Fachkräfte aus dem Ausland bei der Pentos AG

Mitarbeiter gesucht! - Wie ein IT-Unternehmen Fachkräfte aus dem Ausland rekrutiert

Das Münchner IT-Unternehmen Pentos ist weltweit auf dem Markt aktiv. Auch deshalb setzte es beim Personal schon früh auf ein internationales Team mit Fachkräften aus dem Ausland. Mittlerweile kommen sie an Standorten rund um den Globus zum Einsatz.

Bei der Rekrutierung ausländischer Fachkräfte machte die Pentos AG aus der Not eine Tugend. Nach der Gründung im Jahr 2000 wuchs das IT-Unternehmen aus München stetig, aus fünf wurden zehn Beschäftigte. Mit Ausbildungsplätzen, Praktika und Werksstudierenden gab man auch jungen Leuten eine Chance im Unternehmen – trotzdem ließ sich der Personalbedarf auf diese Weise nicht ausreichend deckend. „Damals gingen einfach wenige Bewerbungen bei uns ein“, erinnert sich Krasser. 

Dass Pentos daraufhin vermehrt ausländische Fachkräfte einstellte, war zunächst ein Zufall: Obwohl die Stellenanzeigen des IT-Unternehmens nicht explizit auf ausländische Fachkräfte zugeschnitten waren, kamen immer mehr Bewerberinnen und Bewerber aus dem Ausland. „Für uns war das kein Ausschlusskriterium, schließlich haben wir schon immer international gearbeitet.“

Branche: IT-Consulting und Software | Standort: München, Düsseldorf, Kissimmee (USA), Zürich (Schweiz), Dubai (VAE) | Beschäftigte: 70

Stand: Juni 2019

Pentos AG profitiert von interkultureller Kompetenz in der Belegschaft

Im Gründungsjahr 2000 rekrutierten die Unternehmensinhaber noch über persönliche Netzwerke. Zu fünft gestartet, wuchs das Unternehmen schnell auf zehn Beschäftigte. Praktika, Ausbildungsangebote, die Zusammenarbeit mit Werkstudierenden und die Vergabe von Diplomarbeiten wurden als Rekrutierungswege genutzt. Jedoch stellte das Unternehmen schnell fest, dass diese Wege nicht ausreichen, um den Personalbedarf zu decken. Da die überwiegend globale Kundschaft englischsprachiges Personal und interkulturelle Kompetenz erfordert, war Pentos auch an Bewerbungen aus dem Ausland interessiert. Die Pentos AG beschäftigt Fachkräfte aus Japan, Kroatien, Österreich, Russland, der Ukraine, den USA, Venezuela und Weißrussland. Kulturelle Unterschiede können groß sein – unterschiedliche Kulturen sind zum Teil von anderen Kommunikationsmustern und Wertesystemen geprägt. Fast 50 Prozent der Belegschaft hat einen internationalen Hintergrund. Und der Trend setzt sich fort. Durch die multikulturelle Belegschaft kann die Pentos AG noch besser auf die Wünsche und Anliegen ihrer internationalen Kunden reagieren. Denn Bewerberinnen und Bewerber aus dem Ausland sind nicht nur qualifiziert und motiviert, sondern bringen auch neue Impulse in das Unternehmen. So liefern die internationalen Fachkräfte  Fachübersetzungen oder Trainings unter Berücksichtigung der spezifischen Unternehmenssprache des Kunden. Das gab es bis dahin noch nicht.

Dr. Nikolaus Krasser, Vorstand:

Unsere internationalen Fachkräfte sind zu einem wichtigen Wettbewerbsvorteil für uns geworden. Wir können mit ihnen in internationalen Projekten nachhaltig punkten.

Ausländische Fachkräfte: Vorteile für das Unternehmen

Nach und nach rekrutierte Pentos Personal aus aller Welt, von Kroatien über Russland bis Indien. Als sich die Firma im Ausland erst einmal einen Namen gemacht hatte, gingen immer mehr Bewerbungen aus den entsprechenden Ländern ein „Wenn man einmal Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus dem Ausland beschäftigt und diese zufrieden sind, kann durch deren Vernetzung im Heimatland eine Art Fachkräftenachzug entstehen“, sagt Krasser.

Da die überwiegend globale Kundschaft englischsprachiges Personal und interkulturelle Kompetenz erfordert, ist das internationale Team von Pentos ein großes Plus. Durch die multikulturelle Belegschaft kann die Firma noch besser auf die Wünsche und Anliegen ihrer Partner rund um den Globus reagieren. Außerdem sind die Fachkräfte aus dem Ausland nicht nur qualifiziert, sondern häufig auch besonders motiviert. „Leute, die zum Arbeiten ins Ausland aufbrechen, haben eine sehr hohe Erfolgsmotivation und das spürt man“, meint Krasser. „Das Engagement und die Leidenschaft, mit denen sie an bestimmte Aufgaben herangehen, ist schon beeindruckend.“

Herausforderungen bei der Beschäftigung ausländischer Fachkräfte

Allerdings gibt es natürlich auch einige Herausforderungen, die die internationalen Fachkräfte meistern müssen. Manchen fehlen ausreichende Deutschkenntnisse. Fast immer dauert es, bis sich die Zugezogenen ein privates Netzwerk aufgebaut und Freundschaften geschlossen haben. Gleichzeitig müssen sie sich an die Unternehmenskultur des neuen Arbeitgebers gewöhnen. Dabei brauchen sie gerade zu Beginn häufig besondere Unterstützung. „Eine gewisse Selbstständigkeit setzen wir natürlich schon voraus“, erklärt Krasser. Bei bürokratischen Fragen etwa rund um Sozial- und Rentenversicherungen ist es für die neuen Teammitglieder aber oft schwierig, den Überblick zu behalten. Und an dem Unternehmensstandort in München ist auch die Wohnungssuche ein großes Thema: Wer aus dem Ausland kommt und kaum Deutsch spricht, hat dabei schlechte Karten. „Da helfen wir dann“, sagt Krasser.

Unterstützung ausländischer Fachkräfte durch HR-Managerin

Diese zusätzliche Unterstützung funktioniert nur mit einem engagierten und offenen Team. Bei Pentos steht dafür sinnbildlich die HR-Managerin Stephanie Lebmeier. Sie hat die Herausforderungen ihrer ausländischen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter erkannt und setzt sich für sie ein. So geht sie beispielsweise mit zu Wohnungsbesichtigungen und kümmert sich darum, dass mit der Kaution alles rund läuft. 

Zusätzlich finanziert das Unternehmen Sprachkurse und unterstützt bei Behördengängen. Regelmäßig werden Fachschulungen und Team-Building-Events für alle Beschäftigten durchgeführt. Englisch ist inzwischen offizielle Unternehmenssprache bei Pentos.

Ausländische Fachkräfte: Die Bedürfnisse der Familie mitdenken

Aber auch mit gelebter Willkommenskultur gibt es nicht nur Erfolgsfälle, wie Nikolaus Krasser feststellen musste. Vor allem wenn ausländische Fachkräfte Familien mit älteren Kindern haben, sei die Integration schwieriger. Die Deutschkenntnisse der Kinder seien für das Gymnasium oft nicht ausreichend. Bei Pentos gab es Fälle, in denen eine Familie deshalb in der indischen Heimat blieb und der Mitarbeiter zwischen Deutschland und Indien gependelt ist.

Ohnehin holt Pentos seit einiger Zeit seltener ausländische Fachkräfte nach München. Stattdessen hat das Unternehmen internationale Standorte eingerichtet, etwa in Dubai oder den USA. Von den insgesamt rund 70 Angestellten arbeiten rund 50 in München, der Rest an den anderen Niederlassungen. „Wir arbeiten immer noch mit internationalen Fachkräften, wir versuchen aber nicht mehr unbedingt, sie nach München zu holen“, erklärt Krasser. Die Fachkräfte müssen dann nicht mehr so weit aus der Heimat wegziehen und Pentos profitiert dank geringerer regionaler Lebenshaltungskosten auch von niedrigeren Lohnkosten. Durch die Standorte in aller Welt hat sich der Anteil der Mitarbeiter mit internationalem Hintergrund nochmal erhöht, mittlerweile auf rund 60 Prozent. Dabei kommen auch immer wieder neuen Nationalitäten dazu. Die neusten Pentos-Mitarbeiter? Zwei Fachkräfte aus Hongkong.

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