Praxisbeispiel: Pflegefachkräfte aus Portugal

Die Mani Häusliche Krankenpflege, Augustine Mani und Myra Mani GbR setzt bei der Suche nach geeigneten Fachkräften auf portugiesische Akademikerinnen und Akademiker. Der Aufbau von lokalen Netzwerken und intensive Vorbereitungskurse tragen entscheidend dazu bei, passende Bewerberinnen und Bewerber zu gewinnen.

Branche: Pflegebranche | Standort: Lüdenscheid (NRW) | Beschäftigte: 33

Stand: 2013

„Mani Häusliche Krankenpflege“ rekrutiert gezielt Pflegefachkräfte aus dem Ausland

Das Unternehmen wurde von Lucy und ihrem Ehemann Augustine Mani gegründet. Die beiden Zuwanderer aus Indien sind selbst ein Beispiel für eine erfolgreiche Integration:1995 haben sie ein eigenes Familienunternehmen gestartet. Die im Jahr 2000 gegründete Mani Häusliche Pflege betreut derzeit circa 180 Patientinnen und Patienten und beschäftigt 33 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Allerdings findet das Unternehmen immer schwerer geeignetes Fachpersonal. Seit April vergangenen Jahres rekrutiert und beschäftigt das Unternehmen daher portugiesische Pflegefachkräfte.

Myra Mani, Geschäftsführerin:

Die Erfahrung hat gezeigt, dass auch kleine Unternehmen den Schritt zur Auslandsrekrutierung wagen sollten und neue Wege beschreiten können. Wir freuen uns, diesen Weg weiter zu gehen.

Gute Vorbereitung zahlt sich aus

Das Unternehmen investiert in ausgeprägte Vorbereitungsmaßnahmen zur Integration der neuen Beschäftigten aus Portugal. Es findet bereits ein intensives Vorbereiten und Kennenlernen der zukünftigen Fachkräfte in deren Heimatland statt. Die Geschäftsführerin Myra Mani hat ein  Netzwerk aus Krankenhäusern, Universitäten und einer Professorin als feste Geschäftspartnerin in Portugal aufgebaut, die sie regelmäßig vor Ort besucht. Die Professorin trifft bereits eine Vorauswahl aller Bewerberinnen und Bewerber. Zur Personalgewinnung organisiert das Familienunternehmen Informationsveranstaltungen, Vorträge sowie Bewerbermessen in Zusammenarbeit mit den deutschen und portugiesischen Arbeitsämtern. Erste Sprach- und Integrationskurse können ebenfalls bereits vor Ort besucht werden, da die Bewerberinnen und Bewerber häufig noch keine Sprachkenntnisse aufweisen. Zusätzlich können in Deutschland neben der Arbeit noch weitere Sprachkurse besucht werden. Je nach Sprachniveau wird die Arbeitszeit verringert, um genügend Zeit für den Spracherwerb zu haben. Eine Besonderheit: Die Eltern der potenziellen portugiesischen Fachkräfte können an den Auswahlgesprächen teilnehmen.

Ein positiver Effekt für das ganze Unternehmen

Die Investition in den Aufbau eines Netzwerkes hat sich ausgezahlt: Offene Stellen können reibungslos besetzt werden. Die portugiesischen Fachkräfte bringen neue Impulse und Arbeitsweisen mit. Zusätzliche Fremdsprachenkenntnisse und eine gute Ausbildung der neuen Fachkräfte ermöglichen eine bessere Auftragsabwicklung. Auch die deutsche Belegschaft hat große Freude mit ihren neuen Kolleginnen und Kollegen aus Portugal und tauscht sich mit ihnen über den Pflegeberuf aus.

In Portugal spricht sich das Unternehmen als guter Arbeitgeber herum – ein wichtiger Wettbewerbsvorteil gegenüber großen Kliniken und Krankenhäusern, die ebenfalls in dieser Region rekrutieren. Von portugiesischer Seite wurde sogar ein Ausbau der Kooperation angefragt. Für ihr Engagement bei der Gewinnung und der Integration internationaler Fachkräfte wurde die Mani Häusliche Krankenpflege, Augustine Mani und Myra Mani GbR im Februar 2013 mit dem Unternehmenspreis des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie „Vielfalt. Wachstum. Wohlstand - Unternehmenspreis für mehr Willkommenskultur“ ausgezeichnet.

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