Fachkräfte aus dem Ausland erfolgreich rekrutieren

Sie tun sich immer schwerer freiwerdende Stellen neu zu besetzen? Sie finden nicht so recht die geeigneten Kandidaten? Haben Sie schon mal an die gezielte Ansprache und Rekrutierung internationaler Fachkräfte gedacht?

Fachkräfte aus dem Ausland als Mehrwert für Ihr Unternehmen

Die Rekrutierung von Fachkräften aus dem Ausland kann viele Vorteile für Ihr Unternehmen bringen. Neben der schnelleren und teilweisen einzigen Möglichkeit, Ihre offenen Stellen zu besetzen, können internationale Mitarbeiter Ihnen dabei helfen neue Märkte zu erschließen oder ausländische Kunden zu gewinnen. Auch können internationale Kollegen Ihnen neue Sichtweisen zeigen und Ihnen so dabei helfen, Prozesse innovativer zu gestalten. Eine gestiegene Internationalität kann des Weiteren auch einen positiven Einfluss auf Ihr Unternehmensimage haben.

Fachkräfteeinwanderungsgesetz: Auslandsrekrutierung wird einfacher

Im Zuge der Einführung des neuen Fachkräfteeinwanderungsgesetzes zum März 2020, ergeben sich einige Erleichterung ausländische Fachkräfte einzustellen (s. hierzu auch unser FAQ zum Migrationspaket). Im Folgenden erfahren Sie, was Sie sonst beachten müssen, um internationale Fachkräfte erfolgreich zu rekrutieren und langfristig in Ihr Unternehmen zu integrieren.

Auslandsrekrutierung: Land für die Personalsuche auswählen

In vielen Ländern gibt es gut ausgebildete Fachkräfte. Dennoch kann es durchaus sinnvoll sein, sich bei der Suche nach neuen Fachkräften zunächst auf ein Land zu fokussieren. Verfügen Sie bereits über Geschäftskontakte in ein Land, oder möchten Sie einen neuen ausländischen Markt erschließen? Dann macht es sicherlich Sinn, in diesem Land mit der Suche zu beginnen. Wichtig hierbei ist, dass Sie auf die Fachkräftesituation vor Ort achten. Gibt es die von Ihnen benötigten Qualifikationen? In einem Land, in dem viele gut ausgebildete Fachkräfte schlechte Arbeitsmarktperspektiven haben, werden sicherlich gerne einige ein attraktives Arbeitsplatzangebot in Deutschland annehmen.

Die richtige Formulierung von Stellenanzeigen

Die Bildungssysteme der einzelnen Länder unterscheiden sich teilweise stark vom deutschen Bildungssystem. Bei der Rekrutierung aus dem Ausland kann es durchaus vorkommen, dass Ihnen Kandidatinnen und Kandidaten mit Qualifikationen begegnen, die nicht unmittelbar mit deutschen Abschlüssen vergleichbar sind. Legen Sie bei der Formulierung von Stellenangeboten im Ausland daher den Fokus, statt auf vorhandene Abschlüsse, besser auf konkrete Fähigkeiten und Fertigkeiten, wie bestimmte Produktionsverfahren oder den Umgang mit bestimmten Werkzeugen oder IT-Programmen.

Darüber hinaus sollten Sie in die Stellenanzeige auch Informationen über die Region Ihres Unternehmens aufnehmen, so können sich Ihre potenziellen neuen Mitarbeiter schon ein erstes Bild von ihrer zukünftigen Heimat machen. Bieten Sie bestimmte Unterstützungsangebote für Ihre neuen Mitarbeiter an, so sollten Sie diese auf jeden Fall in der Stellenanzeige konkret benennen.

Personalsuche: Die richtige Kandidatenauswahl

Bewerbungsstandards variieren teilweise enorm von Land zu Land. Sein Sie daher auch offen für Bewerbungsunterlagen, die auf den ersten Blick nicht den deutschen Bewerbungsstandards entsprechen. Wenn Sie unsicher sind, wie Sie die ausländischen Berufsqualifikationen einschätzen können, können Ihnen die Länderprofile des BQ-Portals weiterhelfen (www.bq-portal.de).

Da Bewerber aus Drittstaaten teilweise schon für die Einreise zu Bewerbungsgesprächen ein Visum benötigen, kann es sinnvoll sein, Bewerbungsgespräche zum Beispiel per Skype durchzuführen.

Bei der Auslandsrekrutierung die rechtlichen Rahmenbedingungen beachten

Bei der Rekrutierung von Fachkräften aus dem Ausland ist es ganz entscheidend, schon frühzeitig die rechtlichen Rahmenbedingungen im Blick zu haben.

Personen aus der EU sowie aus gleichgestellten Ländern dürfen im Rahmen der Arbeitgeberfreizügigkeit vergleichbar zu deutschen Staatsbürgern beschäftigt werden. Personen aus Drittstaaten benötigen teilweise für die Einreise nach Deutschaland ein Visum und eine Arbeitserlaubnis. Hierfür benötigen Sie in der Regel ein verbindliches Arbeitsplatzangebot. Zudem müssen berufliche Qualifikation oder Hochschulabschluss gleichwertig mit den deutschen Anforderungen sein. Unternehmen müssen des Weiteren im Rahmen der Vorrangprüfung nachweisen, dass kein bevorrechtigter Deutscher oder EU-Bürger für die jeweilige Stelle in Frage kommt. Für berufliche qualifizierte Fachkräfte ist zudem aktuell nur eine Beschäftigung in Engpassberufen möglich, die auf der Positivliste der Bundesagentur für Arbeit aufgenommen sind.

Sowohl die Vorrangprüfung als auch die Begrenzung beruflich Qualifizierter auf die Beschäftigung in Engpassberufen, fällt durch die Einführung des Fachkräfteeinwanderungsgesetzes zum 01. März 2020 weg.

Integration ausländischer Fachkräfte in das Unternehmen gestalten

Damit Ihre neu gewonnene Fachkraft auch langfristig in Deutschland und in Ihrem Unternehmen bleibt, ist es wichtig Ihre Unterstützung nicht mit erfolgreicher Einstellung zu beenden. Für eine langfristig erfolgreiche Integration spielt die Einbindung in das Team eine ganz entscheidende Rolle. Dies kann beispielsweise über Mentoren aber auch durch die Einbindung durch soziale Events unterstützt werden. Darüber hinaus müssen die Lebensbedingungen jenseits der Arbeitsstelle in der neuen Heimat stimmen. Gerade Fachkräfte aus dem Ausland benötigen hier oftmals Unterstützung bei der Wohnungssuche oder auch bei Behördenangelegenheiten. Insbesondere wenn die neue Mitarbeiterin oder der neue Mitarbeiter mit der Familie kommt, muss auch diese sich in der neunen Heimat wohlfühlen. Dies können Sie durch Hilfe bei der Arbeitsvermittlung von mitziehenden Partnern oder der Suche nach Kindergarten- oder Schulplätzen von vorhandenen Kindern unterstützen.

Weitere Informationen zur Rekrutierung ausländischer Fachkräfte finden Sie hier.

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