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Größte MINT-Lücke aller Zeiten

Laut dem aktuellen MINT-Report des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW) fehlen aktuell 290.900 MINT-Fachkräfte in Deutschland. Gegenüber dem Vorjahr hat sich die MINT-Lücke um 42,9 Prozent erhöht.

Ohne qualifizierte Zuwanderer läge die MINT-Lücke sogar bei 409.000, bzw. noch mal 40 Prozent höher. Daran zeigt sich, wie wichtig internationale Fachkräfte inzwischen für die deutsche Wirtschaft geworden sind. Die klugen Köpfe aus der ganzen Welt verteilen sich jedoch sehr ungleich über die Bundesrepublik. Vor allem im Süden sind sie stark vertreten, im Osten hingegen kaum. Dabei ist gerade der Osten aufgrund seiner älteren Belegschaften bei gleichzeitig geringem Nachwuchs auf junge Zuwanderer angewiesen. Andernfalls drohen mit den bereits steigenden Renteneintritten deutliche Beschäftigtenverluste. Unternehmen sollten die dringend benötigten Mitarbeiter gezielt im Ausland anwerben.

Weiterhin bemerkenswert ist der steigende Anteil der beruflich qualifizierten an der MINT-Lücke – inzwischen sind es 66 Prozent. Während es in den letzten Jahren gelungen ist, viele junge Leute für die MINT-Studiengänge zu gewinnen, ging die Zahl der beruflich qualifizierten deutlich zurück. Während 2005 noch 22,3 Prozent der Beschäftigten mit Berufsausbildung MINT-Fachkräfte waren, sind es heute nur noch 18,8 Prozent.

Viele davon gehören zu den geburtenstarken Jahrgängen, die in den nächsten Jahren in Rente gehen. Hier gilt es deutlich mehr auszubilden, um den kommenden Verlusten an qualifiziertem Personal entgegenzuwirken. Ein wesentlicher Ansatzpunkt hier ist die verstärkte Berufsorientierung an Schulen, insbesondere an Gymnasien. Viele MINT-Berufe sind relativ unbekannt, obwohl sie vielseitig sind und sehr gute Karrierechancen bieten. Hier gilt es die Schüler schon vor dem Abschluss für diese MINT-Berufe zu begeistern, zum Beispiel im Rahmen von Schulkooperationen.

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