Rekrutierung von Frauen

Mit Stellenanzeigen gezielt weibliche Fachkräfte gewinnen

  • Studien zeigen: Das Potenzial von Frauen wird am Arbeitsmarkt nach wie vor nicht voll ausgeschöpft
  • Optimieren Sie Ihre Stellenanzeigen: Sie können dafür sorgen, dass sich Frauen stärker angesprochen fühlen.
  • Auf folgende Elemente sollten Sie achten: aussagekräftige Anforderungen, Bewerbung Ihres Unternehmens, Rahmenbedingungen der Stelle, Bildauswahl, neutraler Jobtitel

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Frauen gezielt suchen und finden

Noch nie war der Anteil beruflich hochqualifizierter Frauen so groß wie heute und noch nie sahen Frauen Berufstätigkeit als einen so selbstverständlichen Bestandteil ihrer Lebensplanung an. Neben ihrer fachlichen Qualifikation bieten weibliche Fachkräfte für Ihr Unternehmen viele weitere Vorteile. Sie helfen Ihnen etwa durch ein besseres Verständnis weiblicher Kundinnen dabei, „weibliche Märkte“ zu erschließen. Außerdem fördern Sie die Vielfalt in Ihrem Unternehmen – und damit Innovationskraft, neue Sichtweisen und Kreativität.

Doch das Potenzial weiblicher Fachkräfte ist noch nicht in vollem Umfang ausgeschöpft. So arbeiteten 2014 knapp 58 Prozent aller erwerbstätigen Frauen in Teilzeit, bei den Männern sind es dagegen nur gut 20 Prozent. 2013 standen etwa 470.000 Frauen dem Arbeitsmarkt zwar grundsätzlich zur Verfügung, suchten jedoch nicht aktiv nach einer Arbeit.

So gewinnen Sie Frauen als Fachkräfte

Das erste Mal kommen die meisten Bewerberinnen und Bewerber beim Lesen einer Stellenanzeige mit Ihrem Unternehmen in Kontakt. Daher gilt es Frauen ganz gezielt auf diesem Weg anzusprechen und aktiv Signale zu senden, die für weibliche Fachkräfte besonders relevant sind. Wie das geht, zeigt die Handlungsempfehlung „Mit Stellenanzeigen gezielt weibliche Fachkräfte gewinnen“.

Natürlich kann eine Stellenausschreibung nicht losgelöst von gewissen Regeln gestaltet werden – in jedem Fall müssen Sie das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG) beachten. Vor allem aber können Sie in Ihrer Stellenausschreibung Besonderheiten betonen, die Frauen ermutigen, sich zu bewerben. Außerdem sollten Sie mit entsprechenden Formulierungen darauf achten, Frauen nicht ungewollt auszuschließen.

Das fängt schon bei der Jobbezeichnung an. Hier zählt der „erste Eindruck“ – sprechen Sie daher beide Geschlechter gleichermaßen an. Dasselbe gilt für die Beschreibung der Stelle und des Anforderungsprofils. Frauen sehen oft von Bewerbungen ab, wenn die Anzeige zu viele männlich assoziierte Begriffe enthält. Männer hingegen zeigen sich vom gegenteiligen Fall unbeeindruckt. Suchen Sie also nach „weiblichen“ Formulierungen, wie etwa „Wortgewandtheit“ anstatt „Verhandlungsgeschick“. Sie können die Eigenschaften auch in Verhaltensweisen umformulieren. Auch hiervon fühlen sich Frauen eher angesprochen. Nutzen Sie beispielsweise lieber die Formulierung „eigenständig arbeiten“ als die Eigenschaft „autonom“.

Weitere Beispiele und Tipps zu Formulierungen finden Sie in unserer Handlungsempfehlung Rekrutierung von Frauen.

Mit diesen fünf Tipps lesen Frauen weiter

Wer auf Arbeitssuche ist, ist vor allem auf der Suche nach einem: aussagekräftige Informationen über die Stelle. Indem Sie auf folgende fünf Dinge achten, erhöhen Sie Ihre Chancen, Arbeitgeberin oder Arbeitgeber der Wahl zu sein:

  1. Geben Sie einen Überblick über die Rahmenbedingungen. Hierzu zählen beispielsweise die Arbeitszeiten, der Arbeitsort und weitere relevante Informationen zu Ihrem Unternehmen und der Arbeit. Schaffen Sie Klarheit über so viele Details zur Stelle wie möglich.
  2. Stellen Sie klar, was Sie zwingend für die Stelle erwarten – und was darüber hinaus wünschenswert wäre. Wenn Sie die „eierlegende Wollmilchsau“ suchen, laufen Sie Gefahr, gerade Frauen von einer Bewerbung abzuschrecken. Denn weibliche Interessierte bewerben sich häufig nur dann, wenn sie ausnahmslos alle Anforderungen erfüllen. Kennzeichnen Sie daher deutlich, welche Anforderungen nicht zwingend erfüllt sein müssen.
  3. Formulieren Sie Ihre Wünsche an die Qualifikation so breit wie möglich. Sie werden mehr Interessierte zu einer Bewerbung bewegen können, wenn Sie die erforderliche Qualifikation breiter formulieren. Gerade, wenn Sie dringend Personal suchen, legen Sie sich nicht auf eine ausschließliche Qualifikation fest. Formulieren Sie daher mögliche Alternativen oder geben Sie Hinweise darauf, dass auch verwandte Qualifikationen erwünscht sind. Beispiel: „Wir freuen uns auf ein Kennenlernen, wenn Sie Anlagenmechaniker / Anlagenmechanikerin für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik sind oder eine vergleichbare Ausbildung haben.“
  4. Geben Sie Frauen die Möglichkeit, sich von ihren Fähigkeiten ausgehend weiterzuentwickeln. Erläutern Sie, welche Spezialfertigkeiten auch in Ihrem Unternehmen noch erlernt werden können. Dadurch signalisieren Sie Ihr Interesse daran, Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern Weiterbildungsmöglichkeiten anzubieten – und können direkt als attraktive Arbeitgeberin bzw. attraktiver Arbeitgeber punkten.
  5. Flexible Arbeitszeiten, Teilzeit, Kitaplätze? Zeigen Sie, was Sie als Arbeitgeber alles bieten! Vor allem Vereinbarkeit ist ein wichtiges Thema. Veranschaulichen Sie, wie Vereinbarkeit bei Ihnen gelebt wird! Ob Frau oder Mann – wer Kinder erzieht oder Angehörige pflegt muss wissen, ob die neue Stelle mit privaten Pflichten vereinbar ist. Nutzen Sie die Stellenanzeige dazu, um deutlich zu machen: Mit diesen Maßnahmen tragen wir zur besseren Vereinbarkeit bei! Ob flexible Arbeitszeitmodelle oder Teilzeitbeschäftigung: Wichtig ist, dass Sie dabei nur Angebote aufführen, die Sie auch tatsächlich anbieten – ist dies nicht der Fall, kann sich das herumsprechen und langfristig ein schlechtes Licht auf Sie als Arbeitgeberin bzw. Arbeitgeber werfen.

Auswahl von Bildern für die Stellenanzeige

Bilder sagen mehr als tausend Worte – und wenn die Wortwahl schon entscheidend ist, so ist es die Bilderwahl erst recht. Über Bilder können Sie einen lebhaften Eindruck von Ihrem Unternehmen vermitteln. Daher sollten Sie genau darauf achten, was das Bild zeigt: Sind nur Männer zu sehen oder zeichnet sich eine geschlechterspezifische Hierarchie ab, so wirkt eine ansonsten frauenfreundliche Stellenbeschreibung schnell unglaubwürdig. Achten Sie darauf, Ihre Zielgruppen abzubilden und bleiben Sie möglichst nah am Berufsalltag in Ihrem Unternehmen. Denn auch hier gilt: Authentizität und Ehrlichkeit wiegen mehr als falsche Versprechungen!

So profitiert Ihr Unternehmen

Wenn Sie darauf achten, Männer und Frauen gleichermaßen anzusprechen, steigern Sie nicht nur die Wahrscheinlichkeit, weibliche Fachkräfte für sich zu gewinnen. Sie sprechen generell eine breitere Bewerbergruppe an und können so passgenauere Fachkräfte für sich gewinnen. Denn je mehr Personen sich von Ihren Stellenanzeigen angesprochen fühlen, desto mehr Zuschriften erhalten Sie.

Darüber hinaus signalisieren Sie mit neutralen Formulierungen, dass Sie Wert auf Gleichberechtigung und Chancengleichheit legen. Ein solches frauen- und familienfreundliches Image steigert nicht nur die Arbeitgeberattraktivität, sondern trägt auch zu einem positiven Unternehmensimage im Allgemeinen bei.

Wenn Sie Ihre Stellenanzeige darauf überprüfen möchten, ob sie frauenfreundlich ist, können Sie mit der KOFA-Checkliste „Frauen mit Stellenanzeigen ansprechen“ arbeiten.

 

Die Handlungsempfehlung „Mit Stellenanzeigen gezielt weibliche Fachkräfte gewinnen“ ist in Kooperation von Kompetenzzentrum Fachkräftesicherung (KOFA), Kompetenzzentrum Frau und Beruf Region Köln, Kompetenzzentrum Frau und Beruf Region Bonn/Rhein-Sieg und der FOM Hochschule entstanden.

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