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Förderung für Weiterbildung – Analyse des IAB

Bis 2019 war die Förderung von Weiterbildung durch die Bundesagentur für Arbeit im Rahmen des WeGebAu-Programms begrenzt auf Beschäftigte ohne Berufsabschluss, von Arbeitslosigkeit bedrohte Beschäftigte und Beschäftigte in kleinen und mittleren Unternehmen (KMU). Anfang 2019 trat dann das Qualifizierungschancengesetz (QCG) in Kraft, das im Oktober dieses Jahres durch das „Arbeit-von-morgen-Gesetz“ nochmals erweitert wurde.  

Erweiterung des Personenkreises für die Förderung

Durch diese zusätzlichen Angebote wurde die Weiterbildungsförderung erweitert auf Personen, deren berufliche Tätigkeit vom Strukturwandel betroffen sind, und Personen, die eine Weiterbildung in Engpassberufen anstreben. Zudem können Betriebe durch das QCG jetzt bei allen geförderten Weiterbildungen ihrer Mitarbeitenden einen Arbeitsentgeltzuschuss erhalten.  

Eine aktuelle Analyse des IAB „Geförderte Weiterbildung Beschäftigter – Trotz erweiterter Möglichkeiten noch ausbaufähig“ untersuchte, wie die neuen Fördermöglichkeiten angenommen werden.  

Das KOFA hat für Sie die wichtigsten Ergebnisse zusammengefasst 

  • Die Zahl der jährlichen Eintritte in geförderte Weiterbildung stieg von Januar 2016 bis Dezember 2019 zwar kontinuierlich von ca. 15.000 auf über 30.000, das QCG, konnte jedoch keinen drastischen Anstieg bewirken. 
  • Obwohl es neue Möglichkeiten zur Qualifizierung für beispielsweise jüngere Beschäftigte gab, zeigten sich keine großen Änderungen in der Teilnehmerstruktur der geförderten Weiterbildungen nach Inkrafttreten des QCG. Im Jahr 2019 wurden jedoch mehr Beschäftigte ohne Berufsabschluss gefördert und mehr Weiterbildungen, die zu einem Berufsabschluss führen, als im Vorjahr. Dies könnte daran liegen, dass der Schwerpunkt des QCG auf Weiterbildung in Engpassberufen liegt.   
  • Trotz dieses stärkeren Fokus auf Engpassberufe zeigte sich allerdings nach Einführung des QCG keine drastische Verschiebung bei den geförderten Berufsgruppen. Eine Erklärung hierfür ist, dass bereits vor Inkrafttreten des QCG schwerpunktmäßig Berufe mit Fachkräfteengpässen gefördert wurden. 
  • Im April 2020 zeigte sich bedingt durch die Corona-Pandemie und den damit entfallenden Präsenzveranstaltungen ein erheblicher Rückgang in den Eintritten in geförderte Weiterbildungen im Vergleich zum Vorjahresmonat (-49 Prozent). Im Juni stiegen die Eintritte gegenüber dem Vorjahresmonat wieder an (+21 Prozent). 
  • Die Fallzahlen der Förderung mit Arbeitsentgeltzuschuss hat sich 2019 nach Inkrafttreten des QCG fast verdoppelt. Auch hier hat sich jedoch die Zusammensetzung der Geförderten trotz der neuen Zielgruppen des QCG nicht deutlich verändert. 

Noch keine Veränderung bei Förderzahlen und Zusammensetzung der Geförderten 

Insgesamt scheinen die neuen gesetzlichen Regelungen der Weiterbildungsförderung noch nicht zu erheblich erhöhten Förderzahlen oder einer veränderten Zusammensetzung der Geförderten geführt zu haben. Dies könnte daran liegen, dass viele Betriebe die neuen Fördermöglichkeiten noch nicht kennen. Wir vom KOFA helfen Ihnen dabei, auch in Sachen geförderter Weiterbildung auf dem neuesten Stand zu bleiben. Die wichtigsten Informationen zur Förderung von Weiterbildung, auch während Kurzarbeit, haben wir in unserem Online-Text "Kurzarbeit für (digitale) Weiterbildung nutzen und profitieren" für Sie zusammengefasst. 

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