Frauen

Gut qualifiziert, aber in Teilzeit

Noch nie war der Anteil beruflich hochqualifizierter Frauen so groß wie heute und noch nie sahen Frauen Berufstätigkeit als einen so selbstverständlichen Bestandteil ihrer Lebensplanung an. Knapp die Hälfte aller Beschäftigten in Deutschland waren 2014 Frauen. Trotzdem schlummern hier noch große Fachkräftepotenziale.

Arbeitszeiten verlängern

Knapp 58 Prozent aller erwerbstätigen Frauen arbeiten Teilzeit, bei den Männern sind es dagegen nur gut 20 Prozent. Nach Schätzungen des Statistischen Bundesamtes waren 14 Prozent der Frauen, die im Jahr 2012 eine Teilzeittätigkeit ausübten, eigentlich auf der Suche nach einer vollen Stelle. Das gilt insbesondere für Frauen, die das 45. Lebensjahr bereits überschritten haben. Hier lag der Anteil mit 17 Prozent noch etwas höher. Am häufigsten waren Frauen im Wirtschaftszweig „Handel, Verkehr und Gastgewerbe“ unfreiwillig in Teilzeit beschäftigt (21 %). Hier bestehen folglich Potenziale durch die Verlängerung von Arbeitszeiten den Fachkräftebedarf besser zu decken. Das macht auch ein europaweiter Vergleich deutlich: Die durchschnittliche Wochenarbeitszeit der Teilzeitkräfte in Deutschland liegt mit 19,5 Stunden unter dem Durchschnitt der 28 EU-Länder. Würde sie – wie in Schweden – auf mehr als 25 Stunden angehoben, könnte zusätzlicher Fachkräftebedarf gedeckt werden.

Gleichzeitig zählten im Jahr 2013 etwa 470.000 Frauen zu der sogenannten „Stillen Reserve“. Darunter fallen unter anderem Personen, die dem Arbeitsmarkt zwar grundsätzlich zur Verfügung stünden, jedoch nicht aktiv nach einer Arbeit suchen.

Bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf

Hauptgründe für die Teilzeitbeschäftigung sind familiäre Verpflichtungen, wie beispielsweise die Betreuung von Kindern oder die Pflege von Angehörigen. Viele Mütter arbeiten auch dann mit niedriger Stundenzahl weiter, wenn ihre Kinder intensive Betreuung nicht mehr benötigen. Zudem ist bei den über 45-Jährigen die Teilzeitbeschäftigung hoch, weil sie den größten Teil bei der häuslichen Pflege übernehmen. Könnte der Anteil der Frauen verringert werden, die wegen familiärer Plichten ihre Arbeitszeit reduzieren, wären bis zu 600.000 Vollzeitarbeitsplätze zu erschließen.

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