Flüchtlinge integrieren

  • Unternehmen können Geflüchtete in Form eines Praktikums, einer Ausbildung oder einer regulären Beschäftigung anstellen.
  • Unternehmen müssen die Integration nicht alleine stemmen. Es gibt viele Initiativen und staatliche Unterstützungsangebote, auf die Unternehmen zurückgreifen können.
  • Diese vier Schritte führen zum Erfolge: Flüchtlinge einstellen, rechtliche Fragen klären, Unterstützungsangebote nutzen und Sprache und Vielfalt fördern.

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Schritt 1: Flüchtlinge einstellen

Zunächst stellt sich für Sie als Betrieb die Frage, in welcher Form Sie Geflüchtete einstellen möchten welche Art von Beschäftigung Sie eingehen möchten. Das ist abhängig von Ihrem Personalbedarf und den individuellen Fähigkeiten und Vorkenntnissen des potenziellen Kandidaten oder der Kandidatin.  
Sie haben drei Möglichkeiten:

Praktikum / Berufsvorbereitung

  • Möglichkeit, eine Person kennen zu lernen
  • Sie können Vorkenntnisse und Begabungen identifizieren.
  • Es gibt verschiedene Formen eines Praktikums, insbesondere abhängig vom Praktikumsziel. Für eine Berufsvorbereitung eignet sich insbesondere die Einstiegsqualifizierung.

Übersicht Praktikum


Ausbildung

  • Möglichkeit, eine Person auf eine Tätigkeit als Fachkraft im Betrieb vorzubereiten.
  • Die sogenannte Ausbildungsduldung gibt eine verbindliche Bleibeperspektive für die Dauer der Ausbildung und im Anschluss.

Übersicht Ausbildung


Beschäftigung

  • Geflüchtete einstellen, die bereits Berufserfahrung mitbringen.
  • Sie können Personen in Ihrem Unternehmen weiterentwickeln und sowohl zur Einstellung als auch zur Weiterbildung Fördermaßnahmen beantragen.

Übersicht Beschäftigung


In Kontakt kommen

Für Sie als Unternehmen kann es verschiedene Wege geben, mit Geflüchteten als potenzielle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Kontakt zu treten. Eine zentrale Anlaufstelle sind die Willkommenslotsen. Ihre Aufgabe ist es Unternehmen und Geflüchtete zusammen zu bringen und Unternehmen bei der Integration zu unterstützen. Sie vermitteln potenzielle Kandidatinnen und Kandidaten auch direkt an Ihren Betrieb.

Auch andere bundesweite und regionale Initiativen können Sie bei der Suche einer Mitarbeiterin oder eines Mitarbeiters unterstützen. Die Jugendmigrationsdienste beraten junge Menschen mit Migrationshintergrund deutschlandweit und unterstützen auch bei der Berufsorientierung. Darüber hinaus beraten die KAUSA Servicestellen Jugendliche mit Migrationshintergrund zu Ausbildungsfragen. Weitere Initiativen – auch in Ihrer Nähe – finden Sie auf der KOFA-Initiativen-Seite.

Schritt 2: Rechtliche Fragen

Für den Zugang zum Arbeitsmarkt spielt in erster Linie der Aufenthaltsstatus von Geflüchteten eine Rolle. Für anerkannte Flüchtlinge gilt ein uneingeschränkter Zugang zum deutschen Arbeitsmarkt. Lediglich bei Personen mit nationalem Abschiebeverbot entscheidet die Ausländerbehörde im Einzelfall, ob eine Beschäftigungserlaubnis erteilt wird. Die Gruppe dieser Personen ist jedoch sehr klein.

Asylbewerber und Geduldete haben einen eingeschränkten Zugang zur Beschäftigung. In den ersten drei Monaten nach Ankunft dürfen sie nicht beschäftigt werden. Danach hängen die Zustimmungsbedingungen von der jeweiligen Stelle ab (Beispielsweise: handelt es sich um eine Ausbildung? Wie lange ist das Praktikum geplant? Geht es bei einer regulären Beschäftigung um einen Mangelberuf?). In jedem Fall muss die lokale Ausländerbehörde ihr Einverständnis geben, in vielen Fällen zudem die Arbeitsagentur.

Weitere Informationen zu rechtlichen Aspekten und weiteren Antworten auf Fragen zu einer gelingenden Integration bieten Ihnen unsere FAQs. In der Publikation „Im Überblick - Rechtliche Rahmenbedingungen bei der Integration von Flüchtlingen“ finden Sie hilfreiche Informationen zu rechtlichen Fragen kompakt und anschaulich aufbereitet.

Schritt 3: Unterstützungsangebote nutzen

Die Integration von Geflüchteten ist für Sie als Unternehmen häufig mit vielen Herausforderungen verbunden: Sprachkenntnisse sind noch nicht ausreichend, berufliche Vorerfahrungen nicht transparent und der bürokratische Aufwand ist oft groß. Sie als Unternehmen müssen jedoch nicht alles alleine machen. Es gibt zahleiche Unterstützungsangebote, auf die Sie bei den unterschiedlichen Phasen der Integration zugreifen können.

Zentral in der Unterstützung von Unternehmen sind die Willkommenslotsen, die Betriebe deutschlandweit Schritt für Schritt bei der Integration unterstützen.

Die Inhalte der verschiedenen Unterstützungsangebote variieren je nach Bedarf von Sprachförderung über sozialpädagogische Betreuung bis hin zu finanziellen Leistungen. Einerseits gibt es Maßnahmen, die speziell für die Arbeitsmarktintegration von Geflüchteten geschaffen wurden, wie „Perspektiven für Flüchtlinge“ (PerF) und „Berufsorientierung für Flüchtlinge“ (BOF). Andererseits wurden bereits bestehende Maßnahmen weitestgehend für Geflüchtete geöffnet. Für Unternehmen sind diese Programme grundsätzlich für die Beschäftigung interessant – z. B. auch bei der Ausbildungsbegleitung lernbeeinträchtigter Jugendlicher.

Die KOFA-Maßnahmenkette zeigt, welche Programme es zur Integration von Geflüchteten in der Berufsvorbereitung, in der Ausbildung und in der Beschäftigung gibt:

Nutzen Sie das interaktive KOFA-Video und lernen die zentralen Maßnahmen zur Unterstützung in der Berufsvorbereitung, Ausbildung und Beschäftigung kennen.

Schritt 4: Sprache und Vielfalt fördern

Sprache

Kommunikation ist in jedem Unternehmen von entscheidender Bedeutung. Dabei geht es nicht nur um die gesprochene Sprache, sondern auch ums Lesen und Schreiben. Gleichzeitig ist das Erlernen der deutschen Sprache für viele Menschen mit Migrationshintergrund eine große Herausforderung. Die Krux: Um eine Ausbildung erfolgreich zu absolvieren, sind gute Deutschkenntnisse nötig. Daneben gibt es Berufe, für die sehr gute Deutschkenntnisse Teil der beruflichen Handlungskompetenz sind, wie zum Beispiel Kaufmann/-frau für Bürokommunikation. Wie Sprachniveaus festgestellt werden und welche Möglichkeiten der Sprachförderung es gibt, lesen Sie hier.

Vielfalt
Wenn Sie in Ihrem Betrieb Geflüchtete einstellen, spielen die Themen Diversity Management und Willkommenskultur eine ganz zentrale Rolle. Geflüchtete bringen aufgrund ihres kulturellen Hintergrunds und beruflicher Erfahrungen Vielfalt in Ihr Unternehmen. Das ist für Ihren Betrieb Herausforderung und Chance zugleich. Zudem ist eine gelebte Willkommenskultur wichtig, wenn Sie neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Ihrem Betrieb beschäftigen.

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