Fachkräfteeinwanderungsgesetz: Praxistipps für Unternehmen

Wie es Unternehmen gelingt, Fachkräfte aus dem Ausland gut zu integrieren

Mit dem zum 01.03.2020 in Kraft getretenen Fachkräfteeinwanderungsgesetz hat sich die Rekrutierung und Beschäftigung internationaler Beschäftigter für Ihr Unternehmen erleichtert (siehe hierzu auch unser FAQ zum Fachkräfteeinwanderungsgesetz und Migrationspaket). Was ihr Unternehmen aus rechtlicher Sicht bei der Rekrutierung internationaler Fachkräfte wissen muss, erfahren Sie in dem neuen Make-it-in-Germany-Leitfaden „Möglichkeiten der Fachkräfteeinwanderung“.

Damit Ihre neuen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auch langfristig in Deutschland und in Ihrem Unternehmen bleiben, ist es - neben der Beachtung rechtlicher Fragen - entscheidend, dass diese sich sowohl am Arbeitsplatz als auch in ihrer neuen Heimat wohlfühlen.

In unseren Praxistipps erfahren Sie, wie Sie es schaffen, Ihre neue Mitarbeiterin oder Ihren neuen Mitarbeiter erfolgreich und langfristig in Ihr Unternehmen zu integrieren.

Zentralen Ansprechpartner für den Bewerbungsprozess benennen

Stellen Sie Ihrem potenziellen neuen Mitarbeiter oder Ihrer Mitarbeiterin vom ersten Bewerberkontakt an eine Ansprechpartnerin oder einen Ansprechpartner zur Verfügung. Sollten Sie bereits Mitarbeitende haben, die über sprachliche und kulturelle Kenntnisse aus der Herkunftsregion Ihres neuen Kollegen verfügen, eignen sich diese besonders. 

Ein zentraler Ansprechpartner hilft, eventuelle Missverständnisse im Bewerbungsprozess zu vermeiden, und kann ein realistisches Bild von der neuen Tätigkeit und vom neuen Lebensraum vermitteln.

Interkulturelle Sensibilisierung der Belegschaft

Nehmen Sie auftretende Unsicherheiten und Vorbehalte Ihrer Belegschaft ernst. Hier ist es sinnvoll, persönliche, mündliche Kommunikation mit schriftlicher zu kombinieren. Informieren Sie im Rahmen von unternehmensübergreifenden Meetings oder Veranstaltungen über den oder die neue Mitarbeiterin und weisen Sie auf mögliche interkulturelle Unterschiede hin und welche Maßnahmen Sie zur Unterstützung für ein gemeinsames erfolgreiches Arbeiten geplant haben. Ergänzen Sie die persönliche Kommunikation um eine schriftliche Zusammenfassung der wichtigsten Punkte und machen Sie diese für alle zugänglich. Fördern Sie zudem den kulturellen Austausch untereinander. Bieten Sie doch mal in der Kantine ein Essen aus dem Heimatland Ihres neuen Mitarbeiters an oder begehen Sie einen Feiertag gemeinsam.

Bereitstellen eines persönlichen Ansprechpartners (Mentors)

Gerade in den ersten Tagen und Wochen treten insbesondere bei neuen Mitarbeitern aus dem Ausland viele Fragen auf. Stellen Sie Ihrer neuen Mitarbeiterin oder Ihrem neuen Mitarbeiter eine erfahrene Kollegin oder Kollegen begleitend an die Seite. Dies kann, muss aber nicht, der zentrale Ansprechpartner im Bewerbungsprozess sein. Dafür spricht, dass zwischen der Person und dem neuen Mitarbeiter bereits ein Vertrauensverhältnis gewachsen ist. Eine enge Kommunikation hilft , eventuell auftretende kulturelle Stolpersteine besser zu überwinden.

Unterstützung bei der Wohnungssuche und bei Behördengängen

Damit sich Ihre neue Kollegin oder der neue Kollege in der neuen Heimat wohl fühlt, müssen auch die Lebensbedingungen außerhalb des Unternehmens stimmen. Die Suche nach passendem Wohnraum ist für Personen aus dem Ausland oftmals eine große Herausforderung. Hier können Sie Unterstützung anbieten, indem Sie beispielsweise für die ersten Wochen eine (Ferien-)Wohnung zur Verfügung stellen, sich als Bürge für Mietverträge zur Verfügung stellen oder Kontakte vermitteln.

Auch Behördenangelegenheiten stellen Personen aus dem Ausland oftmals vor Schwierigkeiten. Bieten Sie daher Unterstützung an, indem Sie beispielsweise Ihren neuen Mitarbeiter begleiten oder gemeinsam mit ihr oder ihm Papiere durchgehen und Formulare vorbereiten. Dies ist eine klassische Aufgabe des zentralen Ansprechpartners.

Unterstützung für mitreisende Familienangehörige

Ein vollständiges Ankommen kann nur gelingen, wenn sich eventuell mitziehende Familienangehörige auch wohl in der neuen Heimat fühlen. Unterstützen Sie daher die Arbeitssuche mitreisender Partnerinnen und Partner, indem Sie Ihre Netzwerke nutzen. Vielleicht können Sie sogar einen geeigneten Arbeitsplatz anbieten? Das erhöht deutlich die Chancen, dass die ganze Familie gut im neuen Land ankommt und auch bleiben möchte. Zudem ist es wichtig, dass mitziehende Kinder gut versorgt sind. Hier können Sie bei der Vermittlung von Schul- und Kindergartenplätzen helfen.

Einbindung in soziale Events

Eine Einbindung in den Alltag ist ein wesentlicher Schritt zur vollständigen Integration. Gibt es eine Betriebssportgruppe oder gehen Kollegen nach der Arbeit regelmäßig gemeinsam Fußball spielen oder zum Stammtisch? Binden Sie Ihre neue Kollegin oder Ihren neuen Kollegen gemeinsam mit ihren Familien ein und bieten Sie an, sie mit zu verschiedenen Veranstaltungen zu nehmen. Haben Sie solche Angebote nicht, kann es hilfreich sein, Angebote der örtlichen Sportvereine oder Informationen über kulturelle Angebote der Region zusammenzustellen.

Fachliche Unterstützung und Spracherwerb

Falls von Ihrem neuen Mitarbeiter oder Ihrer neuen Mitarbeiterin noch Sprachkenntnisse oder weitere Qualifikationen erworben werden müssen, bieten Sie auch hier Unterstützung an. Das kann zum Beispiel durch die Vermittlung von Angeboten, einer finanziellen Beteiligung oder aber auch durch eine Freistellung für den Besuch geschehen.

Wie Sie ein erfolgreiches Onboarding neuer Mitarbeiter gestalten, erfahren Sie hier: https://www.kofa.de/mitarbeiter-finden-und-binden/mitarbeiter-finden/onboarding

Weitere Information zur Rekrutierung Internationaler Mitarbeiter erhalten Sie hier https://www.kofa.de/mitarbeiter-finden-und-binden/mitarbeiter-finden/wen-rekrutieren/internationale-fachkraefte

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