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Wie klappt es mit der Ausbildung in Pandemie-Zeiten?

Einen „normalen“ Ausbildungsalltag hat es im vergangenen Jahr kaum gegeben: Betriebsschließungen in der ersten Corona-Welle, eingeschränkter Berufsschulunterricht, Kontaktbeschränkungen im Betrieb und Schwierigkeiten mit dem Homeoffice wegen fehlender technischer Ausstattung und Qualifikation, um nur einige Herausforderungen zu nennen. Dies zeigt eine Betriebsbefragung des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB). Im Frühjahr und Sommer wurden Ausbildungsleitungen aus 1.343 Betrieben und 18 verschiedenen Ausbildungsberufen in Industrie und Handel, öffentlichem Dienst und Handwerk befragt.

Erwartungsgemäß sind die Ergebnisse je nach Branche sehr unterschiedlich ausgefallen. Trotzdem zeigt die Befragung, dass trotz der massiven Einschränkungen die betriebliche Ausbildung grundsätzlich weitergeführt werden konnte.

Der Anteil der Betriebe, die ihre Azubis in das Homeoffice schickten, unterschied sich nach Branche (Industrie und Handel mit 43%, öffentlicher Dienst mit 50% gegenüber Handwerk mit 12% und Gastgewerbe mit 16%), aber auch nach der Betriebsgröße. Je größer ein Betrieb, desto mehr wurde im Homeoffice gearbeitet. Vor allem die Prüfungsvorbereitung war eine Aufgabe für das Arbeiten von zu Hause.
Gründe, warum Unternehmen ihre Azubis nicht ins Homeoffice schickten, waren neben fehlender technischer Ausstattung und Wunsch nach der Anwesenheit der Azubis vor Ort, vor allem die fehlenden Aufgaben für zu Hause.

Auch beim Berufsschulbesuch zeigt sich ebenfalls ein differenziertes Bild. Nach den anfänglichen Komplettschließungen, konnten später in Industrie und Handel (54%), öffentlichem Dienst (58%) und Gastgewerbe (42%) relativ viele Azubis wieder am Präsenz-Unterricht teilnehmen. Im Handwerk war der Anteil mit 27% geringer. Wenn kein Präsenzunterricht stattfinden konnte, wurden die Azubis mit Aufgaben von den Schulen versorgt. Nur ein geringer Anteil im Handwerk (14%) und Gastgewerbe (11%) wurde von den Berufsschulen gar nicht betreut.

Nur ein kleinerer Anteil der befragten Betriebe gab an, seine Auszubildenden in Kurzarbeit geschickt oder freigestellt zu haben. Eine Ausnahme bildeten die Betriebe im Gastgewerbe. Auch wenn die Belegschaft in Kurzarbeit war, wurde bei den Azubis versucht, das nach Möglichkeit zu vermeiden und den Auszubildenden zum Beispiel andere Aufgaben zu übertragen.

Ein hoher Anteil der befragten Betriebe (65%) wollen keine mobilen Endgeräte zum Arbeiten und Lernen für ihre Auszubildenden einführen und 45% der Betriebe keine digitalen Medien für die Ausbildung einführen. Jedoch wird das digitale Lernen immer wichtiger – nicht nur für die Auszubildenden, sondern auch für Ausbilderinnen und Ausbilder. Erfahren Sie hier mehr zur Ausbildung 4.0.

Das vollständige Diskussionspapier der BIBB finden Sie hier

Weitere Tipps und Hinweise zur Ausbildung in Zeiten von Corona finden Sie hier.

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