Ausbildungsmodelle im Überblick

Teilzeit-, Verbund- oder überbetriebliche Ausbildung, Einstiegsqualifizierung oder Duales Studium

Ausbildungswege

Für Sie als Betrieb gibt es unterschiedliche Wege, selbst auszubilden. Je nachdem, welche betrieblichen Gegebenheiten vorliegen oder wie Ihre Auszubildenden aufgestellt sind.

Ausbildung in Teilzeit

Kurzinfo:
Sie können eine Ausbildung mit reduzierten Arbeitsstunden anbieten. Die Arbeitszeit legen Sie in Abstimmung mit den Auszubildenden und der zuständigen Stelle (Kammer, Innung, ..) individuell zwischen 20 und 35 Stunden wöchentlich fest. Die Gesamtausbildungszeit wird entsprechend der vereinbarten Stundenzahl verlängert. Die Zeit in der Berufsschule wird nicht verkürzt.

Für wen interessant?
Diese Form der Ausbildung ist besonders interessant für Auszubildende, die ein Kind erwarten oder betreuen müssen, oder einen Angehörigen pflegen. Profitieren können außerdem geflüchtete Auszubildende, die mit der deutschen Sprache noch nicht gut zurechtkommen.

Mehr Informationen zur Teilzeitausbildung finden Sie auf der Seite des Bundesinstituts für Berufliche Bildung (BIBB).

Verbundausbildung oder Kooperative Ausbildung

Kurzinfo:
Es gibt unterschiedliche Formen der Verbundausbildung – gemeinsam haben sie alle, dass die Azubis Teile ihrer Ausbildung in einem anderen Unternehmen und / oder Bildungseinrichtung verbringt, weil im eigenen Betrieb nicht alle Ausbildungsinhalte abgedeckt werden können.

Für wen interessant?
Für Betriebe, die nicht alle Ausbildungsinhalte selbst abdecken können. In der Verbundausbildung schließt sich ein Betrieb, der nicht alle Ausbildungsinhalte anbieten kann, mit einem oder mehreren Partnerbetrieben zusammen, um gemeinsam einen Jugendlichen auszubilden. Die Gesamtverantwortung für die Ausbildung liegt beim koordinierenden Betrieb, der mit dem Jugendlichen den Vertrag abschließt und auch die Ausbildungsvergütung zahlt. Mindestens sechs Monate der Ausbildungszeit muss der Jugendliche im Partnerbetrieb arbeiten und lernen. Verbünde können nicht nur zwischen Betrieben, sondern auch zwischen einem Betrieb und einem Bildungsdienstleister geschlossen werden.

Unter bestimmten Voraussetzungen kann eine Verbundausbildung auch finanziell gefördert werden: Unternehmen, die betriebliche Ausbildungsplätze in einem Ausbildungsverbund bereitstellen, können dafür Leistungen erhalten. Sie dienen dazu, die Ausgaben für die Ausbildungsvergütung mitzudecken. Gefördert werden neu eingerichtete betriebliche Ausbildungsplätze, die deshalb im Verbund organisiert sind, weil der geförderte Betrieb im Alleingang diese Ausbildungsplätze nicht einrichten könnte.

Mehr Informationen zur Verbundausbildung finden Sie hier. Unterstützung bei der Planung bietet das „Externe Ausbildungsmanagement (EXAM) der JOBSTARTER plus-Projekte".

Überbetriebliche Ausbildung

Kurzinfo: 
In der dualen Ausbildung gibt es neben den Betrieben und den Berufsschulen einen dritten Lernort: die überbetrieblichen Berufsbildungsstätten (ÜBS). Die ÜBS übernehmen Ausbildungsinhalte, die in spezialisierten bzw. kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) nicht oder nicht vollständig abgedeckt werden können.

Für wen interessant?
Kleinere und mittlere Unternehmen mit hoher Spezialisierung und/oder fehlenden personellen und materiellen Möglichkeiten. Das Ziel der ÜA ist die Unterstützung der Unternehmen bei der Erfüllung ihrer Ausbildungsverpflichtung. Sie ermöglicht es, die Ausbildung nachhaltig, zukunftsorientiert und modern zu gestalten. Damit sich die ÜBS vor allem auch im Hinblick auf die Digitalisierung weiterentwickeln können, werden sie z. B. mit Fördermitteln des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) unterstützt.

Vorbereitung auf die Ausbildung: Einstiegsqualifizierung

Kurzinfo:
Eine Einstiegsqualifizierung (EQ) ist keine Ausbildung, kann aber später auf diese angerechnet werden. Sie soll Jugendliche und junge Erwachsene in einem sozialversicherungspflichtigen Praktikum in 6 bis 12 Monaten auf eine Ausbildung vorbereiten. Eine anschließende Übernahme in die Ausbildung ist das Ziel.

Für wen interessant?
Die EQ richtet sich an Ausbildungsbewerberinnen und -bewerber mit individuell eingeschränkten Vermittlungsperspektiven oder Ausbildungssuchende, die noch nicht in vollem Umfang über die erforderliche Ausbildungsbefähigung verfügen. Arbeitgeber können so in der betrieblichen Praxis den Jugendlichen besser kennen lernen und an die Ausbildung heranführen. Der begleitende Besuch der entsprechenden Berufsschule wird dabei empfohlen.
Die Agentur für Arbeit (AA) oder das jeweilige Jobcenter (JC) erstattet dem Arbeitgeber auf Antrag einen Zuschuss zur EQ-Vergütung bis zur Höhe von 243 Euro monatlich (Stand 08/2019).

Mehr Informationen zur EQ finden Sie hier.

Duales Studium

Kurzinfo: 
Grundsätzlich wird bei dualen Studiengängen das Studium an einer staatlichen oder privaten Hochschule mit einer dualen Ausbildung oder intensiven Praxisphasen in Ihrem Betrieb verknüpft. 
Unterschieden wird in drei Varianten:

  1. das ausbildungsintegrierende duale Studium, bei dem parallel zu einem Bachelor an der Hochschule ein vollwertiger dualer Berufsabschluss erworben wird,
  2. das praxisintegrierende duale Studium, bei dem das Hochschulstudium durch verpflichtende Praktika als fester Bestandteil der Studienleistung ergänzt wird und
  3. das berufsintegrierende duale Studium, bei dem ein Voll- oder Teilzeitstudium neben einer fachlich verwandten Berufstätigkeit absolviert wird.

Für wen interessant?
Diese Kombination ermöglicht es den dual Studierenden, die Vorteile eines Hochschulstudiums mit Praxiserfahrungen in Ihrem Betrieb anzureichern. Gleichzeitig haben Sie als Unternehmen die Möglichkeit, eine akademisch ausgebildete Nachwuchskraft, die aber auch das „Handwerk“ von der Pike auf gelernt hat, frühzeitig an Ihr Unternehmen zu binden.   

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Umfangreiche Informationen zum dualen Studium erhalten Sie hier.

                                                                                                                                   zuletzt aktualisiert Juli 2021

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