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Mentale Gesundheit

Mentale Gesundheit


Zuletzt aktualisiert: 04. Januar 2022

Mit Resilienz die psychische Widerstandsfähigkeit von Mitarbeitenden stärken

In Krisenzeiten, wie zum Beispiel die Corona-Pandemie, steigen die psychischen Belastungen bei Beschäftigten und häufig auch die Krankheitstage. Hier finden Sie Tipps für den vertrauenden Umgang.

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Umgang mit mentaler Belastung am Arbeitsplatz

Seit Beginn der Corona-Pandemie fühlen sich 35 Prozent der Befragten stärker psychisch belastet. Allerdings haben nach Angaben der Befragten nur 18 Prozent der Unternehmen mit zusätzlichen Maßnahmen darauf reagiert. Nur 49 Prozent gaben an, dass sie sich im Arbeitsumfeld offen über mentale Gesundheit und psychische Erkrankungen unterhalten können.  

Mit gezielten Trainings zur Stressbewältigung oder Achtsamkeitsübungen oder Kursen zum Erlernen von mehr Achtsamkeit können Sie ihre Beschäftigten darin bestärken, ihre eigene (psychische) Widerstandsfähigkeit, ihre „Resilienz“, zu verbessern. Das kann vor allem in Krisenzeiten helfen. Resilienz-Trainings fördern die Aufrechterhaltung der psychischen Gesundheit und dienen letztendlich auch zur Verminderung von Ausfalltagen und somit zur Steigerung der Produktivität in Unternehmen. Das zeigt der aktuelle Fehlzeitenreport des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO): Beschäftigte, die der Resilienz ihres Unternehmens besonders gute Noten geben, haben im Schnitt 7,7 krankheitsbedingte Fehltage in den letzten zwölf Monaten. Bei Erwerbstätigen, die die Unternehmensresilienz besonders schlecht bewerten, sind es dagegen 11,9 krankheitsbedingte Fehltage.

Wie kann also ein Unternehmen dafür sorgen, dass es seinen Mitarbeitenden auch mental gut geht und sie präventiv unterstützen? Und wie können Führungskräfte mit dem Tabuthema psychische Erkrankungen umgehen?  

Resilienztraining: Widerstandsfähigkeit im Arbeitsleben

Erfahren Sie in diesem Webinar-Mitschnitt, was Sie unternehmen können, um resilient zu bleiben oder zu werden. 

Mehr dazu erfahren

Führungskräfte nehmen eine zentrale Rolle ein, wenn es um das psychische Wohlergehen der Beschäftigten geht. Sie sind Vorbilder mit ihren persönlichen Werten und ihrer Haltung. Es braucht (vor allem im virtuellen Raum) noch mehr Aufmerksamkeit, um die Mitarbeitenden wahrzunehmen. 

Zu den wichtigsten Punkten der virtuellen Führung gehören, neben der digitalen Infrastruktur und den passenden Tools, das Vertrauen (in die eigenen Fähigkeiten und die der Beschäftigten) und eine aktive, empathische Kommunikation. Führungskräfte sollten die Mitarbeitenden darin unterstützen, sich selbst gut zu organisieren und ihre mentalen Belastungen zu reduzieren. Offene Fragen wie z. B. „Was brauchen Sie, um im Homeoffice gut zu arbeiten?“ oder „Was bewegt Sie gerade?“ können dazu beitragen, von Bedürfnissen der Mitarbeitenden zu erfahren und gemeinsam Lösungen zu finden.

Es gilt, die Resilienz der Mitarbeitenden zu steigern und ihnen Methoden mit an die Hand zu geben, um den neuen (Arbeits-)Bedingungen gestärkt entgegentreten zu können. Mehr dazu auf psyGA – ein Angebot der Initiative Neue Qualität der Arbeit.

Was tun, wenn am Arbeitsplatz um einen lieben Menschen getrauert wird? Wie Trauer am Arbeitsplatz Raum bekommt und wie Sie Ihre Mitarbeitende in der schweren Zeit aktiv unterstützen, erfahren Sie in diesem Beitrag.

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Was reduziert das (akute) Stresslevel?

Dauerstress schwächt das Immunsystem, positive Gefühle stärken die Gesundheit. Die folgenden Tipps können helfen, in einer akuten Stresssituation das Stresslevel im Gehirn zu senken: 

  • Musik – Singen oder Musik hören 
  • Bewegung – Problemgespräch als Spaziergang, Treppen steigen, progressive Muskelentspannung 
  • Abstand/ Alternativen – raus aus der Situation, positive Formulierungen 
  • Gedanken lenken – An einen sicheren Ort, in einen Mini-Urlaub; Wofür bin ich dankbar? oder „Ich schaffe das schon!“ 
  • Pausen, Unterbrechungen, kleine Rituale (eine Tasse Ihres Lieblingstees oder Kaffee) 
  • Übungen – Augen bewegen, Atemübungen, Lächeln 

Selbstführung und vertrauender Führungsstil

Die Basis für einen gesunden, vertrauenden Führungsstil ist eine gesunde Selbstführung. Eine Führungskraft, die gelernt hat, mit psychischen Herausforderungen umzugehen und für sich selbst sorgt, kann auch leichter Resilienz an ihre Mitarbeitenden vermitteln. Wer von seiner Führungskraft weiß, dass auch diese sich sorgt, mit der neuen Situation hadert und womöglich selbst psychisch belastet ist, fühlt sich gesehen und akzeptiert. Weitere Informationen und Tipps zur Personalführung gibt es hier.

Im folgenden Download-Dokument finden Sie Tipps und Fragestellungen, mit denen Führungskräfte sich selbst reflektieren und ihren Mitarbeitenden achtsam begegnen können:

 

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Symptome psychischer Erkrankungen

Vorübergehend mit einem hohen Arbeitspensum zurechtkommen zu müssen, gehört zum Arbeitsleben dazu. Wenn Mitarbeiter jedoch ernsthafte psychische Belastungserscheinungen aufweisen, müssen Führungskräfte rechtzeitig handeln. 

  • Schmerzen unklarer Ursache (z. B. Kopfschmerzen oder Magen-Darm-Beschwerden) 
  • niedergedrückte Stimmung oder Gereiztheit 
  • Rückzug oder nachlassendes Interesse an Dingen, die einem sonst immer Freude gemacht haben 
  • Antriebslosigkeit sowie empfundene Gefühllosigkeit 
  • Müdigkeit bzw. Schlafstörungen 
  • Pessimismus oder negativer Blick auf die Zukunft 
  • vermindertes Selbstwertgefühl 
  • Konzentrationsstörungen 
  • Fehleranfälligkeit oder geringeres Arbeitstempo 

Nicht alle dieser Symptome deuten gleich auf eine psychische Erkrankung. Wenn sich allerdings Symptome häufen oder sich das Verhalten eines Mitarbeitenden sehr verändert hat, sollte man reagieren und ggf. Unterstützung in Anspruch nehmen. Mehr zu den Symptomen psychischer Erkrankungen finden Sie hier

Tipps zum Eingliederungsmanagement finden Sie hier.

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Wiedereingliederung nach psychischer Erkrankung

Um Menschen mit psychischen Erkrankungen in den Arbeitsalltag wieder einzugliedern, sollten Stressfaktoren, wie z. B. Arbeitsüberlastungen, Akkord-Arbeit, Konfliktsituationen oder Veränderungsprozesse vermieden werden. Die Wiedereingliederung ersetzt keine Psychotherapie, trotzdem helfen Gespräche (auch im Kollegen- und Kolleginnenkreis) und ein Vorsorgeprogramm, um nicht in alte Verhaltensmuster zurückzufallen.