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KOFA-Studie 4/2018: Fachkräftecheck Metall- und Elektroberufe in Hessen

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Ergänzend zum bundesweiten „Fachkräftecheck Metall- und Elektroberufe“ wurde die Fachkräftesituation in M+E-Berufen auf dem hessischen Arbeitsmarkt vertiefend beleuchtet. Auch diese Studie analysiert neben der Fachkräftesituation am Arbeitsmarkt, die Nachwuchssituation am Ausbildungsmarkt sowie Fachkräftepotenziale in Bezug auf Ältere, Frauen und internationale Fachkräfte. 

Die Fachkräftesituation in Metall- und Elektroberufen ist in Hessen besonders angespannt

In Hessen ist die Arbeitsmarktlage in Metall- und Elektroberufen im Vergleich zu anderen Bundesländern besonders eng. Nahezu alle in Hessen zahlenmäßig relevanten M+E-Berufe sind von Fachkräfteengpässen betroffen. Daher werden auch fast alle Stellen in Engpassberufen ausgeschrieben. Dies gilt für alle betrachteten Fachbereiche und für alle Arbeitsagenturbezirke. Somit kann für die M+E-Berufe von einem hessenweiten Fachkräftemangel gesprochen werden.

Besonders gefragt sind Fachkräfte mit abgeschlossener Berufsausbildung

In Hessen werden in allen M+E-Fachbereichen – mit Ausnahme der Technischen Forschung und Entwicklung, Konstruktion und Produktionssteuerung – deutlich mehr Fachkräfte mit abgeschlossener Berufsausbildung gesucht als Fachkräfte mit Fortbildungsabschluss oder Hochschulabschluss. Zudem spitzt sich die Arbeitsmarktlage für Fachkräfte am deutlichsten von allen Qualifikationsniveaus zu. Aktuell sind insgesamt mehr Stellen für Fachkräfte mit abgeschlossener Berufsausbildung ausgeschrieben, als es in ganz Hessen arbeitslose Fachkräfte mit dieser Qualifikation gibt.

Unternehmen haben ihr Ausbildungsangebot in M+E-Berufen ausgeweitet

Gegenüber 2014 wurden knapp 7 Prozent mehr Ausbildungsplätze angeboten. Unternehmen reagieren somit auf die zunehmenden Fachkräfteengpässe, mit Ausnahme der Metallberufe. Allerdings konnten in früheren Jahren bei höheren Schulabgängerzahlen noch mehr Ausbildungsstellen besetzt werden. Es wird für Unternehmen in Hessen zunehmend schwerer, (geeignete) Auszubildende für M+E-Berufe zu finden. Im Jahr 2017 konnten insgesamt 3,3 Prozent aller angebotenen Ausbildungsstellen in M+E-Berufen nicht besetzt werden. 

Trotz verstärkter Bemühungen in der Nachwuchsqualifizierung sowie der Ansprache neuer Zielgruppen sind noch nicht alle Fachkräftepotenziale ausgeschöpft

Die Potenziale von Frauen, Älteren und internationalen Fachkräften werden heute bereits deutlich intensiver genutzt als in früheren Jahren. Dennoch bestehen hier deutliche Ausbaumöglichkeiten für die Fachkräftesicherung. Durch eine gezielte Ansprache der entsprechenden Zielgruppe in Stellenanzeigen, eine noch bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf oder die gezielte Unterstützung bei der Anerkennung ausländischer Berufsqualifikationen können noch weitere Fachkräftepotenziale erschlossen werden. Zudem gewinnt die eigene Nachwuchsqualifizierung im Rahmen der dualen Ausbildung oder des dualen Studiums weiter an Bedeutung. Unterstützungsprogramme für leistungsschwächere Jugendliche können dafür ebenso genutzt werden wie die neuen Möglichkeiten für Zusatzqualifikationen.

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