Praxisbeispiel: IT-Unternehmen rekrutiert im Ausland

Für das in der Beratung, Implementierung und Entwicklung tätige IT-Unternehmen Pentos AG mit 40 Beschäftigten am Standort München lohnt es sich, auf dem internationalen Arbeitsmarkt präsent zu sein: Durch die multikulturelle Belegschaft kann das Unternehmen noch besser auf die Bedürfnisse der globalen Kundschaft eingehen. Pentos rekrutiert sein Personal seit zehn Jahren erfolgreich auch im Ausland.

Branche: IT-Consulting und Software | Standort: München (Bayern) | Beschäftigte: 40

Stand: 2013

Pentos AG profitiert von interkultureller Kompetenz in der Belegschaft

Im Gründungsjahr 2000 rekrutierten die Unternehmensinhaber noch über persönliche Netzwerke. Zu fünft gestartet, wuchs das Unternehmen schnell auf zehn Beschäftigte. Praktika, Ausbildungsangebote, die Zusammenarbeit mit Werkstudierenden und die Vergabe von Diplomarbeiten wurden als Rekrutierungswege genutzt. Jedoch stellte das Unternehmen schnell fest, dass diese Wege nicht ausreichen, um den Personalbedarf zu decken. Da die überwiegend globale Kundschaft englischsprachiges Personal und interkulturelle Kompetenz erfordert, war Pentos auch an Bewerbungen aus dem Ausland interessiert. Die Pentos AG beschäftigt Fachkräfte aus Japan, Kroatien, Österreich, Russland, der Ukraine, den USA, Venezuela und Weißrussland. Kulturelle Unterschiede können groß sein – unterschiedliche Kulturen sind zum Teil von anderen Kommunikationsmustern und Wertesystemen geprägt. Fast 50 Prozent der Belegschaft hat einen internationalen Hintergrund. Und der Trend setzt sich fort. Durch die multikulturelle Belegschaft kann die Pentos AG noch besser auf die Wünsche und Anliegen ihrer internationalen Kunden reagieren. Denn Bewerberinnen und Bewerber aus dem Ausland sind nicht nur qualifiziert und motiviert, sondern bringen auch neue Impulse in das Unternehmen. So liefern die internationalen Fachkräfte  Fachübersetzungen oder Trainings unter Berücksichtigung der spezifischen Unternehmenssprache des Kunden. Das gab es bis dahin noch nicht.

Dr. Nikolaus Krasser, Vorstand:

Unsere internationalen Fachkräfte sind zu einem wichtigen Wettbewerbsvorteil für uns geworden. Wir können mit ihnen in internationalen Projekten nachhaltig punkten.

Der internationale Arbeitsmarkt im Blickpunkt

Die Agentur für Arbeit wurde bei der Personalrekrutierung hinzugezogen und ist schnell zu einem wichtigen Partner geworden. Außerdem wurden Stellenangebote auf der Unternehmenshomepage und weiteren Jobportalen im Internet in Deutsch und Englisch eingestellt. Zwei Jahre nach der Gründung stellte das Unternehmen eine kroatische Bewerberin als Consultant ein. Sie reiste extra für das Interview aus Kroatien an, wo sie mit ihrer Familie lebte. Die Reisekosten hat Pentos komplett übernommen. Mit ihrer Motivation, sozialen Kompetenz und ihrem unbedingten Willen erfolgreich zu sein, hat sie die Geschäftsführer überzeugt. In der ersten Zeit, bis ihre Deutschkenntnisse besser wurden, arbeitete sie eher im Hintergrund als IT-Entwicklerin.

Gelebte Willkommenskultur verringert manche Einstiegshürden

Die Beschäftigten bei Pentos haben ein   ausgeprägtes Bewusstsein für kulturelle Vielfalt entwickelt. Eine Willkommenskultur ist fest im Unternehmen verankert, wodurch es  Pentos leicht hat, qualifizierte und motivierte Fachkräfte aus dem Ausland zu gewinnen. Das Unternehmen setzt auf eine gute Integration der internationalen Fachkräfte: Im Rahmen eines Mentoring-Programms bekommen neue Fachkräfte aus dem Ausland einen „People Manager“ an die Seite gestellt, den die Fachkräfte selbst auswählen und auch wechseln können. Außerdem finanziert das Unternehmen Sprachkurse, unterstützt bei Behördengängen. Regelmäßig werden Fachschulungen und Team-Building-Events für alle Beschäftigten durchgeführt. Alle zwei Wochen stehen außerdem Expertinnen und Experten in einer Sprechstunde mit Rat und Tat zur Seite.
Diese intensiv gelebte Willkommenskultur verringert manche Einstiegshürde: Denn die Gebräuche des neuen Landes sind mitunter noch fremd, manchmal fehlen ausreichende Deutschkenntnisse, eine Wohnung muss gesucht und ein privates Netzwerk aufgebaut werden. Gleichzeitig müssen sich internationale Fachkräfte auch an die Unternehmenskultur des neuen Arbeitgebers gewöhnen. Die Finanzierung der Sprachkurse und die Unterstützung bei Behördenbesuchen durch die „People Manager“ hilft bei der schnellen Integration der neuen Fachkräfte – ein Vorteil für beide Seiten.
Ein weiterer Vorteil von internationalen Fachkräften sind ihre Kontakte ins Heimatland: Haben sie sich gut integriert und sind sie zufrieden mit dem Unternehmen, empfehlen sie den Arbeitgeber in ihrem internationalen Netzwerk.

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