Studierende einstellen

Wie Sie Nachwuchskräfte frühzeitig sichern

  • Immer mehr Unternehmen setzen bei der Fachkräftesicherung auch auf den Kontakt mit Studierenden.
  • Dabei sind die Einsatzmöglichkeiten vielfältig und können von Praktika über studentische Hilfskräfte bis hin zu Teilzeitstellen reichen.
  • Ein besonderes Augenmerk können Sie auf Studienabbrecherinnen und –abbrecher sowie auf internationale Studierende legen.

Für Sie als Unternehmen sind Studierende eine der wichtigsten Zielgruppen, was Ihr Recruiting anbelangt. Studierende bieten ein vielfältiges Potenzial für Ihre Nachwuchssicherung. Unter ihnen sind zukünftige Expertinnen und Experten, die auch in Ihrem Unternehmen durchstarten können – vom Betriebswirt bis zur Ingenieurin. Zudem steigt die Zahl ausländischer Studierender in Deutschland, durch die Sie die Vielfalt im Betrieb erhöhen können. Und zuletzt gibt es auch solche Kandidatinnen und Kandidaten, die ihr Studium frühzeitig abbrechen und für die eine Berufsausbildung attraktiv ist.

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Studierende kennen lernen

Um mit Studierenden in Kontakt zu kommen und ihnen umgekehrt Ihr Unternehmen präsentieren zu können, gibt es verschiedene Möglichkeiten:
 

  • Hochschulkooperationen: Am besten gehen Sie bei der Rekrutierung Ihres Nachwuchses strategisch vor, indem Sie mit Ihnen bekannten Hochschulen kooperieren. Das können Hochschulen in Ihrer Nähe sein oder solche, die für Ihren Betriebsinhalt besonders prädestiniert sind. Dazu wenden Sie sich am besten an das Careercenter des jeweiligen Fachbereichs, denn es stellt für Studierende die Brücke zwischen Studium und Beruf dar. Dort werden Sie darüber informiert, welche Möglichkeiten der Zusammenarbeit üblich sind. Neben der Präsenz bei Jobmessen der Hochschule können Sie beispielsweise Mitglied in einem Förderverein werden, Vorlesungen halten, Projektarbeiten betreuen oder Stipendien vergeben. All dies kann zu einer erhöhten Bekanntheit Ihres Unternehmens bei den Studierenden führen, was Sie etwa an einem erhöhten Zugang von Initiativbewerbungen feststellen können.
  • Jobmessen: Die meisten Hochschulen bieten regelmäßig Jobmessen für Studierende an, um Ihnen einen Überblick über berufliche Möglichkeiten nach der Universität zu geben. Für Sie als Unternehmen ist dies eine günstige Gelegenheit, Ihr Unternehmen und Karrierewege in Ihrem Betrieb bekannt zu machen. Sie können hierbei frühzeitig mit Studierenden in Kontakt treten und ihnen Praktika und Tätigkeiten als studentische Hilfskraft anbieten. Es kann gut sein, dass sich bei Ihnen auch unzufriedene Studierende am Messestand melden, die nach einer praktischen Alternative zu Ihrem Studium suchen und für die womöglich eine Berufsausbildung in Ihrem Betrieb interessant sein könnte.
  • Klassische Rekrutierungswege: Selbstverständlich können Sie auch die üblichen Rekrutierungswege nutzen, um mit Studierenden in Kontakt zu treten. Dazu können Sie Stellenanzeigen nutzen, um beispielsweise Stellen für Praktikantinnen und Praktikanten, Studentische Hilfskräfte oder Traineeprogramme zu bewerben. Achten Sie immer darauf, einen attraktiven Internetauftritt vorweisen zu können, denn dort geht oft der erste Blick interessierter Bewerberinnen und Bewerber hin. Insgesamt spielt Ihr Employer Branding – also die Arbeitgeberattraktivität – eine entscheidende Rolle dabei, ob sich Nachwuchskräfte für Ihren Betrieb interessieren. Vergessen Sie nicht: Die beste Werbetafel sind immer noch Ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die Ihr Unternehmen über Mund-zu-Mund-Propaganda empfehlen.

Karriere neben dem Studium

Um möglichst frühzeitig künftige Nachwuchskräfte kennen zu lernen, gibt es verschiedene Möglichkeiten, wie Studentinnen und Studenten schon während ihres Studiums bei Ihnen arbeiten und dabei gleichzeitig Geld verdienen:

  • Praktikum: Über ein Praktikum haben Sie die Möglichkeit, eine Person über einen längeren Zeitraum kennen zu lernen und besser abschätzen zu können, ob diese zu Ihrem Unternehmen passt. Bei einer möglichen Festanstellung nach dem Studium haben Sie den Vorteil, dass der Neueinsteiger oder die Neueinsteigerin Ihr Unternehmen bereits kennt. Heutzutage sind sogenannte Pflichtpraktika sogar in vielen Lehrplänen der Hochschulen integriert. Die Vergütungsregeln richten sich einerseits danach, ob es sich um ein Pflichtpraktikum handelt oder nicht, und andererseits nach der Dauer des Praktikums.
  • Studentische Hilfskraft / Tätigkeit als Werkstudent: Nutzen Sie die Möglichkeit, junge Menschen schon während des Studiums in Ihrem Betrieb arbeiten zu lassen. Dabei lernen Sie nicht nur Nachwuchskräfte kennen, sondern gewinnen eine Arbeitskraft, die tatkräftig unterstützt und frischen Wind ins Unternehmen bringt. Bei der Vergabe solcher Verträge sollten Sie am besten das Stundenpensum eng mit Blick auf den Stundenplan an der Hochschule abstimmen.
  • Teilzeitstellen: Einige Studierende haben vor dem Studium eine Berufsausbildung absolviert oder sind im Studium schon sehr weit fortschritten und können theoretische Kenntnisse aufgrund zahlreicher Praktika um Praxiserfahrung anreichern. Diese Personen können Sie auch für Teilzeitanstellungen in Betracht ziehen.

So finden Sie studentische Unterstützung

  • Ihre Arbeitgeberattraktivität: Durch einen frühzeitigen Kontakt mit Studierenden haben Sie zum einen die Möglichkeit, Nachwuchskräfte kennen zu lernen. Gleichzeitig lernen junge Menschen Ihren Betrieb und Ihre Betriebsabläufe kennen. Dies ist für Sie frühzeitig die Chance nicht nur bei der Person, sondern auch in deren sozialen Umfeld attraktiv zu erscheinen.
  • Studienabbrecher: Mittlerweile nehmen mehr als 40 Prozent aller Studienabbrecher eine betriebliche Ausbildung auf. Oftmals hat ihnen im Studium der Praxisbezug gefehlt. Sie als Betrieb können an Hochschulen also nicht nur mit Ihrem potenziellen Akademikernachwuchs in Kontakt treten, sondern auch mit zukünftigen Fachkräften.
  • Internationale Studierende: Die Anzahl der in Deutschland studierenden Ausländerinnen und Ausländer ist in den vergangenen Jahren stark gestiegen. Insbesondere in MINT-Fächern, die seit Jahren von Fachkräfteengpässen betroffen sind, sind internationale Studierende stark vertreten. Auch sie suchen nach möglichen Praktika oder einer Gelegenheit, während des Studiums praktische Erfahrung zu sammeln und Geld zu verdienen. Durch internationale Studierende können Sie die Vielfalt im Betrieb erhöhen und gerade im internationalen Geschäft von Fremdsprachenkenntnissen und kulturellem Know-How profitieren. Kontakt bekommen Sie unter anderem über die akademischen Auslandsämter, die International Offices an Hochschulen oder internationale Studierendenorganisationen.

Infografikstrecke "Internationale Studierende"

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