E-Learning

Definition und Vorteile für die Aus- und Weiterbildung

  • E-Learning bedeutet für uns: Sie als Arbeitgeber nutzen digitale Medien (z. B. Videotrainings, virtuelle Klassenräume, Online-Kurse) zur betrieblichen Aus- und Weiterbildung
  • Wir zeigen Ihnen, wie Sie mit überschaubaren Anfangsinvestitionen die Mehrwerte des Lernens mit digitalen Medien nutzen können, um ihre Mitarbeiter zeit- und kosteneffizient weiterzubilden.
  • KOFA-Expertin Svenja von Poblocki erklärt im Video einige Vorteile des E-Learnings und gibt Tipps, wie Sie als Unternehmen mit dem digitalen Lernen beginnen können.

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Was ist E-Learning?

E-Learning bedeutet, dass digitale Medien zum Lehren und Lernen eingesetzt werden. Dabei ist es egal, ob die Lernformate offline am eigenen PC oder Tablet genutzt werden oder über Online-Lernangebote im Internet, auch über das Smartphone. Beispiele für digitale Lernmedien sind

  • digitalisierte Schulungsunterlagen oder Fachliteratur (beispielsweise PDFs oder E-Books),
  • Videotrainings (selbst erstellt oder von externen Anbietern),
  • virtuelle Klassenräume und Videokonferenzen,
  • webbasierte Programme zum selbstgesteuerten Lernen (z.B. sogenannte WBTs)
  • frei verfügbare Online-Kurse (z. B. sogenannte MOOCs, Massive Open Online Courses),
  • Lernplattformen bzw. Learning-Management-Systeme (LMS),
  • u. v. m.

Einsatzmöglichkeiten für E-Learning

So unterschiedlich diese Medien in Art und Umfang sind, so unterschiedlich sind auch die möglichen E-Learning-Szenarien in Ihrem Betrieb. Die Einsatzmöglichkeiten von digitalen Lernformaten erstrecken sich über alle Hierarchieebenen und betrieblichen Funktionsbereiche, zum Beispiel

  • mediengestützte Einführung neuer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter durch multimediale Umsetzung Vision/Mission des Unternehmens,
  • Einrichtung eines Unternehmens-Wikis, in dem alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter die Möglichkeit haben, ihr Wissen zu teilen und von Erfahrungen anderer zu lernen,
  • ein monatlicher Podcast über die aktuellen Neuerungen im Betrieb,
  • ein Lernvideo zum Thema „betriebliche Sicherheit“,
  • Nutzung von Online-Sprachkursangeboten zu Verbesserung der Deutschkenntnisse von Mitarbeitenden.

Welche Medien und Lernmethoden Sie auswählen, hängt stark von den jeweiligen Lerninhalten und den Lernzielen ab, die Ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter erreichen sollen. Der Einsatz digitaler Medien sollte nicht zum Selbstzweck werden, sondern muss einerseits auf die Inhalte, andererseits auf die Lernenden abgestimmt sein. Die Eigenschaften und Bedürfnisse Ihrer Belegschaft sollten in die Gestaltung von Lernangeboten mit einbezogen werden. Vor dem Einsatz von E-Learning sollten Sie daher ein didaktisches Konzept erstellen. Darin legen Sie neben den Rahmenbedingungen fest, wer die Zielgruppe ist, um welche Medien und Lerninhalte es geht, wie mit diesen Inhalten umgegangen wird und welche Lernziele Ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter durch die Angebote erreichen. Die gründliche Ausarbeitung eines didaktischen Konzepts zahlt sich langfristig aus, denn mit durchdachten Konzepten werden die Angebote in Ihrem Betrieb besser akzeptiert sein und Ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter werden die Lernziele erfolgreicher meistern. Auch eine Kombination mit eher „traditionellen“ Weiterbildungsformaten ist denkbar und in vielen Fällen sehr sinnvoll. Bei diesem sogenannten „Blended Learning“ wird die Nutzung digitaler Medien systematisch mit Präsenz-Seminaren verknüpft, um beispielsweise erweiterte Möglichkeiten zur Vor- und Nachbereitung der einzelnen Veranstaltungen zu ermöglichen. Weitere Infos zur Konzeption von Lernangeboten finden Sie in der KOFA-Handlungsempfehlung zum Thema E-Learning.

Warum E-Learning?

Wenn Sie E-Learning richtig einsetzen, können Sie von einer Vielzahl von Vorteilen profitieren.

Potenziale der Nutzung digitaler Medien

Beispielhafte Anwendung

Ermöglichung von zeit- und ortsunabhängigem selbst-gesteuertem LernenBereitstellung von Schulungsunterlagen, Online-Kursen oder Ähnlichem im Internet/Intranet oder einer geeigneten Lernplattform
Kommunikation und Kollaboration der Lernenden über digitale Tools (ergänzend zum persönlichen Austausch)Gemeinsame Bearbeitung von Lernaufgaben in Online-Dokumenten und Austausch, etwa über Chats oder Foren
Interaktive und multimediale Darstellung der Lerninhalte

Darstellung von Fertigungsprozessen, die ansonsten nur schwierig nachvollziehbar sind, in Form von Animationen oder Videos

Ergänzung der Lerninhalte um interaktive Elemente, Steuerungsmöglichkeiten (Start/Stopp/Pause/Veränderung der Wiedergabegeschwindigkeit), weiterführende Erläuterungen

Möglichkeiten zur Dokumentation von Lernprozessen

Nachweis der regelmäßigen Information der Beschäftigten zu Themen der betrieblichen Sicherheit
Möglichkeiten zur Reflexion des eigenen LernprozessesFühren des Ausbildungsberichtsheftes in Form eines Online-Portfolios und Einbindung selbst produzierter Medien (Fotos, Videos, Audiokommentare)
Tests und SelbsteinschätzungenÜberprüfung des eigenen Lernfortschritts anhand von Selbsttests und Reflexionsfragen
Ressourceneinsparung

Keine Kosten für den Druck und Versand von Schulungsunterlagen und Möglichkeit zur schnellen und ressourcensparenden Aktualisierung der Unterlagen

Wegfall von Reisekosten und -zeit und damit einhergehende kürzere Schulungszeiten

Kostenfaktor von E-Learning

Der Einstieg in die Nutzung digitaler Medien in Ihrem Unternehmen ist auch mit geringem Ressourceneinsatz möglich. Eine Vielzahl von Inhalten ist frei im Internet verfügbar. Sie können Ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter motivieren, diese Inhalte zu nutzen und sie bei der Recherche und Auswahl unterstützen. Und selbst mit niedrigem Ressourcenaufwand und handelsüblichen Geräten (beispielsweise Digitalkameras, Smartphones, Audiorecorder) lassen sich attraktive, individuelle Inhalte für Ihr Unternehmen selbst produzieren und über das Netz an Ihre Lernenden verteilen. Natürlich können Sie auch professionelle E-Learning-Anbieter mit der Erstellung Ihrer Lernformate beauftragen.

Der Investitionsaufwand ist abhängig vom gewählten Einsatzszenario und fällt nicht über die gesamte Dauer der Maßnahmen hinweg gleichermaßen an. Deshalb relativiert sich die Anfangsinvestition insbesondere über eine längere Nutzungsdauer hinweg.

Egal ob Sie einen niedrigschwelligen Einstieg in das Thema suchen oder bereit sind, eine größere Anfangsinvestition zu tätigen – jedes Unternehmen kann aktiv werden. Wie Sie mit welchem Einsatz in das Lernen mit digitalen Medien einsteigen können, zeigt Ihnen die folgende Übersicht:

SzenarioZielsetzungenRessourcen
Niedriges oder kein BudgetKostenlose Lehr-Lernmaterialien zu betrieblichen Themen recherchieren (OER, MOOCs etc.) und Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter darüber informieren

Arbeitszeit der zuständigen Person zu Recherchezwecken und Aufbereitung der Informationen

Bereitstellung von benötigter Hardware

ggf. Freistellung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zur Nutzung der Lernmaterialien während der Arbeitszeit

Mittleres Budget

Entwicklung eigener Lernmaterialien mit individuellem Bezug zum eigenen Betrieb mit überschaubarem Ressourcen-Einsatz

Nutzung von Autorentools sowie bereits vorhandenen oder frei verfügbaren Distributionswegen (Internet, Intranet, YouTube etc.)

Zusätzlich: Arbeitszeit der zuständigen Person zur Produktion der Lerninhalte

Ggf. finanzielle Ressourcen zur Beauftragung externer Dienstleister zur Inhaltsproduktion

Hohes BudgetInstallation und Betrieb eines eigenen Lern-Management-Systems (LMS)speziell ausgebildete Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter (technisches und didaktisches Know-how) bzw. externe Dienstleister

Tipp:  Wie Sie den richtigen Anbieter für Ihr Unternehmen finden, können Sie im Artikel „Der Weg zum passenden E-Learning-Angebot“ nachlesen. Falls Sie sich eher für frei verfügbare E-Learning-Formate interessieren, lesen Sie den Artikel „Woran erkennt man ein gutes E-Learning-Format? – 7 Qualitätskriterien“.

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