Corona-Virus: Unterstützungsangebote

Informationen zum Umgang mit der Corona-Krise

Dieser Text richtet sich an kleine und mittlere Unternehmen. Das KOFA stellt Ihnen Informationen bereit, die die Themen Fachkräftesicherung und Personalarbeit in Zeiten der Corona-Krise betreffen. Hierzu beantworten wir Fragen – vor allem verweisen wir aber auf seriöse Informationsangebote Dritter. Unsere Links werden laufend überprüft und aktualisiert:

Kurzarbeit beantragen 

Sie müssen die Produktion runterfahren, wollen aber keinen Mitarbeiter und keine Mitarbeiterin verlieren? Die Beantragung von Kurzarbeit kann Ihnen dabei helfen. 

Kurzarbeitergeld – Was heißt das? 

Die Politik hat eine Ausweitung des Kurzarbeitergeldes beschlossen, damit Unternehmen in der Corona-Krise ihre Mitarbeitenden halten können. Mit dem Kurzarbeitergeld können Unternehmen Arbeits- und Entgeltsausfälle im Betrieb zum Teil ausgleichen. 

Seit dem 1. März 2020 können Unternehmen Kurzarbeitergeld bei der Bundesagentur für Arbeit (BA) beantragen, wenn mindestens 10 Prozent ihrer Belegschaft einen Arbeitsausfall von mehr als 10 Prozent haben. Die BA übernimmt 60 Prozent des ausgefallenen Nettolohns, wenn ein Unternehmen Mitarbeiter in Kurzarbeit schickt. Bei Arbeitnehmern mit Kind sind es 67 Prozent. 

Grundsätzlich kann Kurzarbeitergeld bis zu 12 Monate bezogen werden. Aufgrund der Corona-Pandemie wurde die Bezugsdauer jedoch mit folgender Voraussetzung verlängert. 

Hat Ihr Unternehmen bis 31. Dezember 2020 Kurzarbeit eingeführt und bei der Arbeitsagentur angezeigt, kann Kurzarbeitergeld bis zu 24 Monate, längstens bis 31. Dezember 2021, bezogen werden. 

Wie Sie in fünf Schritten zum Kurzarbeitergeld kommen erfahren Sie hier.

Mehr Informationen zum Kurzarbeitergeld finden Sie hier: 

Kinderkrankentage und Kinderkrankengeld

Um der besonderen Betreuungssituation durch geschlossene Kitas und Schulen aufgrund der Corona Pandemie gerecht zu werden, erhalten Eltern in diesem Jahr bis zu doppelt so viele Kinderkrankentage wie bisher. Somit können Elternteile, die bei einer gesetzlichen Krankenkasse versichert sind, je gesetzlich krankenversichertem Kind 20 statt 10 Arbeitstage Kinderkrankengeld in Anspruch nehmen. Für Alleinerziehende erhöht sich der Anspruch auf 40 Arbeitstage pro Kind.Die Regelung gilt rückwirkend ab dem 5. Januar 2021.

Mit der neuen Regelung erhalten Eltern im Jahr 2021 auch Kinderkrankengeld, wenn ihr Kind nicht krank ist, aber zu Hause betreut werden muss, weil eine Einrichtung zur Betreuung von Kindern, Schule oder eine Einrichtung für Menschen mit Behinderungen geschlossen ist oder eingeschränkten Zugang hat.

Auch Eltern, die im Homeoffice arbeiten (könnten), haben bei entsprechendem Kinderbetreuungsbedarf die Möglichkeit, stattdessen Kinderkrankengeld zu beantragen.

Für wen die Regelungen gelten, wo Sie sie das Kinderkrankengeld beantragen können und weitere Informationen finden Sie in folgendem PDF.

Download Kinderkranktage/-geld (PDF)

KfW-Schnellkredit für den Mittelstand 

Um mittelständischen Unternehmen schnellstmöglich und unbürokratisch zu helfen, können sie bei Finanzierungsschwierigkeiten einen KfW-Schnellkredit beantragen. Der Kredit wird zu 100 Prozent durch eine Garantie des Bundes abgesichert. Das erhöht die Chancen eine Kreditzusage zu erhalten deutlich. Den Kredit beantragen Sie bei Ihrer Hausbank. 

Das Wichtigste: 

  • Förderkredit für Anschaffungen und laufende Kosten 
  • für kleine und mittelständische Unternehmen sowie Soloselbstständige , die mindestens seit Januar 2019 am Markt sind 
  • 100 Prozent Risikoübernahme durch die KfW 
  • die KfW verlangt von der Hausbank keine Risikoprüfung 
  • Max. Kreditbetrag: bis zu 25 Prozent des Jahresumsatzes 2019 pro Unternehmensgruppe 

    • Maximal 300.000 Euro pro Unternehmensgruppe bis einschließlich 10 Beschäftigte beim antragstellenden Unternehmen. 
    • Maximal 500.000 Euro pro Unternehmensgruppe mit mehr als 10 bis einschließlich 50 Beschäftigten beim antragstellenden Unternehmen. 
    • Maximal 800.000 Euro pro Unternehmensgruppe mit mehr als 50 Beschäftigten beim antragstellenden Unternehmen. 

  • Bis zu 10 Jahre Zeit für die Rückzahlung, 2 Jahre keine Tilgung 
  • Voraussetzung: Sie haben im Durchschnitt der Jahre 2017 bis 2019 oder im Jahr 2019 einen Gewinn erzielt (bzw. seit Sie am Markt aktiv sind, falls der Zeitraum kürzer ist) 

Das KFW-Sonderprogramm wurde bis 30.06.2021 verlängert 

Mehr Informationen erhalten Sie auf den Seiten der KfW-Bank: https://www.kfw.de/KfW-Konzern/Newsroom/Aktuelles/KfW-Corona-Hilfe-Unternehmen.html#detail-1-target 

Überbrückungshilfe II

Die Überbrückungshilfe ist ein Zuschuss bei Corona-bedingten Umsatzrückgängen. 

Antragsberechtigt sind Unternehmen aller Größen, Soloselbstständige und selbstständige Angehörige der Freien Berufe im Haupterwerb aller Branchen, die mindestens eines der folgenden Kriterien erfüllen: 

  • Umsatzeinbruch von mindestens 50 Prozent in zwei zusammenhängenden Monaten im Zeitraum April bis August 2020 gegenüber den jeweiligen Vormonaten. 

  • Umsatzeinbruch von mindestens 30 Prozent im Durchschnitt in den Monaten April bis August 2020 gegenüber dem Vorjahreszeitraum.  

Nicht antragsberechtigt sind unter anderem Unternehmen, die nach dem 31.10.2019 gegründet worden sind diese können jedoch die außerordentliche Wirtschaftshilfe (siehe unten) in Anspruch nehmen. Eine Auflistung weiterer nicht antragsberechtigter Unternehmen finden Sie hier

Unternehmen können seit Februar 2021 bei der Überbrückungshilfe II flexibler agieren. Die erweiterten Beihilferegelungen der Europäischen Kommission ermöglichen es, dass Unternehmen bei der Schlussabrechnung der Überbrückungshilfe II unter bestimmten Voraussetzungen keine Verluste nachweisen müssen. Mehr dazu hier

Die Überbrückungshilfe II umfasst die Fördermonate September bis Dezember 2020. Anträge für diesen Zeitraum können bereits gestellt werden. 

Um die Überbrückungshilfe zu beantragen, wenden Sie sich bitte an eine Steuerberaterin oder einen Steuerberater, eine Wirtschaftsprüferin oder einen Wirtschaftsprüfer, eine vereidigte Buchprüferin oder einen Buchprüfer, eine Rechtsanwältin oder einen Rechtsanwalt. 

Die Antragsfrist wurde verlängert bis zum 31. März 2021. 

Weitere Informationen finden Sie auf der Seite des Bundesfinanzministeriums.

Überbrückungshilfe III

Für die Überbrückungshilfe III wurden die Bedingungen der Überbrückungshilfe II verbessert und aufgestockt. 
 
Die maximale Fördersumme pro Monat steigt auf bis zu 1,5 Millionen Euro pro Unternehmen. Als einheitliches Förderkriterium gilt ein Umsatzeinbruch von mindestens 30 Prozent. Zur Überbrückungshilfe III gehört auch eine Neustarthilfe für Soloselbständige. 

Die wichtigsten Punkte im Überblick: 

  • Einheitliches Kriterium bei der Antragsberechtigung: Alle Unternehmen mit mehr als 30 Prozent Umsatzeinbruch können die gestaffelte Fixkostenerstattung erhalten. Das heißt: Keine Differenzierung mehr bei der Förderung nach unterschiedlichen Umsatzeinbrüchen und Zeiträumen, Schließungsmonaten und direkter oder indirekter Betroffenheit. 

  • Erweiterung der monatlichen Förderhöhe: Anhebung der Förderhöchstgrenze auf bis zu 1,5 Millionen Euro pro Fördermonat (bisher vorgesehen 200.000 bzw. 500.000 Euro) innerhalb der Grenzen des europäischen Beihilferechts. Fördermonate sind November 2020 bis Juni 2021. 

  • Abschlagszahlungen: Abschlagszahlungen wird es für alle antragsberechtigten Unternehmen geben, nicht nur für die von den Schließungen betroffenen Unternehmen. Sie sind bis zu einer Höhe von 100.000 Euro statt bislang vorgesehenen 50.000 Euro für einen Fördermonat möglich. 

  • Anerkennung weiterer Kostenpositionen: 

    • Für Einzelhändler werden Wertverluste unverkäuflicher oder saisonaler Ware als erstattungsfähige Fixkosten anerkannt; 
    • Investitionen für die bauliche Modernisierung und Umsetzung von Hygienekonzepten ebenso wie Investitionen in Digitalisierung und Modernisierung können als Kostenposition geltend gemacht werden, wie z.B. Investitionen in den Aufbau oder die Erweiterung eines Online-Shops. 

Mehr Informationen erhalten Sie auf den Seiten des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie und des Bundesministeriums der Finanzen.

Förderung zur Sicherung von Ausbildungsplätzen

Das Bundesprogramm „Ausbildungsplätze sichern“ richtet sich an kleine und mittlere Unternehmen (KMU), die von der Corona-Krise betroffen sind. Die Förderbekanntmachung des Bundesarbeitsministeriums und des Bundesbildungsministeriums wurde am 31. Juli 2020 veröffentlicht und am 10. Dezember 2020 aktualisiert.

Es verfolgt dabei folgende Ziele: 

  • Ausbildungsplätze erhalten (Ausbildungsprämie) 
  • zusätzliche Ausbildungsplätze schaffen (Ausbildungsprämie plus) 
  • Kurzarbeit für Auszubildende vermeiden (Zuschuss zur Ausbildungsvergütung) 
  • Förderung von Auftrags- und Verbundausbildung (Prämie für den übernehmenden Betrieb/ Dienstleister) – diese Prämie können auch Betriebe mit mehr als 249 Mitarbeitenden erhalten 
  • Übernahme bei Insolvenzen fördern (Übernahmeprämie) 

Für die Förderung kommen KMU infrage, die wie folgt ausbilden: 

  • in betrieblicher Ausbildung im dualen System, 
  • in Ausbildungsberufen nach dem Pflegeberufe-, Krankenpflege- und/ oder Altenpflegegesetz oder 
  • in den praxisintegrierten Ausbildungen im Gesundheits- und Sozialwesen, die bundes- und landesrechtlich geregelt sind. 

Als KMU gelten Unternehmen mit bis zu 249 Beschäftigten. Dabei wird die Zahl der Beschäftigten in Vollzeitäquivalenten zum Stichtag 29. Februar 2020 zugrunde gelegt. 

Voraussetzungen und Antrag:
Um die Ausbildungsprämie oder die Ausbildungsprämie plus zu erhalten, muss der Betrieb erheblich von der Corona-Krise betroffen sein. Es werden Ausbildungsverhältnisse gefördert, die im Zeitraum von 24.06.2020 bis 15.02.2021 beginnen. Dafür gelten diese Kriterien:

Für die Ausbildungsprämie oder die Ausbildungsprämie plus gilt:

  • Die Beschäftigten haben imJahre 2020 mindestens einen Monat in Kurzarbeit gearbeitet
    oder
    der Umsatz des Ausbildungsbetriebs ist im Zeitraum April bis Dezember 2020 gegenüber dem Vorjahreszeitraum entweder
    in 2 aufeinanderfolgenden Monaten um durchschnittlich 50 Prozent zurückgegangen oder
    in 5 zusammenhängenden Monaten um durchschnittlich 30 Prozent zurückgegangen. Für den Zuschuss zur Ausbildungsvergütung zur Vermeidung von Kurzarbeit der Auszubildenden:
  • Der Arbeitsausfall muss im Betrieb oder in einer Betriebsabteilung bei mindestens 50 Prozent liegen.
  • Auszubildende oder AusbilderInnen werden nicht in Kurzarbeit geschickt

Für die Übernahmeprämie für Insolvenz-Auszubildende gilt:

  • Voraussetzung beim insolventen Betrieb: es muss eine pandemiebedingte Insolvenz vorliegen.
  • Voraussetzung beim Übernahme-Betrieb: alle Unternehmen, die Auszubildende aus pandemiebedingt insolventen Unternehmen bis zum 30. Juni 2021 für die Dauer der restlichen Ausbildung übernehmen.

Den Link zum Förderantrag für die Ausbildungsprämie, die Ausbildungsprämie plus, den Zuschuss zur Ausbildungsvergütung und zur Übernahmeprämie für Insolvenzlehrlinge sowie weitere Informationen finden Sie unter: https://www.arbeitsagentur.de/unternehmen/finanziell/bundesprogramm-ausbildungsplaetze-sichern

Wissenswertes zum Bundesprogramm finden Sie außerdem unter: www.bmbf.de/de/das-sollten-kmu-jetzt-wissen.

Förderung von Homeoffice 

Das Förderprogramm „go-digital“ des Bundeswirtschaftsministeriums (BMWi) richtet sich gezielt an kleine und mittlere Unternehmen der gewerblichen Wirtschaft und des Handwerks. Go-Digital bietet neben den Modulen „Digitale Markterschließung“ und „IT-Sicherheit“ auch das Modul 3 – „Digitalisierung von Geschäftsprozessen“ an, dessen Leistungsspektrum vor dem Hintergrund der Corona-Krise nun erweitert wird.  Ab sofort können demnach IT-Dienstleistungen, die die Einrichtung von Homeoffice-Plätzen zum Ziel haben, offiziell unter dem besagten Modul beantragt und bewilligt werden. Hierzu zählen vor allem der Aufbau sowie das Einrichten der zugehörigen Hardware. Software, die dabei zum Einsatz kommt und über die gängigen Standards hinausgeht, ist ebenfalls förderfähig. Von der Förderung weiterhin ausgeschlossen sind hingegen reine Investitionsmaßnahmen in Hard- und Standardsoftware. 

Kriterien für zu fördernde Unternehmen: 

  • Unternehmen der gewerblichen Wirtschaft einschließlich des Handwerks mit technologischem Potenzial 
  • Beschäftigung von weniger als 100 Mitarbeitenden 
  • Jahresumsatz oder eine Jahresbilanzsumme des Vorjahres von höchstens 20 Millionen Euro 
  • Betriebsstätte oder Niederlassung in Deutschland 
  • Förderfähigkeit nach der De-minimis-Verordnung 

Weitere Information zum Förderprogramm „go digital“ erhalten Sie unter: 

Beschäftigung von Menschen mit Behinderung

Die aktuelle Corona-Epidemie ist eine besondere Herausforderung für Menschen mit Behinderungen und ihr soziales Umfeld. Sie haben oftmals ein höheres Risiko schwer zu erkranken. Die Aktion Mensch hat ein hilfreiches Informationsangebot zusammengestellt, das u.a. in Gebärdensprache und einfacher oder leichter Sprache zur Verfügung steht. Mehr dazu unter: www.aktion-mensch.de.

Außerordentliche Wirtschaftshilfe / November- und Dezemberhilfe

Die Bundesregierung unterstützt alle Selbständigen, Vereine und Einrichtungen, die direkt oder indirekt durch angeordnete Schließungen betroffen sind mit einer „außerordentlichen Wirtschaftshilfe“, der sogenannten November- und Dezemberhilfe. 

Diese Betroffenen erhalten Hilfe in Form von Zuschüssen für die Monate November und Dezember. Der Zuschuss beträgt 75 Prozent des jeweiligen durchschnittlichen Umsatzes im November sowie im Dezember 2019, tageweise anteilig für die Dauer der Corona-bedingten Schließungen. 

Soloselbständige können als Vergleichsumsatz alternativ den durchschnittlichen Monatsumsatz im Jahre 2019 zugrunde legen. Bei Antragsberechtigten, die nach dem 31. Oktober beziehungsweise 30. November 2019 ihre Geschäftstätigkeit aufgenommen haben, kann als Vergleichsumsatz der Monatsumsatz im Oktober 2020 oder der monatliche Durchschnittsumsatz seit Gründung bis einschließlich 31. Oktober 2020 gewählt werden. 

Anträge auf Novemberhilfe können bis zum 30.04.2021 gestellt werden. 
Anträge auf Dezemberhilfe können bis zum 30.04.2021 gestellt werden. 

Mehr Informationen erhalten Sie hier

Programm „Neustart Kultur“

Mit dem Rettungs- und Zukunftsprogramm „Neustart Kultur“ unterstützt die Bundesregierung Kultur - und Medienschaffende während der Corona Pandemie. Das Paket der Bundesregierung in Höhe von 1 Milliarde Euro soll in der ganzen Breite des kulturellen Lebens helfen. Im Fokus stehen dabei insbesondere Kultureinrichtungen, die überwiegend privat finanziert werden. Sie sollen in die Lage versetzt werden, ihre Häuser erneut zu öffnen, um Künstlerinnen, Künstlern und Kreativen eine Erwerbs- und Zukunftsperspektive zu bieten. Einen umfassenden Überblick zum Programm „Neustart Kultur“ finden Sie auf der Webseite des Staatsministeriums für Kultur und Medien

Arbeitsrechtliche Auswirkungen

Viele Unternehmen werden sich im Laufe der Pandemie mit arbeitsrechtlichen Fragen auseinandersetzen müssen. Zum Beispiel: Darf der Arbeitgeber Überstunden anordnen, wenn viele Mitarbeiter gleichzeitig krankheitsbedingt ausfallen? Die Antwort lautet: Wenn ein drohender Schaden für das Unternehmen auf andere Weise nicht abgewendet werden kann, kann eine „Nebenpflicht“ des Arbeitnehmers bestehen, diese Überstunden zu leisten. Diese rechtliche Regelung könnte auch dann der Fall sein, wenn es beispielsweise aufgrund der Corona-Epidemie zu erheblichen Personalausfällen kommt.

Auch das Thema Urlaubsplanung treibt viele Unternehmen in diesen Zeiten besonders um. Rechtsanwältin und Coach Britta Redmann ist in den Bereichen Corporate Development & HR tätig und gab dem KOFA ein Interview zum Thema "Urlaubsplanung in Unternehmen - Tipps für Arbeitgeber zu Arbeitsrecht und Personalarbeit während Corona"

Entgelt-Erstattungsanspruch bei Quarantäne

Das Infektionsschutzgesetz (IfSG) soll dabei helfen, übertragbare Krankheiten wie das Coronavirus frühzeitig zu erkennen und eine Verbreitung eindämmen. Da das Coronavirus offiziell als Pandemie eingestuft wurde, müssen zuständige Behörden verschiedene Maßnahmen im Sinne des IfSG treffen. Für Arbeitgeber ist vor allem die Quarantäne und das berufliche Tätigkeitsverbot nach §30, 31 IfSG relevant. 

Müssen Mitarbeitende aufgrund einer staatlich angeordneten Quarantänemaßnahme zu Hause bleiben, kommt der Staat für das zu zahlende Entgelt auf. Allerdings müssen Arbeitgeber in Vorleistung treten und haben einen anschließenden Erstattungsanspruch gemäß §56 Abs. 12 IfSG. Diese Regelung gilt für maximal sechs Wochen. Danach greift das Krankengeld. 

Die Entgeltfortzahlung wird über entsprechende Anträge der jeweiligen Behörde geregelt. Welche Behörde zuständig ist, ist von Land zu Land unterschiedlich. In den meisten Fällen ist das Gesundheitsamt oder die Landessozialbehörde verantwortlich. Arbeitgeber können die nötigen Anträge in der Regel auf der jeweiligen Website herunterladen oder telefonisch anfragen.  
 
Wichtig zu beachten: Der Erstattungsantrag muss innerhalb von zwölf Monaten nach Ende der Quarantäne bei der zuständigen Behörde gestellt werden.  

Das Infektionsschutzgesetz finden Sie unter: http://www.gesetze-im-internet.de/ifsg/

Informationsangebote der Kammern  

Auch viele IHKs informieren Unternehmen online und stehen als direkte Ansprechpartner zur Verfügung. Unser Tipp: Prüfen Sie, welche Unterstützung Ihre zuständige Kammer und Ihr Berufsverband Ihnen zurzeit anbieten kann. 

Zudem bieten die meisten Bundesländer Hilfe in Form von Liquiditätskrediten an.

Weitere Maßnahmen und Förderinstrumente des BMWi  

Eine Übersicht über alle Fördermaßnahmen für Unternehmen in Zeiten der Corona-Krise beschreibt das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie ausführlich auf seiner Internetseite. Außerdem finden Sie hier auch stets die aktuellsten Informationen zu neuen Unterstützungsangeboten: BMWi: Auswirkungen des Corona-Virus: Informationen und Unterstützung für Unternehmen

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