Flüchtlinge beschäftigen

Nutzen Sie Fachkräftepotenziale und Möglichkeiten der Nachqualifizierung

Auf der Suche nach Fachkräften für Ihren Betrieb sollten Sie neue Zielgruppen ins Auge fassen.  Viele der Geflüchteten haben bereits im Ausland Berufserfahrung gesammelt oder gar ein Studium oder eine Berufsausbildung abgeschlossen. Mit der Beschäftigung von Flüchtlingen leisten Sie nicht nur einen Beitrag für die Gesellschaft, sondern profitieren auch von den Vorteilen einer vielfältigen Belegschaft. Sie können Ihre Innovationskraft steigern und Ihre Attraktivität als Unternehmen erhöhen.

Doch wie kann ich die Beschäftigung von Geflüchteten gestalten? Welche Möglichkeiten der Nachqualifizierung gibt es? Wie kann ich als Unternehmen überhaupt mit Geflüchteten in Kontakt treten? Und wie kann ich in meinem Betrieb eine Willkommenskultur aufbauen?

Download Handlungsempfehlung

Vorteile

Wenn Sie sich dazu entschließen, Flüchtlinge zu beschäftigen, leisten Sie nicht nur einen humanitären Beitrag zur Integration, sondern  haben auch eine Reihe von Vorteilen für Ihr Unternehmen:

  • Fachkräfte sichern: Flüchtlinge stellen ein Potenzial bei der Suche nach Fachkräften dar. So können Sie Ihre Rekrutierungsbasis erweitern. Viele stehen dem Arbeitsmarkt bereits kurz nach ihrer Ankunft in Deutschland zur Verfügung.
  • Geeignete und motivierte Mitarbeiter gewinnen: Oftmals sind Flüchtlinge in ihrem Herkunftsland einer Beschäftigung nachgegangen und können ihr Wissen und ihre Fähigkeiten gewinnbringend in Ihr Unternehmen einbringen. Personen, die auf der Suche nach einem besseren Leben weite Wege auf sich nahmen, haben zudem häufig eine hohe Motivation und Willenskraft. Viele geflüchteten Menschen wollen länger in Deutschland bleiben, sodass Sie diese langfristig an Ihr Unternehmen binden können.
  • Kulturelle Vielfalt nutzen: In einer vielfältigen Belegschaft werden kreative Prozesse gefördert und die Innovationsfähigkeit des Unternehmens gestärkt. Denn Ihre Beschäftigten bringen ganz unterschiedliche Erfahrungen, Biografien und kulturelle Hintergründe in den Arbeitsprozess ein. Ein offener Umgang mit Vielfalt fördert alternative Sichtweisen und trägt dazu bei, neue Wege zu gehen und Ihr Unternehmen wettbewerbsfähiger zu machen.
  • Image steigern: Die Rekrutierung von internationalem Personal und die Förderung kultureller Vielfalt sind Ausdruck Ihrer Unternehmensphilosophie. Das stärkt extern Ihre Attraktivität im Wettbewerb um Arbeitskräfte und fördert intern die Mitarbeiterbindung. Auch bei der Gewinnung neuer Geschäftspartner und Kunden spielt das Unternehmensimage eine wichtige Rolle.

Kontaktaufnahme

Um geeignete Kandidaten zu finden, gibt es zahlreiche Möglichkeiten. Sie können für Ihr Unternehmen entscheiden, welche Vorgehensweise für Sie am besten geeignet ist. Vielleicht haben Sie aus einem anderen Kontext schon Kontakt zu einer bestimmten Anlaufstelle. In vielen Gegenden gibt es außerdem regionale Projekte und Vermittlungsangebote, die Sie bei der Akquise nutzen können. Die zielführendsten Optionen zur Kontaktaufnahme mit Geflüchteten haben wir für Sie in einer Grafik zusammengestellt. Außerdem haben wir eine detailliertere Beschreibung der Kontaktwege mit Ansprechpartnern und mehr Tipps zum genaueren Vorgehen erstellt.

Rechtliche Grundlagen

Rechtliche Grundlagen

Für die Einstellung von Flüchtlingen ist in erster Linie der Aufenthaltsstatus entscheidend. Die Beschäftigung von anerkannten Flüchtlingen ist problemlos möglich. Ihnen stehen auf dem Arbeitsmarkt dieselben Möglichkeiten zur Verfügung wie Inländern oder EU-Bürgern. Bei Asylbewerbern und Geduldeten sind einige Auflagen zu berücksichtigen. Für die Beschäftigung dieser Gruppen ist immer die Zustimmung der Ausländerbehörde erforderlich. In den meisten Fällen muss auch die Arbeitsagentur zustimmen und prüft den Vorrang von EU-Bürgern und anerkannten Flüchtlingen (Vorrangprüfung) sowie die Beschäftigungsbedingungen. Änderungen gab es kürzlich durch das Integrationsgesetz. In den meisten Arbeitsagenturbezirken setzt die Vorrangprüfung für drei Jahre aus. Wo genau dies der Fall ist, zeigt eine Deutschlandkarte. Wie die Beschäftigungsbedingungen im Einzelnen aussehen, erfahren Sie in der Übersicht Beschäftigung von Flüchtlingen.

Beurteilung der Vorbildung

Viele Flüchtlinge bringen Berufserfahrung aus dem Ausland mit. Teilweise haben sie eine Berufsausbildung oder ein Studium begonnen oder abgeschlossen. Umfang und Inhalte dieser Bildungsgänge sowie technische und soziale Standards können sich von Angeboten in Deutschland stark unterscheiden. Hinzu kommt, dass Flüchtlinge nicht immer alle Zeugnisse und Zertifikate bei der Flucht mitnehmen konnten.

Bringt ein Flüchtling bereits Arbeitserfahrung mit, können Sie eventuell darauf aufbauen. Neben den Bewerbungsunterlagen bietet Ihnen ein Bewerbungsgespräch die beste Gelegenheit, mehr über die schulischen und beruflichen Vorkenntnisse der Bewerberin oder des Bewerbers zu erfahren. Wollen Sie sich selber informieren, finden Sie im BQ-Portal Informationen zu ausländischen Berufsbildungssystemen und Berufsabschlüssen. Informationen zur Anerkennung ausländischer Bildungsabschlüsse finden Sie auf Anabin. So können Sie Rückschlüsse über Inhalte und Umfang der Vorqualifikationen Ihrer Kandidatinnen und Kandidaten ziehen.

Wenn eine abgeschlossene Berufsausbildung oder ein Studium in einem staatlich anerkannten Beruf des Herkunftslandes vorliegt, ist ein Anerkennungsverfahren eine gute Möglichkeit, um den ausländischen Abschluss besser einschätzen zu können. Alle Personen mit einem ausländischen Berufsabschluss haben seit 2012 in Deutschland einen Rechtsanspruch, ihre Berufsqualifikation von einer zuständigen Stelle auf Gleichwertigkeit mit einem deutschen Referenzberuf prüfen zu lassen. Es wird beispielsweise geprüft, ob ein Elektroniker aus Syrien eine gleichwertige Qualifikation wie ein deutscher Elektroniker besitzt. Dabei ist zu beachten, dass für sogenannte reglementierte Berufe das Anerkennungsverfahren verbindlich für die Ausübung des Berufs ist. Je nach Berufsprofil des Herkunftslandes sowie Berufserfahrung der Person kann entweder eine volle, teilweise oder keine Gleichwertigkeit festgestellt werden.

Mithilfe des Anerkennungsbescheides am Ende des Verfahrens können Sie sich als Arbeitgeber ein aussagekräftiges Bild über die Kompetenzen der Person machen. Möchten Sie eine Mitarbeiterin oder einen Ihrer Mitarbeiter bei der Anerkennung ihres bzw. seines im Ausland erworbenen Abschlusses unterstützen, ist es hilfreich, wenn Sie auch der zuständigen Stelle als Ansprechpartner zur Verfügung stehen und Ihrer Mitarbeiterin bzw. ihrem Mitarbeiter ein sehr detailliertes Arbeitszeugnis mit Beschreibung der Tätigkeiten ausstellen. Welche Stelle in Ihrer Region für die Anerkennung zuständig ist, erfahren Sie mithilfe des Anerkennungs-Finders.

Eine schöne Möglichkeit einen möglichen Kandidaten kennenzulernen und zu sehen, inwiefern sie oder er zu Ihrem Betrieb passt, ist außerdem das Praktikum. Nähere Informationen finden Sie in der Handlungsempfehlung „Praktika für Flüchtlinge“.

Beurteilung der Sprachkenntnisse

In vielen Bewerbungen werden für die Beschreibung des Sprachniveaus Abkürzungen in Form von Buchstaben und Ziffern angegeben. Diese beziehen sich in der Regel auf den Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmen für Sprachen (GER). Dieser gilt für alle in Europa gesprochenen Sprachen und ist in drei Stufen unterteilt:

  • Stufe A steht für eine grundlegende Sprachverwendung und kann als Anfängerniveau bezeichnet werden.
  • Stufe B steht für eine selbstständige Sprachverwendung und kennzeichnet ein fortgeschrittenes Niveau.
  • Stufe C steht für eine kompetente Sprachverwendung, die eine Kommunikation in nahezu allen Situationen zulässt.

Eine gute Orientierung bietet ein Selbsttest auf der Webseite des Goethe-Instituts, der sich am Referenzrahmen orientiert. Sie können Ihre Bewerberin oder Ihren Bewerber bitten, diesen Test zu absolvieren. Mehr Informationen zu den einzelnen Sprachniveaus mit Beispielen finden Sie in der Handlungsempfehlung „Berufsbezogene Sprachförderung“.

Sie können die Sprachkenntnisse am besten in einem persönlichen Gespräch testen. Wenn Sie gezielt Fragen zu fachlichen Prozessen stellen, erfahren Sie sowohl mehr zum vorhandenen Fachvokabular als auch zum entsprechenden Fachwissen. Welches Sprachniveau Sie letztlich erwarten, liegt an Ihrem betrieblichen Umfeld bzw. an den Stellenanforderung. Je praktischer die Tätigkeit im Betrieb ausgerichtet ist, desto eher können Aufgaben durch Zeigen und Nachmachen vermittelt werden.

Nachqualifizierung

Sehen Sie Bedarf zur Nachqualifizierung, kommen zunächst die regulären Angebote zur beruflichen Weiterbildung in Betracht. Die Angebotspalette ist vielfältig – Anbieter können Bildungswerke der Wirtschaft, Kammern oder private Weiterbildungsanbieter sein. Einen Überblick zu den Angeboten in Ihrer Nähe erhalten Sie über KURSNET, dem Portal für berufliche Aus- und Weiterbildung der Bundesagentur für Arbeit, oder über die Suchmaschine des Deutschen Bildungsservers für Weiterbildungskurse. Neben Weiterbildungsangeboten können Sie Geflüchtete auch durch eine reguläre Berufsausbildung oder eine Umschulung qualifizieren. Darüber hinaus können Geflüchtete über eine Anpassungsqualifizierung von einer teilweisen auf eine volle Gleichwertigkeit ihres im Ausland erworbenen Abschlusses kommen. So können Sie Geflüchtete wie andere an- und ungelernte Kräfte in Ihrem Unternehmen zu Fachkräften weiterentwickeln. Nähere Informationen finden Sie in unserer Handlungsempfehlung „Qualifizierung von An- und Ungelernten“.

Teilqualifikationen

Mit Teilqualifikationen können Sie die beruflichen Kompetenzen von Geflüchteten gezielt schrittweise fördern. Hierbei handelt es sich um standardisierte Einheiten, die Teile eines anerkannten Ausbildungsberufs umfassen und bis zu sechs Monaten dauern. Die Einheiten können einzeln geprüft und zertifiziert werden. Durch Ablegen der Externenprüfung kann ein anerkannter Berufsabschluss erworben werden. Dieser Weg bietet sich vor allem für erwachsene Geflüchtete an, die keine Ausbildung mehr absolvieren wollen.

Flüchtlinge ohne formalen Berufsabschluss können Sie als An- und Ungelernte im Betrieb beschäftigen. Doch eine Investition in die Weiterbildung dieser Personengruppe kann sich für Sie lohnen: Die einzelnen Teilqualifikationen ermöglichen es, gezielt auf den Weiterbildungsbedarf einzugehen. Die Personen können anschließend komplexere Aufgaben übernehmen und andere Fachkräfte entlasten. Die Mitarbeiterin oder der Mitarbeiter fühlt sich wertgeschätzt und gefordert, was sich in einer höheren Motivation sowie Identifikation mit der Aufgabe zeigt und für Sie letztlich eine höhere Mitarbeiterbindung ermöglicht.

Teilqualifikationen werden von der Bundesagentur für Arbeit, den Bildungswerken der Wirtschaft sowie einigen Industrie- und Handelskammern angeboten. Die Bildungswerke der Wirtschaft haben sich in der Initiative „Eine TQ besser“ zusammengeschlossen. Hinweise zu Angeboten und Fördermöglichkeiten liefert KURSNET, das Portal für berufliche Aus- und Weiterbildung der Bundesagentur für Arbeit.

Möglichkeiten der finanziellen Förderung

Geflüchtete verfügen häufig über begrenzte finanzielle Mittel. In vielen Fällen haben sie noch Schulden in der Heimat zu begleichen, da sie für die Flucht finanzielle Unterstützung durch Freunde und Familie erhalten haben. Daher sind Flüchtlinge oftmals nicht in der Lage, eine Qualifizierungsmaßnahme selbst zu bezahlen und ihren Lebensunterhalt während dieser Zeit alleine zu bestreiten. Es gibt verschiedene Fördermöglichkeiten, die Flüchtlinge und Unternehmen bei der Umsetzung von Qualifizierungsmaßnahmen nutzen können. Das Programm „Weiterbildung Geringqualifizierter und beschäftigter älterer Arbeitnehmer in Unternehmen“ (WeGebAU) ist zentrales öffentliches Förderprogramm, das Weiterbildungskosten fördert und einen Zuschuss zum Arbeitsentgelt gewährt.

Fördermaßnahmen WeGebAU

Die Grundlage für die Förderung WeGebAU ist im dritten Sozialgesetzbuch (SGB III) verankert. Anerkannte Flüchtlinge, Asylbewerberinnen und -bewerber sowie Geduldete, die keinem Arbeitsverbot unterliegen, haben einen Anspruch auf Leistungen aus SGB III. Voraussetzung für die Förderung durch WeGebAU ist, dass die Weiterbildung im Rahmen eines bestehenden Arbeitsverhältnisses durchgeführt wird und Sie als Arbeitgeber auch während der Maßnahme weiterhin das Arbeitsentgelt zahlen. Im Rahmen der Förderung werden Ihrer Mitarbeiterin oder Ihrem Mitarbeiter die Lehrgangskosten ganz oder teilweise erstattet. Überdies ist ein Zuschuss zu den übrigen Weiterbildungskosten (z. B. Fahrtkosten) möglich. Bei KMU mit einer Beschäftigtenzahl von weniger als 250 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern gelten besondere Förderbestimmungen. Hat die oder der betreffende Beschäftigte das 45. Lebensjahr bereits vollendet, trägt die Arbeitsagentur einen Teil der Lehrgangskosten. Ist die zu fördernde Person jünger, müssen Sie als Arbeitgeber mindestens 50 Prozent der Lehrgangskosten selbst tragen. Als Arbeitgeber können Sie außerdem einen Zuschuss zum Arbeitsentgelt während der Maßnahme erhalten, falls diese eine völlige oder teilweise Erbringung der Arbeitsleistung verhindert. Voraussetzung hierfür ist, dass es sich bei der Person um eine ungelernte Beschäftigte bzw. einen ungelernten Beschäftigten handelt, die oder der einen anerkannten Berufsabschluss oder eine berufsanschlussfähige Teilqualifikation erwirbt. Weitere Infos erhalten Sie bei Ihrer Arbeitsagentur vor Ort.

Arbeitgeber können überdies einen Zuschuss zum Arbeitsentgelt zum Ausgleich einer Minderleistung erhalten, um die Eingliederung förderungsbedürftiger Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu unterstützen. Der sogenannte „Eingliederungszuschuss“ wird dann gezahlt, wenn die Arbeitsvermittlung aus Gründen erschwert ist, die in der Person liegen. Die Förderhöhe kann bei bis zu 50 Prozent des regelmäßig gezahlten Arbeitsentgelts sowie des pauschalisierten Arbeitgeberanteils am Gesamtsozialversicherungsbeitrag liegen. Die Förderdauer kann dabei bis zu zwölf Monate betragen. Für die Vergabe des Eingliederungszuschusses sind die Agenturen für Arbeit bzw. die Jobcenter zuständig. Für nähere Informationen wenden Sie sich telefonisch an den gemeinsamen Arbeitgeberservice von Arbeitsagentur und Jobcenter unter der zentralen Rufnummer 0800 4 55 55 20.

Fördermaßnahmen Eingliederungszuschuss

Die Agenturen für Arbeit oder die Jobcenter können außerdem die Kosten für eine „Betriebliche Maßnahme zur Aktivierung und betrieblichen Eingliederung“ (MAG) tragen. Das Programm läuft in der Regel bis zu sechs Wochen und ermöglicht die Feststellung und Erweiterung vorhandener beruflicher Kenntnisse. Nähere Infos erhalten Sie in der Handlungsempfehlung „Praktika für Flüchtlinge“.

Integration

Nach Abschluss des Arbeitsvertrags erfolgt die Integration in den Betrieb. Wie bei jeder anderen neuen Mitarbeiterin oder jedem neuen Mitarbeiter ist es wichtig, dass Sie sich zu Beginn Zeit für die neue Arbeitskraft und deren Einarbeitung nehmen. Mit betrieblichen Unterstützungsmaßnahmen leisten Sie einen Beitrag dazu, dass sich Ihre neue Fachkraft schnell und leicht in die Arbeitsprozesse und in die Belegschaft integriert.

Integration ins Team und die Gesellschaft

Die ersten Tage im Unternehmen sind von hoher Bedeutung für den erfolgreichen Start. Am Anfang sollte eine ausführliche Begrüßung und Bekanntmachung mit den direkten Kolleginnen und Kollegen stehen. Es empfiehlt sich, dass einer Ihrer Mitarbeiter dem Flüchtling als Mentorin beziehungsweise Mentor zur Verfügung steht.

Darüber hinaus können gemeinsame Unternehmungen Vertrauen und Zusammenhalt schaffen und das Wir-Gefühl stärken. Der gemeinsame Besuch von kulturellen Veranstaltungen, gemeinsame sportliche Aktivitäten oder Ausflüge in Museen stärken nicht nur die Integration ins Team, sondern sind für Flüchtlinge auch eine gute Möglichkeiten, die deutsche Kultur besser kennenzulernen.

Zur Vorbereitung Ihrer Belegschaft auf die Einstellung eines Flüchtlings in Ihrem Unternehmen können Sie eigene interkulturelle Trainings organisieren oder einzelne Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Kursen vorbereiten. Dies kann die Zusammenarbeit im gemeinsamen Arbeitsalltag deutlich verbessern und dabei helfen, Missverständnisse zu vermeiden.

Sprachliche Integration

Neben alltagstauglichen Deutschkenntnissen sind für die Beschäftigung auch berufsbezogene Sprachkenntnisse wichtig. Für Sie als Arbeitgeber gibt es mehrere Möglichkeiten, wie Sie eine geflüchtete Person beim Lernen der deutschen Sprache unterstützen können:

  • Apps für Smartphones, (Online-)Wörterbücher, Online-Lernplattformen: Verweisen Sie auf die verschiedenen Möglichkeiten beim eigenständigen Spracherwerb. Als Unternehmen können Sie beispielsweise Zeit für den Spracherwerb einräumen oder jemanden als Unterstützung zur Verfügung stellen.
  • Bewusste Sprachwahl: Verwenden Sie möglichst wenige Fremdwörter und achten Sie auf eine klare – und falls nötig langsame – Aussprache. Nutzen Sie zudem aktive Sätze. Fragen Sie nach, ob das Gesagte verstanden wurde, indem Sie es in eigenen Worten wiederholen lassen.
  • Sprachkurse, Sprachtreffs: Es gibt zahlreiche Kurse von Anbietern wie Volkshochschulen, Sprachschulen oder Bildungswerken. In der Datenbank „KURSNET“ der Arbeitsagentur können Sie gezielt nach Deutschkursen in Ihrer Umgebung suchen. In vielen Städten gibt es zudem informelle Sprachtreffs von Ehrenamtlichen für Geflüchtete.

Mehr zu diesem Thema auf KOFA.de:

Flüchtlinge im Praktikum

Mit Praktika für Geflüchtete doppelt punkten: Mögliche Fachkräfte kennenlernen und gleichzeitig einen Beitrag zur Integration von Flüchtlingen leisten. mehr

An- und Ungelernte weiterbilden

Um Fachkräftemangel vorzubeugen, genügt der Blick auf die eigenen Beschäftigten. Durch Fort-/ Weiterbildungen können Sie gezielt Mitarbeiter qualifizieren. mehr

Fördermaßnahmen in der Ausbildung

Für eine erfolgreiche Ausbildung ist manchmal Unterstützung nötig. Erfahren Sie mehr über öffentliche Fördermaßnahmen. mehr

Praxisbeispiel: Qualifzierung für Flüchtling im Stahlbau – KOFA

Warum nicht mal neue Wege gehen, dachte man sich bei der Firma Wurst Stahlbau, als ein nigerianischer Flüchtling um ein Praktikum bat. Inzwischen hat sie zwei nigerianische Flüchtlinge zu Schweißern ausgebildet. mehr

Praxisbeispiel: Flüchtlinge suchen Praktikumsplätze – KOFA

Die Teilnehmer von „Integrationskursen“ absolvieren auch ein Betriebspraktikums. Eine gute Möglichkeit für Sprachschüler und Unternehmen, um sich kennenzulernen. mehr

Praxisbeispiel: Unternehmernetzwerk qualifiziert Flüchtlinge – KOFA

Beim Kaffeeröstanlagenhersteller Probat machen zwei afghanische Flüchtlinge ein Praktikum. Sie sind über eine Netzwerkinitiative als Sprachschüler ins Unternehmen gekommen. mehr

Qualifizierung für die digitale Zukunft

Bereits ein Drittel aller Unternehmen beschäftigt sich hierzulande intensiv mit dem Thema Digitalisierung und ist sich der großen Bedeutung des Internets für ihre Geschäftsaktivitäten bewusst. mehr

Interaktives Video: Flüchtlinge integrieren

Sie möchten Geflüchtete in Ihr Unternehmen integrieren und suchen nach Fördermöglichkeiten? Dieses videobasierte Informations-Angebot richtet sich an Personalverantwortliche. KOFA-Expertin Svenja Jambo informiert, wie Unternehmen von (staatlichen) Unterstützungsmöglichkeiten profitieren können. mehr

Zurück im Job: Gute Chance mit 50plus

Viele Unternehmen suchen Mitarbeiter. Gute Aussichten für Menschen, die lange auf eine Chance gewartet haben. Wie Leszek Wojdat, der über das Programm "Perspektive 50plus" der Bundesregierung einen Job gefunden hat - im Stadion von Arminia Bielefeld. mehr

Vielfalt. Wachstum. Wohlstand. - Preisträger HBS Elektrobau GmbH

Die HBS Elektrobau GmbH mit 259 Beschäftigten rekrutiert in Rumänien, Ungarn und Spanien Jugendliche, um sie als Industrie-Elektriker auszubilden. mehr

Praktika

Das Wichtigste in Kürze: Was Sie bei Praktika und Hospitationen von Flüchtlingen beachten sollten, erfahren Sie in unserer Übersicht. mehr

Kontakt zu Flüchtlingen

Sie möchten gerne Geflüchtete kennenlernen und Ihnen eine Beschäftigung anbieten? Es gibt mehrere vielversprechende Möglichkeiten, wie Sie Kontakt aufnehmen können. mehr

„KMU müssen die Integration nicht alleine stemmen“

KMU brauchen mehr Informationen über die Unterstützungsangebote, die KMU bei der Integration von Flüchtlingen zur Verfügung stehen. Davon ist die KOFA-Expertin Regina Flake überzeugt. Sie kennt die Programme, die KMU weiterhelfen. mehr

Feedback geben