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IW-Studie: Integrationspotenziale im Mittelstand am größten

Aktuell sind etwa 140.000 Menschen aus den acht nicht europäischen Asylherkunftsländern Afghanistan, Eritrea, Irak, Iran, Nigeria, Pakistan, Somalia und Syrien sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Im Vergleich zum Vorjahr ist die Zahl um knapp 47.000 deutlich angestiegen (Stand März 2017).

Fast ein Viertel davon sind Syrer. Bereits seit 2014 wurden von Menschen aus Syrien die meisten Asylanträge gestellt. Gleichzeitig gab es unter Syrern den stärksten Anstieg der Beschäftigung – die Zahl hat sich im Vergleich zu Vorjahr mehr als verdoppelt. Ein weiteres Fünftel der Beschäftigten aus den acht genannten Ländern sind Afghanen, gefolgt von Irakern (15 Prozent) und Iranern (14 Prozent). Kleine und mittlere Unternehmen (KMU) sind am aktivsten bei der Arbeitsmarktintegration. Gut drei Viertel aller Beschäftigten aus Asylherkunftsländern sind dort tätig. Im Vergleich: In Deutschland sind insgesamt zwei Drittel aller Beschäftigten in KMU angestellt. In Großbetrieben (ab 250 Beschäftigte) ist jeder vierte Beschäftigte aus den genannten Ländern angestellt – insgesamt ist in Deutschland jeder Dritte Beschäftigte dort angestellt.

Gut ein Fünftel der Menschen aus den Hauptasylherkunftsländern im Wirtschaftszweig „sonstige wirtschaftliche Dienstleistungen“ tätig (21,7 Prozent). Und somit deutlich mehr als in Deutschland insgesamt (7,2 Prozent). Zu diesem Bereich gehören u. a. der Wach- und Sicherheitsdienst, die Gebäudebetreuung, Garten- und Landschaftsbau, als auch die Zeitarbeit. Zu letzterer zählen fast neun Prozent, während es bezogen auf alle Beschäftigten in Deutschland knapp 2,6 Prozent sind. Im Gastgewerbe arbeiten knapp 17 Prozent (im Vergleich zu 3,2 Prozent insgesamt) und im Handel 12,4 Prozent aus den Asylherkunftsländern. Etwa jeder zehnte Beschäftigte aus den acht Ländern  ist im verarbeiteten Gewerbe (11,3 Prozent) oder im Gesundheits- und Sozialwesen (10,1 Prozent) angestellt.

Unter den Beschäftigten finden sich etwa genauso viele Fachkräfte, also Personen mit mindestens zweijähriger Berufsausbildung (43,5 Prozent) wie Helfer ohne abgeschlossene Berufsausbildung (42,7 Prozent). Etwa 4,1 Prozent haben eine Stelle mit Fortbildungsabschluss (4,1 Prozent) und fast jeder Zehnte (9,4 Prozent) hat einen Hochschulabschluss.

www.iwkoeln.de/studien/iw-kurzberichte/beitrag/svenja-jambo-christoph-metzler-sarah-pierenkemper-dirk-werner-mehr-als-nur-hilfsarbeiter-374655.html

 

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