Willkommenslotse Gerald Beinlich im Interview mit dem Deutschlandfunk

Was verändert sich durch das neue Zuwanderungsgesetz für Unternehmen und Menschen mit „Duldung“?

Gerald Beinlich ist ehemaliger Unternehmensberater. Seit einigen Jahren arbeitet er als Willkommenslotse und unterstützt Unternehmen bei der Integration von Geflüchteten.

„Unternehmen stellten sich in der Vergangenheit häufig die Frage: Was bedeutet es eigentlich einen bestimmten Aufenthaltstitel zu haben? Was bedeuten Formulierungen wie: Erwerbstätigkeit ist genehmigt?“, erzählt Beinlich im Interview. „Solche Fragen beantworten wir als Willkommenslotsen. Und wir beraten die Unternehmen in Einzelgesprächen bei dem Aufbau einer Willkommenskultur. Auf der anderen Seite haben wir die Geflüchteten, mit denen wir vor der Vermittlung in ein Unternehmen ebenfalls Einzelfragen klären, um dann passgenau Geflüchtete und Unternehmen zusammenzubringen“.

Das neue Zuwanderungsgesetz

Im Radiointerview mit dem Deutschlandfunk erklärt Beinlich auch, was sich durch das neue Zuwanderungsgesetz in Deutschland für Menschen mit Fluchthintergrund, die in Deutschland „geduldet“ werden, und Unternehmen verändern wird.

Grundsätzlich sollen abgelehnte Asylbewerber über die Integration in den Arbeitsmarkt eine zweite Chance erhalten, in Deutschland Fuß zu fassen. Voraussetzung dafür soll sein, dass die Flüchtlinge durch Arbeit ihren eigenen Lebensunterhalt sichern und gut integriert sind. 

Radio-Interview mit Gerald Beinlich zum Zuwanderungsgesetz

„Vor allem wird das neue Recht auf Seiten der Unternehmen und auf Seiten der Flüchtlinge Vertrauen schaffen“, meint Gerald Beinlich. „Die Unternehmen können darauf vertrauen, dass die Geflüchteten einen gesicherten Aufenthaltsstatus haben. Die Geflüchteten können darauf vertrauen, dass sie – wenn sie sich engagieren, wenn sie eine Ausbildung durchlaufen – auch eine Chance haben, in Deutschland Fuß zu fassen.“

Sprache als Schlüssel zur Integration

Als Willkommenslotse hat Gerald Beinlich die Erfahrung gemacht, dass die meisten Geflüchteten, die 2015 und 2016 nach Deutschland gekommen sind, enorme Fortschritte bei der Sprachkompetenz gemacht haben. Trotzdem reiche das Sprachniveau häufig auch heute noch nicht aus, um direkt eine Ausbildung zu durchlaufen. „Es ist nicht immer der beste Weg, die Geflüchteten direkt in Ausbildung zu vermitteln“, sagt Beinlich deshalb. „Manchmal ist es sinnvoll, zuvor eine Berufsvorbereitung zu ermöglichen. So können die Geflüchteten sich weiterentwickeln und lernen und wir vermeiden bei den Unternehmen Frustration durch falsche Erwartungen.“

Tipp: Wir empfehlen Ihnen auch das Interview mit Dr. Wido Geis-Thöne „Einwanderungsgesetz. Was ändert sich für Unternehmen bei der Fachkräftesuche?

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