„Ich überlege jetzt in Digitalisierung zu investieren“

Lagebericht vom 8. Mai 2020

Die Tischlerei Kapune gibt fortlaufend Einblicke in die Arbeit im Betrieb während der Corona-Krise. Eine Übersicht, über die bisher erschienenen Erfahrungsberichte finden Sie hier.

Kapune: Heute Nachmittag fahre ich zum Flughafen Köln-Bonn und bespreche dort den Einbau einer großen Hygiene-Trennwand. Es ist eine sehr hochwertige Anfertigung aus Ahorn-Holz. Ein tolles Produkt. Normalerweise übernehme ich solche Termine als Geschäftsführer nicht selbst, aber die Sicherheitsvorkehrungen am Flughafen enorm ist und eine Menge Zeit in Anspruch nehmen, habe ich mich entschieden, mein Team zu entlasten. Und das ist auch nötig, denn wir haben viel zu tun!
Im April hatten wir einen Umsatzeinbruch. Aber jetzt geht es wieder bergauf! Im Moment knallen die Aufträge nur so rein. Es sind viele Privatkunden, die uns Aufträge geben. Und ganz viele Geschäfte und Betriebe bestellen jetzt Hygiene-Aufsteller. Da zahlt sich auch aus, dass wir in den letzten Wochen erstmals mit einer professionellen Werbeagentur zusammengearbeitet haben. Wir haben Flyer für die Hygiene-Aufsteller erstellt. Wir werben für dieses Produkt aber auch im Netz und über Social Media. Das funktioniert. Gerade jetzt, wo überall das wirtschaftliche und gesellschaftliche Leben wieder hochgefahren wird, ist der Bedarf groß. Als nächstes möchten wir auch einen Rundbrief an Schulen schicken, um die Aufsteller auch hier bekannt zu machen. Auch in solchen Einrichtungen sucht man ja zurzeit nach Lösungen für die Umsetzung der Hygiene-Konzepte. 

Rekrutierung in Zeiten von Corona

Kapune: Was mich besonders freut ist, dass wir am 1. Juni auch einen neuen Mitarbeiter in unserem Team begrüßen dürfen. Tatsächlich ist dieser Mitarbeiter uns sehr gut bekannt, denn er hat bereits in unserer Tischlerei gearbeitet. Vor fünf Jahren hat er sich dann dafür entschieden, den Betrieb zu wechseln. Wir hatten vor der Corona-Krise traditionell sehr frühe Arbeitszeiten. Da haben wir alle gemeinsam um 6 Uhr angefangen. Und das war dem Kollegen einfach zu früh. Seine Kinder waren damals noch klein und er ist abends erschöpft eingeschlafen, wenn er seine Kinder ins Bett gebracht.

In den letzten Wochen haben wir als Betrieb viel gelernt – und dazu gehört eben auch die Gestaltung flexibler Arbeitszeiten und die Möglichkeiten von Homeoffice. Zurzeit arbeiten wir im Zwei-Schicht-System. Und selbst wenn sich dies ändern sollte, sehe ich es mittlerweile viel gelassener, unterschiedliche Arbeitszeitmodelle in der Belegschaft zuzulassen. Das habe ich unserem neuen, alten Kollegen auch erzählt – und da war er sofort bereit, wieder zu uns zu wechseln. In Zukunft wird er seine Schicht um 7 Uhr beginnen. Ich freu mich sehr, dass wir die Belegschaft so erweitern und an unserem ursprünglichen Personalkonzept für das Jahr festhalten können.

Ist jetzt die Zeit für Investitionen?

Kapune: Vor einigen Wochen hatte ich noch richtige Existenzsorgen – jetzt mache ich mir gerade Gedanken darüber, ob wir jetzt investieren sollten.  

Konkret möchte ich einen Kredit aufnehmen, um das Thema Digitalisierung voranzutreiben. Es geht darum, endlich ein System der digitalen Zeiterfassung einzuführen. Hier müssen Software und Endgeräte bereitgestellt werden, damit die Mitarbeiter und ich nicht weiterhin über eine Zettelwirtschaft kommunizieren müssen. Darüber hinaus fände ich es spannend, in einen Online-Konfigurator zu investieren, über den die Kunden bei uns über eine Art Online-Shop individuelle Möbel anfordern können. Bislang wird dieser Markt vor allem von großen Playern beherrscht. Aber vielleicht muss das nicht sein. Vielleicht ist genau jetzt der Zeitpunkt, um auch als kleiner Handwerksbetrieb in digitale Geschäftsmodelle einzusteigen. Über diesen Gedanken versuche ich mir gerade Klarheit zu verschaffen.

Verfolgen Sie auf dem Facebook-Kanal der Tischlerei Kapune, wie der Betrieb sich den Herausforderungen täglich neu stellt.

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