Praxisbeispiel: Laufbahnplanung im Haus des Hörens

Fachlaufbahn statt Hierarchiestufen

Engagierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wollen sich weiterentwickeln. Eine Laufbahnplanung gibt Unternehmen die Möglichkeit, diese Weiterentwicklung systematisch anzugehen. Die Haus des Hörens Anke Bünting-Walter GmbH zeigt, was in kleinen Unternehmen möglich ist.

Branche: Hörgeräte-Akustik | Standort: Karlsruhe (Baden-Württemberg) | Beschäftigte: 9

Stand: 2013

Fachlaufbahn und Zukunft planen

Die Haus des Hörens Anke Bünting-Walter GmbH plant die Laufbahnen der Beschäftigten bis zu fünf Jahre im Voraus. Auf diese Weise wird die Zukunft für das Unternehmen besser planbar, denn absehbare Vakanzen können adäquat mit vorhandenen Beschäftigten besetzt werden. Die Beschäftigten bekommen eine langfristige Perspektive und den Raum, sich weiterzuentwickeln. Dabei geht es bei dem Hörgeräteakustiker mit neun Beschäftigten in erster Linie um eine fachliche Weiterentwicklung und Spezialisierung, da keine Führungspositionen vorhanden sind. Im Rahmen einer Laufbahnplanung erarbeiten Beschäftigte und Unternehmen gemeinsam eine Vorstellung, wie sich die gemeinsame Zukunft gestaltet.

Anke Bünting-Walter, Inhaberin:

Voraussetzung für einen erfolgreichen Umgang mit Kunden sind individuelle Fort- und Weiterbildung der Beschäftigten. Nur so entstehen berufliche Erfahrung, Verantwortungsbewusstsein und ein umfangreiches Wissen. Mit einer Laufbahnplanung wird das systematisch vorangetrieben.

Mitarbeitergespräche sind der Ausgangspunkt

Das Karlsruher Hörgeräte- und Akustikfachgeschäft besteht seit 16 Jahren. Von Anfang an fanden in den ersten Monaten des Jahres ein- bis zweistündige Mitarbeitergespräche statt, auf die sich Inhaberin wie Beschäftigte gründlich vorbereiten. Elementarer Bestandteil der Gespräche sind die Vereinbarungen darüber, wie sich die Beschäftigten weiterentwickeln können. Die Inhaberin bespricht gemeinsam mit Ihren Angestellten, welche Fortbildungen dafür notwendig sind und welche beruflichen Ziele damit einhergehen. Besonders für Auszubildende werden so die Weichen für die Zukunft gestellt. Anhand der Ergebnisse aus den Gesprächen wird dann der jährliche individuelle Schulungsplan erstellt. 

Die Inhaberin erfährt, welche Entwicklungsmöglichkeiten und -wünsche die Angestellten haben. So kann für jeden Einzelnen, aber auch in der Gesamtschau, die Fort- und Weiterbildung gestaltet und untereinander abgestimmt werden. Dabei steht die Planung im Einklang mit den Anforderungen und Vorstellungen des Unternehmensalltags. Absehbare Ausfallzeiten werden mit denen der anderen Beschäftigten verglichen und eingeplant  – das erfordert gegenseitige Rücksichtnahme. So gab es im Haus des Hörens beispielsweise zwei Angestellte, die zeitgleich einen Meisterlehrgang besuchen wollten. Da ein solcher personeller Engpass nicht zu kompensieren wäre, einigte man sich, wer die Prüfung jetzt und wer sie später machen könnte, dafür aber parallel eine weniger zeitintensive Sonderausbildung bekäme, um nicht in der Entwicklung stehenzubleiben.

Mitarbeiterbindung wird gestärkt

Inhaberin Anke Bünting-Walter hat die Erfahrung gemacht: Die Interessen der Beschäftigten bei deren Laufbahnplanung ernst zu nehmen, trägt enorm zur Mitarbeiterbindung in ihrem Betrieb bei. Die Gestaltung der Laufbahnen der Beschäftigten sorgt für personelle Stabilität und fördert die Zusammenarbeit und das Miteinander. Die Mehrzahl der fortgebildeten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ist nach wie vor im Unternehmen. Darüber hinaus spiegelt sich das zufriedene, gut geschulte Personal in der hohen Qualität der Kundenbetreuung. Die hohe Arbeitgeberattraktivität des Karlsruher Hörgeräte- und Akustikfachgeschäfts spricht sich auch außerhalb des Unternehmens herum. Das zeigt sich beispielsweise an der deutlich gestiegenen Anzahl an Initiativbewerbungen.

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