Eine Sprache – ein gemeinsames Ziel

Kommunikation ist in jedem Unternehmen von entscheidender Bedeutung. Dabei geht es nicht nur um die gesprochene Sprache, sondern auch ums Lesen und Schreiben. Eine Bürotätigkeit ohne ausreichendes mündliches und schriftliches Textverständnis ist nicht möglich. Auch die Bedienung einer Maschine ohne Verständnis der Anleitungen und Sicherheitsanweisungen ist ein Sicherheitsrisiko. Daher müssen Ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter über die für ihre Tätigkeit notwendigen Sprachkenntnisse verfügen. Als Arbeitgeber stellen sich Ihnen dabei verschiedene Fragen:

Wie kann ich das Sprachniveau einer Bewerberin oder eines Bewerbers einschätzen? Welche Förder- und Weiterbildungsmöglichkeiten durch Kurse gibt es für meine Belegschaft und neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter? Welche Onlineangebote zum eigenständigen Spracherwerb stehen meinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zur Verfügung?

Auf dieser Seite geben wir Ihnen Antworten auf all diese Fragen.

Sprachniveau feststellen

In vielen Bewerbungen werden für die Beschreibung des Sprachniveaus Abkürzungen in Form von Buchstaben und Ziffern angegeben. Diese beziehen sich in der Regel auf den sogenannten Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmen für Sprachen (GER). Haben Sie eine Bewerbung von einer Person erhalten, die beispielsweise das Sprachniveau B1 beherrscht, hilft Ihnen ein Blick in den GER. Dieser gilt für alle in Europa gesprochenen Sprachen und teilt sich in drei Stufen ein:

  • Stufe A steht für eine grundlegende Sprachverwendung und kann als Anfängerniveau bezeichnet werden.
  • Stufe B steht für die selbstständige Sprachverwendung und zeichnet ein fortgeschrittenes Niveau aus.
  • Stufe C steht für eine kompetente Sprachverwendung, die eine Kommunikation in nahezu allen Situationen zulässt.

Diese drei Stufen werden noch einmal jeweils in zwei Niveaus unterteilt. Eine genaue Beschreibung, welche Kenntnisse sich hinter dem jeweiligen Niveau verstecken, können Sie der folgenden Tabelle entnehmen:

NiveauBedeutung
A1Die Person kann alltägliche, vertraute Ausdrücke sowie ganz einfache Sätze verstehen und verwenden. Hierzu gehören beispielsweise die Frage und Beantwortung nach dem Wohnort.
A2Die Person ist in der Lage, Sätze und häufig gebrauchte Ausdrücke zu verstehen, die mit den wesentlichen Bereichen des unmittelbaren Alltags zu tun haben. Hierzu gehört beispielsweise die Beschreibung des eigenen Arbeitsplatzes beziehungsweise der Ausbildung.
B1Die Person versteht die wichtigsten Inhalte bei Verwendung einer klaren Standardsprache, wenn es um vertraute Dinge bei der Arbeit, Schule oder Freizeit geht. So kann sich die Person in einfacher Form und zusammenhängend über vertraute Themen und persönliche Interessengebiete äußern, beispielsweise darüber welche Ziele der Mensch verfolgt.
B2Die Person kann die wichtigsten Inhalte komplexer Texte verstehen und versteht im eigenen Spezialgebiet, beispielsweise in der Berufsschule, auch Fachdiskussionen. Die Person ist in der Lage sich so spontan und fließend zu verständigen, dass ein Gespräch mit Muttersprachlern ohne größere Anstrengung auf beiden Seiten gut möglich ist.
C1Die Person versteht ein breites Spektrum an anspruchsvollen, längeren Texte und kann auch implizite Bedeutungen wahrnehmen, die nicht offen ausgedrückt werden. Zudem ist die Person in der Lage spontan und fließend – beispielsweise am Arbeitsplatz - zu sprechen und sich über komplexe Themen zu äußern.
C2Die Person kann praktisch alles, was sie liest und hört ohne Mühe verstehen. Sie kann sich spontan, sehr flüssig und genau ausdrücken.

Weiterführende Informationen unter: europaeischer-referenzrahmen.de

Welches Sprachniveau für eine Beschäftigung in Ihrem Unternehmen vorliegen sollte, hängt stark von der Tätigkeit ab, die Sie der Person anbieten wollen. Während für manche Aufgaben eine grundlegende Sprachverwendung ausreicht, sind andere Tätigkeiten ohne eine sichere Beherrschung der deutschen Sprache nicht durchführbar. Eine Geflüchtete oder ein Geflüchteter mit Interesse an einer dualen Ausbildung sollte mindestens Sprachniveau B mitbringen, um diese erfolgreich bestehen zu können. Schließlich muss der oder die Auszubildende nicht nur praktisch tätig werden, sondern in der Regel auch die Berufsschule durchlaufen.

Bessere Einschätzung durch persönliches Kennenlernen

Sie müssen sich bei der Bewertung der Sprachkenntnisse der Bewerberin oder des Bewerbers nicht zwangsläufig an dem Referenzrahmen orientieren. Nicht jeder bringt ein solches Zertifikat mit und wenn doch, liegen zwischen dem Zertifikat und dem Bewerbungszeitpunkt häufig viele Monate zurück. Ihre Kandidaten haben durch den alltäglichen Gebrauch der deutschen Sprache vielleicht bereits ein besseres Sprachverständnis entwickelt als das Zertifikat vermuten lässt. Daher kann sich es anbieten, die Person länger kennenzulernen, etwa durch ein Praktikum oder eine Probearbeit, damit Sie ein Gefühl für die tatsächliche Kommunikationsfähigkeit Ihres Kandidaten beziehungsweise Ihrer Kandidatin entwickeln können. Achten Sie dabei jedoch nicht nur auf das gesprochene Wort, sondern auch auf die Fähigkeiten des Lesens und Schreibens.

Selbsteinschätzung der Deutschkenntnisse durch Bewerber

Auch eine Selbsteinschätzung der Deutschkenntnisse durch die Bewerber kann hilfreich sein. Einen kostenlosen Bogen zur Selbsteinschätzung auf Basis des GER finden Sie auf der Homepage des Europarates. Sollte die Person Probleme haben, den Bogen auf Deutsch zu verstehen, gibt es weitere Bögen in 31 Sprachen, unter anderem in Englisch, Französisch und Türkisch. Eine weitere Orientierung bietet ein Selbsttest auf der Webseite des Goethe-Instituts unter . Auch dieser richtet sich nach dem Referenzrahmen.

Berufsbezogene Deutschförderung

Das ESF-BAMF-Programm „Berufsbezogene Deutschförderung“ ist ein Kursangebot für Menschen mit Migrationshintergrund. Asylbewerber und Flüchtlinge können unter bestimmten Voraussetzungen ebenfalls am Programm teilnehmen. Für Sie als Arbeitgeber ist besonders interessant, dass die Teilnahme auch für Personen möglich ist, die sich bereits in einem Beschäftigungsverhältnis befinden und noch nicht die ausreichenden Sprachkenntnisse besitzen, um den Arbeitsalltag zu meistern. Die Kurse werden vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) bundesweit organisiert und durch regionale Kooperationspartner durchgeführt. Dies sind in der Regel Bildungsträger, wie zum Beispiel Volkshochschulen. Der große Vorteil dieser Kurse ist ihre bundesweite Verfügbarkeit und die Kombination von Spracherwerb mit Betriebsbesichtigungen und Praktika.

Das Programm besteht in der Regel aus:

  • Berufsbezogenem Deutschunterricht: zum Beispiel das Üben von Gesprächen mit Kunden und Kollegen oder das Schreiben von E-Mails und Briefen
  • Fachunterricht: unter anderem Bewerbungstraining, Fachvokabular für bestimmte Berufsfelder und EDV-Schulungen
  • Betriebsbesichtigungen
  • Praktika

Ein Kurs besteht aus bis zu 730 Unterrichtsstunden je 45 Minuten und dauert als Vollzeitkurs sechs Monate. In manchen Fällen ist auch ein Teilzeitkurs möglich, der bis zu zwölf Monate dauert. Die Teilnehmenden werden von den durchführenden Bildungsträgern, der Agentur für Arbeit oder den Jobcentern zuvor zu einem Erstgespräch und einem Sprachtest eingeladen. So soll ein passgenauer Kurs garantiert werden.

Die durchführenden Bildungsträger sind auf Kooperationen mit Betrieben vor Ort angewiesen – sei es bei der Umsetzung von Betriebsbesichtigungen oder der Vermittlung von Praktikumsplätzen. Durch ein Engagement können Sie als Unternehmen erste Beziehungen zu Menschen mit Migrationshintergrund beziehungsweise Flüchtlingen erhalten und somit interessante Kandidaten für Ihre Ausbildungs- und Arbeitsplätze kennen lernen.

Grundvoraussetzung für alle Teilnehmer

  • Migrationshintergrund
  • Deutsch ist Zweitsprache, keine Muttersprache
  • Deutschkenntnisse sind auf dem Niveau A1 vorhanden. Das heißt, die Person muss alltägliche und vertraute Wörter und einfache Sätze im Deutschen verstehen und anwenden können.
  • Die Person hat bereits ein Integrationskurs beim BAMF absolviert oder verfügt über das Sprachniveau B1. Das Niveau B1 bedeutet, dass die Person beispielsweise über Erfahrungen und Ereignisse berichten und kurze Erklärungen geben kann.
FrageAntwort
Was kostet Sie die Sprachförderung?Grundsätzlich ist die berufliche Sprachförderung kostenlos. Befinden sich Teilnehmer jedoch bereits in einem Beschäftigungsverhältnis wird ein Kostenbeitrag von 3,20 Euro pro Unterrichtseinheit fällig. Sie als Arbeitgeber können diesen Beitrag übernehmen. Dies bietet sich insbesondere bei Auszubildenden an, die durch Aufwendungen hier besonders belastet wären.
Wo können sich Unternehmen melden, die eine Betriebsbesichtigung oder einen Praktikumsplatz anbieten möchten?

Die Anmeldung erfolgt bei den regionalen Kooperationspartnern vor Ort. Eine Liste aller regionalen Träger der Sprachförderung und deren Kooperationspartner finden Sie hier.

Wo erfolgt die Anmeldung für eine Teilnahme an der Sprachförderung?
  • Entweder direkt bei den regionalen Trägern der Sprachförderung oder
  • bei den persönlichen Ansprechpartnern der lokalen Agentur für Arbeit beziehungsweise der Jobcenter, welche die Personen für eine Teilnahme vorschlagen können.
Wer ist beteiligt?
  • Bildungsträger, welche die Deutschförderung durchführen
  • Die lokale Agentur für Arbeit beziehungsweise das Jobcenter
Wann beginnt die Maßnahme?Die Sprachförderung beginnt, wenn ein passender Kurs gefunden wurde. Fragen Sie bei den Bildungsträgern nach, wann potenzielle Kurse beginnen.
Bis wann kann die Förderung beantragt werden?Das Programm wird bis Ende 2017 gefördert.

 

Berufsbezogene Deutschsprachförderung

Das ESF-BAMF-Sprachprogramm läuft Ende 2017 aus. Der Bund hat bereits zum Juli 2016 ein Regelinstrument eingeführt, mit dem die berufsbezogene Sprachförderung für Menschen mit Migrationshintergrund weitergeführt und sogar ausgebaut wird – die sogenannte „Berufsbezogene Deutschsprachförderung“. Mit dem Programm erhalten Geflüchtete mit guter Bleibeperspektive, EU-Bürger sowie deutsche Staatsangehörige mit Migrationshintergrund weiterhin die Möglichkeit zur Teilnahme an einem Sprachkurs, der sie auf die sprachlichen Anforderungen im deutschen Berufsalltag vorbereitet.

Durchgeführt werden die Kurse nach wie vor von örtlichen Bildungsträgern, wie zum Beispiel Sprachschulen, die über ein öffentlich-rechtliches Zulassungsverfahren durch das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) ausgewählt werden. Damit ist das Programm „Berufsbezogene Sprachförderung“ bundesweit verfügbar und einheitlich geregelt.

Aufbau der Kurse: Basismodule und Spezialmodule

Das Programm setzt sich aus Basismodulen und Spezialmodulen zusammen, um den unterschiedlichen Bedürfnissen der Teilnehmerinnen und Teilnehmer gerecht zu werden. Die Basismodule erlauben je nach Kenntnisstand der Teilnehmenden ein Verbesserung des Sprachniveaus von:

  • B1 auf B2-Niveau (seit Juli 2016 verfügbar)
  • B2 auf C1-Niveau (erst ab 2017)
  • C1 auf C2-Niveau (erst ab 2017)

Das heißt, die Basismodule setzen bei einem Sprachlevel von B1 gemäß des Europäischen Referenzrahmens an, das beispielsweise in vorangehenden Integrationskursen erworben wurde oder auch ohne solche Kurse vorab bestand. Die Basismodule umfassen dabei in der Regel 300 Unterrichtseinheiten à 45 Minuten und haben im Wesentlichen zum Ziel die allgemeinen Deutschkenntnisse zu verbessern. Jedes Modul endet mit einer Abschlussprüfung und einem Zertifikat. Dies gibt Ihnen als Arbeitgeber in Bewerbungsprozessen Auskunft darüber, wie weit die berufsbezogenen Deutschkenntnisse des Bewerbers beziehungsweise der Bewerberin fortgeschritten sind. Da das Programm „Berufsbezogene Deutschsprachförderung“ erst im Juli 2016 startete, steht im Jahr 2016 lediglich das Modul zum Erwerb des B2-Niveaus zur Verfügung, während die beiden anderen Module ab 2017 eingeführt werden.

Die Basismodule richten sich ausschließlich an Personen, die sich noch nicht in einem Beschäftigungsverhältnis befinden. Während Beschäftigte also an den berufsbezogenen Sprachkursen des ESF-BAMF-Programms teilnehmen können, ist dies im Bundesprogramm „Berufsbezogene Deutschsprachförderung“ im Rahmen der Basismodule nicht vorgesehen.

Für diesen Personenkreis ist jedoch ab 2017 der Besuch von Spezialmodulen möglich. In diesen Kursen wird berufsbezogenes Deutsch gelehrt, beispielsweise für Pflege- oder kaufmännische Berufe. Solche Kurse stehen zum Beispiel für Personen offen, die sich in einem beruflichen Anerkennungsverfahren befinden oder derzeit eine Ausbildung absolvieren und zusätzliche sprachliche Förderung benötigen. Der Unterrichtsumfang beträgt in der Regel zwischen 300 und 600 Unterrichtseinheiten à 45 Minuten und kann in Voll- oder Teilzeit erfolgen. Selbst mit einem Vollzeitkurs, lässt sich in der Regel zumindest eine Teilzeitbeschäftigung vereinbaren. Angestrebt ist nicht mehr als 25 Unterrichtseinheiten pro Woche anzubieten, was einer Anwesenheitszeit von 18,75 Stunden je Woche bedeutet.

Neben der Teilnahme an den Basis- bzw. Spezialmodulen können die Teilnehmerinnen und Teilnehmer Maßnahmen der Bundesagentur für Arbeit durchlaufen, um so ihre Arbeitsmarktchancen weiter zu verbessern. Damit ist es beispielsweise möglich parallel zu den Sprachkursen ein Praktikum zu absolvieren oder eine Ausbildung zu beginnen.   


Frage 

Antwort
Was kostet der Sprachkurs?Teilnehmer, die sich bereits in einem sozialversicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnis befinden, müssen einen Kostenbeitrag pro Unterrichtseinheit von 2,07 Euro je Unterrichtseinheit leisten. Die Leistungen können auch von dem Arbeitgeber übernommen werden. Ausnahmen sind Auszubildende, Teilnehmer an einer Einstiegsqualifizierung und Beschäftigte, die zusätzlich noch Sozialleistungen erhalten. Sie müssen genauso wie Personen ohne Beschäftigung keine Gebühren bezahlen.
Wo erfolgt die Anmeldung für eine Teilnahme an der Sprachförderung?

Einen Antrag zur Kursteilnahme für Auszubildende und Personen im Berufsanerkennungsverfahren finden Sie hier. Bei diesen Fällen ist das BAMF zuständig.

Arbeitslose oder Arbeitssuchende wenden sich an die lokalen Agenturen für Arbeit beziehungsweise die Jobcenter.

Wer ist beteiligt?
  • Bildungsträger, welche die Deutschförderung durchführen. Eine Liste aller Kooperationspartner finden Sie hier.
  • Teilweise das BAMF
  • Teilweise die lokale Agentur für Arbeit beziehungsweise das Jobcenter

Wann beginnen die Kurse?

Das Basismodul um das B2-Sprachniveau zu erreichen, startet ab Juli 2016. Alle anderen Kursangebote beginnen im Jahr 2017.
Gibt es eine Fahrtkostenerstattung?Ist der Unterrichtsort mehr als 3 Kilometer entfernt, können bestimmte Teilnehmer einen Zuschuss erhalten. Das gilt zum Beispiel für Auszubildende, die eine Berufsausbildungsbeihilfe erhalten.
Gibt es eine Kinderbetreuung?Es ist geplant sowohl Elternkurse anzubieten als auch die Betreuung von Kindern sicherzustellen, damit auch Eltern an den Kursen teilnehmen können.
Sind auch Online-Kurse möglich?Es ist geplant bei Bedarf auch Onlinekurse anzubieten. So soll insbesondere sichergestellt werden, dass ein Spracherwerb auch berufs- und ausbildungsbegleitend möglich ist.

  

Sprachkursangebot

In Deutschland existiert ein flächendeckendes Netz an Bildungsdienstleistern wie beispielsweise die Volkshochschulen, die ebenfalls Sprachkurse anbieten. Je nach Region gibt es unterschiedliche Ansprechpartner. Über die Homepage der Bundesagentur für Arbeit können Sie mit der Suchfunktion Angebote in Ihrer Nähe finden. Die angebotenen Deutschkurse haben in der Regel einen Berufsbezug und werden auf unterschiedlichen Niveaustufen angeboten, sodass auf die individuellen Bedürfnisse Ihrer Mitarbeiterin beziehungsweise Ihres Mitarbeiters eingegangen werden kann. Die Kurse finden in Voll- oder Teilzeit statt. Mitunter existieren auch Online-Kurse, die sich gerade bei einer eingeschränkten Mobilität der Teilnehmenden eignen können.

Online-Sprachlursangebote

Nicht immer ist ein Kurs vor Ort die beste oder alleinige Möglichkeit, um eine Sprache zu lernen. Es gibt viele weitere - häufig kostenlose - Angebote, die ein Geflüchteter oder ein Mensch mit Migrationshintergrund über das Internet oder über eine Handy-App nutzen kann - und zwar vollkommen unabhängig von einer festen Zeit. Im Folgenden möchten wir Ihnen einige wichtige Angebote nahelegen:

Online-Lernplattform: Ich will Deutsch lernen

Auf www.iwdl.de finden Sie eine kostenfreie Online-Lernplattform des deutschen Volkshochschulverbands e. V. (DVV). Das Portal steht derzeit in 13 Sprachen zur Verfügung, darunter Albanisch, Arabisch, Englisch und Französisch. Sprachlernende können sich anmelden und haben Zugriff auf verschiedene Lernmöglichkeiten. So bietet das Portal Deutschkurse auf den Niveaustufen A1 (Anfänger) bis B1 (Fortgeschrittene Sprachverwendung), die auch für das selbstständige Lernen geeignet sind. Darüber hinaus umfasst das Angebot auch Deutsch als Arbeits- und Berufssprache für 30 branchenübergreifende Szenarien.

Beispielsweise gibt es die Kategorie „Kommunikation im Betrieb“, in der sich die Lernenden unter anderem Formulierungen zu Mitarbeitergesprächen oder Arbeitsübergaben aneignen können. Mithilfe eines Gastzuganges kann die Online-Plattform unkompliziert ausprobiert werden. Ein Flyer des Lernportals mit weiteren Informationen auf Deutsch finden Sie hier. Flyer in anderen Sprachen, wie zum Beispiel Englisch oder Arabisch sind ebenfalls verfügbar.

Zudem stellt der DVV auch eine kostenfreie App „Einstieg Deutsch“ für Smartphones zur Verfügung, die am Portal angelehnt ist und unter den gängigen Betriebssystemen funktioniert. Die App kann auch ohne ständigen Internetzugang genutzt werden und bietet sich zum eigenständigen Deutschlernen an. Die App ist je nach Betriebssystem über die üblichen Programmanwendungen wie AppStore oder GooglePlayStore des Handys verfügbar.

Homepage des Goethe-Instituts

Auf der Homepage des Goethe-Instituts können Sprachinteressierte kostenlos Sprachangebote nutzen und so in Eigenregie ihre Deutschkenntnisse verbessern. Die Übungen sind für die Sprachniveaus A1 (Anfänger) bis C1 (Fachkundige Sprachkenntnisse) konzipiert. Das Angebot reicht von Selbstlernkursen über Sprechübungen bis hin zur Einbindung von Videos. Den Lernenden werden dabei auch kulturelle Gepflogenheiten, der Umgang mit Behörden sowie Hilfen für den Arbeitsalltag vermittelt. So stehen mehr als 100 Übungen zu unterschiedlichen Berufsfeldern, wie dem Handwerk oder Dienstleistungsberufen, zur Verfügung.

Darüber hinaus bietet das Goethe-Institut auch die App „Deutsch-Vokabeltrainer“ an, die auf den üblichen Smartphone-Betriebssystemen funktioniert. Mit dieser Anwendung können Ihre Mitarbeiter mobil und kostenfrei ihren Wortschatz erweitern. Übersetzungen gibt es derzeit in 16 Sprachen, unter anderem in Arabisch, Albanisch, Französisch und Englisch.

Homepage der Deutschen Welle

Eine weitere Alternative Deutsch zu lernen finden Sie auf der Homepage der Deutschen Welle. Auch hier gibt es kostenlose Deutschkurse auf den Niveaustufen A1 bis C. Vor den Kursen kann sich der oder die Lernende über Tests dem richtigen Niveau zuordnen. Weitere Besonderheiten dieses Angebotes liegen in der Möglichkeit der Lernenden, sich mit der Redaktion der Deutschen Welle in Verbindung zu setzen und Fragen zum Wortschatz oder der Grammatik zu stellen. Zusätzlich bietet die Internetseite die Möglichkeit einfache Nachrichtentexte auf Deutsch zu aktuellen Themen zu lesen. Das Angebot steht für insgesamt 30 Sprachen, wie Arabisch, Englisch oder Französisch zur Verfügung.

Weiterführende Informationen

  • Das IQ Netzwerk fördert bundesweit verschiedene Initiativen zur Integration von Menschen mit Migrationshintergrund auf dem Arbeitsmarkt. Ein zentrales Angebot ist die Homepage deutsch-am-arbeitsplatz.de. Es handelt sich um ein Online-Portal, das Sie als Arbeitgeber darüber informiert, wie Sie ihre Beschäftigten beim Deutschlernen unterstützen können, indem Sie eigene Kurse in Ihrem Betrieb anbieten. Auf der Homepage finden Sie unter anderem kostenfreie Broschüren und Praxisbeispiele sowie regionale Ansprechpartner der IQ-Fachstelle Berufsbezogenes Deutsch, die Sie tiefergehend über die Möglichkeiten berufsbezogener Deutschförderung informieren (zur Webseite).
  • Das Portal KURSNET für berufliche Aus- und Weiterbildung der Bundesagentur für Agentur bietet die Möglichkeit, explizit nach Bildungsangeboten für Geflüchtete zu suchen. Dabei sind insbesondere die verschiedenen Sprachkurse – ob Grundkurse oder berufsbezogene Sprachkurse - für Geflüchtete berücksichtigt. Die Suche nach einem geeigneten Kurs wird dadurch erleichtert, dass in der Regel die jeweiligen Kapazitäten und freien Plätze angezeigt werden (zur Webseite).
  • Hier finden Sie den Flyer des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (BAMF) zum Programm „Berufsbezogene Deutschförderung“ (zum Flyer).
  • Das Programm wird mit Mitteln des Europäischen Sozialfonds (ESF) und des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales (BMAS) gefördert. Weitere Infos hierzu, finden sich auf der Webseite (zur Website).
  • Das BAMF bietet zudem eine Übersicht zur neuen „Berufsbezogenen Deutschsprachförderung" an (zur Übersicht).

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