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Der Gründergeist schwindet

Das seit Jahren rückläufige Gründungsinteresse in den Industrienationen setzt sich auch im Jahr 2018 in Deutschland fort. Während im Jahr 2000 fast jeder Zweite den Wunsch nach beruflicher Selbstständigkeit hatte, verspürt dies im Jahr 2018 nur noch jeder Vierte.

Grund hierfür ist vorrangig der demographische Wandel der Bevölkerung. Als Daumenregel gilt nämlich: der Wunsch nach beruflicher Selbstständigkeit nimmt mit zunehmendem Alter ab.  Faktoren hierfür sind, dass das Erfahrungswissen zunehmend auf eine spezifische Stelle zugeschnitten ist und auch die familiäre Gebundenheit mit steigendem Alter zunimmt.  Auch die Finanzkrise versetzte dem Gründungsinteresse vorrangig Älterer einen Dämpfer. Die Angst vor einem Scheitern und dessen finanzielle Konsequenzen ist bei den über 50-Jährigen besonders stark ausgeprägt. In Deutschland sorgt die Gruppe der unter 30-Jährigen für einen kleinen Lichtblick: Seit 2012 nimmt der Selbstständigkeitswunsch dieser Gruppe kontinuierlich zu und 2018 hätten sich, frei von Sachzwängen, rund ein Drittel für die Selbständigkeit entschieden. Diese positive Entwicklung sollte durch Initiativen und Schulförderung noch weiter gestärkt werden. 

Zwischen Frauen und Männern besteht nach wie vor ein großer Unterschied bei dem Selbstständigkeitswunsch. Während in den letzten Jahren der Anteil der Frauen bei Existenzgründungen leicht zugenommen hat (im Jahr 2018 39%), sind diese gemessen am relativen Anteil an der Bevölkerung weiterhin unterrepräsentiert.

Ausschlaggebend hierfür ist das geringe Gründungsinteresse bei Frauen: Bei der aktiven Planung und Umsetzung der Selbständigkeit gibt es zwischen den Geschlechtern keinen Unterschied. Die Gründungsbarrieren für Frauen und Männer sind damit gleich hoch. Um die Gründungstätigkeit von Frauen zu stärken, scheinen Maßnahmen, welche den Gründungswunsch stärken, am Sinnvollsten.

Die negative Entwicklung der Gründungstätigkeit in Deutschland hat viel mit den ausgesprochen guten Arbeitsmarktbedingungen zu tun. Da in Deutschland Berufswahlfreiheit herrscht, sollte niemand in die Selbstständigkeit gezwungen werden. Die Förderung von unternehmerischen Aktivitäten, kann allerdings Menschen dazu befähigen bei der nächsten Arbeitsmarktkrise eigenständig über die Runden zu kommen und sichert zudem ein innovatives und konkurrenzfähiges Beschäftigungsumfeld.

Nähere Informationen erhalten Sie unter diesem Link: https://www.kfw.de/PDF/Download-Center/Konzernthemen/Research/PDF-Dokumente-Fokus-Volkswirtschaft/Fokus-2019/Fokus-Nr.-261-August-2019-Gruendergeist.pdf

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