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Auswahlverfahren für die Ausbildung

Auswahlverfahren für die Ausbildung

Ein strukturiertes Auswahlverfahren für die Ausbildung hilft KMU, passende Auszubildende zu finden, Fehlentscheidungen zu vermeiden und den Bewerbungsprozess für beide Seiten effizient und fair zu gestalten. Erfahren Sie hier, wie kleine und mittlere Unternehmen den Auswahlprozess für die Ausbildung einfach und praxisnah umsetzen können.

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Das Wichtigste in Kürze

  • Ein gut geplantes Auswahlverfahren für die Ausbildung hilft KMU dabei, passende Kandidatinnen und Kandidaten zu finden, die fachlich und auf persönlicher Ebene zum Betrieb und zum Team passen.
  • Zentrale Elemente sind eine einfache Bewerbung, klare Kriterien bei der Sichtung der Unterlagen sowie persönliche Auswahlformate wie Bewerbungsgespräch, Tests oder Praxistage.
  • Digitale Hilfsmittel wie Bewerbermanagementsysteme können den Auswahlprozess erleichtern, die Kommunikation verbessern und die Arbeitgeberattraktivität stärken.

Warum ist das Auswahlverfahren für die Ausbildung wichtig für KMU?

Das Auswahlverfahren für die Ausbildung ist für KMU ein zentraler Baustein der Fachkräftesicherung, da es hilft, Kandidatinnen und Kandidaten zu finden, die fachlich und persönlich für den Betrieb geeignet sind. Wichtiger als gute Noten ist dabei oft, dass Azubis zu Ihrem Unternehmen und den Anforderungen in der Ausbildung passen.

Einfache Bewerbung und gute Candidate Experience

Gerade für KMU ist es wichtig, potenzielle Auszubildende nicht durch einen zu aufwendigen Bewerbungsprozess abzuschrecken. Die Hürden im ersten Schritt der Kontaktaufnahme sollten daher möglichst niedrig sein. Ein einfaches und übersichtliches Bewerbungsformular auf der eigenen Website kann den Einstieg erleichtern und trägt zu einer positiven Candidate Experience bei.

So gehen Sie beim Auswahlverfahren für die Ausbildung vor

Das Auswahlverfahren für die Ausbildung umfasst mehrere Schritte – von der ersten Sichtung der Bewerbungen bis zur finalen Entscheidung. Welche Methode dafür eingesetzt werden, hängt mit der Größe des Betriebes, den Ressourcen und dem Ausbildungsberuf an sich zusammen. Voraussetzung für den gesamten Prozess ist ein klar definiertes Anforderungsprofil, das sowohl die Gestaltung der Stellenanzeige als auch die Auswahl und Bewertung der Bewerberinnen und Bewerber steuert.

Im Folgenden werden die wichtigsten Schritte und Methoden für Auswahlverfahren für die Ausbildung erklärt.

 

Grafik zu Schritten im Auswahlverfahren für Auszubildende
Bewerbungsprozess Ausbildung

1. Sichtung und Bewertung der Bewerbungsunterlagen

Zu einer vollständigen Bewerbung für einen Ausbildungsplatz gehören in der Regel:

  • Lebenslauf
  • die letzten (Schul-) Zeugnisse
  • Praktikumsbescheinigungen

Sortieren Sie die Bewerbungen nach Ihrem Anforderungsprofil in:

  • A-Kandidaten (möchte ich gerne kennen lernen)
  • B-Kandidaten (eventuell im zweiten Schritt) und
  • C-Kandidaten (bekommen direkt eine Absage)

Hilfreich ist es, bereits im Vorfeld klare Bewertungskriterien festzulegen. Mögliche Punkte sind z. B. Vollständigkeit der Bewerbung, Noten in relevanten Fächern sowie Praktika in Bereichen, die zum Ausbildungsberuf passen. 

Beachten Sie, dass sich die jungen Leute vermutlich zum ersten Mal mit einem Bewerbungsverfahren beschäftigen und wenig Vorerfahrungen mit dem Arbeitsleben haben. Eine faire und wohlwollende Betrachtung ist daher besonders wichtig.

 

2. Einstellungstest und Berufseignungstest

Einstellungstests und Berufseignungstests können dabei helfen, Bewerberinnen und Bewerber besser miteinander zu vergleichen. Sie dienen dazu, Wissen abzufragen, die Fähigkeit zum logischen Denken sowie die Stressresistenz zu prüfen. 

Man unterscheidet grundsätzlich zwischen allgemeinen Intelligenztests und Berufseignungstests

Vor dem Einsatz eines Tests sollten Sie prüfen, welche Fähigkeiten tatsächlich gemessen werden, ob diese zu den Anforderungen der Ausbildung passen, ob der Test online oder vor Ort durchgeführt werden soll und welcher zeitliche sowie finanzielle Aufwand damit verbunden ist.

 

3. Bewerbungsgespräch führen

Im Bewerbungsgespräch wollen Sie als Unternehmen feststellen, ob der potenzielle Auszubildende fachlich und menschlich zu Ihnen passt. Gleichzeitig ist das Gespräch eine Art „Visitenkarte“ Ihres Betriebes, denn auch Sie bewerben sich bei dem Kandidaten bzw. der Kandidatin. 

Grundvoraussetzung für ein gelungenes Bewerbungsgespräch ist ein strukturiertes und gut vorbereitetes Interview. Ein Interviewleitfaden unterstützt dabei, Gespräche einheitlich zu führen und Bewerberinnen und Bewerber fair miteinander zu vergleichen. 

So können Sie ein strukturiertes Interview erstellen:

  • Fragen entwickeln: Auf Basis des Anforderungsprofils werden konkrete, für den Job relevante Fragen abgeleitet und in einer sinnvollen Reihenfolge notiert.
  • Ausgleich von Subjektivität: Das Interview wird von mehreren Personen geführt, um die subjektive Empfindung von einzelnen auszugleichen.
  • Interviewleitfaden nutzen: Das Gespräch folgt insgesamt einem klaren Interviewleitfaden. Dabei stehen 90 % der Fragen fest und werden allen Bewerbern vergleichbar gestellt.
  • Bewertung erstellen: Die Bewerberbeurteilung erfolgt bereits während des Gesprächs und wird in einem zuvor angelegten Bewertungsbogen dokumentiert.

4. Assessmentcenter und Auswahltage (optional)

Sie möchten gerne mehrere Bewerberinnen und Bewerber gleichzeitig bei verschiedenen (berufsnahen) Aufgaben beobachten? Dann empfiehlt sich ein „Assessment-Center“ als Rekrutierungsinstrument.

Dort bearbeiten die Teilnehmenden verschiedene Aufgaben allein oder in der Gruppe, zum Beispiel kurze Präsentationen, Diskussionen oder praktische Übungen. Zwar ist die Vorbereitung aufwendig, dafür lernen Sie die Bewerberinnen und Bewerber besonders gut kennen.

 

5. Praktikum oder Probearbeitstage (optional)

Um potenzielle Auszubildende noch besser kennenzulernen, kann ein Praktikums- oder Probearbeitstag ein sinnvoller Bestandteil des Auswahlverfahrens für die Ausbildung sein. Beide Seiten können dann feststellen, ob Vorstellungen und Erwartungen zueinander passen. 

Lassen Sie Ihren Kandidatin oder Ihren Kandidaten kleine Aufgaben erledigen, zeigen Sie ihm bzw. ihr seinen zukünftigen Arbeitsplatz und stellen Sie das Team vor. Auch die Einbindung eines erfahrenen Auszubildenden kann wertvolle Einblicke ermöglichen. 

Überlegen Sie sich vor dem Beginn des Praktikums mit den zuständigen Kolleginnen und Kollegen, worauf Sie besonders achten wollen und was Sie von den Kandidaten erwarten.

Bewerbermanagementsysteme zur Unterstützung des Auswahlverfahrens

Wenn Sie für Ihre Ausbildungsplätze viele Bewerbungen erhalten, kann ein Bewerbermanagementsystem (BMS) dabei helfen, das Auswahlverfahren für die Ausbildung einfacher und effizienter zu gestalten. Bei diesen Aufgaben kann das System Sie unterstützen:
 

  • Schriftverkehr mit Bewerberinnen und Bewerbern abwickeln
  • Einladungen zu Einstellungstests verschicken
  • Bewerbungsgespräche terminieren
  • Vertragsunterlagen erstellen
  • An die Anmeldung zur Berufsschule erinnern

Viele Anbieter bieten Bewerbermanagementsysteme speziell für die Ausbildung an. In diesen Systemen können Sie je Ausbildungsberuf eigene Kriterien festlegen, zum Beispiel Schulabschluss, Noten oder gewünschte Praktika.

Automatische Funktionen wie Eingangsbestätigungen oder Terminbenachrichtigungen erleichtern die Kommunikation, sparen Zeit und wirken professionell auf Bewerberinnen und Bewerber. Vor der Einführung sollten Sie prüfen, ob Kosten und Nutzen für Ihren Betrieb in einem guten Verhältnis stehen.

Entscheidung und Vertragsabschluss

Der letzte Schritt des Auswahlverfahrens für die Ausbildung ist die finale Entscheidung für eine Bewerberin oder einen Bewerber. Setzen Sie sich zum Ziel, die Zu- oder Absagen möglichst zeitnah zu treffen, um den Bewerbungsprozess transparent abzuschließen und Planungssicherheit für beide Seiten zu schaffen. 

Nach der Zusage folgen der Vertragsabschluss und die Vorbereitung der nächsten Schritte, etwa die Anmeldung zur Berufsschule oder der Start im Betrieb.

Mitarbeiterin: Miriam Schöpp

Über die KOFA-Expertin

Miriam Schöpp

Miriam Schöpp ist Senior Referentin für berufliche Bildung im KOFA. Ihre Themenschwerpunkte liegen in der Aus- und Weiterbildung sowie im betrieblichen Gesundheitsmanagement in kleinen und mittleren Unternehmen (KMU).

Durch ihre langjährige Erfahrung als Ausbilderin kennt sie die Chancen und Herausforderungen der betrieblichen Praxis aus erster Hand. Beim KOFA entwickelt sie Inhalte, die Unternehmen dabei unterstützen, Ausbildung und Weiterbildung erfolgreich zu gestalten und die Gesundheit Ihrer Mitarbeitenden zu fördern.

Neben ihrer inhaltlichen Arbeit hält Miriam Schöpp regelmäßig Vorträge vor unterschiedlichen Zielgruppen und bringt ihre Expertise in praxisnahe Handlungsempfehlungen und Publikationen des KOFA ein.

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