Schulkooperationen gestalten

Wirtschaft und Schule

  • Präsentieren Sie Ihr Unternehmen möglichst früh in Schulen. Laden Sie Schülerinnen und Schüler zum Kennenlernen in Ihr Unternehmen ein.
  • Sprechen Sie junge Leute schon während der Schulzeit aktiv an, statt passiv auf Bewerbungen zu warten.
  • Lernen Sie, wie Sie eine Schulkooperation starten und nachhaltig etablieren

Download Handlungsempfehlung Schulkooperationen (PDF)

Download Checkliste Schulkooperationen (PDF)

Was ist eine Schulkooperation?

Eine Schulkooperation ist die Zusammenarbeit zwischen einer Schule und einem Unternehmen. Durch eine Kooperation mit einer Schule können Unternehmen Schülerinnen und Schüler schon früh und gezielt ansprechen und sie für eine Ausbildung im eigenen Haus begeistern. Dies ist eine sehr gute Möglichkeit, um dem Fachkräftemangel selbst aktiv zu begegnen. Schulen wiederum profitieren durch eine Kooperation vom Expertenwissen aus der Praxis und können ihren Schülerinnen und Schülern wertvolle Einblicke in unternehmerisches Handeln und wirtschaftliche Zusammenhänge eröffnen sowie berufliche Orientierung praxisorientiert anbieten. Von einer Schulkooperation haben also beide Seiten etwas.

Passende Schule für Schulkooperation finden

  • Direkte Kontaktaufnahme zu Schulen: Haben Sie noch Kontakt zu den Schulen, die Sie einst selbst besucht haben? Haben Sie Lehrerinnen und Lehrer im Bekanntenkreis? Haben Sie Kinder im Schulalter? Und falls das nicht auf Sie selbst zutrifft, wie sieht es mit Ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern aus? Auch der formlose Plausch am Telefon oder abends in der Kneipe kann ein Türöffner sein.
  • Kontaktaufnahme über Fördervereine: Fördervereine sind an vielen Schulen eine feste Institution. Sie verbinden nicht nur die ehemaligen Schülerinnen und Schüler miteinander, sondern geben auch Unternehmen die Möglichkeit, sich als Sponsor einzubringen und bekannt zu machen. Zugleich können sie eine gute Anlaufstelle sein, um das Interesse an Kooperationen, zum Beispiel in Form von Informationsveranstaltungen, abzufragen.
  • Kontaktaufnahme über Institutionen: Eine förmlichere Möglichkeit, Ihre Angebote bekannt zu machen, ist die Kontaktaufnahme zu übergeordneten Institutionen wie Schulämtern, Lehrerverbänden und -gewerkschaften oder den örtlichen Kammern. Diese Organisationen sind häufig gut über die Situation der einzelnen Schulen in ihrem Zuständigkeitsbereich informiert und können Ihnen dabei behilflich sein, eine interessierte Schule zu finden. Dieses Vorgehen ist vor allem in dicht besiedelten Regionen mit einer großen Auswahl an örtlichen Schulen empfehlenswert. Auch eine Kontaktaufnahme zur Initiative SCHULEWIRTSCHAFT, die von den örtlichen Unternehmerverbänden getragen wird, bietet sich an.
  • Anzeigen und Gastartikel in Schülerzeitungen: Anzeigen in Schülerzeitungen (gegebenenfalls auch Jahrgangs- oder Abschlusszeitungen) eignen sich besonders, um Stellen für Praktikantinnen und Praktikanten anzubieten, da Sie damit die Zielgruppe direkt erreichen. Auch können Sie darüber auf von Ihnen geplante Informationsveranstaltungen in und außerhalb der Schule hinweisen. Ein Vorteil solcher Anzeigen sind die geringen Kosten für die Erstellung und Veröffentlichung. Das Schalten von Anzeigen dient zudem der Finanzierung einer Schülerzeitung und hebt das Engagement Ihres Unternehmens weiter hervor.

Schulkooperationen: Beispiele für Projekte

  • Angebot von Praktika: Geben Sie Schülerinnen und Schülern die Gelegenheit, Ihren Betriebsalltag kennen zu lernen. Dies kann im Rahmen eines Pflichtpraktikums geschehen, das in vielen Bundesländern Teil des Lehrplans ist, oder als freiwilliges Praktikum. Die Jugendlichen können sich so an der ein oder anderen Stelle schon einmal selbst einbringen und einen positiven ersten Eindruck hinterlassen. Für Sie besteht die Chance, geeignete Kandidaten für eine spätere Ausbildung kennen zu lernen. Zahlreiche Tipps, wie Sie Schülerbetriebspraktika individuell und erfolgreich gestalten können, finden Sie in der Sammlung Checklisten für ein erfolgreiches Schülerbetriebspraktikum von der Bundesagentur für Arbeit und der Initiative SCHULEWIRTSCHAFT.
  • Betriebsbesichtigungen: Eine Gruppe junger Leute einen Tag durch den Betrieb zu führen und diesen die wichtigsten Abteilungen zu zeigen ist eine gute Möglichkeit, Ihr Unternehmen und Ihre Ausbildungsberufe einem größeren Kreis bekannt zu machen. Stehen Sie am Ende für Nachfragen bereit und geben Sie Kontaktmöglichkeiten, wie beispielsweise Visitenkarten oder Flyer aus. Auch die jungen Menschen, die kein Interesse an einer Ausbildungsstelle haben, werden den Eindruck an diesem Tag weitererzählen und können zu Ihren Botschaftern werden. Lesen Sie auch unser Praxisbeispiel bei der Veltum GmbH.
  • Berufsorientierungstage: Nehmen Sie an bestehenden Formaten wie den Projekttagen Girls‘ Day oder Boys‘ Day teil, um Ihre Zielgruppe auf eine breitere Basis zu stellen. Sie können auch ein eigenes Format ins Leben rufen. Beides bringt Sie in Kontakt mit den Jugendlichen und dies lernen Ihre Ausbildungsberufe näher kennen. Solche Tage lassen sich auch gut in Kooperation mit anderen Unternehmen aus der Region organisieren und veranstalten. Lesen Sie dazu unser Praxisbeispiel der Data One GmbH.
  • Einbindung der eigenen Auszubildenden: Sei es bei der Mitgestaltung kleiner Unterrichtseinheiten oder auf Informationstagen und Berufsmessen: Die eigenen Auszubildenden haben schnell einen Draht zu den Jugendlichen vor Ort. Nicht zuletzt, weil sie glaubhaft beantworten können, wie die Ausbildung im Unternehmen denn tatsächlich aussieht. Zugleich kann ein solches Engagement auch die soziale Kompetenz der Auszubildenden fördern, wenn sie sich frühzeitig in die Rolle des Erklärenden begeben.
  • Schülerfirma: Werden Sie Wirtschaftspate einer Schülerfirma. In der Schule werden Betriebsprozesse simuliert und unternehmerisches Denken geschult. Sie können die Schülerfirmen als Paten begleiten. Vertreterinnen und Vertreter der Schülerfirmen sind häufig auf Juniorenmessen, in der öffentlichen Berichterstattung oder mit eigenen Internetauftritten präsent und können sich positiv auf Ihre Bekanntheit und Ihr Image auswirken. Mehr erfahren Sie beim Programm JUNIOR – Wirtschaft erleben.

Schulkooperationen umsetzen

Die Kommunikation mit dem Kooperationspartner sollte durch gegenseitige Wertschätzung, Vertrauen und Verlässlichkeit, Transparenz, Konfliktbereitschaft und Lösungsorientierung geprägt sein. Darüber hinaus sollten Sie auch folgende Tipps berücksichtigen:

Tipp 1: Kommunizieren Sie Ihre Kooperation intern
Machen Sie die Kooperation in Ihrem Unternehmen (auf den unterschiedlichen Ebenen und Abteilungen, in der Mitarbeiterschaft) publik. Das trägt zur gemeinsamen Identifikation bei.

Tipp 2:Binden Sie Ihr Team ein
Bei der konkreten Ausgestaltung der Kooperation bzw. der Durchführung von Aktivitäten sollten Sie Kolleginnen und Kollegen einbinden und feste Zuständigkeiten und Aufgaben auf mehreren Schultern verteilen. Dies schafft Ihnen eine Entlastung und sichert die Kontinuität. Auf mehrere Personen verteilt, lassen sich Abwesenheiten oder auch das Ausscheiden einer engagierten Person leichter auffangen.

Tipp 3: Treffen Sie sich regelmäßig mit der Schule
Um Kooperationsziele zu überprüfen, gegebenenfalls Veränderungen vorzunehmen oder neue Aktivitäten zu planen, sind regelmäßige Treffen zentral. Organisieren Sie Besprechungen frühzeitig und vereinbaren Sie direkt Folgetermine mit Ihrem Kooperationspartner.

Tipp 4: Laden Sie Ihre Partnerschule zu Veranstaltungen ein
Anlässe, um Ihren Partner zu involvieren, sind zum Beispiel ein Tag der offenen Tür, ein Sommerfest oder eine Weihnachtsfeier.

Tipp 5: Holen Sie sich ein Feedback
Nach einer gemeinsamen Aktivität sollten sich Schule und Betrieb gegenseitig Feedback geben.

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