunftskompetenzen

Grundlegende Zukunftskompetenzen bilden das Fundament der Future Skills. 

Sie ermöglichen es Beschäftigten, neue Anforderungen zu verstehen, Wissen kontinuierlich zu erweitern und Probleme eigenständig zu lösen.  

Typische Kompetenzen:

  • kritisches Denken 

  • Kommunikationsfähigkeit 

  • Kooperation und Kollaboration 

  • Problemlösungsfähigkeit 

  • Lernbereitschaft 

  • Kreativität und Selbstreflexion

Für KMU sind diese Future Skills besonders wichtig, da Mitarbeitende häufig vielfältige Aufgaben übernehmen und flexibel auf neue Anforderungen reagieren müssen. So sollten beispielsweise Beschäftigte im Handwerk oder in kleinen Produktionsbetrieben neue Technologien oder Arbeitsprozesse schnell erlernen und anwenden können.

2. Transformative Zukunftskompetenzen

Transformative Zukunftskompetenzen befähigen Menschen, Veränderungen aktiv zu gestalten.

Typische Kompetenzen:

  • systemisches Denken und Kontextwissen 

  • Innovationsfähigkeit  

  • Nachhaltigkeitskompetenz 

  • konstruktiver Umgang mit Unsicherheit und komplexen Herausforderungen (Ambiguitätskompetenz) 

Diese Kompetenzen helfen Unternehmen, auf technologische, wirtschaftliche oder nachhaltigkeitsbezogene Veränderungen zu reagieren. 

Für KMU sind transformative Zukunftskompetenzen wichtig, wenn es darum geht, Geschäftsmodelle oder Prozesse weiterzuentwickeln. Beispielsweise müssen Handwerksbetriebe zunehmend nachhaltige Materialien und energieeffiziente Technologien integrieren. Mitarbeitende mit Innovations- und Veränderungskompetenz können solche Anpassungen aktiv unterstützen.

3. Gemeinschaftsorientierte Zukunftskompetenzen

Gemeinschaftsorientierte Zukunftskompetenzen umfassen die Fähigkeit, mit anderen Menschen Lösungen zu entwickeln und Verantwortung in einer vielfältigen und vernetzten Gesellschaft zu übernehmen.  

Typische Kompetenzen:  

  • Dialogfähigkeit  

  • Demokratieverständnis 

  • Beteiligungsbereitschaft und  

  • verantwortungsvolles Handeln 

Im Arbeitsalltag vieler KMU spielen diese Kompetenzen eine wichtige Rolle für eine erfolgreiche Zusammenarbeit im Team sowie mit externen Partnern und Kunden. So arbeiten etwa Bau- oder Handwerksbetriebe regelmäßig mit unterschiedlichen Gewerken zusammen und müssen Projekte gemeinsam koordinieren.

4. Digitale Zukunftskompetenzen

Digitale Zukunftskompetenzen umfassen den sicheren, kritischen und reflektierten Umgang mit digitalen Technologien, Informationen und Daten.  

Typische Kompetenzen

  • die Fähigkeit, digitale Anwendungen sinnvoll zu nutzen (Digital Literacy),  

  • Informationen zu bewerten  

  • Der verantwortungsvolle Einsatz neuer Technologien, etwa Künstlicher Intelligenz (AI Literacy)  

Digitale Kompetenzen gelten zunehmend als Grundvoraussetzung im Arbeitsalltag. Beispiele reichen von der Nutzung digitaler Planungstools im Handwerk über datenbasierte Entscheidungen im Handel bis hin zu digitalen Kommunikations- und Kollaborationstools im Büroalltag.

Mitarbeitende müssen dabei nicht nur Anwendungen bedienen können, sondern auch verstehen, wie Daten genutzt und bewertet werden.

5. Technologische Zukunftskompetenzen

Technologische Zukunftskompetenzen umfassen spezialisierte Fähigkeiten im Umgang mit Schlüsseltechnologien. Solche Technologien sind wichtig für Innovation, Wettbewerbsfähigkeit und wirtschaftliche Entwicklung. 

 Typische Kompetenzen

  • Data Science 

  • Künstlicher Intelligenz 

  • automatisierte Systeme und Robotik  

  • Cybersicherheit 

Für KMU gewinnen sie zunehmend an Bedeutung, etwa durch den Einsatz digitaler Produktionsanlagen, intelligenter Systeme oder neuer Technologien im Arbeitsalltag.

Welche Future Skills braucht Ihr Unternehmen? So ermitteln Sie den Bedarf

Sie möchten den Kompetenzbedarf Ihres Unternehmens ermitteln? Die folgenden Schritte helfen Ihnen, relevante Future Skills zu identifizieren und gezielt weiterzuentwickeln:

  1. Schritt: Veränderungen im Unternehmen analysieren:
    Welche Entwicklungen sind geplant? Zum Beispiel die Einführung neuer Technologien, digitaler Anlagen, Umstrukturierungen, neue Software oder Digitalisierungsvorhaben?

  2. Schritt: Benötigte Kompetenzen ableiten
    Welche Kompetenzen benötigen die Mitarbeitenden und auf welchem Niveau? 

  3. Schritt: Bestehende Kompetenzen erfassen:
    Erstellen Sie eine Übersicht über vorhandene Kompetenzen unterschiedlicher Teams (z. B. über eine Qualifikationsmatrix).

  4. Schritt: Kompetenzen bewerten
    Erfassen Sie vorhandene Stärken Ihrer Mitarbeitenden in
    Mitarbeitergesprächen oder durch Selbst- und Fremdeinschätzung. Nutzen Sie dazu unsere Vorlage zur Selbst- und Fremdeinschätzung von Kompetenzen 

  5. Schritt: Individuelle Lern- und Entwicklungsprozesse planen: 
    Legen Sie gemeinsam fest, wie fehlende Kompetenzen gezielt aufgebaut werden können. 

  6. Schritt: Lernprozesse auswerten: Prüfen Sie regelmäßig, welche Maßnahmen bereits gut funktionieren und wo es noch Anpassungsbedarf gibt. 

  7. Schritt: Kompetenzzuwächse sichtbar machen und belegen: Halten Sie fest, welche Fortschritte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter machen.

Aufbauend auf dieser Analyse stellt sich die nächste Frage: Wie lassen sich die identifizierten Future Skills im Unternehmen gezielt entwickeln?

Wie lassen sich Future Skills in KMU entwickeln?

Um Future Skills aufzubauen, können KMU verschiedene Ansätze nutzen. Neben klassischen Schulungen oder Weiterbildungsmaßnahmen spielt praxisnahes Lernen im Arbeitsalltag („Learning on the Job“) eine zentrale Rolle. 

Auch kollegiale Lern- und Austauschrunden (Peer-Lernen oder Hospitation), Selbstlernformate, Coachings, Workshops sowie gezielte (Online-)Trainings sind mögliche Methoden, Future Skills zu entwickeln.  

Die folgenden Beispiele zeigen, wie KMU Future Skills in der Praxis entwickeln können.

Fazit für KMU: Future Skills gezielt entwickeln

Für KMU ist Kompetenzentwicklung besonders erfolgreich, wenn Lernen eng mit dem Arbeitsalltag verknüpft wird. Praxisorientierte Formate wie Projektarbeit, Lernzirkel, Jobrotation oder altersgemischte Teams ermöglichen es, Future Skills kontinuierlich aufzubauen und direkt in der Praxis anzuwenden.

Entscheidend ist ein Wechsel weg vom reinen Wissenserwerb hin zu kompetenzorientiertem Lernen: Mitarbeitende lernen selbstständig und folgen ihrem individuellen Lernweg, wodurch sie ihre Fähigkeiten direkt im Arbeitsalltag anwenden können.

Mitarbeiterin: Miriam Schöpp

Über die Expertin

Miriam Schöpp

Miriam Schöpp ist Senior Referentin für berufliche Bildung im KOFA. Ihre Themenschwerpunkte liegen in der Aus- und Weiterbildung sowie im betrieblichen Gesundheitsmanagement in kleinen und mittleren Unternehmen (KMU).

Durch ihre langjährige Erfahrung als Ausbilderin kennt sie die Chancen und Herausforderungen der betrieblichen Praxis aus erster Hand. Beim KOFA entwickelt sie Inhalte, die Unternehmen dabei unterstützen, Ausbildung und Weiterbildung erfolgreich zu gestalten und die Gesundheit Ihrer Mitarbeitenden zu fördern.

Neben ihrer inhaltlichen Arbeit hält Miriam Schöpp regelmäßig Vorträge vor unterschiedlichen Zielgruppen und bringt ihre Expertise in praxisnahe Handlungsempfehlungen und Publikationen des KOFA ein.

mehr erfahren

Quellennachweise

  • 1. 1. Suling, Lena / Wildner, Julia, 2024, Führung in der Transformation. Megatrends und Management als Motor des Wandels, IW-Report, Nr. 19, Köln, Führung in der Transformation: Megatrends und Management als Motor des Wandels - Institut der deutschen Wirtschaft (IW)