Homeoffice und Zwei-Schicht-System

Lagebericht vom 01. April 2020

Kapune:  Es ist 11 Uhr und ich sitze an meinem Homeoffice-Arbeitsplatz zuhause. Normalerweise verlasse ich um viertel vor sechs das Haus, um in die Werkstatt zu fahren. Jetzt frühstücke ich mit meiner Familie bevor ich mich an den Schreibtisch setze. Ich bekomme von den Kindern viel mehr mit. Diese Krise ist also nicht auf allen Ebenen schlecht.

Digitalisierung und Homeoffice vorantreiben

Kapune:  Mittlerweile arbeiten vier meiner Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Homeoffice. Ich habe in zwei Firmenlaptops investiert. Zwei weitere Mitarbeiter nutzen freiwillig Privat-Geräte. Wir halten Konferenzen per Skype ab und setzen Kalkulationen übers Telefon auf. Aufgrund unserer Erfahrung bieten wir unseren Kunden an, Angebote ohne Ortsbegehung und basierend auf Fotos zu erstellen. Es ist erstaunlich, wie reibungslos das alles funktioniert.

Tatsächlich hatten wir uns als Unternehmen bereits vor der Coronakrise vorgenommen, in digitale Technologien zu investieren. Wir sind seit Jahresbeginn Teil des Programms „UnternehmensWert Mensch plus, bei dem Unternehmen fit für die Digitalisierung gemacht werden.

Als die Krise ausgebrochen ist, war mein erster Reflex zu sagen: Das ist jetzt alles erstmal unwichtig. Jetzt geht’s ums Überleben. Mittlerweile sehe ich, dass wir uns während er Krise quasi „nebenbei“ digitalisiert haben und einen gewaltigen Schritt nach vorne gemacht haben.

Dazu gehört auch, dass wir unsere Social Media Kanäle auf Facebook oder Instagram ganz gezielt zur Kundengewinnung nutzen. Und das funktioniert. Wir haben Instagram Aufträge für Aufsteller erhalten, die an den Kassen von Geschäften vor Tröpfcheninfektion schützen sollen. Die Menschen sehen, dass wir unsere Produktpalette erweitert haben. Und sie nehmen das an. Das ist gut. 

Bislang keine Kurzarbeit angemeldet

Kapune:  Bislang musste ich noch keine Kurzarbeit anmelden. Wir haben alles dafür vorbereitet – aber die Auftragslage im März war bislang so, dass ich meine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter weitgehend auslasten konnte. Für den April kann ich noch keine Aussagen treffen. Die Kundenanfragen für Außeneinsätze gehen zurück. Das beobachte ich schon.

Dabei informieren wir alle unsere Kunden sehr offensiv über unsere Maßnahmen zum Gesundheitsschutz: Alle Mitarbeiter sind verpflichtet vor Dienstantritt Fieber zu messen. Alle unsere Mitarbeiter tragen jetzt Schutzmasken. Die Masken haben wir von einem benachbarten Fußpflege-Studio kaufen können, das in der Krise leider schließen musste. Wir bieten an, Arbeiten ohne Kundenkontakt durchzuführen, wir kommen durch Garagen oder Hintereingänge herein und verlassen das Haus nach Durchführung unserer Arbeiten. Selbst in einem Altenheim können wir mit diesen hohen Sicherheitsstandards noch einen wichtigen Auftrag beenden. Mir ist wichtig, dass unsere Kunden sich sicher fühlen, wenn sie uns rufen. Und natürlich geht es auch um den Gesundheitsschutz meines Personals.

Arbeiten im Zwei-Schicht-System

Kapune:  Um die Ausbreitung des Corona-Virus in unserem Betrieb zu verhindern, haben wir ein Zwei-Schicht-Modell eingeführt. Ein Teil meiner Mitarbeiter arbeitet täglich von 6.00 – 13.00 Uhr. Die andere Hälfte von 14.00 Uhr bis 21.00 Uhr. Sollte einer meiner Mitarbeitenden am Virus erkranken, würden so hoffentlich nicht alle anderen gleichzeitig auch angesteckt.

Überhaupt haben wir zurzeit viele Maßnahmen aufgestellt, um Infektionsketten zu verhindern: In der Küche dürfen sich nicht mehr als vier Mitarbeiter gleichzeitig aufhalten. Die Kaffeemaschine steht jetzt an einem breiten Platz in der Werkstatt, um dort Gedränge zu verhindern.  Zwischen den beiden Schichten wird die Werkstatt sauber gemacht und Werkzeuge und Oberflächen werden desinfiziert. Ein Schnapsbrenner in der Region hat seine Produktion zurzeit um Desinfektionsmittel erweitert. Bei ihm sind wir Kunden. Insgesamt habe ich das Gefühl, dass es in der Krise wichtiger denn je ist, sich als regionale Unternehmer zu vernetzen. Es ist hilfreich zu wissen, wer welche neuen Produkte hat, wie andere ihre Arbeit organisieren oder innovativ mit der Situation umgehen.

Es ist wichtig, fröhlich zu bleiben

Kapune:  Ganz schwer haben es jetzt glaube ich die Unternehmer, die in der Krise Schwermütig werden. Wer schlechte Gedanken hat, kommt nicht auf neue Ideen und kann Kunden nur schwer überzeugen. Man muss als Unternehmer jetzt innovativ, kreativ und locker bleiben. Im Moment gelingt mir das. Ich arbeite 14 Stunden am Tag, aber ich bin gut drauf. Ich hoffe, dass sich das in den kommenden Wochen auszahlt.

Verfolgen Sie auf dem facebook-Kanal der Tischlerei Kapune, wie der Betrieb sich den Herausforderungen täglich neu stellt.

Zur Unternehmenswebseite

Feedback geben